Hessens Ministerpräsident Boris Rhein so privat wie nie: „Meine Frau hat gesagt: Jetzt musst du dich entscheiden!“

Shownotes

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein spricht mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May über seinen persönlichen und politischen Weg – von seiner Kindheit in Frankfurt über prägende Niederlagen bis zum Amt des Ministerpräsidenten. Dabei geht es auch um seine Familie, das Leben mit der Politik und die große Zukunftsfrage: Bundespräsident – ja oder nein?

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00:00:00: Mein heutiger Gast bei Maywey sagt über sich selbst, ich glaube das ich schon als Kind an unserem Küchentisch irgendwie Politiker war.

00:00:07: Und genau an diesem Küchendicht möchte ich heute zurück mit Hessens Ministerpräsident Boris Rhein.

00:00:12: Achtung, Achtungen!

00:00:13: Man muss sehr aufpassen dass ein solches Amt einen nicht verändert und dafür sorgt meine Frau sehr und auch sehr massiv.

00:00:19: teilweise.

00:00:20: Wir sprechen über seine Eltern und darüber, was sie ihm fürs Leben mitgegeben haben.

00:00:24: Über seine große Liebe Tanja, die ihn anfangs für einen junge Unionfuzzi hielt...

00:00:29: Ich glaube Sie hat einfach geärgert dass ich in vielen Punkten Der möglicherweise aus heutiger Sicht verstaubte konservative Sicht auf die Dinge hatte.

00:00:36: Und

00:00:36: ihn nach sechs Jahren Beziehung schließlich zum Heiraten drängen musste.

00:00:40: und natürlich über seine bittere Wahlniederlage, Zwei-Tausendzwölf von der Boris Rhein heute sagt dass sie vielleicht das Beste war was ihm politisch passieren konnte.

00:00:49: Oberbürgermeister ist toll!

00:00:50: Aber es ist natürlich sehr repräsentativ.

00:00:53: Der Ministerpräsident ist eine echte gestaltende Tätigkeit, also das ist ein unglaublich toller

00:00:58: Job.".

00:00:59: Und jetzt fällt sogar sein Name wenn's um das höchste Amt im Staat geht!

00:01:07: Könnte Boris Rhein womöglich der nächste Bundespräsident werden?

00:01:11: Ein sehr persönliches Gespräch über Familie, Liebe Niederlagen und darüber wie man zu dem Menschen wird, der man heute isst.

00:01:37: Ja, heute ist mein Gast der hessischen Ministerpräsident Boris Rhein.

00:01:39: Ich freu mich sehr dass Sie bei mir sind und wir reden auch über Ihren Weg wie sie wurden was Sie sind.

00:01:46: Herr Rhein wenn Sie mal zurückgehen als Sie ganz ganz klein noch waren?

00:01:48: Was ist so Ihre erste bewusste Erinnerung?

00:01:51: Boah das kann ich schwer sagen!

00:01:56: Ich erinnere mich an eine Familie, in der immer viel diskutiert wurde.

00:01:59: In der man abends immer beieinander war zum Abendessen.

00:02:03: Mein Vater war auch Politiker Hauptamtlicher-Staatrat in Frankfurt und ein großer Sportdezernent unter anderem Gesundheitsdezertinnen, Schuldezternen.

00:02:10: Es gab in unserer Familie immer Man wollte immer abends zusammen sein und Abendessen, mein Vater kam dann nach Hause.

00:02:17: Das war ja in Frankfurt in der Stadt möglich aber er ist dann in der Regel auch wieder zu Terminen gegangen.

00:02:22: das ist für mich meine Erinnerung an meine Familie dass es immer einen Ort gab wo man sich versammelt hat diskutiert gesprochen hat, gestritten hat.

00:02:31: Es war immer laut.

00:02:33: Das hat übrigens meine Frau unglaublich schockiert.

00:02:35: also das erste Mal bei uns war dass irgendwie immer war immer Action und immer auch Theater und ja das kannte sie von zuhause so nicht und das ist das was mich.

00:02:47: daran erinnere ich mich wenn ich an Zuhause denke.

00:02:49: Sie sind ja der Jüngste von drei Kindern.

00:02:51: Sie haben ältere Schwestern älteren Bruder.

00:02:52: wie groß ist der Altersunterschied?

00:02:54: Ja der ist schon sehr groß.

00:02:56: Meine Schwester ist fünfundsechstig geboren, mein Bruder ist dreiundsechzig geboren.

00:03:00: Ich bin zweiundsiebzig geboren.

00:03:02: ich bin sozusagen wahrscheinlich irgendwie ja nicht nur Nachzügler sondern ein Missgeläge meiner Eltern aus Sicht meiner Geschwister.

00:03:11: und meine Geschwistersagen auch sie haben alles erkämpft und ich habe alles bekommen.

00:03:15: Aber waren sie trotzdem, trotz des großen Altersunterschieds?

00:03:17: Waren Sie gut Zitrain miteinander?

00:03:19: Ja.

00:03:19: Ich war sehr eng mit meiner Schwester.

00:03:22: Meine Schwester hat sich sehr um ... ich war sozusagen der Kleine und das war für sie irgendwie auch interessant.

00:03:28: Und dann gab es Nachbarjungen und dann haben die wahrscheinlich mit mir auch irgendwie Mann, Frau und Kind gespielt.

00:03:34: Vater, Mutter, Kind!

00:03:36: Mein Bruder war natürlich für mich sehr interessant.

00:03:38: Mein Bruder hatte einen Motorrad gehabt, ein Geländemotorrad.

00:03:42: Das hat mich sehr fasziniert.

00:03:44: Ja, allerdings ist sie natürlich dann irgendwann ausgezogen und dann war ich alleine zu Hause in der Familie.

00:03:51: Und dann waren wir zu dritt.

00:03:52: aber das war immer ein enges Verhältnis.

00:03:54: meine Geschwister waren auch immer irgendwie in der Nähe und sind auch gekommen dann.

00:03:59: Wir waren eng miteinander ja.

00:04:01: Das heißt Sie waren so das Nesttäkchen?

00:04:02: Ja!

00:04:03: Und wurden dann auch verwöhnt von den Eltern?

00:04:05: Also das haben meine Geschmister behauptet, die sei verwöhnd worden.

00:04:11: Das würde ich jetzt so nicht sagen, dass ich verwöhnt worden bin.

00:04:14: Wenn ich andere höre wie die so gelebt haben was die so wie das bei denen zu Hause war.

00:04:20: Nein also meine Eltern beispielsweise haben uns auch ja so erzogen, dass wir gewisse Dinge uns auch immer erarbeiten mussten.

00:04:29: Ich habe beispielsweise immer in den Sommerferien gearbeitet sowohl als Schüler als auch später als Student.

00:04:35: Ich war Schwimmmeisterhelfer.

00:04:40: Hilfe, sondern Helfer.

00:04:42: Das heißt ich habe einen, das hieß Leistungsscheinensilber bei der DLRG gemacht also ein Rettungsschwimmer und hab dann in einem Frankfurter Freibad und später auch an dem Frankfurther Hallenbad gejobbt.

00:04:51: Hab mein Geld verdient am Becken aber natürlich auch in den Sanitär Bereichen.

00:04:57: Und das größte war auch die Belohnung.

00:05:01: Es gab so einen kleinen Traktor da und mit diesem Kleid, es waren riesige Liegewiese im Freibad natürlich.

00:05:08: Das ging dann auch mit einer Brücke über die Nieder.

00:05:10: Und das Größte war, mit dem Traktor zu fahren und die Mülleimer einzusammeln.

00:05:15: Das Schlimmste war natürlich die Dusch- und Toilettenbereiche zu säubern.

00:05:20: Die waren zu putzen!

00:05:21: Und das Mittelschlimmeste war... Das gibt es heute gar nicht mehr weil Schwimmbäder ja einen Überlauf haben.

00:05:26: Früher hatten sie so'n Rand oder ist das Wasser immer gegen?

00:05:29: Da gab's ein Fettrand und da mussten Sie mit der Bürste und so einem Putzmittel, mussten sie ins Becken und den Rand wegputzen.

00:05:37: Das sind meine Erinnerungen an diese Zeit.

00:05:39: Das war hilfreich und ich habe das auch toll gefunden, Geld zu verdienen.

00:05:43: Ich habe Weihnachtsbäume verkauft um Weihnachten herum in Frankfurt vor der Frauenfriedenskirche – das war eine tolle Zeit!

00:05:51: Und ich habe dann einen Kumpel gehabt, der hat andere Jobs aufgetan.

00:05:55: Wir haben Schulen geputzt und waren in einem Reinigungsunternehmen.

00:05:58: Ich weiß nicht ob es das heute noch gibt.

00:06:00: Teppichboden in Schulen und wir hatten so besondere Saugmaschinen.

00:06:04: Das wurde alles besprüht von uns.

00:06:06: Ich glaube sein Vater war ... Ja doch, ich weiss noch wie's war.

00:06:09: Sein Vater war Mitarbeiter im Arbeitsamt in Frankfurt.

00:06:14: So klar!

00:06:15: Da saß er an der Quelle natürlich und konnte sich die besten

00:06:17: Jobs... Und die haben die Jobs ausgesucht.

00:06:19: Die waren mühsam mal putzen mit so einer Maschine und Sprühen und so, aber ich glaube sie waren sehr lukrativ weil wenige Leute das machen wollten.

00:06:27: Und wir haben das gerne gemacht!

00:06:28: Naja unnützlich dann später auch in der Ehe oder?

00:06:30: Ja also ja... Also mit sowas kann ich umgehen.

00:06:36: Ich tausche das dann immer ein.

00:06:38: Ich tue jedenfalls so, als würde ich eine Waschmaschine nicht bedienen.

00:06:43: Spülmaschine kann nicht bedienten.

00:06:45: Waschma... Ich tuche es könnte die Waschmachinen nicht bedienen.

00:06:47: Meine Frau wenn sie nicht da ist schreibt uns immer auf wie das geht.

00:06:50: aber Wasch-Maschine ist nicht mein Ding.

00:06:52: dafür saugee ich, dafür putzee ich Dafür habe auch kein Ekel mal Toiletten oder sowas sauber zu machen.

00:06:58: Dafür hat's genutzt.

00:06:59: Aber der Job als Schwimmmeister gehilfe das ja ein cooler Job eigentlich.

00:07:02: also immer in der Badehose waren immer braun gebrannt und bei den Mädchen beliebt

00:07:06: Teils teils.

00:07:10: Es gab diesen wunderbaren Teil, wo man wirklich Beckendienst hatte.

00:07:14: Aber das ist ja der seltenste Teil eigentlich.

00:07:17: Das war früher so... Also wir hatten so aus Baumwolle weißen Shorts und weisse Hemden und dann so Holzklepper.

00:07:25: Ich weiß gar nicht ob es das heute noch gibt.

00:07:27: Die laufen heute andersrum.

00:07:29: Später wurden die ersetzt durch Adiletten.

00:07:32: Wenn sie in ihren Adileten kamen, das war auch sehr cool aber Backendienst eher selten und manchmal natürlich auch unglaublich unschön, wenn es geregnet hat oder so.

00:07:43: Also waren sie ja auch am Becken draußen und haben da in ... Wenn sie Glück hatten im Häuschen gesessen aber sie mussten natürlich auch einen Blick aufs Wasser haben.

00:07:50: Aber waren Sie dann beliebt bei den Mädels gerade vor allem beim Schwimmbad?

00:07:53: Hat man da irgendwelche Vorteile gehabt?

00:07:55: Ob ich belieb war oder nicht weiß.

00:07:57: ich glaube ich war nicht unbeliebt.

00:08:00: Ich habe da jetzt keine Baywatch Nummer gemacht.

00:08:05: Aber bevor es dann als Schwimmmeister Gehilfe ins Schwimmbad ging, als kleiner Junge.

00:08:09: Wie waren Sie?

00:08:10: Waren sie ein Schüchterner-Junge oder einen Frechtags?

00:08:14: Also ich war ein sehr unbeschwertes Fröhliches Kind und ich war eigentlich immer unterwegs.

00:08:26: Wir wohnten in so einer, das ist der Stadtbaumeister Mai.

00:08:36: Das ist aus Stadtbaumaist... Genau, Stadtbaumaster Mai mit AY genau!

00:08:42: Es ist eine Zeit gewesen, in der das neue Frankfurt entstanden ist.

00:08:46: Und in einer solchen Siedlung wohnten wir.

00:08:49: Ja, es ist eigentlich eine Bauhausartige Architektur gewesen und das Schöne war hinter den Häusern waren immer Gärten.

00:08:58: Also jedes Haus hatte seinen Garten.

00:09:00: die waren nicht groß aber die waren wirklich schön und dahinter war immer ein Gartenweg.

00:09:05: Und auf diesem Garten Weg war der Teufel los.

00:09:07: da waren alle Kinder.

00:09:09: alle Kinder die da gewohnt haben haben dann miteinander gespielt.

00:09:11: wir sind da unsere unsere Go-Karts gefahren haben da unsere Abenteuer irgendwie gemacht Und eigentlich waren wir immer unterwegs.

00:09:21: Das war auch völlig selbstverständlich, dass man stundenlang nicht zu Hause war.

00:09:25: Es heute undenkbar.

00:09:27: Das ist bei mir

00:09:27: genauso gewesen.

00:09:28: Wir waren nur draußen?

00:09:29: Ja!

00:09:29: Nur draußen.

00:09:29: Und dann zum Abendessen waren wir halt wieder... Genau.

00:09:32: Irgendwann bin ich unter einem Wohnzimmer-Tisch einer Nachbarsfamilie eingeschlafen.

00:09:38: Meine Familie war wirklich in Unruhe, weil es war glaube ich schon eineinundzwanzig oder zwanzig Uhr.

00:09:42: Abendessenzeit war bei uns neunzehn Uhr.

00:09:44: Ich will nicht nach Hause kommen.

00:09:45: Die haben mich richtig gesucht.

00:09:46: Die waren richtig unruhig.

00:09:47: einfach beim Nachbarn eingeschlafen.

00:09:49: Und das war früher alles möglich und es war sehr entspannt, also insofern ... Es waren wirklich richtig unbeschwert.

00:09:59: Ich glaube, ich war ein sehr fröhlicher Junge und sehr unternehmungslustig.

00:10:03: Weil Ihr Vater, bevor er Politiker wurde, war er ja auch Pädagoge?

00:10:06: Ja!

00:10:07: Mein Vater ist Professor an der pädagogischen Hochschule in Oldenburg gewesen, also Professor für Pädagogik und Philosophie.

00:10:19: Und das habe ich aber nicht miterlebt.

00:10:22: Da war mein Vater ein straffer Sozialdemokrat, also eine strammer Sozialdemokrat und hat eine sehr linke Schulpolitik vertreten.

00:10:31: Das ist der Grund warum damals die sehr strammen Frankfurter Sozialdemocraten den dann nach Frankfurt geholt haben als Hauptamtliche Stadtrat in die Stadtpolitik.

00:10:41: Ich bin neunzeitzweinsebzig zur Welt gekommen da haben sie schon, ich glaube vier Jahre in Frankfurt gewohnt.

00:10:49: nicht miterlebt.

00:10:50: Das Interessante an der Geschichte ist, der ist dann dort auch gewählt worden als Oberbürgermeister in Oldenburg.

00:10:57: das war glaube ich Damals noch ein Ehrenamt und dann kam aber der Ruf aus Frankfurt in die hauptamtliche Politik.

00:11:03: Und dann hat er da die Zelte abgebrochen und ist nach Frankfurt, hat sich dann irgendwann sehr viele Jahre später mit der Sozialdemokratie sehr zerstritten und ist dann irgendwann eingerückt in den Magistrat von Walter Wallmann.

00:11:16: Und ist ja dann zur CDU gewechselt?

00:11:17: Genau!

00:11:17: Dann

00:11:18: ist er zu CDU gewechselt.

00:11:19: also ich würde aus heutiger Sicht behaupten Ich würde jetzt nicht die Hand für ins Feuer legen, könnte auch eine Story von mir sein.

00:11:26: Also meine Frau würde behaupten das sind deine Stories.

00:11:28: Ich glaube ich war vor meinem Vater Christdemokrat.

00:11:31: aber wollen wir es mal dahingeschält lassen weiter weil man hat mich fasziniert als Persönlichkeit, als Politiker, als Gestalter, als Stadtplaner.

00:11:40: der hat eine... Frankfurt war ja keine Attraktiver Stadt

00:11:44: Frankfurt

00:11:45: war unbeliebt.

00:11:46: Es hieß krankfurt mein hätten galt als unregierbar und dieser Walter Wallmann hat diese stadt neu gestaltet.

00:11:53: Und so bin ich in eine statt hinein ja in einer stadt aufgewachsen Die immer immer freundlicher wurde und das hat er mit meinem vater gemacht.

00:12:03: der war zu der zeit sportdezernent und So haben die beispielsweise des deutsche turenfest geholt nach frankfurt, die haben meine etappe der tour de france nach frankfort geholt und dieses sportevents haben aus dieser Stadt eine freundliche Stadt gemacht.

00:12:15: Eine total interessante Strategie, die sie gefahren haben und das war der Grund warum der sehr konservative Christdemokrat den damals noch sehr linken Sozialdemokrat irgendwie schätzte.

00:12:26: Und das hat meinen Vater auch irgendwann überzeugt und dann ist er, wenn ich das so sagen darf, konvertiert.

00:12:30: Ich glaube, ich war schon früher Christdemokrat aber man müsste es mal nachprüfen anhand der zentralen Mitgliederdatei.

00:12:36: Aber das heißt als Kind haben Sie das wahrscheinlich auch schon unbewusst wahrgenommen dass da immer irgendwelche Leute daheim waren?

00:12:41: Es wurde immer politisch diskutiert also mitbekommen...

00:12:46: ...positiv wie negativ mitbekommen.

00:12:49: Ich bin immer mit meinem Vater unterwegs gewesen, Sport.

00:12:51: jetzt ist dann natürlich toll... Da gibt es tolle Sport-Events Es gibt ein wunderbares Bild da habe ich so eine Art weiß nicht was wir für Mäntelchen früher gibt das gab mir so Mämpelchen aber auch Pelzbesatz drauf also irgendwas und ich an der Hand meines Vaters in der Eissporthalle weil die haben zu dieser Zeit wirklich die haben die Eisspart Halle gebaut, die Ballsport Hallen gebaut, den Leichtathlet investiert in den Standort.

00:13:16: Ich habe aber auch schwere Zeiten erlebt, das war zu einer Zeit ja weiß gar nicht mein Vater hatte irgendwann die Oberbürgermeistervertretung und hat irgendwelche Entscheidungen getroffen, da gab es einen schwarzen Block Das war eine linke Truppe, denen hat irgendwas nicht gefallen Hausbesetzungen wahrscheinlich beendet hatten.

00:13:38: Und da gab es dann ab dem Zeitpunkt ziemliche Bedrohungen auch gegen meinen Vater, die haben uns die Fenster eingeworfen, Buttersäure reingeworft sind bestjahrlich gestunken und es gab auch persönliche Bedrohrung.

00:13:50: und das war der Zeitpunkt wo wir unter Polizeischutz standen.

00:13:55: Wie alt waren Sie

00:13:56: damals?

00:13:58: Ja, das kann ich nie mehr ganz nachvollziehen.

00:14:00: Ich glaube da werde ich so in der ersten zweiten Klasse gewesen sein sieben acht Jahre alt und es ist soweit gegangen dass die Polizei also das war früher so die Polizei hat dann meinen Vater an einer Waffe ausgebildet und er hat dann ein Revolver zum Selbstschutz getragen.

00:14:16: Es wäre heute undenkbar, glücklicher Fakt zu undenken.

00:14:21: Dann kam irgendwann der Rat, wir müssten mal ein paar Tage verschwinden.

00:14:26: Und dann hat mein Vater mich genommen, weil er nicht alleine weg wollte.

00:14:31: und dann sind wir wirklich verschwunden auf eine Berghütte.

00:14:35: Einfach raus aus Frankfurt weg, weil die Bedrohung offensichtlich so groß war?

00:14:39: Auch das wäre wahrscheinlich heute

00:14:41: ein Ding.

00:14:41: Auch aus der Schule alles komplett weg?

00:14:42: Auf

00:14:42: der Schule raus!

00:14:42: Ihre

00:14:43: Mutter durfte sie auch mit?

00:14:44: Nee, nee.

00:14:44: also das hat meine Mutter immer gesagt.

00:14:47: Das war sehr witzig.

00:14:48: Also ihr zwei seid weg Dein Vater und du ihr wart weg Und in dem Zeitpunkt, also ihr wirklich wo ihr abgebogen seid ist die Polizei hier weggefahren und dann waren wir plötzlich ganz alleine.

00:15:01: Das war hochinteressant.

00:15:02: das war nach meiner Erinnerung auf der Riffelseehütte müsste man heute auch noch mal nachvollziehen.

00:15:10: Wir kamen abends da an und hat die Polizei aus Österreich uns in Empfang genommen.

00:15:16: Der Lift war natürlich längst ausgestellt, der Lift wurde wieder angemacht.

00:15:19: Dann sind wir da auf den Lift hoch gefahren Ich glaube, bestimmt eins oder zwei Wochen.

00:15:24: Nur sie beide?

00:15:25: Das heißt er hat dann auch gekocht für Sie...

00:15:27: Nee, das war ja eine richtige

00:15:29: Hütte

00:15:29: und wir waren einfach raus aus diesem Frankfurter Bedrohungsszenario.

00:15:38: Auch

00:15:38: krass!

00:15:38: Die Mama bzw.

00:15:39: die Ehefrau war zu Hause, es war dann egal was passiert.

00:15:42: Also genau.

00:15:43: Das heißt, Sie waren schon eher ein Papa-Kind?

00:15:47: Ne.

00:15:50: würde von mir gar nicht sagen, dass ich Papa oder Mama Kind war.

00:15:56: Ich fand halt mein Vater immer super interessant der Politiker.

00:16:01: Es war ein sehr eleganter Mann, mein Vater.

00:16:03: Er war immer gut gekleidet und schon eine Persönlichkeit.

00:16:09: Und meine Mutter war Lehrerin, die war berufstätig.

00:16:14: Hat den ganzen Haushalt natürlich geworfen und hat sie die Erziehung.

00:16:18: Mein Vater war ich nie da.

00:16:19: Meine Mutter hat eigentlich sich um alles gekümmert oder auch die Kinder sich um die Kinder gekümpft.

00:16:25: So hatte ich zu beiden eine besondere Beziehung.

00:16:28: aber ich würde nicht sagen dass ich eher zu ihr oder ihm tendiert hätte.

00:16:32: Aber so die Liebe das in Arm nehmen?

00:16:33: Das gab es dann von der Mama oder vom Papa

00:16:36: Gute Frage.

00:16:39: Ich glaube, mein Vater war – wenn ich das so zurück erinnere – ein sehr emotionaler Mann.

00:16:46: Der war schon sehr….

00:16:48: der hat seine Kinder auch in den Arm genommen.

00:16:50: Also es war nicht irgendwie, dass er so Politiker war, der war zwar weg aber wenn er

00:16:55: da war ….

00:16:55: Er war ja auch Meda-Goge, ne?

00:16:56: Ja genau!

00:16:57: Wenn er da waren, war er schon sehr eng mit seinen Kindern

00:17:01: und die Mama auch

00:17:02: Ja, doch meine Mutter auch.

00:17:04: Wenn Sie jetzt zurückdenken an beide was glauben sie von der Mama mitgenommen haben und was von ihrem Vater?

00:17:09: Ich glaube dass ich von meiner Mama mit genommen habe.

00:17:13: Disziplin und Robustheit.

00:17:18: Meine Mutter ist im Krieg aufgewachsen unglaublich in das Haus ist ausgebombt worden.

00:17:24: Sie haben im Bunker teilweise gelebt, ich glaube es hat meine Mutter sehr geprägt und von meinem Vater habe ich mitgenommen würde ich jedenfalls sagen politisches Bauchgefühl und Freude am Genuss.

00:17:36: mein Vater hat natürlich auch im Krieg ist auch im krieg ein vater ist in neunzeitereinreich zur welt gekommen hat natürlich ja auch im krieg gelebt hatte natürlich auch not und leid erlebt.

00:17:49: Beide haben das völlig anders ausklebt später.

00:17:51: Also meine Mutter, wenn sie eine Ketchupdose hat oder die Ketchup-Tube hatten, kriegt man es am Ende ja nicht... also ist immer noch irgendwas drin und wir würden sie heute wegschmeißen.

00:18:02: Meine Mutter hat Milch in diese Ketchup Dose gefüllt und hat das geschüttelt und hat doch das letzte rausgeholt.

00:18:08: Da haben Sie nichts mehr ... Und das war auch beispielsweise mit Butter so oder mit Marmelade.

00:18:14: Das ist meine Mutter extrem sparsam gewesen und mein Vater war genau das Gegenteil, er hat immer die dreifache Portion Butter genommen, die dreifache Portionen Marmeladen.

00:18:24: Der hat im Supermarkt die beste Marmelada gekauft und wenn er irgendwo einen Feinkosthandel hatte, hat der im Feinkosthandel noch die besten Waren gekauft.

00:18:33: Erstaunlich wie sowas unterschiedt... Also die eine, die haben das gleich erlebt?

00:18:37: Die eine lebt es später, nach dem Krieg so und der andere so.

00:18:40: Ich habe von ihr mitgenommen zu genießen und mich an schönen Dingen zu erfreuen.

00:18:44: Sie

00:18:44: sind auch ja die dreifache Portion Butter?

00:18:46: Ich würde im Zweifel wahrscheinlich die zweifache Position mittlerweile nehmen aber ich glaube das hab' ich von Ihnen.

00:18:54: Und wenn Sie sagen, es gab immer abends um neunzehn Uhr Abendessen bei Ihnen zu Hause und bei der Familie Rhein.

00:18:59: Wie schmeckt denn Ihre Kindheit?

00:19:01: Wenn sie zurückdenken in Frankfurt?

00:19:03: Ich meckte

00:19:04: meine Kinder

00:19:04: ein.

00:19:04: Christos stand öfter mal auf dem Programm.

00:19:06: Nein!

00:19:07: Meine Mutter war ja keine gebürtige Frankfurterin.

00:19:10: also das ist Ja.

00:19:11: aber das ist übrigens zwischen meiner Schwiegermutter und meiner Mann.

00:19:14: Meine Schwiegamutter ist Frankfurtherin.

00:19:16: Meine Schwiegermutter würde Grüne Soße niemals mit Mayonnaise machen.

00:19:20: Nein, natürlich

00:19:20: nicht.

00:19:21: Ja meine Mutter hat sie aber mit Mayonnaise gemacht und ja das war ein Treffer.

00:19:25: Mayonnaise ist aber auch Geschmacksträger.

00:19:27: ja so mag ich beides gerne mit oder ohne.

00:19:32: Ja Frankfurter Gerichte ich glaube also ich erinnere mich an gute Schnitzel beispielsweise.

00:19:38: später wurde dann.

00:19:41: das habe ich nie so gerne gemacht.

00:19:42: deswegen esse ich ihn auch heute noch nicht so richtig gerne weil es irgendwann ich sage mal eine über eine Überpopulation gab an Lachs.

00:19:50: Also ihr habt unglaublich gerne Lachse gegessen, würde ich heute jeden zweiten Abend Lachsen.

00:19:55: Wollen Sie später kein Lachsmäh essen?

00:19:58: Ja aber es war wichtig ein gutes sehr ordentliches auch gut angerichtetes Abendessen.

00:20:07: Meine Mutter hat gerne ... wie nennt man das denn wenn wir mal so Kartoffeln... ja wie heißt sie sowas?

00:20:13: Ich komme bestimmt später

00:20:14: noch mit Kartoffelkrattern.

00:20:16: Genau, Kartoffeln.

00:20:17: Schichten

00:20:18: eingegangen?

00:20:18: So Special Melk glaube ich,

00:20:20: ein Schichten.

00:20:22: Käse und Zwiebeln.

00:20:23: Kartoffelgratter, genau großartig gemacht.

00:20:26: Mein Vater hat auch gekocht wenn er hin- und wieder da war.

00:20:30: Ratatouille beispielsweise erinnere ich mich bei ihm dran.

00:20:33: das war so was wir gerne gegessen haben.

00:20:37: Und als sie ganz klein waren was wollten Sie werden?

00:20:40: Ich glaube dass sich erstaunlicherweise sehr früh mit einem juristischen Beruf geliebäugelt habe.

00:20:47: Ich fand Staatsanwälte toll, aber das kam wahrscheinlich auch... Gab

00:20:51: es ein Vorbild?

00:20:52: Haben Sie an dem Fernsehen oder so?

00:20:53: Ja,

00:20:53: wahrscheinlich Laund Order.

00:20:55: Ich glaube, dass sie so eine Launt Order gab's mal in der Serie.

00:20:59: Das fand ich faszinierend!

00:21:02: Aber das war natürlich auch das amerikanische Rechtssystem.

00:21:04: Das ist ja nicht mit uns wirklich vergleichbar, es war aber auch sehr viel Show im Fernsehen.

00:21:09: Das fand ich schon ganz interessant wie das da so gelaufen ist und was die so gemacht haben.

00:21:15: Und sonst wahrscheinlich die typischen Wünsche Polizist oder Feuerwehrmann, aber ich kann mich nicht richtig erinnern später weil mein Vater dafür gesundheitszuständig war unter anderem und für Krankenhäuser damit in Frankfurt und er damit irgendwie auch in Bezug zu den Ärzten, da hatte Farnich Chirurg beispielsweise ganz toll.

00:21:36: Aus heutiger Sicht bereue ich manchmal, dass ich Jura studiert habe.

00:21:40: Wenn ich heute nochmal studieren könnte würde ich Medizin studieren.

00:21:44: Medizin finde ich ganz toll!

00:21:45: Ich finde das großartigen Menschen helfen zu können, international ja tätig sein zu können.

00:21:51: Wir Risten sind immer auf unseren Rechtsgebieten beschränkt.

00:21:54: Das deutsche Recht ist das deutsche Recht Und Medizin würde mich sehr reizen und ich glaube, dass es sich großen Spaß daran hätte.

00:22:01: Aber wahrscheinlich romantisiere ich das auch wegen des Bergdoktors.

00:22:05: Sind Sie ja auch so ein Fan vom Berg?

00:22:06: Ja

00:22:06: großartig!

00:22:07: Ich auch!

00:22:07: Großartig.

00:22:08: Wissen sie auch warum?

00:22:09: Weil ich ein besonderer Fan des Bergdoctors bin... Weil der ein Mercedes W-Hundertdreienzwanzig fährt.

00:22:15: Ein wunderschöner

00:22:16: Autofan, Oldtimer Fan!

00:22:18: Nein aber ich lieb diese Serie auch und ich gucke die... Also gibts jetzt in der Mediathek dann immer schon Und ich muss mich mal zusammenreißen dass ich den nicht innerhalb von zwei Abenden weggucke.

00:22:26: Aber Bergdoktor ist toll weil da ist alles das bisschen wie's Traumpfiff.

00:22:29: Es gibt immer Dramen Aber die Familie hält zusammen, das finde ich schön.

00:22:32: Und am Ende geht's ja doch immer gut aus

00:22:36: wie

00:22:36: es Traumschiff

00:22:37: und er löst eigentlich alle Probleme.

00:22:39: also er ist da sozusagen erst der Pate von allem.

00:22:42: Also er heilt die Leute Er bringt die Leute die sich zerstritten haben wieder zusammen.

00:22:47: Das ist schon sehr viel.

00:22:49: Und zwischendurch fährt er mit diesem Mercedes W-Hundertdreinzwanzig Fährt er durch diese wunderbare Landschaft und er fährt schnell Was in Wahrheit dieser Mercedes nämlich ein Zweihundeter nicht kann.

00:23:00: Der fährt nicht schnell, aber wir sind in den letzten Jahren auch in dieser Gegend in der Region Skigefahren und ich weiß kürzlich mit meiner Frau, weil wir dem twenty-fünfzigsten Hochzeitzeichen, also die Säbenhochzeit nicht richtig gefeiert haben, sind wir dorthin gefahren um zu wandern?

00:23:16: Wir kennen es eigentlich

00:23:17: noch... In Elmau ist das ja runtergeladen,

00:23:18: oder?

00:23:18: Genau genau, um die gegen Elmauer Goringen.

00:23:20: Bandsjahrung Bergdoktor Haus?

00:23:20: Besten Dorf?

00:23:22: Nein, leider nicht.

00:23:23: Das hätte man auch machen sollen aber es war zu kurz die Zeit.

00:23:26: Es ist eine so wundervolle Gegend also kann ich wirklich nur empfehlen

00:23:29: Aber das heißt dann sitzen Sie abends mit Ihrer Frau zusammen gucken Bergdoktor?

00:23:33: Nein meine Frau ist für sowas nichts zu haben.

00:23:36: Also meine Frau hat an sowas gar keinen Spaß.

00:23:38: Ich wollte jetzt fast sagen muss sich heimlich gucken Das gucke ich später aus der Mediathek, wie sie es auch machen.

00:23:44: Oder im Auto?

00:23:45: Sie sitzen ja auf dem Auto, wenn man hinten drin sitzt, muss man auch ein bisschen Streuung haben da!

00:23:49: Das wäre eine gute Möglichkeit, das nutze ich dann um zu lesen und die ganzen Akten, die sich zusammenzumachen... Aber das ist einfach schön.

00:24:02: Welche Richtung Medizin hätten Sie denn für sich interessiert?

00:24:06: Eher so einen Landarzt?

00:24:08: Ja, ich glaube ich romantisiere das.

00:24:13: sehr.

00:24:14: Aber das, also wir haben ja mal hier in Hessen auch die Landarztquote eingeführt.

00:24:18: ich könnte mir das gut vorstellen finde es einfach toll dass man, dass man eine Sprechstunde hat wo Menschen kommen wo man denen hilft wo man mit ihnen spricht.

00:24:27: am Ende ist das natürlich ein harter Job und deswegen darf man's glaube ich auch nicht zu sehr romantisieren.

00:24:34: aber das würde mir Spaß machen.

00:24:36: aber ich habe mich anders entschieden.

00:24:37: Ja und als Ministerpräsident hat mein auch viel Kontakt mit den Leuten Das

00:24:40: stimmt.

00:24:41: Irgendwie

00:24:42: ist man auch ein bisschen Landarzt.

00:24:48: Man ist ein bisschen landarzt, genau.

00:24:50: Ja, sind

00:24:50: Sie schon?

00:24:50: Also irgendwie hat sich da der Kreis geschlossen.

00:24:52: Ja das

00:24:52: stimmt!

00:24:53: Sie sind ja katholisch herein.

00:24:55: War es als Kind... also spürte der Glauber als kindenrolle?

00:24:57: Sind sie regelmäßig in die Kirche gegangen mit ihren Eltern?

00:24:59: oder wie wurde das gelebt?

00:25:02: Mein Vater stammt aus einer sehr katholischen Familie.

00:25:08: Meine Urgroßmutter muss sehr kartholisch gewesen sein und es muss auch sehr praktiziert worden sein, mein Vater war natürlich Messdiener und meine Mutter war damals evangelisch.

00:25:21: Ah ja schwierig das die Warpteiler

00:25:22: durften.

00:25:23: So und meine Großmutter oder meine Urgroßenmutter Meine Großmutter hat darauf bestanden, dass meine Mutter konvertiert.

00:25:31: Und so musste meine Mutter vom protestantischen... Wahnsinn!

00:25:35: Das kann man sich gar

00:25:36: nicht mehr vorstellen?

00:25:38: Nein das wurde bei uns also später nicht mal richtig praktiziert.

00:25:43: Ich bin zur Kommunion gegangen und gefirmt worden.

00:25:46: Das haben wir schon so gemacht.

00:25:48: Wir waren natürlich in der Regel zu Weihnachten und Ostern in der Kirche und so halten wir es im Übrigen auch.

00:25:54: für Für mich war wichtig, dass meine Kinder auf dem katholischen Kindergarten gehen.

00:25:59: Dass sie einfach auch so den Jahreslauf lernen was bedeutet Pfingsten?

00:26:06: Was bedeutet Weihnachten?

00:26:08: Dass man das nicht einfach nur so nimmt.

00:26:09: Das sind Tage an denen es Geschenke gibt sondern das ist irgendwie dass sie lernen was unsere Kultur ausmacht.

00:26:15: und die Kirche unter christliche Glauben prägt unsere Kultur natürlich zutiefst und ich glaube das ist auch das was uns zusammenhält

00:26:21: gehört dir auch zu Werten, die man mitbekommt als Kind.

00:26:24: Ja und das ist ja auch ein Grund warum ich auch sehr bewusst Christdemokrat bin weil die christlichen Werte natürlich auch meine Partei prägen und damit unsere Politik prägt.

00:26:34: Und ich versuche das mal in Kindern zu vermitteln, aber ohne Druck oder Zwang oder irgendwas auszuüben.

00:26:40: Der Jüngste unserer Kleiner geht jetzt zur Firmung...

00:26:43: Ist der Oscar?

00:26:44: ...der Oscar

00:26:45: genau und Herr Bruno ist natürlich zur Kommunion und zur Föhrmung gegangen.

00:26:49: Ich finde es gehört einfach dazu und beide waren auf katholischen Kindergärten

00:26:52: Aber ein bisschen wie bei Ihnen mit Ihren Geschwistern.

00:26:54: Der Altersunterschied zwischen Ihrem Sohn ist ja auch recht groß, oder?

00:26:57: Wer ist der Große jetzt?

00:26:58: Der Große ist Dreiundzwanzig und der kleine wird Sechzehn.

00:27:03: Das war natürlich die beabsichtigt.

00:27:05: Man kann ja bei diesen großen Unterschieden sehen, dass dazwischen auch sehr schwierige Situationen gewesen sind.

00:27:13: Wenn man das mal selbst erlebt hat, erlebt man eben oder dann kriegt man auch mit, dass das sehr oft und sehr häufig passiert, dass der Kinderwunsch sich eben nicht so erfüllt wie man es gerne hätte.

00:27:26: Und dadurch entsteht oftmals ein großer Unterschied was aus meiner Sicht heute, was meine Jungs betrifft eigentlich eine gute Fügung war.

00:27:36: Weil ich glaube dass es für den kleinen richtig gut ist so einen großen Bruder zu haben und für den Großen das ist auch ganz gut zum kleinen Bruder Zu Haben Und Für uns für Meine Freund mich hat vieles erleichtert weil der große eben sich auch mal kümmern konnte und irgendwie ist auch schön wenn sie irgendwie Mal dann beide aus dem Alter raushaben und Sie einfach auch mal ein bisschen freiheit dadurch bekommen.

00:28:00: Na ja, und sehen Ihre Frau bleiben natürlich jung dadurch?

00:28:02: Ja.

00:28:03: Das stimmt!

00:28:04: Durch den Altersunterschied erlebt man auch ganz neue Dinge dann jetzt plötzlich.

00:28:08: Also es ist wirklich wahr, dass man einfach... Man ist ja auch dadurch immer irgendwie mit anderen Eltern und ja, man ist da durch auch im Alltag und man erlebt natürlich auch wie läuft's übrigens in der Schule.

00:28:23: Man erlebt, wie ist das wenn Kinder in Sportvereinen sind.

00:28:27: Ja also das prägt einen schon auch und ich glaube dass es für ein Politiker hilfreich ist einfach zu sehen was passiert so um dich herum?

00:28:34: Wie ist das Leben eigentlich?

00:28:36: Haben Sie viel Sport gemacht?

00:28:38: Ich habe Rockbeer gespielt.

00:28:43: Das hat mir große Freude gemacht.

00:28:46: Allerdings habe ich irgendwann nicht mehr mithalten können.

00:28:48: Aber

00:28:48: ist jetzt auch nicht der gewöhnlichste Sport?

00:28:50: Meistens bin die Jungs Fußball oder Handball?

00:28:52: Ja!

00:28:53: Das lag daran, dass bei uns um die Ecke ein Sportclub war.

00:28:58: Die haben Hockey angeboten und Rockbeer angeboten und Tennis angebottet.

00:29:03: Tennis waren mir zu vornehm.

00:29:07: Meine Geschwister haben sehr intensiv Hockey gespielt.

00:29:09: Da wollte ich nicht nacheifern.

00:29:12: Und so hat sich eben Rockbeere angeboton.

00:29:14: Ich fand das faszinierend dieser tolle Sport.

00:29:17: Aber da muss man schon echt am Ball bleiben und auf jeden Fall am Ei bleiben.

00:29:22: Ja genau,

00:29:23: aber es gibt doch Tatschierlieder oder?

00:29:26: Also bei uns gab's leider keine Tierschlieder.

00:29:29: Leider nicht!

00:29:33: Ja, und auch schon damals bin ich auch meinen Eltern und meinem Vater unglaublich dankbar.

00:29:40: Die haben uns immer ermöglicht beispielsweise Skizu fahren was ja eine unglaubliche, also erlebe ich heute auch als Vater ein unglaublich teures Unterfangen ist aber es einfach eine tolle Sportart.

00:29:51: Ich habe eigentlich immer Sport gemacht, was man mir leider nicht ansieht.

00:29:54: Bis heute dauert für jeden Morgen fünf Kilometer.

00:29:57: Das ist ja jetzt auch Fishing for Complements.

00:29:59: Sie sind ja schon sportlich.

00:30:01: Ja, das könnte schon besser sein.

00:30:05: Welche Rolle spielt ihr denn Geld bei Ihnen in der Familie als sie klein waren?

00:30:09: Eigentlich hat bei uns Geld glücklicherweise keine Rolle gespielt.

00:30:19: Das war ein ordentlicher Wohlstand.

00:30:22: Es war weder Reichtum noch irgendwie, dass wir einen Rot gelitten hätten ganz im Gegenteil.

00:30:29: Es hat bei uns nie eine große Rolle gespielt.

00:30:31: Glücklicherweise!

00:30:32: Aber Sie haben Taschengeld bekommen und Sie mussten trotzdem auch einen Ferien arbeiten.

00:30:36: Also ich habe

00:30:36: begrenzt Taschend geld bekommen, ich hab für Sonderdienstleistungen Geld bekommen also Auto waschen.

00:30:43: früher war das noch möglich dass man mit so einem Eimer auf der Straße stand und es heute geht gar nicht mehr.

00:30:48: ja aber ich habe immer die Autos gewaschen natürlich rausgesaugt.

00:30:53: Ich habe Rasen gemäht, dafür hab ich Geld bekommen.

00:30:56: Wir haben so Gartenarbeiten gemacht und ich erinnere mich an eine Begebenheit wir hatten einen Kirschbaum und Kirschen sind natürlich die müssen sie ja dann also wenn Sie daraus was machen müssen sich entkernen.

00:31:05: Das ist eine Sauarbeit.

00:31:07: Da gab

00:31:07: es immer so ein Automat?

00:31:08: Ja

00:31:08: genau wo man so drauf geglaubt hat.

00:31:11: Und so haben wir uns und sie müssen die Kirsche da reinmachen und das ist wirklich ein Riesen- und sieht alles rot danach.

00:31:16: Trotzdem

00:31:16: hat sich immer so'n Kern doch mal

00:31:19: durchgeflutscht.

00:31:20: Ganz genau.

00:31:21: Und nebenher gab es natürlich eine riesige Kirschsoße oder Kürssaft, oder was auch immer und dafür habe ich natürlich auch Geld bekommen.

00:31:29: aber vor allem und das ist die habe ich heute noch Habe ich, bin ich mit meiner Mutter dann irgendwo im Kaufhof in Frankfurt unterwegs gewesen.

00:31:38: Und mein Traum war so eine ... Kennen Sie diese Geldkassetten?

00:31:41: Ja!

00:31:42: Zum kleinen Schlüssel

00:31:44: und mit so einem Griff oben drauf.

00:31:46: Die waren ein bisschen blau eigentlich immer.

00:31:49: Ich habe so eine Geldkассette geschenkt bekommen mit so einen Plastikfach drin wo man das Geld auch trennen konnte oder wo man unten die Scheine reingelegt hat.

00:31:58: Meine Mutter wie gesagt war extrem spaßam.

00:32:01: Dass sie mir die gekauft hat und die geschenkt hat, war ein besonderes Erlebnis.

00:32:05: Aber ich glaube, die hat schon gewusst, Sie hatten ganz gutes Geschäft gemacht.

00:32:08: Sie hätten mir ein bisschen Geld gezahlt?

00:32:10: Ich habe Unmengen an Kirschen entkernt!

00:32:13: Und dann hab' ich noch diese Kassette bekommen... ...und die habe ich bis

00:32:16: heute.".

00:32:17: Das motiviert ja auch,

00:32:18: ne?!

00:32:18: Wenn man weiß, da kommt was rein.

00:32:20: Was haben Sie mit dem Geld dann gemacht?

00:32:21: Also was ich mit diesem Geld damals, das weiß ich nicht mehr.

00:32:25: Da habe ich mir wahrscheinlich irgendwelche Sachen... Wir hatten einen Sparmarkt um die Ecke.

00:32:30: Ich glaube die Familie hieß Enders oder Änder, die den Betrieben haben.

00:32:33: Da hab' ich mir garantiert irgendwelchen Süßigkeiten gekauft.

00:32:37: Was ich später mit dem Geld gemacht habe, was sich verdient habe, damit bin ich in die vererregten Staaten geflogen und das war natürlich etwas ganz Besonderes.

00:32:47: Und da waren damals zwar Fliegen natürlich noch richtig teuer.

00:32:53: Das war das Geld, was ich im Schwimmbad verdient habe.

00:32:55: Da sind Sie

00:32:57: auch alleine geflogen nach Amerika?

00:32:58: Ja

00:32:58: genau und ich hab mir ein Auto gekauft.

00:33:01: also was heißt ein Auto?

00:33:02: ja doch natürlich habe ich mein Auto gekauft aber nicht so wie man sich es heute vorstellt.

00:33:05: zwar einen uralter Panda den ich gefahren habe vier Panda davor habe ich in Viren Uno gefahren.

00:33:12: Aber das ist nicht so Wie man sich Autos Heute Vorstellte.

00:33:15: Also wie junge Leute heute Autos fahren.

00:33:17: das waren schon ganz schöne Klapperkisten Das habe ich mir davon gekauft.

00:33:22: Das haben ja meine Eltern beispielsweise auch bei meinen Geschmistern nie finanziert, Autos.

00:33:28: Das ist ja heute selbstverständlich aber das haben wir glaube ich nicht mit unserem Großen auch nicht so gemacht.

00:33:33: Wenn ich es so sehe was heute Eltern Kinder für Autos kaufen kann man nur mit den Ohren schlackern und das war bei uns noch nicht.

00:33:40: Haben Sie Bravo oder PopRocky gelesen?

00:33:42: Ja

00:33:43: also bravo fand ich natürlich total interessant.

00:33:46: Ich glaube, dass meine Mutter das als Schweinskram empfunden hat.

00:33:49: Also das war jetzt nicht so... Das war eher keine willkommenen Zeitschrift.

00:33:55: Sonst hat meine Mutter, glaub ich, als Schundliteratur oder was auch immer empfanden.

00:33:59: Meine Mutter fand auch Comics eher... Meine Mutter war Deutschlehrerin also deswegen war das für die Comics und so.

00:34:06: Fand ich sehr spannend.

00:34:07: Timon Struppi, ein großer Timon-Struppifan aber Bravo war er so naja Unter dem Tisch.

00:34:15: Das gehört ja dazu, ne?

00:34:17: Total!

00:34:17: Dr.

00:34:18: Sommer...

00:34:19: Also alle aufgeklärt worden in unserem... Starschnitte

00:34:22: und alles.

00:34:22: also bravo.

00:34:23: aber wahrscheinlich wenn sie heute irgendwelchen gibt's die bravo heute noch?

00:34:26: Ja die gibts noch.

00:34:27: Ach ich glaube schon was es die noch gibt doch die hatten auch neulich ein Jubiläum.

00:34:34: Ja, also ich hab die natürlich auch gelesen jede Woche.

00:34:36: Aber es gab halt auch die Pop-Rock hin, das war immer so ... oder Popcorn?

00:34:40: Wie hieß das?

00:34:40: Popcorn!

00:34:41: Das waren immer so Klassen.

00:34:42: Das war immer ein Kampf damals.

00:34:44: Aber Bravo war auch eher so'n Mädchending, oder?

00:34:47: Naja Jungs ja auch weil da waren ja auch coole Plakate oder Poster waren drin.

00:34:51: Die Starschnitte hatten sie einen an der Tür?

00:34:52: oder welche Plaka... Welche Poster hing bei ihnen im

00:34:55: Zimmer?

00:34:55: Also dann muss ich ihn wirklich gestehen.

00:34:58: Also ich weiß nie so entflammbar für irgendwelche Pop-Gruppen oder so.

00:35:02: Wer

00:35:03: hinkt denn bei Ihnen im Zimmer?

00:35:05: Eigentlich hinkn bei mir gar nicht mehr, ja ich sage Ihnen gleich was bei mir im Zimmer hinken.

00:35:09: also ich hätte mir fast sein darf man gar nicht sagen.

00:35:12: Doch!

00:35:12: Bei mir dürfen Sie alles zahlen.

00:35:13: Das

00:35:14: bleibt ja unter uns.

00:35:15: Genau.

00:35:17: Ich hätte mir schon eher Helmut Kohl oder so aufgehängt aber so fargig war ich nicht.

00:35:21: Bin immer großer Helmut-Kohl-Fan gewesen... Nein!

00:35:24: Ich hatte ein Plakat im Zimmer von der Omega.

00:35:31: Das waren die ganzen Mondlandungen, Apollo wie die alle hießen.

00:35:38: Sie hatten ja ganz viele verschiedene Namen und Signes.

00:35:42: Und da gab es ein ganz tolles Plakat.

00:35:45: Das müsste ich heute mal wiederfinden wenn ich gerade drüber nachdenke mit all diesen Landungen von und hatte damit zu tun, dass ich immer diese, ich wollte immer die Omega Speedmaster haben.

00:36:04: Das ist die erste Uhr, die auf dem Mond war.

00:36:07: Diesen Traum hat mir später mein Vater irgendwann erfüllt, den hatten wir diese Uhr zum ersten Start-Sex haben geschenkt und das hing zusammen mit diesem Plakat weil mich das immer fasziniert hat Diese Mondfahrt, diese Missionen.

00:36:23: Auch die Signees dieser Mission und das hatte ich im Zimmer hängen also kein Pop-Start sondern ein Mondfahrts.

00:36:30: Und Sie haben ja dann recht früh entschieden dass die Politiker also dass sie zumindest in die Partei eintreten sind damit mit achtzehn Jahren in die Jung Union eingetreten ist ja auch sehr früh.

00:36:38: aber sie haben wahrscheinlich darauf gegiert dass sie endlich eintretten dürfen oder?

00:36:42: Ja Auch das müsste man mal nachvollziehen.

00:36:45: Ich glaube, dass ich schon mit sechzehn in die Junge Union eingetreten bin.

00:36:51: Und warum?

00:36:51: Wissen Sie das noch?

00:36:52: Ja, das war für mich vollkommen klar.

00:36:54: Für mich war sehr klar, dass für mich nichts außer Junge-Union bzw.

00:36:58: CDU infrage kommt und es hat wie gesagt mit Walter Wallmann zu tun.

00:37:01: Ich habe gesehen, wie dieser Mann die Stadt entwickelt hat.

00:37:04: Ich hab gesehen, Wie Helmut Kohl Europa entwickelt hat!

00:37:08: Das hat mich sehr fasziniert.

00:37:12: Einzelne Persönlichkeiten in der Politik für ihr Land, für ihre Stadt, für ihr Region und für Menschen wirklich etwas bewegen oder etwas verändern können.

00:37:20: Und das hat mich sehr fasziniert, dass man wirklich ja... Man kann etwas machen!

00:37:24: Man kann was verändern, man kann etwas belegen und ich fand die beiden einfach toll.

00:37:29: Ich fand es einfach großartig.

00:37:32: Meine Mitschüler fanden das jetzt wahrscheinlich eher Bizarre wäre übertrieben, aber das hat die nicht so interessiert.

00:37:39: Aber es hat sie auch nicht wirklich gestört!

00:37:41: Deswegen war ich nicht irgendwie ein Nerd, der nicht mit denen was zu tun hatte.

00:37:46: Nein, wir fanden das ganz interessant... Ich konnte von denen jedenfalls keinen überzeugen, mit zur Jungunion zu kommen.

00:37:56: Weil als Sie dann ... Sie haben ja Zivildienst gemacht ganz bewusst?

00:38:00: Ja!

00:38:01: Sie waren ja nicht bei der Bundeswehr.

00:38:02: Warum haben sie sich dafür entschieden?

00:38:04: Also ich hab nach meinem ersten Staatsexamen bin ich gezogen worden.

00:38:11: Damals gab es hier noch die Wehrpflicht und Ich habe da schon sehr bewusst überlegt, naja sie haben eine erste Staatsexamen und irgendwie sind sie auch nicht mehr ein Abiturient.

00:38:24: Und dann hab ich schon überlegt was machst du?

00:38:26: Dann hab ich mir überlegt ich bin ein totaler Fan der Bundeswehr.

00:38:29: Ich finde unsere Bundeswehr großartig.

00:38:32: Es ist unglaublich wichtig dass er einen Land einer Armee hat also bin auch überhaupt kein Pazifist also ganz im Gegenteil.

00:38:39: Ich habe mir aber überlegt, du hast jetzt die Chance etwas zu machen was du möglicherweise in deinem Leben nicht mehr erleben wirst und deswegen wollte ich etwas machen ja in diesem Bereich mit Menschen zu arbeiten.

00:38:53: Mit Kranken oder mit Behinderten oder im sozialen Bereich.

00:38:58: Und dann haben sie mich zu einem Krankenhaus eingezogen in einen Firmstrich.

00:39:03: Ich habe meinen Zivilisten im Krankenhaus gemacht und es war grauenvoll.

00:39:06: Die haben mich in die Personalabteilung gesetzt, weil ich eben erste Stastiks-Haben Jure hatte.

00:39:12: Der junge Mann der Kammer hier in die Verwaltung kommt... Die Könnenverwaltung, die Juristen und da habe ich wirklich den ganzen Tag grüne auf blaue, auf gelbe, auf orange.

00:39:20: Durchschläge käft zwar furchtbar.

00:39:22: Aber ich wollte Zivilis machen!

00:39:23: Ich wollte was mit Menschen machen.

00:39:24: Ich wollte irgendwas im Krankenbereich oder im Behinderten-Bereich oder wo auch immer machen.

00:39:29: Und dann gab es so ein Berater damals.

00:39:31: Dann bin ich zu dem Berater hin und hab mich dem das vorgetragen.

00:39:35: Und dann bin ich in einen Wohnheim für behinderte Menschen oder Menschen mit Behinderung gekommen, bei der Frauenheimer Werkstätten.

00:39:43: Also heißen die Behindertenwerkstättern in Frankfurt.

00:39:46: Die

00:39:46: kennen nichts zum Bekannten?

00:39:47: Ja

00:39:47: genau und das war ein Wohnheim und das waren... Das hat mich wirklich sehr geprägt.

00:39:54: Es hat mich sehr beeindruckt, die Arbeit mit den Menschen mit Behinderungen.

00:39:58: Das war schon eine tolle Zeit.

00:40:00: Klamm Sie dass sie es auch als Politiker geprägte hat vielleicht auch unbewusst.

00:40:03: Naja, ich hab halt alles da gemacht.

00:40:05: Wenn ich das mal so... Ich muss es einfach so aussehen!

00:40:08: Ich habe Hintern abgewischt und Menschen Zähne geputzt.

00:40:12: Ich habe auch deren Intimpflege betrieben, weil sie es einfach nicht konnten.

00:40:17: Ich hab mit denen Weihnachten gefeiert oder Silvester gefeuert.

00:40:22: Und ja, das hat mich irgendwie geprägt, weil ich gemerkt habe ... Wenn wir das nicht so richtig lernen, irgendwie immer besonders mit Menschen um die Behinderung haben.

00:40:38: Sie wollen einfach ganz normal mit ihnen umgehen und dass man sie auch fordert, dass man mit ihnen diskutiert.

00:40:45: So wie wir beide miteinander reden, wollen die auch miteinander reden – und auch dass wir mit ihnen reden!

00:40:50: Und das habe ich gelernt und ich glaube deswegen, dass es meinen Umgang mit Menschen mit Behinderung natürlich sehr geprägt hat.

00:41:00: Das ist selbstverständlich ein großes Wort an Inklusion.

00:41:07: Da haben wir eine riesen Sache draus gemacht.

00:41:09: Ich glaube schon zu der Zeit gelernt, dass Inklusion eine Selbstverständlichkeit sein muss.

00:41:13: Dass Menschen mit Behinderungen ganz normal eingegliedert werden müssen Sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben, als auch egal wo.

00:41:22: Und dass sie nicht irgendwie wollen, dass wir besonders auf die Rücksicht nehmen sondern ganz normal mit ihnen umgehen.

00:41:27: Aber hat sich das damals selbst überrascht?

00:41:29: Dass Sie das können!

00:41:29: Das muss man ja auch können.

00:41:31: Also es hat

00:41:32: sich einfach... also auch diese, Sie meinen schon Ja, das hat sich ergeben.

00:41:38: Da muss man sich nichts vormachen.

00:41:40: Das ist immer eine Überwindung aber irgendwann ist es selbstverständlich und gehört einfach dazu.

00:41:48: Sie haben ja vorhin gesagt, sie hätten auch gerne Medizin studiert.

00:41:50: Sie haben Jura studiert und da haben sie ja dann zum Glück ihre Frau auch kennengelernt?

00:41:54: Ja!

00:41:54: Die fand ihr aber am Anfang gar nicht so toll ne?

00:41:56: Die fand er dass die eher so ein Junge-Union-Schnösel sind oder das hat sie mir mal erzählt in einem Gespräch.

00:42:02: Wann ist es denn gekippt als man sich doch mochte?

00:42:05: Also das sind ja so Geschichten von meiner Frau.

00:42:07: Das

00:42:07: hat sie mich erzählt.

00:42:08: Ich weiß das.

00:42:10: Sie hat Junge Union Fuzzi sogar gesagt also ähm... Aber irgendwie hat's sich ja... Hatts sich ja doch was... Das hat ja auch sehr lange funktioniert.

00:42:22: Es

00:42:22: funktioniert hoffentlich immer noch

00:42:24: und es funktioniert sogar sehr gut!

00:42:26: Ja, also Sie haben gefragt was sie...

00:42:29: Den wann kippte das

00:42:30: irgendwann?

00:42:31: Dass Sie gemerkt haben ach da ist doch mochten Sie sich denn auf Anhieb oder...?

00:42:34: Also das ist ja immer eine sehr schöne Frau gewesen.

00:42:38: Und sie heißt Tanja?

00:42:39: Ja uns ja ist Tanja was für Sie spricht.

00:42:46: Ja, also ob das jemals gekippt ist ich glaube.

00:42:49: Das war schon ein gegenseitiger... Na ja erstmal war es glaube ich ein Zweckbündnis.

00:42:55: Also ich glaube wir waren beide

00:42:57: im

00:42:58: selben Tag im selten Jahr.

00:43:00: Können wir auch Schicksal sagen?

00:43:01: Ja wirklich!

00:43:03: Ich glaube erst mal so dass wir uns kennengelernt haben Und wir hatten beide irgendwie, ich meine Freundin sie, ein Freund irgendwie.

00:43:13: Das war gerade getrennt und wie gesagt, der hat mir gut gefallen und so.

00:43:20: dann hat sich das irgendwie ergeben und es kamen natürlich politische Diskussionen Und ich glaube, das meint sie vor allem.

00:43:27: Ich glaube dass ich extrem konservativ war oder sehr konservativ gewesen bin in vielen politischen Positionen die man natürlich bei meiner Eltern wird irgendwie auch der Realität anpasst.

00:43:38: mir hat extrem missfallen wie meine Frau beispielsweise ja es war schon fast grün was sie da vertreten hat, dann gab's so eine Bewegung.

00:43:49: Damals es waren Atomversuche der Franzosen auf dem Murorua-Atoll.

00:43:54: Jacques Chirac war damals französischer Präsident oder Premierminister und ich fand Jacques Chiraq immer toll!

00:44:01: Ich fand französe Konservative sehr interessant und die haben da so ne Kampagne gemacht und Unterschriften sammlungen gemacht.

00:44:08: Unterstand drüber Faxi Rack.

00:44:10: Das war extrem abschreckend.

00:44:12: also das hab' ich auch sehr deutlich gesagt...

00:44:14: ein paar?

00:44:15: Nee, noch nicht.

00:44:16: Also ich glaube dass wir darüber sehr intensiv diskutiert haben und hier gesagt habe also wer keine Abschreckung hat wird irgendwann aufgefressen und sie mir gesagt hat aber man kann doch nicht so... Wir haben darüber Diskussionen geführt.

00:44:29: Ich fühle mich heute politisch im Übrigen wie sagt man bestätigt.

00:44:33: Wir sehen im Umgang mit der Ukraine, im umgang mit Russland, dem Umgang Mit anderen internationalen Bedrohungen das wir Deutschen einfach viel zu spät bemerkt haben dass wir uns nicht auf andere verlassen können, sondern das wir uns selbst aufstellen müssen und solche Aktionen haben dazu beigetragen.

00:44:51: Dass wir uns zu spät aufgestellt haben.

00:44:53: Das ist naiv!

00:44:53: Und es hat mich damals schon geärgert.

00:44:55: Ich glaube sie hat einfach geärgert, dass ich in vielen Punkten eine möglicherweise aus heutiger Sicht verstaubte konservative Sicht auf die Dinge hatte.

00:45:03: Ich würde mich ungern vertieft einlassen zu möglicherweise sehr verstaupten politischen Ansichten.

00:45:10: Nein und es hat sich aber irgendwann Das ist auch irgendwie interessant geworden, einen Partner zu haben mit dem man einfach auch politisch diskutieren kann.

00:45:19: Ich glaube für sie war das interessant und für mich war es auch interessant.

00:45:22: Und ich glaube dass da eine Art des Respektes in der Wertschätzung gewachsen ist und dass daraus irgendwann eine Beziehung geworden ist.

00:45:29: Es hat mir sehr jung geheimatet!

00:45:31: Ja, das sind mich mal überlegen.

00:45:32: Also wenn wir jetzt ... Ich dachte, Sie waren

00:45:35: länger verheiratet?

00:45:36: Nee, also wir hatten letztes Jahr...

00:45:39: Also sind Sie seit sechsundzwanzig Jahren verheiralten?

00:45:40: Genau!

00:45:41: Das ist ja ganz einfach.

00:45:42: Zwei tausend haben wir geheiratete.

00:45:44: Seit zweiundsevzig bin ich...

00:45:46: Ach so dann sind sie seit fünf und neunzig zusammen gewesen.

00:45:48: Und

00:45:48: genau, und wir waren davor.

00:45:50: Wir waren ja fünf Jahre.

00:45:51: Ich glaube, fünf Jahre waren wir zusammen.

00:45:53: Dann sind Sie jetzt

00:45:54: seit einunddreißig Jahren zusammen.

00:45:55: Genau, und dann sagte meine Frau irgendwann zu mir, also ich hätte auch weiter so leben können.

00:46:00: Langsam musste man das hier verfestigen, da mussten wir nicht unbedingt verfestigen und mein Freund gesagt doch du musst dich jetzt entscheiden.

00:46:06: Also willst du mich heiraten oder willst es nicht?

00:46:10: Und ich fuhr... Ich musste das jetzt nicht unbedingt fahren.

00:46:13: Obwohl das so konservativ war!

00:46:14: Ja komisch eigentlich ja aber das waren natürlich Binden.

00:46:22: weil ich so konservativ bin, ist natürlich auch der Punkt dass man dann wenn man das tut ist dann auch irgendwie nicht für drei Jahre oder zwei Jahre oder ein Jahr tut sondern dass man das schon ein bisschen... Das ist dann eine Bindung.

00:46:37: haben wir ja dann geheiratet, also hat sich wie immer meine Frau durchgesetzt.

00:46:41: Aber haben Sie nochmal einen richtigen Andrag gemacht?

00:46:42: Ja!

00:46:43: Also das hat sie halt... Ich weiß auch noch wo in Nürnberg.

00:46:47: Das hat meine Frau dann... Was ist denn jetzt

00:46:49: in Nürenberg?

00:46:50: Erschau' nicht

00:46:51: ne?!

00:46:54: Wir sind nach Nürnberg gefahren, haben einen Wochenende oder ein paar Tage da verbracht.

00:47:01: Das hat sich irgendwie angeboten aber das hat meine Frau auch irgendwie eingefordert.

00:47:05: Das ist schon noch mal erstaunlich!

00:47:08: Erstens wollte ich nicht und zweitens fordert sie dann auch noch ein, dass ich ihr noch einen Antrag mache.

00:47:12: Aber so war es.

00:47:14: Ist ja wahrscheinlich mit des Bestes in ihrem Leben was passieren konnte?

00:47:17: Ja doch, das muss man schon sagen...

00:47:19: Das prägen Sie auch, dass Ihre Frau, weil sie trägt das ja auch mit des Leben.

00:47:23: Ja was ich sehr erstaunlich finde, dass man so kritisch, so meinungsstark sein kann und am Ende trotzdem die Loyalität hat gewisse Wege mitzugehen, auch wenn man sie nicht so gut findet.

00:47:37: Das ist schon etwas Besonderes!

00:47:39: Weil natürlich so ein Leben wie wir es führen... einfach die ganze Familie irgendwie auch beeinträchtigen kann.

00:47:46: und ja, wenn man dann einen Partner hat der sagt ich mach das mit.

00:47:50: Auch wenn ich nicht alles richtig finde, das finde ich schon sehr toll.

00:47:56: Und

00:47:56: Sie ist Vorsitzender Richterin im Landgericht.

00:48:00: also was Argumente angeht und diskutieren angeht?

00:48:02: Ist Ihre Frau wahrscheinlich auch

00:48:04: mit

00:48:04: Ihnen auf Augenhöhe oder?

00:48:05: Ja als würde sagen... Überaugenhöhe, weil sie hat ja berufsmäßig Recht.

00:48:11: Also das werden Sie in der Diskussion mit Menschen die berufsmäßig recht haben immer schon auch erleben dass sich das auf ihr Privatleben durchschlägt und sie auch immer meinen sie hätten recht.

00:48:24: also und sie Auch immer mein sie hätte ein gutes Recht.

00:48:28: Das spürt man schon in Diskussionen mit meiner Frau das muss ich sagen aber ich ertrage es

00:48:33: Gerne.

00:48:34: Weil Sie gerade sagen, die ganze Familie lebt ihr Leben mit?

00:48:36: Sie sind jetzt Ministerpräsident seit Jahrzehntausendundzwanzig.

00:48:39: Ich lese ja Bild und ich lese Spiegel.

00:48:41: Da gab es ja vor zwei drei Wochen die Geschichte oder die Artikel dass Boris Rhein möglicherweise der nächste Bundespräsident wird.

00:48:48: das musste sie natürlich auch noch fragen.

00:48:50: Das betrifft dann auch Ihre Frau.

00:48:52: Aber Sie werden jetzt aber nicht erstaunt sein

00:48:54: Und das betrifgt ja auch diese ganze Familie wenn Sie Bundespräsident werden.

00:48:57: da müsste ihre Frau hier auch ihr Leben ändern.

00:49:00: Also Sie sind nicht erstaurend wenn Sie diese typische Politiker antworten, die es bekommen wurde.

00:49:05: Sie werden natürlich auch weiter nachsetzen.

00:49:06: ich weiß aber also ich finde das schweichelhaft in diesem Zusammenhang genannt zu werden ist das höchste Staatsamt.

00:49:13: aber wir haben uns in der Union einen klaren Farb.

00:49:16: Ich weiß, ich lese Zeitung

00:49:17: nicht, dass

00:49:18: die Bildzeitung da steht immer drin Nach den Wahlen im Osten wird entschieden wer Bundespräsident oder Bundespräsentin wird genau Aber ihr Name fällt eben auch.

00:49:27: Ja, also mich freut das.

00:49:29: Werdet es denn für Sie überhaupt eine Beförderung?

00:49:32: Weil ich meine sie können ja da nicht mehr viel agieren.

00:49:35: Sie versuchen es mit allen Mitteln

00:49:37: und... Nee, Sie werden der höchste Mann im Staat.

00:49:39: aber soll ich dich jetzt als Ministerpräsidenten können Sie natürlich vielmehr entscheiden.

00:49:44: Also erstens wir haben uns einen kleinen Farbplan gegeben.

00:49:47: die Entscheidung wird irgendwann... Und ich glaube das Wichtigste ist aber dass wir miteinander und das ist Teil des Farbplans Einfach das Profil diskutieren in der Union, in der CDU vor allem.

00:50:00: Wir sind eine Union, CDU und CSU.

00:50:02: Aber erstmal ist die CDU natürlich der überragend starke Part.

00:50:06: Deswegen muss erst mal die CDU wissen was sie will.

00:50:09: Dann müssen wir im Profil diskutieren dann diskutieren wir wahrscheinlich in der Profifrage.

00:50:13: auch Mann oder Frau muss man auch diskutieren miteinander so und dann kommen wir auf einen Namen und deswegen ich finde es schmeichelhaft genannt zu werden.

00:50:20: alles weitere müssen wir dann miteinander besprechen und ansonsten muss sich wirklich sagen bin nicht einfach unglaublich glücklich Minister wo sein eines solchen Landes zu sein.

00:50:29: Das war nicht mein Lebensweg, Frau May.

00:50:31: Also das war nicht das was ich hatte nie vor.

00:50:34: Sie wollten ja eigentlich Oberbürgermeister werden von Frankfurt und ich...

00:50:36: So, das gescheitert?

00:50:39: ...schleitert.

00:50:40: Das ist, glaube ich auch ein sehr prägender Moment gewesen oder einen Tag

00:50:44: für sie?

00:50:45: Ja

00:50:45: Wie geht man denn mit so einer Niederlage um?

00:50:47: also da ist ja alles drin Da ist Enttäuschung drin, da ist wahrscheinlich Selbstkritik drin Zweifel.

00:50:53: wie war es für sie dieser Abend Und vor allem noch der nächste Morgen?

00:50:58: Naja, es gab ja den ersten Wahlgang und den zweiten Wahlgang.

00:51:01: Und wenn ich ehrlich bin habe mich natürlich nach dem ersten Wahlgang schon gespürt dass das eine ganz schwierige Kiste werden würde.

00:51:14: So ein Wahlabend ist der Rausch brutal an ihnen vorbei und am nächsten Morgen ist es immer noch irgendwie bisschen unwirklich.

00:51:24: Ich glaube, am Ende müssen sie entweder komplett raus aus der Politik oder Sie müssen einfach weiter machen.

00:51:32: Und ich habe einfach weiter gemacht?

00:51:33: Ich bin am nächsten Morgen oder am nächsten Tag in der Woche dann irgendwo ... ich war ja Innenminister in Hessen.

00:51:47: die Ausschusssitzung gegangen, das Innenausschuss ist.

00:51:49: Hab meinen Gesetzentwurf da vertreten und hab dann ganz normales Business as usual gemacht als wäre nichts gewesen.

00:51:57: aber natürlich nagt es an einem.

00:52:00: sie fragen sich auch was hast du falsch gemacht?

00:52:02: liegt's an dir?

00:52:03: Liegt's an den Umständen?

00:52:05: Was hätte man besser machen können?

00:52:07: wo waren die Fehler?

00:52:11: Schämen ist vielleicht nicht das richtige Wort sondern für mich war dass Ich habe irgendwie das Gefühl gehabt, ich hab meiner Partei nicht gedient.

00:52:20: Ich hatte das Gefühl, ich habe meine Partei eine wichtige Funktion nicht ermöglicht.

00:52:27: Ich habe das Gefühl und auf Jahre Schaden zugefügt.

00:52:31: Das ist erst mal sechs Jahre so.

00:52:33: In der Regel macht es sich so, dass wenn der Amtsinhaber keinen kompletten Unfug macht, dann sind es zwölf Jahre.

00:52:41: Und ich habe meiner Partie nach unglaublich erfolgreichen Jahren von Petra Roth eben nicht die Chance geben können, diese wichtige Position weiterzuhaben.

00:52:53: Ich hatte echte Schuldgefühle hier schadenverursacht zu haben und ja Schaden angerichtet zu haben.

00:53:01: Und am Ende muss ich auch sagen habe ich ja auch Schaden angerichtet.

00:53:05: hat jemand die Wahl gewonnen den die Stadt zurückgeworfen hat.

00:53:08: Es hat jemand die Wahl gewonnen, der eine Katastrophe gewesen ist jetzt ja am Ende abgewählt worden in einer Großstadt.

00:53:14: also werden sie mal in einer großstadt wie frankfurt abgewählt müssen schon unglaublich viel hinbekommen und das ist möglicherweise dadurch entstanden.

00:53:23: das konnte hier dann auch nicht wissen.

00:53:25: aber ich habe zu mir gesagt hast du möglicherweise einfach dadurch dass du unbedingt oberbürgermeister für deine partei werden wolltest verhindert, dass jemand anderes für die CDU angereden wäre, der es besser gemacht hätte.

00:53:37: Das sind so Fragen, die man sich stellt.

00:53:40: Scham ist es eher nicht, sondern dieses Gefühl etwas angerichtet zu haben was schaden angerichtet hat.

00:53:47: Sind da auch drehen geflossen in dieser Nacht?

00:53:49: Nein!

00:53:50: Also Tränen, nee.

00:53:51: Wegen sowas weine ich nicht.

00:53:53: Bin eh kein Mensch da weint!

00:53:55: Haben Sie denn wegen irgendwas politischem überhaupt mal geweint?

00:53:57: Nein.

00:53:58: Wegend was politischen... nein, also nicht dass ich wüsste.

00:54:01: Nein, Träne sind ja nicht geflossen.

00:54:04: Man ist ja auch dann irgendwann durch.

00:54:06: Und man ist ja komplett fertig nach so einer Wahlkampf, das ist eine Runde und dann gehen sie in die zweite Runde.

00:54:14: Das sind zwei Wochen und diese zwei Wochen sind die härtesten Wochen.

00:54:16: Ich habe deswegen – ich glaube es hat mir gut getan!

00:54:19: Ich bin hier Landespolitiker und kann mit einem Ministerpräsident werden.

00:54:23: Ich sehe aber alle Oberbürgermeister- und Bürgermeisterswahlen in meinem Land unter einer ganz besonderen Lupe und mit unfassbarem Respekt für die Leute, die da antreten, die sich bereit erklären so was zu machen.

00:54:36: Weil ich eben weiß wie das ist!

00:54:39: Weil ich weiß wie es ist wenn sie fünfzig plus einzehn bekommen müssen.

00:54:42: Es wird sehr brutal, es ist sehr hart und es lastet unglaublich viel auf ihren Schultern.

00:54:47: Und deswegen habe großen Respekte vor Kommunalpolitikern die sich bereiterklären als Bürgermeister oder eben Oberbürgermeisters anzutreten.

00:54:54: Und zehn Jahre später sind Sie Herr Ministerpräsident geworden von Hessen.

00:54:57: Vielleicht war diese Niederlage auch das Beste, was Ihnen hätte passieren können oder?

00:55:01: Aus heutiger

00:55:01: Sicht würde ich da Ja sagen.

00:55:03: Was ist denn nämlich der bessere Job jetzt?

00:55:04: Also Oberbürgermeister oder Ministerpräsidenten?

00:55:06: Ein deutlicher

00:55:06: Ministerpräsident, also Oberbürgermeister ist toll zumal in einer Stadt wie in Frankfurt aber es ist natürlich sehr repräsentativ.

00:55:14: Der Oberbürgerenmeister hat ja sehr wenig Instrumente.

00:55:17: Der kann ja.

00:55:18: außer die Dezernatsverteilung, die er entscheidet, hat er wenig Instumente.

00:55:24: Es sei denn er hat eigene Dezternate.

00:55:26: Der Ministerprésident ist eine echte gestaltende Tätigkeit, also das ist ein unglaublich toller Job was ich sehr genieße.

00:55:33: Ich kann zwischen ihrer ehemaligen Heimat der Bergstraße, die sind in Bergstraß oder Ohnwald?

00:55:38: Bergstraßen!

00:55:39: Zwischen

00:55:40: der Bergstrasse und Nordhessen kann ich an einem Tag agieren.

00:55:44: Also das ist ja großartig und deswegen das schon eine schöne Tätigkeiten.

00:55:48: Ihr Vater hat ja die Niederlage mitbekommen aber den Sieg hat er dann leider nicht mehr miterlebt, oder?

00:55:53: Nee.

00:55:54: Schmerzt es?

00:55:57: Oh, also wenn man so drüber nachdenkt glaube ich hätte denen das das hätte dem große Freude gemacht.

00:56:02: Ich glaube es hätte den großen freudig gemacht und ich glaube es hat ihm sogar auch besonders noch mal zusätzliche großen Leute besondere Freute gemacht dass ausgerechnet ist eine Koalition mit den Sozialdemokraten ist.

00:56:14: am Ende wird der im Herr er ist ja der ist ja zum Christemokraten konvertiert.

00:56:18: ich glaube am ende hatte immer nur irgendwo ein bisschen sozialdemokratisches blut im herzen gehabt.

00:56:24: ich glaube das hätte die große freude gemacht.

00:56:27: Insbesondere auch politisch hätte sie im Große Freude gemacht.

00:56:30: Hat Ihre Frau eigentlich jemals zu Ihnen gesagt in dieser politischen Laufbahn, worist du veränderst dich gerade?

00:56:34: Ich erkenne dich grad nicht mehr wieder!

00:56:36: Sie missfällt sehr wenn mir Roter Teppich ausgelegt wird und das erleben Sie ja einfach dass sie... Ja, das Menschen... Naja

00:56:45: sagen wir mal wie es ist ein Ministerpräsident ist schon so'n kleiner König in Sandland So wird der ja auch so handelt

00:56:52: Und das missfält meiner Frau schon Und das führt dazu, dass sie dann eben zu Hause sagt.

00:56:58: Also wir müssen sich jetzt wieder hier erden, also Achtung, Achtungen!

00:57:03: Man muss sehr aufpassen, dass ein solches Amt einen nicht verändert und da hat sie am Ende auch recht.

00:57:07: Dafür bin ich eigentlich auch dankbar, dass die so ist und dass sie komplett unanfällig ist für solche roten Teppiche und sowas.

00:57:14: Sie macht das alles mit aber es ist komplett unauffällig für sowas.

00:57:18: Es gibt ja Frauen oder es gibt ja Parter Genauso Männer, die möglicherweise anfällig oder sowas sind.

00:57:25: Und ich glaube dass das sehr gefährlich ist für ein Paar und deswegen ist es ganz ordentlich wenn man immer schön im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Teppich bleibt.

00:57:33: und dafür sorgt meine Frau sehr und auch sehr massiv teilweise hinter der Verschlossener Tür.

00:57:38: Also

00:57:38: hat sie natürlich auch mitzureden, wenn es darum geht was kommt denn als Nächstes?

00:57:43: Sie ist großartig!

00:57:44: Ich finde Ihre Fragetechnik großartigt.

00:57:46: Nein, egal was kommt oder

00:57:51: ja klar natürlich auf alle Fälle.

00:57:52: also sie können glaube ich solche politischen Ämter nicht ausüben, wenn ihr Partner nicht mitzieht.

00:58:00: Weil wie gesagt die sind irgendwie immer mit beeinträchtigt ob das in Sicherheitsfragen ist, ob es auch im persönlichen Umfeld ist weil die Menschen kommen ja immer und sagen was macht er denn da für einen Unsinn?

00:58:12: Was ist ein Disphenzeug was ihr da macht komplett schlimm.

00:58:15: was ihr dann macht der schaden den und also und das kriegen die natürlich alle ab.

00:58:19: ne

00:58:20: Frau Merz hat mir das mal zählt.

00:58:21: Die ist auch Vorsin, eine Richterin und die hat gesagt sie kriegt halt Briefe wenn dann Leute ihren Mann kritisieren aber sich sagt es ist ja nicht mein Job das ist ja sein Job und so wird es bei ihrer Frau wahrscheinlich auch nicht anders sein.

00:58:32: Ja

00:58:32: einige machen das durch die Blume höflich andere sind extrem frech extrem deutlich und da muss man aufpassen und ich glaube klar so eine gestandene Richterin kann damit umgehen.

00:58:49: Ist es nicht einfach, wenn der Vater irgendwie verlacht wird?

00:58:53: Wenn er karrikiert wird.

00:58:54: Wenn komisch über den Vater geredet wird oder werden auch nur Anmerkungen gemacht werden?

00:58:58: das spüren die ja sofort wenn da was die stimmt

00:59:01: Da reden sie auch drüber mit ihren Jungs.

00:59:03: Ja Eine Frage habe ich noch herein.

00:59:05: Sie wirken ja immer so anständig zu sauber So klar waren sie jemals.

00:59:09: Ich weiß nicht.

00:59:09: hatten sie mal lange Haare?

00:59:10: Hatten sie mal einen Bad?

00:59:12: Haben sie mal bei den Strängen geschlagen Mit Alkohol?

00:59:13: als Jugendlicher gab's mal da etwas.

00:59:15: Also ich habe nie lange Haare gehabt.

00:59:17: Ich hab auch nie einen Bart gehabt, weil es war einfach... Wir sind jetzt meine Haare schon viel zu lang.

00:59:22: Aber also ja!

00:59:26: Ich hatte ein Kumpel in der Schule und wir haben kräftig geraucht.

00:59:31: Zigaretten?

00:59:32: Wir haben Zigarettingerauch zu einer Zeit wo man altersmäßig noch keine Zigarettern rauchen durfte.

00:59:37: Wie alt waren Sie?

00:59:39: Ich würde sagen, das muss man ein bisschen aufpassen.

00:59:41: Aber ich glaube wir waren schon so viertzehn werden mal gewesen

00:59:44: sein.

00:59:44: Ja und wir haben auch irgendwo uns Alkohol besorgt.

00:59:50: Auch in dem Alter schon?

00:59:51: Ja

00:59:52: leider!

00:59:52: Und es hat dazu geführt.

00:59:55: also es gab irgendwann einen Elternabend in der Schule weil kleine Schnapsfläschlein im Müll einmal gefunden worden sind und dann ist dieser Elternabend stattgefunden.

01:00:08: Offensichtlich die Täter gewesen ist ziemlich zu Gericht gezogen worden bei diesem Elternabend.

01:00:13: Meine Mutter war komplett empört, also wie das sein kann?

01:00:15: Das Kinder in dem Alter und bis sich dann irgendwann herausstellte dass es um ihren eigenen Sohn ging.

01:00:20: Deshalb meine Mutter mir glaube ich nie wirklich... Das hat meine Mutter schon sehr deutlich gesagt, dass sie da auf den Elternabend geht.

01:00:35: Sie in gutem Glauben ist das es nicht um ihren Sohn geht und sich am Ende rausstellt Ich und meinen Freund Florian, oder mein Freund Florians und ich so rum.

01:00:45: Es gewesen sind die da quasi die Übeltäder gewesen.

01:00:48: Ja das gehörte einfach dazu und muss ja ganz ehrlich sagen also wir haben es geschafft irgendwie unser Leben in die richtigen Bahnen zu lenken.

01:00:57: Ich danke Ihnen selber das Gespräch!

01:00:59: Ich bedanke mich bei Ihnen.

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