„Alle meinten: Dieses Mal wird es eng“ – Modedesigner Steffen Schraut über die Krebserkrankung seines Mannes
Shownotes
Modedesigner Steffen Schraut spricht im Gespräch mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May offen über die schwere Krebserkrankung seines Mannes, Todesangst und die Kraft ihrer 34-jährigen Liebe. Er erzählt von ihrer spontanen Hochzeit im Schutzanzug, seinem Coming-out und davon, warum er trotz aller Schicksalsschläge nie die Hoffnung verloren hat.
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00:00:00: Seit thirty-four Jahren liebt Steffen Schraut denselben Mann.
00:00:03: Eine Liebe, die wunderschöne Zeiten erlebt hat und Momente in denen plötzlich nur noch eines wichtig war, füreinander da zu sein.
00:00:10: Es war ein riesengroßer Schock!
00:00:12: Man weiß von allen Krebsarten ist natürlich der Bauchspeicheldrösenkrebs der mit der geringsten Chance weisezuleben.
00:00:18: und dann kamen die Phase zu sagen was machen wir?
00:00:21: Da fallen alle Mauern, die man um sich gebaut hat.
00:00:23: Steffen und Thomas haben im Krankenhaus geheiratet als sie nicht wussten ob Thomas es schaffen würde Ganz spontan.
00:00:30: Ohne Blumen, ohne Musik in Schutzanzügen und mit einem Standesbeamten der für zwei Menschen die sich lieben sein Wochenende opferte.
00:00:38: Der Moment war ohne Inszenierung aber er hat das auf den Punkt gebracht was man sich verspricht in guten Zeiten wie in schlechten Zeiten Und er war wirklich extrem ergreifend.
00:00:47: Ich spreche mit dem erfolgreichen Modedesigner über seine Kindheit Seine wunderbare Beziehung zu seinen Eltern Sein Coming out, seine Karriere und natürlich über Thomas.
00:01:00: Wenn du merkst, dass dein Herz gluckst und das da was passiert ist wie eine innerliche Explosion.
00:01:04: Dann ist es genau der richtige Mensch.
00:01:06: Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte und ein sehr persönliches Gespräch über das, was am Ende wirklich zählt im Leben – die Liebe!
00:01:31: Ich habe heute einen Mann bei mir, der viele Frauen glücklich macht.
00:01:34: Steffen Schraut, der Designer.
00:01:36: Steffi du verkaufst ja nur noch bei QVC.
00:01:38: also man muss Teleshopping machen wenn man da eine schöne Sachen haben will.
00:01:42: was ich mich gefragt habe oder frage wenn du dein Leben in drei Kleidungsstücken beschreiben sollst Was wären das für Kleidungsstücke?
00:01:49: Ich glaube, es wäre eine Lederjacke.
00:01:50: Weil ab und zu war mein Leben rockig!
00:01:52: Es ist, glaub ich die weiße Bluse... weil ich hab's eigentlich ganz gern wenn alles geordnet ist.
00:01:57: Ich bin so ein bisschen der kleine Pedant sozusagen Und ne Jeans Für alle vierundzwanzig Stunden gelegenhalten.
00:02:02: Das wären so meine drei Kleidungstücke.
00:02:04: Sprichst du mir aus dem Herzen, weil ich sag auch immer dass ne weiße bluse bevor ich gar nicht weiß was ich anziehen soll oder man denkt okay passt es jetzt Die weisse bluse geht immer.
00:02:12: Sie sollte gut gebügelt sein aber sie passt immer Genau.
00:02:15: Ja, ich bügel sowieso alles.
00:02:17: Hast du überhaupt Zeit?
00:02:18: Ich hab auch noch jemanden der mir hilft aber natürlich habe ich... also ohne Bügeln würde ich nichts anziehen auf jeden Fall!
00:02:22: Aber die weiße Bluse ist gut weil genau und das ist ja auch wie so eine Uniform dann ein bisschen.
00:02:27: Mode kann ja auch für eine Uniform sein oder?
00:02:28: Absolut, das siehst Du bei mir.
00:02:30: Ich bin da immer Marine angezogen.
00:02:30: Bist immer
00:02:31: dunkelblau angezogen?
00:02:32: Also ich trage hier nie Schwarz, zweimal im Jahr vielleicht, aber Dunkelblauliebig.
00:02:37: Eigentlich ein bisschen wie George Armani Weil das Dunkelblau ist auf der einen Seite die positivere Farbe, statt Schwarz.
00:02:43: Und du musst dir nicht so viel Gedanken machen!
00:02:44: Wenn ich eine Sendung habe und ein offizieller Auftritt hat, Marine es geht ganz schnell... Man sieht immer gut aus, es sind nicht so hart wie schwarz und irgendwie ist es ne ganz gute Farbe.
00:02:54: die lenkt auch nicht ab.
00:02:55: also die Konzentration ist dann wirklich aufs Produkt wenn ich was verkaufe oder auf die Persönlichkeit.
00:02:59: aber es fängt keiner an zu diskutieren dass sie sagen mein Gott er ist ja sehr viel zu jung angezogen für sein Alter oder zu bunt oder dies oder das.
00:03:05: Es ist relativ nüchter nur neutral.
00:03:07: Gibt es das eigentlich, dass man wirklich sagt die Farbe, die Frau ist jetzt zu alt.
00:03:11: Die kann nicht mehr diese Farbe tragen?
00:03:13: Ich glaube schon gerade in Deutschland gibt es das weil wir werden ja unheimlich viel in Deutschland und deswegen liebe ich natürlich so wenn ich in Amerika unterwegs bin oder in Paris oder in Meyland.
00:03:22: Das ist alles mehrlässe fair.
00:03:23: also jeder wird akzeptiert wie er ist egal ob er viele Tätos hat ob der Rock so kürz ist wie ein Gürtel je nachdem was jemand anhat.
00:03:32: man lässt die Leute ein bisschen mehr sein wie sie sind Und das finde ich auch ganz cool mehr Werten, ob die Frau glücklich ist mit dem was sie anhat oder ob es in der Depressionsphase gekauft hat.
00:03:42: Aber wenn ich dein Schrank öffnen würde, ist da alles komplett blau?
00:03:45: Es gibt eine Blaue Abteilung aber es gibt unglaublich viele bunte Dinge und unglaublich viel was sich gar nicht anzieht.
00:03:50: also man hat ja immer so Phasen Glückskäufe Frustrationskäufer Da ist ehrlich gesagt ganz viel mit dabei aber es ist immer der Hauptschrank ist eigentlich ein blauer Schrank.
00:03:57: Du müsstest mal zu mir ins Ankleidezimmer kommen.
00:03:59: Ich glaube das wäre sehr spannend.
00:04:00: Gerne im Büro war ich schon beim Ankleiderzimmer
00:04:03: Das dürfte doch niemand sehen.
00:04:05: Das ist ein guter Hinweis.
00:04:06: Das machen wir noch, Steffen.
00:04:07: Danke für die Idee!
00:04:08: Wenn du jetzt zurückgehst mal in deine Kindheit?
00:04:10: Wann war denn so der erste Moment wo du Berührung hattest mit Stoffen und Farben oder Mode?
00:04:15: Ich bin ja in einer Textilfamilie aufgewachsen.
00:04:17: Also meine Mutter und ihr Bruder haben so ein typisch-schwebisches Textilunternehmen.
00:04:22: Und das Schöne war eigentlich, in der Kindheit war ich natürlich automatisch mit dabei an der Firma.
00:04:27: Wer hat eine große Produktion?
00:04:28: Eine Musternäherei?
00:04:29: Eine Stoffabteilung?
00:04:30: Eine Kreativabteilungen?
00:04:32: also eigentlich der Vollbetrieb ist es heutzutage gar nicht mehr... weil jeder lässt ja irgendwo im Ausland produzieren.
00:04:37: Wir haben zu neunneinzig Prozent in Deutschland arbeiten lassen und da war ich natürlich ständig zwischen den Stoffballen, in der Musternäherei... Das war eigentlich mein Leben und die Berührungsphase war eigentlich seit der frühen Kindheit immer da.
00:04:48: Ich habe es geliebt!
00:04:49: Und wolltest du auch immer schon irgendwas mit Mode machen?
00:04:52: oder gab's auch den Wunsch mal Polizist?
00:04:54: Nein,
00:04:54: nein, nein.
00:04:55: Also es gab den großen Wunsch Zirkusdirektor und irgendwie ist das ja ein bisschen Zirkustirektor was ich jetzt bin bei QVC natürlich.
00:05:01: aber das Schöne ist eigentlich Mode war für mich immer die schönste Nebensache der Welt.
00:05:06: Und da muss ich einfach sagen, mein Vater wollte unbedingt das ich eine Banklehre mache.
00:05:09: Er war ja selbst Bankkaufmann der
00:05:11: Vater?
00:05:11: Genau und er hat gesagt, der Union muss erst mal was Richtiges lernen.
00:05:14: Deswegen ist es eigentlich bis heute ganz gut geblieben weil du bist zwar der Kreative, der Designer, dass ist der Titel, das ist das, was alle hören wollen.
00:05:21: aber natürlich bin ich Unternehmer Weil wir ein sehr großes Volumen haben, weil wir inzwischen Zeit eine sehr große Marke geworden sind Natürlich durch Teleshopping noch viel viel größer und da gehört natürlich auch einen kühler Kopf dahinter, weil schlussendlich wir überleben natürlich alle nur, wenn die Firma entsprechend gut läuft.
00:05:38: Aber begeistert warst du nicht als dein Vater sagte jetzt machst du eine Bank?
00:05:41: Überhaupt
00:05:42: nicht!
00:05:42: Gab es da richtig Streit zu Hause?
00:05:44: Es gab keinen Streit aber das war wahnsinnig schwierig weil ich habe einfach gedacht dass ist so ein bisschen eigentlich überhaupt nicht das was ich haben möchte.
00:05:50: ich wollte kreativ sein ich wollte irgendwie ich wollte etwas von der Welt sehen ich wollte träumen ich wollte Wasser leben und mein Leben war eigentlich von relativ früher Kindheit durchgetaktet.
00:06:00: Also ich hatte nicht die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen und irgendwie ein schönes Auslandsjahr zu machen.
00:06:05: Und was von der Welt zu sehen... Warum nicht?
00:06:07: Ich sollte relativ schnell in die Firma.
00:06:08: Das war
00:06:09: Wunsch deiner Mutter?
00:06:10: Genau
00:06:10: das war Wunscht der Mutter und auch Wunsche von dem Onkel damals.
00:06:15: Dann bin ich mit neunzehn schon in die Firmahe.
00:06:17: Ich hatte ein kurzes Zwischenspiel nach der Bank leer.
00:06:19: Ich war noch bei Eskada.
00:06:21: Damals hat noch Margarita Leij gelebt und es waren natürlich
00:06:24: unfassbar!
00:06:25: Also es war wirklich eine internationale große Firma Und die haben das auch gelebt.
00:06:30: Dann kam ich wieder zurück in den typisch-schwebischen, in das kleine Unternehmen und Marguerita Lei hat sich jeden Montag frische Blumen liefern lassen.
00:06:38: Die hatte einen eigenen Koch.
00:06:39: Also man hat in der kleinen Gruppe zusammen gegessen und als ich nach einem Jahr SK nach Hause kam, zurück nach Heutlingen ins Schwabenland und gesagt habe, die kriegen alle montagsfrische Blume und ich hab meinen eigenen Koch, haben sie gesagt, die Flosen kannst du dir sofort sparen.
00:06:51: hier wird gearbeitet wir sind späwisch und hier läuft das anders Und das war dann sozusagen der Beginn, als ich dann im enterlichen Unternehmen war.
00:06:59: Aber wenn du gerne mal vielleicht im Ausland gewesen wärst oder irgendwas Leichteres gemacht hättest bevor du die Firma ansteigst, war es ja vielleicht auch nicht ganz einfach?
00:07:07: Oder?
00:07:07: Der Weg!
00:07:08: Es war insofern schwierig weil als sozusagen Kind oder als Neffe oder als Familienmitdeut musst du dich immer doppelt beweisen und es fing ehrlich gesagt damals schon an, weil im ersten Jahr hatte ich schon eine ganz heftige Gürtelrose.
00:07:21: Ich hatte mich dann schon bewiesen, aber ich habe es selber noch gar nicht begriffen, dass sie mich bewiesen hat.
00:07:25: Also ich fühlte mich natürlich ständig beobachtet weil das war auch ein kleines Dorf und ich war immer der Junior.
00:07:30: Und ich wusste aus diesem Leben heraus, also ich wusse eigentlich, dass ich mich irgendwie ein bisschen verwirklichen möchte, wo ich... wo ich anonymer bin, wo man mich in Ruhe lässt.
00:07:41: Wo ich nicht beobachtet bin.
00:07:42: Irgendwann hab' ich natürlich die andere sexuelle Orientierung erfahren und das war ganz schwierig wenn man auf einem kleinen Dorf aufwächst.
00:07:49: Das ist ja alles Dinge, die möchte man nicht teilen weil mehr am Anfang noch gar nicht selber weiß was mit einem selber passiert und deswegen war ich irgendwann natürlich ganz froh als sie Firma verkauft wurde und ich dann der Liebe wegen nach Düsseldorf gegangen bin.
00:08:01: Wie alt warst du also gemerkt dass du Männer liebst?
00:08:03: Ähm...Dreiundzwanzig Und vorher?
00:08:06: Also hattest du Freundinnen oder?
00:08:07: Viele?
00:08:09: Was ist so ein Herzensbrecher?
00:08:11: Ich glaube schon.
00:08:11: Also ich glaube, da waren viele Mädels dabei die irgendwann ein bisschen unglücklich wurden aber ich habe das wirklich geliebt weil es war immer die Person, die mich interessiert hat.
00:08:24: und wenn mein heutiger Mann...
00:08:26: Ja ihr hattet Glückwunsch!
00:08:27: Ihr hatte gerade ersten Hochzeit
00:08:29: nachgefühlt.
00:08:30: Dreizig Jahre?
00:08:31: Ja,
00:08:31: vierunddreißig Jahre.
00:08:32: Vierund dreißig Jahren seid ihr zusammen?
00:08:33: Genau.
00:08:33: Und im Jahr zweitausendfünfzwanzig reden wir gleich noch überhafte geheiratet... Richtig!
00:08:36: Richtig.
00:08:37: und wenn er eine Frau gewesen wäre, glaube ich wär' ich bei einer Frau gewesen oder geblieben weil er hat mich einfach fasziniert.
00:08:42: also Wenn der Mensch ist und wenn du merkst dass dein Herz gluckst und das da was passiert ist ja wie ne innerliche Explosion dann ist es glaube ich genauer der richtige Mensch.
00:08:52: Wo hast du Thomas eigentlich kennengelernt?
00:08:54: Wir haben uns in Düsseldorf kennengelernen.
00:08:55: damals gab's Gabs so eine Disco von den toten Hosen im Ratingerhof.
00:09:01: Und an diesem Abend waren wir beide da, er hatte zu der Zeit noch lange schwarze Haare.
00:09:05: Da hab ich gedacht, war auch so ein cooler Amerikaner wenn wir uns die erste halbe Stunde in Englisch unterhalten weil ich gedacht habe ist so ein amerikanisches Model und irgendwann hat es dann so ein bisschen geblitzt und gefunkt.
00:09:15: Und seitdem es hat dann nie wieder auseinander gegangen?
00:09:16: Richtig!
00:09:18: Aber wenn du so ein Herzensbrecher warst in deiner Jugend, also das heißt da haben sich einige Mädchen dann in der Heimat in Schwaben und am Schwerbischen haben sie sich dann Hoffnung gemacht dass sie vielleicht irgendwann mal die Frau des nächsten Firmenchefs werden.
00:09:28: Ich
00:09:29: denke das ist bestimmt zu gewesen!
00:09:31: Also es waren ja auch schöne Zeiten.
00:09:33: aber irgendwann merkst du halt dein Herz geht in eine andere Richtung und ich glaube man sollte immer seinem Herz folgen.
00:09:37: Was
00:09:37: was für ein Kind schüchtern auffallend?
00:09:40: Hast du dich als Kind schon bunt angezogen, also Schillernd?
00:09:43: Ich war ein sehr unruhiges Kind.
00:09:45: Also ich hatte in den ganzen Schulbewertungen immer stehenunruhig, unkonzentriert, tanzt auf tausend Hochzeiten mit den Gedanken abwesend.
00:09:55: Also, ich glaube...ich war so interessiert!
00:09:57: Ich wollte alles sehen und ich glaube, ich hatte das ganze Leben das Gefühl, dass ich verpasst irgendwas.
00:10:02: Und deswegen ist es diese Neugier.
00:10:04: Und irgendwann, wenn du natürlich älter bist, hast du die Möglichkeit in die Welt zu gehen und deswegen liebe ich auch das Reis.
00:10:11: und so weil es so spannend ist.
00:10:12: Ich lieb zum Menschen zu beobachten!
00:10:16: Das hat ja auch etwas mit dem Beruf zu tun.
00:10:18: Du bist vierundzwanzig Stunden dabei, das ist natürlich wie bei dir.
00:10:20: Wir laufen mit offenen Augen durch die Welt und wir wollen immer alles sehen, riechen, schmecken anfassen.
00:10:26: Deswegen bin ich auch ein sehr haptischer Mensch.
00:10:28: also ich liebe Stoffe anzufassen, ich liebe Menschen anzufassend.
00:10:32: Ich liebe lieber einen Timer zu haben anstatt irgendwie einen komischen Kalender der in meinem iPhone ist.
00:10:38: Also ich brauche irgendwie so ein bisschen diese Beständigkeit.
00:10:41: Und aber du?
00:10:42: Hat man dir angemerkt dass du schon so moder interessiert warst als Kind?
00:10:44: Absolut Absolut, weil ich natürlich auch immer versucht habe so ein bisschen zu stylen.
00:10:49: Weil ich ein bisschen versucht hab irgendwie von meiner Mutter viele abzuschauen diese Lux aufgenommen und hab dann selber angefangen mich morgens entsprechend anders anzuziehen mein Hemd mal einen T-Shirt mal einen Pullover also relativ ungewöhnlich nicht verrückt aber einfach so ich glaube relativ experimentierfreudig.
00:11:06: Was hatten deine Mutter dir vorgelebt an Stil?
00:11:08: Was sie vielleicht nie ausgesprochen hat, was du dir unbewusst abgeschaut
00:11:11: hast.
00:11:11: Sie war für mich immer so ein typischer Chilsander-Typ.
00:11:13: Also marinefarbene Hosenanzug oder einen guten Bläser und eine weiße Bluse unten drunter.
00:11:18: Immer ein bisschen reduzierter, super modern auf eine gewisse Art und Weise aber auch so ne Mode die man wirklich über Jahre tragen kann.
00:11:26: Die war immer so clean, die sah immer so frisch aus, die war so gepflegt.
00:11:29: Die waren nie drüber, die waren nicht runter... ...die war irgendwie für mich so die perfekte Stilekone
00:11:35: Und dann hat sie irgendwann deine bunten Sachen auch angehabt.
00:11:37: Richtig!
00:11:38: Sie hat ja alles gekauft, was für eine Mutter sitzt vom Fernsehen?
00:11:41: Genau
00:11:41: ich glaube es ist einer der besten Kundinnen weil natürlich wenn du von dem Sohn was kaufst das ist noch mal anders, ist ab gleichzeitig die größte Kritikerin.
00:11:48: Das heißt sie muss es kaufen auch?
00:11:50: Ja also sie kauft es wie jede andere auf und manchmal sage ich natürlich dass ein bisschen viel Wasser gekauft hast oder vielleicht hätte noch zwei Farben gereicht anstatt drei.
00:11:58: aber sie liebt das und sie trägt das wirklich mit großer Freude.
00:12:02: Frauen in diesem Alter, also meine Mutter wird jetzt dieses Jahr Achtzig.
00:12:05: Der Kleidungsstil hat sich ja komplett geändert.
00:12:08: Also eine Frau mit Achtzig hatte lässige Jeans an, hatten einen Sneaker an, hat ne coole Bluse an oder ein schönes Sweatshirt und das wäre früher undenkbar gewesen.
00:12:16: Eine Frau mit achtzig hat nen Rock angehabt oder nen Pullover... Gernso
00:12:20: Oliw-Töne oder
00:12:21: Hauttöne?
00:12:21: Ja, Kedigen und alles ein bisschen.
00:12:23: Und bloß
00:12:23: nicht auffallen.
00:12:24: Genau.
00:12:24: Und heute hat die Mutter das gleiche Anteil weiß ich wie die Tochter.
00:12:27: Ja
00:12:27: genau!
00:12:28: Das stimmt.
00:12:29: Und deine Mutter Warst du dann so der Kronprinz zu Hause, weil du bist ein Einzelkind?
00:12:34: Es gibt ja nur dich.
00:12:35: Und deine Mutter war wahrscheinlich total fokussiert auf dich, oder?
00:12:39: Ich glaube das ist für mich eher schwierig.
00:12:41: Ich war immer derjenige, der beobachtet wurde weil es gab ja abends wenn man zum Beispiel in mein Vater nach Hause kam gab's immer beim Abendessen diesen Report Wie war der Tag?
00:12:49: wie war sie in der Schule?
00:12:51: Wie war die Schularbeit?
00:12:52: und ich hätte mir immer gewünscht dass jetzt noch fünf andere am Tisch Weil dann ist dieser Fokus nicht immer auf dir und ich hatte immer das Gefühl ich muss er abliefern Hatte immer das gefühl ich werde beobachtet ich muss ein bisschen wie so einen Report machen über mein Leben Und deswegen liebe ich es heute, wenn viele Menschen am Tisch sind.
00:13:07: oder von meinem jetzigen Mann hat vier Geschwister.
00:13:10: Ich finde das toll.
00:13:11: da ist was los, da sind die Kinder der Kinder da und da ist einfach Action!
00:13:15: Ich fand es sehr belastend immer nur der Einzige zu sein.
00:13:18: Und
00:13:18: war es dann, Vater war Bankaufmann.
00:13:20: Der kam dann wahrscheinlich im Anzug nach Hause mit Krawatte?
00:13:22: Ja der war relativ cool eigentlich.
00:13:24: Hatte auch immer Marine an weißes Hemd.
00:13:27: War also eigentlich kein spießiger Banker.
00:13:29: Also nicht so diese Krawatten-Variante.
00:13:31: zu offiziellen Dingen ja aber er war immer sehr lässig.
00:13:34: Dunkelblaue Polos... Also der hatte eigentlich diesen typischen Giorgio Armani
00:13:38: Stil.
00:13:39: Wenn du jetzt die Augen schließt und mal zurück denkst was ist denn das für ein Gefühl was sich dann in dir breit macht?
00:13:43: oder vielleicht auch einen Duft deiner Kindheit?
00:13:45: Es ein wohliges Gefühl.
00:13:47: Ich bin wahnsinnig behütet aufgewachsen mit ganz vielen Werten, ja und diese Werte sind glaube ich bis heute auch noch ganz wichtig.
00:13:53: also dass man einfach wirklich so Dinge hat wie das man wirklich mit beiden Beinen auf dem Boden steht, dass man das Ganze lieber reduzierter machen soll nicht so nach außen, dass wir zurückgenommen ist bin ich ja derjenige, der seit zehn Jahren immer noch den gleichen Mini fährt.
00:14:09: Weil ich immer denke wenn ich so ein anderes Auto fahre dann denke ich muss an die Kindheit bloß nicht auffallen.
00:14:13: Also lieber so ein bisschen unter dem Radar zu sein und unbeobachtet zu sein.
00:14:19: Ich liebe es natürlich auch zurückgezogen zu leben.
00:14:22: Ja einfach dieses ist ein bisschen unbeobertet sein.
00:14:25: Du bist international erfolgreich, du warst schon ganz viel auf der Welt unterwegs.
00:14:28: Dein Dialekt hast aber nicht abgelegt.
00:14:30: Ich
00:14:30: bin müh mich immer hochdurch zu sprechen.
00:14:35: Aber dieser kleine Sing-Sang ist nach wie vor natürlich noch im Wortschatz.
00:14:41: Wenn du nach Hause kommst zu deinen Eltern redest du anders oder?
00:14:44: Genau dann wird es natürlich wesentlich weicher mit viel mehr Dialekt.
00:14:48: ich hatte ja am Sonntag in meiner Sendung als VIP Gast eine Freundin, die mich seit über dreißig Jahren begleitet.
00:14:55: Die natürlich totale Schwäbin ist und es war unglaublich schwierig für beide nicht in dieses schwäbische verfallen.
00:15:01: An einem gewissen Zeitpunkt haben wir gesagt jetzt blenden wir irgendwann einen Untertitel ein.
00:15:05: das ist die Zuschauer noch verstehen aber man fällt dann immer zurück aber man soll sich ja auch nicht dafür schämen.
00:15:10: Das gehört zu mir natürlich.
00:15:14: Und Dialekt ist auf jeden Fall ein Teil deiner Persönlichkeit?
00:15:17: Richtig!
00:15:18: Ja, und wenn du von deiner Mutter den Stil gelernt hast oder diese klassische Art sich zu kleiden.
00:15:25: Was hast du dann von deinem Vater gelernt im Umgang mit Geld?
00:15:28: Also ich glaube dieses extrem gute Wirtschaften was ich hatte bis zum heutigen Tag geschäftlich gesehen oder privat gesehen noch nie in Kredit Ja, also für mich war immer ganz wichtig.
00:15:39: Die Firma muss sich selbst tragen.
00:15:41: die Firma wird nur bewirtschaftet in Anführungszeichen aus den Ergebnissen aus dem Vorjahr und es war für mich ganz ganz schwierig irgendwann zu sagen für eine größere Investition ich brauche eine gewisse Unterstützung weil wir haben die Firma alleine geführt.
00:15:55: Wir hatten noch nie einen Teilhaber.
00:15:56: Wir haben alle Entscheidungen selber getroffen, natürlich auch alle Risiken selber
00:15:59: getragen.".
00:16:00: Wie
00:16:00: gesagt man zu deinem Mann?
00:16:01: Genau mein Mann und ich.
00:16:02: Und als er dann vor fünf Jahren sich entschieden hat also wie Stefan Schraut quasi transformiert haben zur QVC, hat er gesagt so wir haben jetzt zwanzig Jahre lang das Kind großgezogen.
00:16:13: Qvc ist was Neues und das machst du erstmal schön alleine.
00:16:17: Und das war für mich eigentlich ganz spannend, weil ich gesagt habe es gibt was wo ich sage verdiene mir noch ein kleines Taschengeld.
00:16:22: Ich kann nur nicht aufhören und das könnte vielleicht etwas größer werden.
00:16:26: und dann ist es eigentlich in diese Situation gekommen dass ab dem zweiten Jahr waren wir bis zum heutigen Tag mit Abstand die größte Marke bei QVC und ich meine da sind ja Marken dabei wie Dyson oder Lindschokolade.
00:16:39: die gibt's schon seit über zwanzig Jahren.
00:16:40: Das sind ja Weltunternehmen und wir haben es geschafft wirklich die Nummer eins zu werden.
00:16:46: stolz drauf, aber ich glaube da haben wir natürlich auch meine ganzen Wurzeln geholfen.
00:16:50: Dieses Gradlinie, dieses fokussierte, dieses ruhige und auch immer dieses Ziel im Fokus zu haben – Ich wollte das!
00:16:57: Ich wollte die Größe Marke dort werden.
00:16:59: Ich wollte mit Abstand der größten in seinem
00:17:02: Unternehmen.".
00:17:03: Aber das lässt sich jetzt nicht stillstehen, sondern das motiviert dich jetzt erst recht weit.
00:17:06: Es motiviert mich und es motiviert auch mich da eingehen weil wir nächstes Jahr im Jube-Leben haben der Marke und da passiert natürlich unglaublich viel.
00:17:17: also gibt's super viele Projekte, spannende Kooperationen und das gibt ein Jahr wo wir noch mal richtig auftreten nächstes jahr.
00:17:23: Was braucht die Frau hier zum Kleiderschrank im Winter oder im Herbstwinter?
00:17:26: was kommt welche Farben?
00:17:27: Also sie braucht alles wo sie sich gut fühlt.
00:17:29: Man kann nie genug von allem haben?
00:17:31: Absolut,
00:17:31: weil ich finde dieses Modediktat was wir manchmal auch vorleben oder diesen Stil oder diese ganzen Trends es gibt ganz viele Menschen die kleiden sich extrem nur nach diesem Trend und folgen irgendwie diesen Trend und teilweise haben Sie gar kein Selbstbewusstsein weil sie unsicher sind was sie anhaben.
00:17:45: aber ich würde sagen für den Herbst die Farbe kommt wieder Die Farben werden aber ruhiger während Gedeckter sind auch wahnsinnig viel braun Töne dabei und ganz stark alle dunkelblau Varianten.
00:17:54: also so Marine mit Braun ist ja immer eine schicke Kombination.
00:17:57: Es wird schicker, es wird angezogener weil man merkt ja auch bei den High Fashion Marken dieses Plakative das Logomäßige ist alles weg.
00:18:05: die großen Gewinner sind natürlich die teuren Luxusmarken ohne Logo also die ganzen Zehnjahres Cuccinellis Loro Piana Alles was irgendwie reduzierter ist sind natürlich Die Gewinner.
00:18:15: wenn sie bei mir auf eine Tür nahm ich finde das schön und ich
00:18:17: find's auch Schick.
00:18:18: die Wächse in diese Logos
00:18:19: absolut und man weiß selber.
00:18:21: also Ich würde immer dazu raten Lieber weniger zu kaufen und in wirklich ein gutes Teil zu investieren.
00:18:27: Und einfach Dinge viele Jahre zu tragen, richtige Lieblingsteile zu haben im Schrank ist für mich immer das Schönste.
00:18:32: Klassiker
00:18:33: auch!
00:18:34: Wo kaufst du denn einen?
00:18:36: Ich bin ein Shopper der überall shopt... Ist doch mal
00:18:40: zu Sarah oder...?
00:18:41: Ich gehe wahnsinnig gerne zu Uniqlo.
00:18:43: Ja, ich kaufe zum Beispiel meine ganzen Kashmir Pullover bei Uniqlow die ich auch in der Sendung trage.
00:18:47: Die kosten neunneinzig Euro.
00:18:49: Das ist die beste Qualität!
00:18:50: Ist das schönste Dunkelblau.
00:18:52: Ihr könnt sie problemlos in der Maschine waschen und ich bin ja jemand der manchmal so einen kleinen JoJo-Effekt hat mit dem Gewicht.
00:18:57: dann kaufe ich das Ganze entweder in Small, in Medium oder in Large und dann kann ich jedes mal schauen welchen Pullover ich anziehe.
00:19:04: Wo kommt Nisheva dir mit dem Gewicht?
00:19:05: Du ist gern süßamer, wissen wir beide.
00:19:07: Aber du hast jetzt die Ernährung ja umgestellt auch aus Liebe oder?
00:19:10: Aus Liebe also.
00:19:11: ich bin seit drei Wochen quasi auf einer ayurvedischen Ernährungen sozusagen.
00:19:16: das heißt es gibt kein Fleisch mehr nicht liebefleisch Es gibt keinen Zucker mehr.
00:19:20: Ich bin absoluter Zuckercunkey.
00:19:22: Es gibt kein Brot mehr Es gibt keine Milch mehr Und es gibt natürlich auch kein Obst mehr und ich liebe Obst.
00:19:27: Also mein Tag besteht natürlich auch aus vier Obst Und es gibt aber wirklich ganz viele Möglichkeiten, das alles zu ersetzen.
00:19:34: Also das Obst kannst du weiterhin essen.
00:19:36: Es sollte natürlich nur nicht mehr roh sein, sondern er sollte gekocht sein.
00:19:40: Du kannst Geflügel essen und Fisch essen.
00:19:42: Ich habe in zwei Wochen vier Kilo abgenommen.
00:19:44: Ich bekomme Komplimente von meinen Mitarbeitern und ich wäre angeblich viel ruhiger geworden.
00:19:48: Meine Haut wäre
00:19:49: besser... Der Zuckerbruch
00:19:50: natürlich auch!
00:19:50: Ich glaube
00:19:51: wir beide essen sehr viel Zucker jeden Tag und ich nehme's mir vor, aber schaffs so zwei Tage.
00:19:56: Ich glaube,
00:19:56: wenn ich es nicht aus Liebe gemacht hätte, hätte ich das auch nicht geschafft.
00:19:59: Das ist die beste Motivation aus Liebe auf irgendwas zu verzichten?
00:20:02: Aber Zucker pusht klar!
00:20:04: Zucker puscht und die ganze süßige Tränke natürlich.
00:20:06: Ich liebe
00:20:07: Cola, ich liebe Spätzig, liebe Fruchtzefte... Jetzt trinken
00:20:11: Sie Tee und Wasser oder?
00:20:12: Absolut Seit dieser Zeit.
00:20:14: Und es ist ein verdammt gutes Gefühl, ich schlaf extrem gut was ich früher auch nicht hatte.
00:20:19: also selbst in den größten Stressphasen schlafe ich gut Ich fühle mich relativ entspannt und ich habe eine unfassbare Energie!
00:20:25: Ich hatte aber auch ehrlich gesagt keine Entzugserscheinungen.
00:20:28: Also viele wenn sie ja... ich hab nie Kaffee getrunken Aber wenn sie natürlich Süßes weglassen die ersten zwei Tage mit Kopfschmerzen Du wirst unruhig du bist schlecht gelaunt.
00:20:37: Ich hatte ja die Phase schon mal, hab's nicht durchgehalten.
00:20:39: Aber jetzt stellt sich auch ganz gut ein.
00:20:41: Also ich habe auch nicht das Gefühl dass ich das brauche momentan.
00:20:44: Du machst es aus Liebe zu deinem Mann, so Thomas?
00:20:46: Weil der Thomas hat eine Diagnose bekommen, die nicht schön ist, er hat Krebs und hatte ja erst Leukämie...
00:20:53: Genau!
00:20:54: ...und dann war auch Speischdosen.
00:20:55: Ja
00:20:55: also er hatte zweimal Leukemie Also die Leukämie, man sagte immer nach der Leukemie.
00:21:01: im fünften Jahr hat man es geschafft.
00:21:03: Im fünfen Jahr kam quasi die zweite Diagnose.
00:21:05: Es ist nochmal Leukemie.
00:21:06: also wir hatten insgesamt zehn Jahre mit der Leukemie zu kämpfen.
00:21:14: Die erste Leukémie wurde behandelt mit drei großen Keulen sozusagen diese ganz heftigen Chemotherapien und die zweite große Leukemi-Phase hatte über achtzig Chemotherapiene bekommen.
00:21:26: Es gab damals eine neue Variante Arsene-Therapie, also diese Gifttherapie.
00:21:29: Das heißt dreißig Tage Gift, dreißige Tage Ruhe und wir haben eigentlich gedacht das war es fürs Leben sozusagen.
00:21:35: Und wir haben jetzt Ruhe.
00:21:36: dann kam ein Schlaganfall
00:21:37: dazu.
00:21:37: Er hat's
00:21:38: gut überstanden?
00:21:39: Ja er
00:21:40: hat's
00:21:40: überlebt.
00:21:41: Dann kam vor anderthalb Jahren einen Schlagan Fall dazu.
00:21:44: Den hatte auch gut überlebert.
00:21:45: Also zu neunneinzig Prozent wurde das wieder geheilt sozusagen wirklich durch tolle Ärzte.
00:21:52: Der Schlaganfall ist in Venedig passiert, das ist auch nicht unbedingt die einfachste Stadt für den Schlaganfall.
00:21:57: Hat er dazu zweit?
00:21:57: Wir
00:21:58: waren zu zweit und im Prinzip aus dem Nichts ja auch nicht nachvollziehbar.
00:22:03: Die erste Versorgung hat funktioniert.
00:22:05: man sagte immer dass muss relativ schnell gehen weil ansonsten gibt es die Folgeschäden.
00:22:09: ich habe ihn dann nach Düsseldorf fliegen lassen und drei Monate später war er fast wieder der Alte.
00:22:15: und dann kam eigentlich sechs Wochen später die Hiobsbotschaft Bauchschweildrösenkrebs Bei einer Routine-Untersuchung war natürlich nicht geplant, gab auch keine Schmerzen oder Anzeichen.
00:22:25: Und das, glaube ich, war eigentlich die schockierendste Diagnose.
00:22:29: Die eher... aber ich würde eigentlich auch sagen wir weil man hatte immer das Gefühl man hat dasselbe auch und es war glaube ich die schmerzhafteste Diagnos und die härteste dies bisher gab in all diesen Jahren.
00:22:40: Warst du dabei?
00:22:41: Ich war dabei!
00:22:43: Es gab natürlich erst mal diesen Verdachtsmoment.
00:22:46: dann kommt natürlich der Moment, in dem die Tatsachen auf den Tisch liegen und es war ein riesengroßer Schock.
00:22:51: Weil man weiß natürlich nicht viel darüber aber man weiß von allen Krebsarten ist natürlich der Bauschwaldrösenkrebs der mit der geringsten Chance weise zu leben und die ist bei zehn Prozent und ich bin natürlich kein Zehn-Protenzenstyp.
00:23:08: Und wir waren hilflos, es kamen erneute Chemotherapien dazu um diesen Tumor einfach zu verkleinern.
00:23:16: Das haben wir in Bochum gemacht die uns damals geholfen haben.
00:23:19: und dann kam die Phase zu sagen was machen wir?
00:23:22: operieren wir ja oder nein?
00:23:24: Und der hat versucht mich da natürlich auch so ein bisschen mit ins Boot zu nehmen weil wenn du solange zusammen bist und das sind natürlich die Fragen die man immer dann zusammen löst und ich konnte ihm das allererste Mal im Leben die Frage nicht beantworten, weil ich fühlte mich so verantwortlich wenn es eine falsche Entscheidung ist.
00:23:38: Und wir haben dann einen wirkliche Korrifet aus Heidelberg kennengelernt den Professor Michalski und dieses Gespräch hat einfach dazu beigetragen dass er sagte Ich bin der Meinung es am besten sind wir operieren sie.
00:23:53: und es war Freitagmittag als wir dort waren und dann habe ich gesagt okay wenn wenn wir das machen wenn Thomas sich so entscheidet, dann würde ich sie einfach nur bitten.
00:24:01: Es sollte schnell gehen!
00:24:02: Weil wir wissen ja alle die Krankenhäuser es ist ja alles überlastet.
00:24:05: und dann sagt er am Freitagmittag okay Montagmorgen operiere ich ihn.
00:24:09: Und dann hatten wir drei Monate diese Phase in Heidelberg.
00:24:13: Ich war dann drei Monate in Heidlberg hab dort eingecheckt und war drei Monate ein Stück in Heideberg
00:24:17: Bei ihm in der Klinik.
00:24:18: oder hast du schon auch Arbeit?
00:24:19: Ich habe im Hotel gewohnt.
00:24:21: War aber dann vier Wochen auf der Intensivstation mit ihm dabei weil das ist ja wirklich enorm was nach diesen nach diesen Operationen passiert.
00:24:28: Also aus sechs Stunden Operation wird eine neunstündige Operation, verlierst riesig Blut es geht alles schief im Sinne von.
00:24:35: neue Erkenntnisse kommen während der OP und diese diese neuen Stunden warten die haben mich wahnsinnig gemacht.
00:24:41: Ja ist auch lang.
00:24:42: Du
00:24:43: wusstest ja nicht wie die OP ausgeht weil man ja nie aber so einer schweren Operation
00:24:47: und du versuchst dich selber in der Kontrolle zu halten.
00:24:50: ab Stunde sechs wirst du unruhig weil das kommt kein Anruf.
00:24:53: Und ich habe ja eigentlich immer in den Phasen, wenn ich unruhig werde oder wenn ich versuche mich zu beruhigen dann lauf' ich.
00:24:58: Ich bin eigentlich neun Stunden an diesem Tag nur gelaufen.
00:25:01: Also gejockt?
00:25:02: Nein,
00:25:02: in Heidelberg auf Bergab spazieren gegangen und hab irgendwie halb Heidelberger kundet aber dieses Laufen hat mich abgelenkt.
00:25:09: man sagt ja auch das habe ich damals so ein bisschen aus meinem Burnout gelernt.
00:25:14: Man sollte zum Beispiel laufen oder schwimmen
00:25:16: In der Natur sein, glaube ich hilft.
00:25:18: Wenn es dir auch gegen Depressionen sagt... Ja
00:25:20: und Sport!
00:25:21: Also eine Sport-Variante lenkt dich ab und bringt dich eigentlich ein bisschen wieder auf so einen normales Niveau.
00:25:28: Und dann hat die Opin natürlich funktioniert.
00:25:29: Wir waren wahnsinnig glücklich.
00:25:31: Man sieht ja natürlich...
00:25:32: Wie war der Moment als der Anruf kam?
00:25:34: Sie können jetzt kommen?
00:25:35: Wahnsinnig
00:25:35: befreien.
00:25:36: Ich glaub das war der größte Glücksmoment.
00:25:38: Du bist natürlich unglaublich spare stark für deinen Partner und versuchst immer die Fassung zu warnen Die Haltung zu warn'n.
00:25:43: wir sind irgendwie auch so erzogen dass man dass man stark sein muss für den anderen, aber da fallen natürlich in dem Moment wirklich alle Mauern, die man um sich gebaut hat.
00:25:54: Es ist natürlich der schönste im Moment.
00:25:56: Man weiß aber trotzdem, man hat ganz viel noch vor sich weil der Körper hat natürlich in diesen Monaten abgebaut.
00:26:00: er musste wieder laufen lernen atmen lernen essen lernen hat bis heute zwanzig Kilo abgenommen und es ist wahnsinnig schwierig also einfach dieses neue Leben zu akzeptieren.
00:26:11: bedenken immer wir waren relativ gut auf dem Boden und haben eigentlich bodenständig gelebt.
00:26:17: Und trotzdem erdet es nochmal, weil ich glaube das war die härteste Phase im Leben durch die wir geschritten sind und deswegen weiß glaube ich noch mal die größte Bewährungsprobe für alles, für die Beziehung, für... Für die Firma, für das ganze Leben ist relativiert einfach nochmal nach all diesen Schicksalsschlägen unglaublich viel!
00:26:35: Wir haben ja alle das gleiche Leben, das kennst du ja auch.
00:26:38: Das Licht geht an Die Kamera geht an der Fernsehsender geht an, wir müssen performen.
00:26:43: Wir wollen auch natürlich nicht so viele Menschen teilhaben lassen aber ich bin einfach wirklich dankbar dass es in Deutschland passiert ist.
00:26:49: Ich finde wir haben fantastische Kliniken.
00:26:51: Wir hatten unfassbare Ärzteteams.
00:26:54: also an dieser Stelle kann ich immer nur noch mal sagen diese ganzen Menschen die arbeiten in diesen Berufen die teilweise auch viel zu schlecht bezahlt sind.
00:27:01: Die leisten wirklich Unfassbares!
00:27:04: Also ich bin da so unfassbar dankbar weil in dieser hilflosen Situation natürlich unglaublich geholfen.
00:27:10: Und dann hast du die Parallelwelt, weil gleichzeitig hast du ja die Fashion-Welt.
00:27:13: Also musst du für zwei Tage... Genau ich musste einmal für zwei Tag zurück und musste vor die Kamera und habe dann im Prinzip vierundzwanzig Stunden vor der Kamera einmal performt neun Live-Stunden.
00:27:25: Das war auf der anderen Seite aber auch gut, weil du performst und schaltest komplett ab!
00:27:30: Weil wenn wir vor der Kamera sind, wissen wie wir reagieren.
00:27:34: Und du hast einmal für vierundzwanzig Stunden alles ausgeblendet.
00:27:36: Du warst eigentlich in einer heilen Welt.
00:27:39: und dann kann man aber natürlich immer wieder so dieser Absturz, dass du sagst wow was ist wirklich die Realität?
00:27:45: Hier kämpfen wir gerade ums Leben und hier verkaufen wir gerade Zehntausende von Teilen an meinem Tag.
00:27:50: Aber wie verkraftet man das sich?
00:27:52: Man hadert man dann wieso immer ich also wieso wir?
00:27:55: weil ich mein zweimal Leukämie und dann noch Bauchspeicheltrüsenkrebs, glaubt ihr an Gott?
00:28:00: Also ich glaube extrem um Gott.
00:28:03: Ich hab auch gelernt mich abends zu bedanken.
00:28:07: Früher habe ich immer gesagt, ich hätte gern für den nächsten Tag, weiß nicht in der Schule schon, ich lass' mich eine gute Note schreiben... Das war immer so das Thema und irgendwann hat sich das gewendet.
00:28:16: also ich bedanke mich jeden Tag manchmal ganz kurz, manchmal ganz lang, manchmal über wichtige Dinge, manchmal kleine Dinge, aber ich glaube dieses Bedanken.
00:28:26: Ich gehe auch ganz viel in die Kirche ja weil das für mich auch so ein guter Moment ist um einfach nochmal diese Ruhe zu haben und einfach zu spüren du bist wie in einer Glasglocke Du sitzt da, du bist eigentlich ganz klein.
00:28:39: Und mir hilft es weil wenn wir nichts mehr haben woran wir glauben dann sind wir verloren.
00:28:44: und ich habe immer gewusst ihr schafft das.
00:28:46: also es gab sehr viele Freunde und sehr viele aus der Familie die gesagt haben dieses mal wird es eng.
00:28:52: Er hat auch von sich aus gesagt, ich weiß nicht ob ich das dieses Mal schaffe.
00:28:55: Das kannte ich nicht aus der Vergangenheit aber das war eigentlich das wo ich wusste wie ihr schaffen das und da bin ich bis heute noch von überzeugt weil es ist ja auch so wenn die OP überstanden ist sagt man es sind vielleicht noch drei oder fünf gute Jahre die man danach hat und ich bin einfach der Meinung dass wir viele viele viele jahre haben und wirklich nochmal ganz vieles nachholen was wir verpasst haben.
00:29:18: Wann waren die OP der tag?
00:29:21: Das kann ich dir nicht auswendig sagen.
00:29:22: Ich habe ganz viel plus-minus vor einem Jahr
00:29:25: und...
00:29:26: Wie geht
00:29:26: es dem Thomas jetzt?
00:29:27: Es geht ihm sehr gut, also in einer sehr guten Erholungsweise.
00:29:31: die ayurvedische Umstellung war für ihn wirklich ein Zauber für den Körper.
00:29:36: Hätte ich nie gedacht, dass es jetzt wirklich das allererste Mal ist.
00:29:39: Weil die Schulmedizin sagt sie können so viel essen wie Sie möchten und sollen so viel Essen als Sie möchten.
00:29:44: Und die ayurvedische Medizin sagt wir müssen erst mal diesen Darm wieder in Ordnung bringen weil aufgrund der OP wird er relativ viel entfernt.
00:29:51: Das ändert sich viel und man muss einfach versuchen die Kraft innen wieder zu schöpfen.
00:29:56: Der guten Ayurveda ist ja auch also alles warm.
00:30:00: Es ist einfacher zu verdauen.
00:30:01: Wir
00:30:01: fangen morgens an mit einem gewissen warmem Wasser, dann ein Tee oder ein Porridge oder einen Brei.
00:30:06: Also alles ist warm und früher habe ich ganz gerne auch mal eine kalte Cola morgens getrunken.
00:30:10: Ja gesund Steffen!
00:30:12: Oder Süßigkeiten oder ein Stück Kuchen... Ich hab
00:30:15: Tage der Essig um zehn schon die ersten Schokoriegel oder Haribo.
00:30:19: Ganz schlimm Also das geht gar nicht, ne?
00:30:22: Aber es gibt Tage.
00:30:23: Gerade wenn die Nerven so ein bisschen angespannt sind ist es natürlich immer auch...
00:30:26: Wenn schon acht Sachen schiefgegangen sind an dem Morgen dann denke ich irgendwann so und jetzt wo bitte ist der Zucker?
00:30:31: aber das ist ja quatsch weil Zucker bringt ja nicht löst ja keine Probleme.
00:30:34: Absolut!
00:30:35: Wobei
00:30:35: ich habe so einen Schilder steht drauf Zucker löst keine Probleme aber es tut den Apfel ja auch nicht.
00:30:39: also
00:30:40: Und wir halten's vielleicht malen Tag durch und dann kommt natürlich wieder die Gewohnheit
00:30:44: Aber du ziehst es durch jetzt?
00:30:45: Ich
00:30:45: zieh's durch, ja.
00:30:46: Auch nicht heimlich wenn du nicht zu Hause bist...
00:30:48: Also
00:30:49: heute
00:30:50: habe ich bei meinem Team gesagt dass es beim Hotel so unfassbar leckere Gummibärchen gibt und hab die Packung dann verschenkt.
00:30:56: und einer der beiden hat gesagt wir machen die Packungen jetzt auf.
00:31:00: und da habe ich gesagt ein einziges nehme ich und das habe ich mir wirklich auf die Zunge gelegt ist war lecker.
00:31:05: aber im Nachhinein habe ich gedacht ich brauch gar nichts.
00:31:07: Das ist das, wir denken ganz oft.
00:31:09: Wir brauchen Dinge, brauchen sie gar
00:31:11: nicht.
00:31:11: so eine Art Verlohnung
00:31:12: absolut.
00:31:13: aber ihr habt ihr seid jetzt seit vier drei Jahren zusammen Aber ihr habt letztes Jahr erst geheirat nach dem frank eben diese Diagnose bekommen.
00:31:19: genau das
00:31:20: war dann für euch nochmal ein Wunsch.
00:31:22: Wir wollen es jetzt noch mal festigen noch offizieller machen.
00:31:24: Es war
00:31:25: eigentlich so am freitagmorgen kam die Diagnos und Thomas sagte dann am freitägmittag zu mir weißt du was?
00:31:31: wenn das alles vorbei ist Dann heiraten wir.
00:31:35: Und wir wollten ja eigentlich schon mal heiraten vor Corona und dann hatten wir ja die Ringe schon gekauft, aber Corona hat das alles durcheinander gebracht.
00:31:42: Die Ringe lagen eigentlich immer schon zu Hause.
00:31:44: Dann bin ich am Freitagmittag, bin ich zum Standes angefahren... ...und ich rede ja manchmal so ein bisschen mit den Engeln.
00:31:50: Also ich sag Parkplatz England schickt mir einen Parkplatz!
00:31:52: Und dann kommt der Parkplatz.
00:31:54: Ich sagt was weiß ich?
00:31:56: Sendungsengel lass mich eine Wahnsinnsendung machen.
00:31:59: Dann hab' ich ne Wahnsinsendung.
00:32:01: Standesamt Engel schicken mir irgendjemand, der hier was zu sagen hat.
00:32:04: Und ich bin Freitag Mittag um sechzehn Uhr.
00:32:06: ein Standesamter ist natürlich in Düsseldorf und da ist natürlich nicht mehr viel los.
00:32:11: Da kam ja ein älterer Herr auf die Treppe entgegen und ich war wirklich nervlich ein bisschen angespannt.
00:32:16: Da habe ich gesagt kann ich Ihnen helfen?
00:32:18: Dann fing ich schon an zu weinen und hab gesagt so und so ist die Situation.
00:32:20: Ja kommen Sie mal mit in meinen Büro!
00:32:22: Und habe ich gesagt, mein damerlicher Freund wird am Montag verlegt und wir würden das irgendwie gerne machen.
00:32:30: Aber ich weiß es ist unmöglich sie müssen ein Aufgebot machen usw.
00:32:33: Hätte gesagt, wir sind ja was?
00:32:35: Ich helfe Ihnen!
00:32:35: Es gibt eine Notheirat und natürlich ist jetzt Wochenende und ich bin aber befugt das zu machen und ich würde meinen Wochenende opfern.
00:32:43: Ich komme morgen früh zu ihnen ins Krankenhaus.
00:32:47: Dann habe ich gesagt, das ist ja Wahnsinn.
00:32:48: Und dann habe ich gedacht okay, da muss ich ihm das nicht sagen weil... Ich würde natürlich davon ausgehen wenn wir da stehen und ich stehe mit den Ringen da dass er ja sagt.
00:32:57: Er rief mich dann um neununddreißig verabredet im Krankenhaus.
00:33:01: Um neun Uhr kam der Anruf zu Hause und mein heutiger Mann hat gesagt du brauchst gar nicht kommen!
00:33:07: Ich hab seit einer Stunde den Krankenhausvirus.
00:33:09: Und dann habe ich gedacht, was mache ich?
00:33:13: Dann bin ich trotzdem ins Krankenhaus und hab den Lettenherren vom Standesamt getroffen.
00:33:17: Ich habe gesagt, die Situation hat sich ein bisschen verschärft.
00:33:20: Wir können es problemlos machen wenn wir alle Schutzanzüge tragen aber ich muss das natürlich Ihnen überlassen, ob wir das machen.
00:33:25: Der hatte sich übrigens einen extra neuen Anzug noch organisiert also ein ganz wunderbarer Mensch.
00:33:30: mit dem habe ich euch noch Kontakt und da hätte er gesagt, wir machen das!
00:33:36: Dann haben wir beide Schutzanzügen eingezogen.
00:33:39: Dann kam er natürlich zu zweit in diesen Raum.
00:33:41: Thomas war der einzige, der ... Er wusste nichts!
00:33:42: Der wusste nicht, aber der musste ja Gott sei Dank keinen tragen und hab gesagt jetzt ist es der Zeitpunkt weil du hast gestern gesagt, du wirst mich eigentlich gerne heiraten wenn das vorbei ist.
00:33:50: Und für mich ist das eigentlich schon vorbei, weil wir das schaffen und wir heiraten jetzt.
00:33:54: Das ist der Standesbeamte.
00:33:56: Da durften auch keine Schwestern, keine Freunde, niemand durfte dabei sein und es war echt ein ergreifender Moment.
00:34:03: Weil man überlegt sich immer Wie man das inszeniert, ob man es mit der Bildzeitung macht oder ob man das groß macht.
00:34:10: Mein Wunsch war ja meine Mutter sagte irgendwann mal in der Phase Als die Homosexualität zur Sprache kam, als sie sagt, wenn ihr irgendein heiratet.
00:34:18: Es muss ja niemand wissen!
00:34:19: Man kann das ja ganz klein machen.
00:34:21: und dann habe ich gesagt Und wenn?
00:34:22: Dann machen wir es riesig Ja... Ich hatte immer einen Wunsch, ich hab gesagt Wenn wieder kommt Diana Ross zu Hochzeit oder ich wollte das riesig machen mit allen Freunden und einfach so alle Glücksgefühle an dem Tag zelebrieren.
00:34:34: Und plötzlich ist die Situation anders.
00:34:38: Da
00:34:38: war es der Schutz an Zug im Krankenhaus und der Moment, glaube ich, war genauso unfassbar schön wie eine Party!
00:34:45: Der war genau so unfassbare glücklich machend und er war ohne Inszenierung aber hat das auf den Punkt gebracht was man sich verspricht in guten Zeiten wie schlechten Zeiten... ...und er war wirklich extrem ergreifend.
00:34:57: Wer hat am meisten geweint?
00:34:58: Ich glaub wir beide.
00:34:59: Also der Standesbeamte hat dann Fotos gemacht und wir stehen da mit dem Ring.
00:35:04: Und wenn man sich die Fotos anschaut, das ist eigentlich wie aus so einem Future-Film.
00:35:08: Weißt du wo irgendwie eine solche ausbricht oder irgendwie ein Virus ausbrennt?
00:35:12: Das ist schon speziell!
00:35:14: Weil wir Kreativen oder Menschen, die irgendwie mit schönen Geist sind oder mit schön Dingen zu tun haben... Wir stellen uns das ja alles vor.
00:35:21: Ja, wie die Stoffe sind.
00:35:23: Was man anzieht?
00:35:24: Wie die Blumendekoration ist alles was man im Kopf so durchgeht oder was man aufgeschnappt hat.
00:35:28: und schlussendlich war es irgendwie ein minzig kleines Zimmer und
00:35:33: der Schutzanzug
00:35:34: Und zwar der Schutzanzug.
00:35:35: Hat er dein Gesicht bedeckt?
00:35:36: ja auch
00:35:37: also man sieht nur die Augen und natürlich mit Maske oben drüber noch eine Maske und Der einzige der kein Schutzanzugs hatte waren natürlich eher aber wir anderen beiden waren natürlich komplett geschützt.
00:35:49: Das heißt, deine Eltern wussten das dann auch nicht?
00:35:51: Die haben
00:35:52: es hinterherster fahren.
00:35:53: Wie war die Reaktion?
00:35:54: Haben sich wahnsinnig gefreut!
00:35:55: Ich glaube er ist auch noch mal eine andere Reaktione gewesen als wenn's in der Hochzeit gewesen wäre mit dieser Planung und kommt Presse und macht man es offiziell selbst.
00:36:04: Wenn man es nicht offiziell gemacht hätte, hätte ja trotzdem irgendwann die Presse gefragt und somit wars für alle irgendwie schade dass sie nicht dabei waren.
00:36:12: aber wir haben gesagt wir holen das alles nach.
00:36:14: Wollt ihr fragen was macht ihr da nochmal irgendwann?
00:36:17: Wenn ganz groß Und du kriegst es exklusiv.
00:36:20: Danke, danke!
00:36:21: Nein aber für euch also dafür dieses Fest einfach nochmal machen und das Leben feiern.
00:36:25: Mit
00:36:25: allem was dazugehört mit Musik, mit Blumen, mit Freunden, mit Spaß... Ja wo man diesen Tag plant?
00:36:33: ich stelle mir das immer so ein bisschen vor wie eine Frau die irgendwie keine normale Geburt hat wo sie sagt sie kann das alles durchleben und diese ganzen Phasen und man freut sich drauf und dann gibt's irgendwie ne Frühgeburt und alles ist ihr genommen.
00:36:46: Und deswegen, man hatte so eine Hochzeit immer schon ein bisschen bildlich im Kopf.
00:36:49: Man hatte so ne Idee und hat so viel Wünsche.
00:36:51: Man ist schon in der Gästeliste durchgegangen und das Leben hat man seine eigenen Gesetze.
00:36:56: Lähne machen aber es passiert halt ganz vieles und dann ist der Plan hinfällig.
00:36:59: Das ist normaler Leben.
00:37:02: Aber diese große Liebe die ihr habt füreinander also muss ja eine bedingungslose Liebe sein.
00:37:07: Es ist
00:37:08: eine bedingungslose Liebe, aber wie in jeder normalen Beziehung oder Ehe gibt es immer einen up und down.
00:37:14: Man hat vielleicht auch mal vergessen, wie toll der andere ist?
00:37:17: Man hat auch gedacht man muss sich zwischendurch mal anders umorientieren.
00:37:21: Ich glaube wir machen alle Fehler Aber schlussendlich ist das ganz wichtig Wie man sich trotzdem dann langfristig entscheidet.
00:37:28: Also ich glaube keiner kann den ersten Stein werfen.
00:37:31: Ich war, was weiß ich, vierunddreißig Jahre treu oder ich habe vierund dreißig jahre.
00:37:35: Wir waren nur im Glück.
00:37:36: Das sind immer glaube ich so eine Generation wenn einer der beiden stirbt und die waren fünfzig Jahre zusammen sagen beide werden immer nur wir waren immer nur glücklich.
00:37:43: Wir hatten immer nur ne Ehe.
00:37:45: das gibt es nicht.
00:37:46: ja.
00:37:46: und dass das sieht man im Umfeld dem Freundeskreis da sieht man bei den Eltern.
00:37:50: Da sieht man an einem gelebten Leben und ich glaube ich hab wirklich einen ein tolles gelebtes Leben.
00:37:56: Deswegen vermisse ich eigentlich jetzt in dieser Situation, also wir waren bis vor vierzehn Monaten überhaupt keinen Tag im Urlaub.
00:38:03: Wir waren nicht unterwegs!
00:38:05: Wir waren eigentlich immer nur zwischen Heidelberg und Bochum, zwischen den Kliniken.
00:38:09: und ganz ehrlich habe so viel erlebt in meinem Leben.
00:38:11: Ich hab mich noch nie sowohl gefühlt in meinem Zuhause wie jetzt zu beschützt Auch in meiner Stadt, ich fühle mich einfach wohl.
00:38:19: Ich fühl mich wohl zu Hause und mit den ganz engen Freunden.
00:38:23: Weil auch da selektierst du noch mal das wahre Gesicht von Freunden wo du denkst wow plötzlich fragen sie gar nicht mehr wie geht es oder der eine oder andere ruft gar nicht an weil du natürlich nicht mehr in diesem großen anderen Leben teilnimmst.
00:38:36: Du bist nicht mehr so spannend, mit Krankheiten ist sowieso ein schwieriges Thema und der harte Kern der Freunde hat sich nochmal extrem selektiert.
00:38:44: Und das ist aber auch eine schöne Erfahrung.
00:38:46: ich versuch da immer das positive draus zu ziehen.
00:38:48: Wolltet ihr mal Kinder haben?
00:38:50: Hatte dir mal ne Phase?
00:38:51: Also für mich wären Kinder immer ein riesengroßes Thema gewesen.
00:38:54: Ich liebe Kinder!
00:38:56: Aber ich liebe auch die Reaktion von Kindern wenn sie mit mir zusammen sind.
00:39:00: also Wenn wir im Raum sind dann weiß ich nicht, bin ich immer wie so ein kleines Magnet.
00:39:04: Also Kinder kommen super gerne zu mir vielleicht weil ich mich mit denen auch so unterhalten kann dass sich für die irgendwie sofort auf einer Wellenlänge bin.
00:39:12: also die spielen mit mir auch so Kinder die sonst irgendwie so ein bisschen Berührungsängste haben.
00:39:17: diese sind relativ schnell bei mir und ich liebe es einfach Sachen mit Kindern zu machen mich zu beschäftigen dieses Kinderlachen zu hören und dieses dieses ja wenn Kind glücklich ist.
00:39:28: das ist für mich was ganz tolles.
00:39:29: jetzt muss ich ganz ehrlich sagen Ich gehe auf die Sechzig zu.
00:39:33: Ist es für
00:39:33: mich auch zu spät?
00:39:35: Ja, sechsundfünfzig.
00:39:36: Wir haben noch ein paar Jahre bis wir
00:39:38: sieben sind.
00:39:39: Aber das geht ganz schnell!
00:39:40: Das ist wirklich... Es geht
00:39:41: erschrecklich.
00:39:41: Also
00:39:41: dieses Jahr ist so schnell vergangen.
00:39:43: Jedes
00:39:43: Jahr denke ich das und dieses Jahr denke es ganz besonders.
00:39:45: Es war gestern noch heißt Silvester.
00:39:46: Absolut.
00:39:47: Es geht wirklich ganz schnell ja.
00:39:49: Und deswegen, ich glaube einfach es wäre jetzt auch alles zu anstrengend in dieser Phase.
00:39:54: Wir sind noch lange nicht durch wir haben einen weiten Weg vor uns.
00:39:56: Ich arbeite ja noch nebenher und das glaube ich würde nicht so passen momentan weil ich glaube ich werde dann auch gerne die hundertprozentige Aufmerksamkeit dem Kind geben, weil man ist unfassbar verantwortlich und man ist natürlich nicht nur in den ersten fünf Jahren.
00:40:11: Es ist ein großes Bekenntnis und ich weiß nicht ob ich da die nächsten, weiß ich nicht, fünfzehn, achtzehnt, zwanzig Jahre bis das Kind aus dem Grübsen raus ist, ob ich dann so bereit wäre nochmal von meiner Zeit alles
00:40:23: abzugeben.".
00:40:26: Als du, du kommst ja aus dem Schwäbischen.
00:40:29: Also alles ein bisschen konservativer vielleicht als jetzt vielleicht in Düsseldorf oder in New York oder sonst wo?
00:40:34: Du sagtest ja vorhin kleine Ort.
00:40:36: alle haben immer geguckt das ist der Juniorchef.
00:40:39: Wie schwer war es denn für dich zu sagen okay ich liebe Männer
00:40:42: Ganz schwer ganz schwer weil ich natürlich auch vom Typ her.
00:40:45: auch Ich war hier super wild Dadurch dass ich natürlich Zuhause so brav und so beobachtet wurde.
00:40:52: In dem Moment wenn ich unterwegs war War ich natürlich Wild.
00:40:56: Ich war wirklich, hab das geliebt auch Sachen zu machen die man vielleicht nicht machen sollte.
00:41:00: Dinge auszuprobieren.
00:41:01: ich war super neugierig und deswegen war für mich das eine Leben war ganz geordnet und das andere Leben waren experimentierfreudiges Leben.
00:41:09: Ich wollte raus!
00:41:10: Ich wollte die Welt sehen.
00:41:12: Ich war unfassbar neugirig.
00:41:15: Aber wer wusste es zuerst?
00:41:16: Wem hast du dich anvertraut?
00:41:17: als allererstes
00:41:18: Am Anfang wusste ist ehrlich gesagt niemand.
00:41:21: wir haben das zwei Jahre lang wirklich undercover gemacht wo
00:41:25: man sich auch dann erster Männlicher Partner.
00:41:27: Absolut!
00:41:28: Absolut.
00:41:28: Und das war komplett undercover, also wenn er mich besucht hat dann sind wir.
00:41:34: oder habe ich ihn am Flughafen abgeholt?
00:41:36: Wir sind aber nicht gleichzeitig ins gleiche Auto eingestiegen.
00:41:39: als wir in meine Wohnung sind ist der eine zuerst in die Wohnung Dann wird es ausgemacht im Treppenhaus und dann ist der andere hinterher.
00:41:46: Dann waren wir zwei Tage komplett in der Wohnung über das Wochenende.
00:41:49: Ich wollte einfach nicht gesehen werden.
00:41:52: Ich wollte nicht damit konfrontiert werden weil ich wusste natürlich nicht wie die Familie Und irgendwann ... Wie
00:42:00: war das für ein Tomlas?
00:42:02: Hatte der schon andere Beziehung vor.
00:42:04: Der wusste, wer war das schon klar und selbst ...
00:42:06: Ja, der eine Beziehungen zuvor und er hat einfach gesagt bei so was.
00:42:08: wenn in dem Moment da ist dann werden wir es zusammen meistern ja.
00:42:14: Dann gab's eigentlich die Situation an einem Abend.
00:42:16: Er war natürlich dann der beste Freund.
00:42:17: Wir waren zusammen im Urlaub, wir waren unterwegs und eines Abends als er abgereistes Mittags gab's dann abends das Tür klingeln an meiner Wohnung und meinem Motorstand vor der Tür.
00:42:29: Und er kam nach oben und hat gesagt, so jetzt muss ich was mit dir besprechen?
00:42:32: Ich glaube, ich habe das Gefühl dass du homosexuell bist!
00:42:37: Und ich hab mir immer geschworen wenn die Frage kommt, dass ich es leugne.
00:42:40: Ich hatte die besten Ausreden, ich wusste...ich wollte..ich hab mir überlegt was ich sage.
00:42:46: In dem Moment habe ich wirklich gesagt ja, das ist so.
00:42:49: Wie hat sie reagiert?
00:42:50: Er war toll, daß sie fragt.
00:42:51: Und dann hat sie zu mir gesagt Ja und hast Du einen
00:42:53: Freund?!
00:42:53: Und dann habe ich gedacht, wow ist ja so offensichtlich.
00:42:56: Ja, da habe ich gesagt, es gibt jemand hier und wer ist das?
00:42:59: Dann hab' ich gesagt er ist der Thomas!
00:43:02: Und dann hat sie gesagt, er ist doch dein bester Freund!
00:43:04: Und da habe sich dann was draus entwickelt... ...und dann kannte sie natürlich die Person.. ..und dann konnte sie auch entsprechend jetzt nicht so reagieren dass ihr über jemand Unbekanntes spricht sondern sie kannte die Person.
00:43:17: Und als ich sagte okay damit muss ich jetzt erstmal klarkommen.
00:43:19: Die lasse ich jetzt alleine.
00:43:21: wir sehen uns morgen in der Firma und dann ist sie nach Hause gefahren.
00:43:26: Und hat es dein Vater erzählt?
00:43:28: Ich wusste nicht, was auf mich zukommt aber am nächsten Morgen hat sie mich dann angerufen und gesagt wir treffen uns im Konferenzsaal Dann sind wir nach unten.
00:43:35: und da hat sie gesagt also ich möchte nicht dass das sein Vater weiß ich möchte nichts dass mein Bruder weiß ich will nicht dass es jemand in der Firma weiß Wir sollten erst mal gucken wie wird das irgendwie so alles regeln?
00:43:45: ich glaube das war auch die Hilflosigkeit ein bisschen man.
00:43:48: ich glaube Mütter die spüren das ich glaube sie wusste das immer.
00:43:52: Aber wenn die Tatsachen dann auf dem Tisch liegen, wird es ein bisschen schwieriger.
00:43:56: Und sie hatte natürlich auch Angst, dass das irgendwie die Runde macht und man redet da natürlich auch ein bisschen abwertend so wie man sagt irgendwie keine Ahnung.
00:44:05: Guck mal der ist schwul und was weiß ich?
00:44:08: Der hat eine dunkelhäutige Frau und guck mal hier der ist behindert.
00:44:11: alles was irgendwie so damals so ein bisschen so diese... Alles was von der Norm abgeweicht hatte oder was ein Kritikpunkt war Ich glaube davor hatte man ein bisschen Angst.
00:44:21: Normal
00:44:22: war es ein halbes Jahr später, weil sie hat es ein Halbisjahr lang meinem Vater nicht gesagt.
00:44:28: Und die hatte ein bisschen Probleme immer mit der Haut und ist dann einmal im Jahr ins Tote Meer gefahren.
00:44:35: Das war mein großer Zeitpunkt.
00:44:37: Ich habe gesagt so, sie fährt ans Tote Meer!
00:44:39: Mein Vater ist allein zu Hause und ich fahre nach Hause.
00:44:41: Dann bin ich Freitag Mittags nach Hause, hab gesagt, ich bleibe was Wochenende hier bis er ihr quasi in den Urlaub folgt oder das war ja kein Urlaub also... in diese Art Gesundheitsurlaub.
00:44:55: und dann hab ich Freitag Mittag gedacht, jetzt sage es ihm.
00:44:58: Und dann war das so nett beim Mittagessen.
00:45:00: und dann habe ich gedacht okay, ich sag's ihm zum Kaffee trinken.
00:45:02: Da hab ich gedacht die sagts ihm zum Abendessen und da kam mich ein bisschen Zeitnot weil der Tag wurde immer kürzer.
00:45:08: und dann wollte ich sie ihm eigentlich sagen kurz nach dem Abendessen, weißte was?
00:45:12: Ich bin so stolz auf dich!
00:45:15: Du bist so ein toller Sohn, du rauchst nicht.
00:45:16: Du trinkst nicht!
00:45:17: Du bist geschäftlich erfolgreich.
00:45:19: Du arbeitest so toll und du bist richtig anständig.
00:45:21: Ich bin so wahnsinnig glücklich dass wir so einen tolles Kind haben.
00:45:25: ja also alles wo ich gedacht habe oh je... Alles was ich ihm eigentlich sagen wollte wurde dadurch umso schwieriger.
00:45:30: und dann hab' ich gesagt oh ich glaube ich bin eigentlich nicht so ein tolles kind weil ich bin schwul.
00:45:36: Ja und wir hatten keine Ahnung weil es hat sich natürlich auch ein halbes Jahr lang aufgebaut über die Situation.
00:45:40: wie wird der Vater reagieren?
00:45:43: Und dann guckt er mich an Und dann war er still.
00:45:47: Ich weiß jetzt natürlich nicht, wie ich damit umgehen soll weil das hatte ich nicht vermutet und hat mich in den Arm genommen und gesagt aber weißt du was?
00:45:53: Du bist genau so toll!
00:45:55: Und ich werde da mit umgehen können und bin wahnsinnig stolz auf dich und wir kriegen auch das hin.
00:46:00: Dann hat er gesagt...und wieso will ich das jetzt deiner Mutter sagen?
00:46:03: Da habe ich gesagt die weiß es schon ein halbes Jahr Und das, glaube ich war für ihn das Unangenehmste an der Geschichte.
00:46:10: Weil meine Eltern sind heute jetzt über fünfzig Jahre verheiratet und die waren natürlich immer wie Paton-Patterchen.
00:46:17: Ich glaube es war für ihnen unfassbar schwierig...
00:46:21: ...weil sie
00:46:22: es ihm nicht erzählt hatte?
00:46:23: Das ist ja glaube ich das Intimste was man hat Familie.
00:46:28: Wo man das größte Vertrauen eigentlich im Partner findet und die größte Unterstützung.
00:46:33: Und sie hat sich das nicht getraut, also wegen Grund auch immer.
00:46:36: Sie hat irgendwie vermutet, dass er anders reagiert und hat gesagt, das wird ja wirklich spannend.
00:46:40: Du mir eingefallen, rufst die nicht an!
00:46:43: Wenn ich sie dann morgen sehe, werden wir das besprechen.
00:46:45: Dann haben die das besprochen natürlich auf eine gute Art und Weise.
00:46:49: aber glaube ich weiß auch nicht was es dir gesagt hat, aber ich glaube ihr wirst schon gesagt haben lasst uns das so bitte nicht nochmal machen denn wir gehören zusammen und wir schaffen alles.
00:46:59: Und das, glaube ich war auch immer so.
00:47:01: das große Thema.
00:47:02: Dass wir als Familie immer so zusammengehalten haben und immer gekämpft haben.
00:47:05: eigentlich war mein ganzes Leben immer ein Kampf.
00:47:07: Also meine Mutter war unfassbar krank, als ich Kind war und da gab es immer diese Verlustängste.
00:47:13: Und das hat sich eigentlich nochmal in meiner späteren Beziehung wiederholt.
00:47:18: Ich glaube, das war auch der Grund, warum ich das immer konnte dieses Kämpfen, dieses nicht aufgeben, diese Energie zu haben, diese Kraft zu haben und dieses Leben zu führen außerhalb jetzt der Kamera oder außerhalb von dieser fashion Glamour-Welt hier so buntes und so perfektes und so inszeniert ist So schönes.
00:47:37: Und die Krankheit ist ja eigentlich nicht unbedingt was Schönes.
00:47:39: Das heißt, diese Verlustung zieht sich durch dein Leben eigentlich?
00:47:42: Weil du hast natürlich auch Angst Thomas zu verlieren.
00:47:44: Immer!
00:47:44: Ja
00:47:45: Wenn ein Anruf kommt oder manchmal eine Situation ist, kriegst Du dann... also wie nimmst Du das
00:47:51: auf?
00:47:51: Die Situation waren da.
00:47:52: Also es gab ganz viele Situationen wo wir in den Notfallambulanz mussten.
00:47:56: Es gab die Situation Eine Woche nach der OP Wo wir gedacht haben Wir sind safe kamen nachts um zwei Uhr im Hotelzimmer der Anrufe aus der Klinik.
00:48:04: Sie müssen sofort in die Klinikum, er muss notoperiert werden sie müssen unterschreiben weil wir nicht sicher sind dass er es schafft.
00:48:11: und wo du denkst vor einer Woche hieß es ist alles in Ordnung.
00:48:14: dann bin ich nach zum Zwei.
00:48:16: wenn ich in die Uniklinik in Heidelberg gefahren und dann haben die gesagt tut uns wahnsinnig leid wir konnten sich nicht mehr unterschreifen lassen wir mussten ihn und ich glaube ich habe gefühlt zwanzig Minuten gebraucht.
00:48:26: ja und der hat gesagt tut mir Wahnsinnig Leid wir haben ihn schon in den OP geschoben Wir konnten nicht warten Sie konnten jetzt nicht unterschreiben.
00:48:33: So und haben sie operiert, sind alles funktioniert aber das kam permanent.
00:48:38: also deswegen ich glaube es kann gar nichts mehr kommen was mich persönlich irgendwie schockt.
00:48:43: oder man denkt immer man wird immer härter Man denkt immer es kann ein nichts mehr erschüttern man merkt dass einem trotzdem jedes mal des Neues erschüttert.
00:48:52: Aber man wird auch nicht gelassener.
00:48:55: aber Ich glaube wenn man wird einfach noch einmal stärker nochmal stärker
00:48:59: Ja gut, es wird schon auch einen Grund gehabt haben.
00:49:01: Also natürlich durch dein Job weil du nur gearbeitet hast aber dieser Burnout, das ist ja sicher auch... Da spielt ja ganz vieles rein, dass man ein Burn-Out hat.
00:49:10: Wir neigen natürlich dazu, dass wir auch in Stresssozationen immer weitermachen und wir hatten zwar ganz viele Möglichkeiten im Leben, viele Möglichkeiten die andere nicht haben.
00:49:18: Dass man sagt noch einen besseren Arzt, noch eine andere Chorifäe auszuprobieren, aber schlussendlich das Glück das Ganze zu überleben haben wir glaube ich trotzdem einfach nur dem lieben Gott zu verdanken, weil der ist derjenige, der entscheidet.
00:49:32: Also man kann sich das ein oder andere angenehmer machen im Leben und die eine oder andere Möglichkeit mehr haben.
00:49:37: Ja nach dem Schlaganfall konnte ich ihm mit dem Privatflieger nach Düsseldorf fliegen lassen, weil diese ganzen Versicherungen alle, die wir haben, haben mich alle in den Moment im Stich gelassen.
00:49:47: also egal ob es der ADAC war oder das Kreditkarteninstitut, alle haben gesagt ja wir brauchen erst noch ärztliche Hardschläge, wir brauchen diese, brauchen dass und ich habe gesagt nein!
00:49:55: Der muss morgen in die Stroke-Unit, in die Uniklinik und Düsseldorf.
00:50:00: Und wenn ihr das nicht macht ... Wenn ich mein letztes Hemd dafür geben würde, lasse ich morgen nach DüsselDorf
00:50:05: fliegen.".
00:50:06: Das hat dazu geführt, dass er zu neun, neunzig Prozent den Schlaganfall perfekt überstanden hat.
00:50:12: Wir haben ein bisschen mehr Möglichkeiten wie andere aber schlussendlich die Entscheidung über Leben und Tod weitermachen über Glück und Unglück, die trifft einen anderen.
00:50:21: Aber gibt es trotzdem Leichtigkeit in eurem Leben?
00:50:23: Ja, lachen!
00:50:24: Wenn einfach Lachen da ist, wenn Glücksmomente da sind.
00:50:28: Wenn schöne Dinge passieren, wenn schöne Situationen da sind... Letzte Woche war ich am Tegernsee und wir morgens zusammen in See schwimmen gehen.
00:50:39: Das ist ein ganz kleiner Moment der kostet nichts.
00:50:42: Ja das ist ein Moment der irgendwie so ganz pur ist.
00:50:45: Und wenn so einen Moment passiert und man lacht und wenn man dann auch sagt weißt du wo wir von einem halben Jahr waren?
00:50:50: Weißt du wie wir gekämpft haben?
00:50:52: und dann einfach mal lachen!
00:50:53: über Filme, über lustige Situationen.
00:50:55: Über Menschen die man rechts und links sieht... Ich finde Lachen ist total wichtig!
00:50:59: Und auch wirklich in ganz schlimmen Situationen versuchen zu lachen.
00:51:02: Das rettet uns manchmal so ein bisschen.
00:51:04: Guckt Thomas manchmal deine Sendung?
00:51:06: Ja Ja,
00:51:07: bestellen kann er ja
00:51:10: nichts.
00:51:10: Du machst ja nur Darm-Mode.
00:51:12: Du willst Frauen noch schöner machen.
00:51:14: zum Leuchtenbrech?
00:51:14: Ich liebe
00:51:15: es natürlich weil ich finde Frauen sind einfacher.
00:51:17: Frauen sind ein bisschen impulsiver im Kaufen und Frauen sind... Wollen
00:51:21: Frauen eigentlich auffallen oder wollen die gesehen werden mit Mode was glaubst du?
00:51:24: Ich glaube
00:51:25: beides!
00:51:26: Ich glaube wirklich beides.
00:51:27: und Frauen sind natürlich auch sehr emotional.
00:51:30: Deswegen kaufen sie ja auch emotional, deswegen sagt man ja auch in manchen Umfragen, Frauen haben mehr Fehlkäufe wie Männer weil sie emotionaler sind.
00:51:36: Ja das wissen wir glaub ich alle.
00:51:39: aber schlussendlich ist es so wenn eine Frau einen Look an hat indem sich sie wohl fühlt ihren look Egal ob der modisches oder nicht modisches und hat einfach ein gutes Gefühl, hat es einen ganz anderen Selbstbewuchs sein.
00:51:52: Dann ist sie vom Auftreten her dann egal wie hin Blick sie bekommt weil uns kann ja heute schon einen Blick verunsichern.
00:51:58: Oder wir selber schauen uns selber an aber wenn wir dann keinen Kompliment bekommen oder Wenn's dann irgendwie heißt oh das war auch eine mutige Farbe ist ja eine relative Aussage.
00:52:07: Aber die ist schon so wertend dass man total unsicher wird.
00:52:10: Und ich glaube, das ist... Nicht?
00:52:12: Ja.
00:52:12: Das glaube ich nicht.
00:52:13: Nicht unsicher!
00:52:13: Weil ich denke, ich zeige nur die Sachen an die mir gefallen und ich habe bunte Fingernägel und wenn es mir gefällt dann mache ich das.
00:52:19: Ich war auch schon beim Papst mit der Rauschfarben in den Fingernegeln weil ich denke auch der Papst will ja mal ein bisschen Farbe in seinem Leben haben.
00:52:24: Absolut!
00:52:25: Und ich finde, dass einer hat mit dem anderen noch gar nichts zu tun sondern man soll sich ja wohlfühlen und wenn ich mich wohlfülle, dann merkt es ja auch mein Gegenüber, dass ich mich gut fühle.
00:52:32: Du hast natürlich auch eine Unfassbar selbstbewusstsein.
00:52:34: Das hat natürlich nicht her.
00:52:35: Na ja
00:52:35: weiß ich gar nicht.
00:52:37: Nee, das würde ich jetzt nicht sagen.
00:52:39: Also nein, da gibt es schon Zweifel und Ängste.
00:52:42: Und natürlich gibt's das alles.
00:52:44: aber ich weiß nicht... Ich würde nie zu was Beischfarben greifen!
00:52:49: Also ich finde es bei anderen Frauen sehr schick, sehr elegant.
00:52:51: auch so nutfarbene Fingernägel oder so beischfarbende Fingerne find' ich total schick Aber bei mir siehts halt zum.
00:52:57: ihr passt einfach.
00:52:57: Ich glaube
00:52:58: der Schlüssel ist weil du dich wohl fühlst mit dem hast du anhast und deswegen hast du natürlich auch dieses wirklich dieses perfekte Auftreten.
00:53:04: also ich lauf ungeschminkt rum dass es mir total egal ob ich habe immer rote Lippen Es hat Spaß gemacht, mit dir zu reden.
00:53:10: Wir könnten noch weiterreden aber ich denke wir werden uns ja nicht aus den Augen verliehen.
00:53:14: Wir holen noch vieles nach.
00:53:14: Mach mal!
00:53:15: Vielen Dank!
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