Olympia-Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl: Warum sie auf die WM in Aachen verzichtete

Shownotes

Vierfach-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl über die Entscheidung, in Aachen nicht um den WM-Titel zu kämpfen, obwohl sie sich ihren großen Traum erfüllen könnte. Im Gespräch mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May erzählt sie, warum sie lieber auf ihr Gefühl hört, was ihre Pferde sie über das Leben lehren und wie Familie, Trauer und die Suche nach Balance ihren Blick auf Erfolg verändert haben.

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00:00:00: Mein heutiger Gast hat vier olympische Goldmedaillen gewonnen, war mit ihrer Wunderstute der Lehrer die Königin der Dressur und wenn man sie fragt was ihr größter Erfolg im Leben ist muss ich keine Sekunde überlegen.

00:00:11: Ich bin erst richtig erfolgreich geworden als Mama.

00:00:14: Wahrscheinlich, weil sich die Prioritäten verschoben haben und das ist ein gutes Gefühl, dass es so viel mehr gibt als nur

00:00:20: Erfolg.".

00:00:34: Da ist einfach auch diese wahnsinnige Bindung und Verantwortung, die wir da an dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr für die Tiere haben.

00:00:40: Wo ich schon das Gefühl habe, dass sich am liebsten dageln kann.

00:00:42: Ich kann mich leider nicht mitnehmen in den Urlaub!

00:00:44: Für Jessica waren sie schon als kleines, schüchterndes Mädchen viel mehr als Sportpartner.

00:00:48: Wenn ich auch traurig war oder irgendwie eine schlechte Note heimgebracht hab, habe ich mich sofort bei dem Pferden verkrümelt.

00:00:54: Und wenn ich geweint habe, weil ich mich in die Box gesetzt und danach ging es mir schon besser...

00:00:58: Aber der Weg von diesem fährteverrückten Mädchen zu vierfachen Olympiasiegerin war alles andere als selbstverständlich.

00:01:04: Vielleicht liegt das Geheimnis ihres Erfolges nicht nur in ihrem Ehrgeiz, sondern in einem Satz den ihre Mutter ihr schon als kleines Mädchen mit auf den Weg gab.

00:01:13: Egal wie es läuft – ich liebe dich trotzdem!

00:01:33: Mein Gast heute bei Maibe ist Jessica von Predo Berndl, vierfacher Olympiasiegerin.

00:01:37: Jessica wir sitzen hier an einem Ort in Außenhausen in Bayern und ich muss sagen wenn man hier wohnt will man doch eigentlich nie weg oder fahrt ihr ein Urlaub?

00:01:45: Schon aber nicht lang!

00:01:46: Und mich zieht es immer wieder nach wenigen Tagen zurück nach Außenhause.

00:01:51: Was ist nicht lange?

00:01:52: Vier Tage fünf Tage?

00:01:53: Ja das reicht

00:01:54: mir.

00:01:54: Wo fahrst du dann hin?

00:01:55: Entweder nach Italien oder einfach nach Österreich in die Berge.

00:02:00: Ganz gerne fliegen wir tatsächlich ein bisschen mehr in den Süden, wenn es hier kälter wird.

00:02:05: Dann die ganze Familie?

00:02:06: Also du, dein Mann und die beiden Kinder?

00:02:07: Genau!

00:02:08: Aber du wirst natürlich auch gebraucht oder für die Pferde musst du ja auch da sein oder wie ist denn das?

00:02:13: Ich glaube, dass es einen ganz guter Indikator wäre, wenn man wegfahren kann weil wir einfach ein ganz tolles Team haben, die sich sensationell gut um die Pherde kümmern.

00:02:20: aber es ist natürlich nicht wie ein Tennis-Schläger, den man in die Ecke stellen kann und dem passiert nichts.

00:02:25: Da ist einfach auch diese wahnsinnige Bindung an dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr für die Tiere haben, wo ich schon das Gefühl habe, dass sich am liebsten dageln.

00:02:34: Die kann ich leider nicht mitnehmen in den Urlaub.

00:02:37: Geht schlecht!

00:02:37: Aber du rufst wahrscheinlich zehnmal am Tag an wenn du weg bist oder?

00:02:40: Nein

00:02:40: ist besser geworden.

00:02:41: Ja?

00:02:42: Acht mal

00:02:43: auch nicht.

00:02:44: Jessica was war es nur für ein Kind?

00:02:45: Warst Du so'n Mädchen der immer kleine Tiere gerettet hat, die immer geguckt hat, dass es allen Tieren gut geht?

00:02:51: Und mit vier Jahren habe ich schon entschieden, kein Fleisch mehr zu essen.

00:02:54: Weil ich einfach von Anfang an total Tier verrückt war.

00:02:57: und da haben wir noch nicht hier in Aubhausen gelebt sondern in Rosenheim.

00:03:01: Da war ich auch schon dieses kleine tierverrückte Kind.

00:03:05: Das heißt jeder Regenwurm der dir begegnet ist wurde gerettet, jede kleine Spinne, jede Schnecke und dann wurde es irgendwann größer!

00:03:13: Ja, ich habe immer schon Angst gehabt vor so Spinnenschlangen-Schnecken.

00:03:17: Aber an die hab' ich mich mittlerweile gewöhnt!

00:03:18: Ich rette heute mehr Spinnen als damals weil ich keine Angst hatte.

00:03:23: Es waren komischerweise schon immer Kühe, Pferde, Hunde Schweine scharfe Ziegen, die mich v.a.

00:03:32: fasziniert haben.

00:03:33: Nicht dir zu Spinnen und Schlangen aber auch heute kann ich auch Spinnen.

00:03:41: Habt ihr die hier vom Gelände teilweise?

00:03:43: Nicht wirklich, nein.

00:03:45: Die Frage stelle ich deswegen weil du ja ein... Du bist ja nicht nur Spitzensportlerin, du bist nicht nur Olympiasiegerin sondern du bist wahrscheinlich Olympiasiegerin weil du eben eine gewisse Art hast mit deinen Tieren umzugehen.

00:03:55: also mich hat tief beeindruckt.

00:03:56: jetzt kommt ja die Weltmeisterschaft in Aachen wo du natürlich angetreten wärst aber du hast gesagt Nein!

00:04:03: Weil dein dein Pferd Kismet hast du gesagt ist noch nicht in der Lage da anzutreten.

00:04:07: Also es ist auch nicht so weit wie du's gerne hättest

00:04:10: muss ich ein bisschen korrigieren.

00:04:12: Ich bin zur zweiten Sichtung nicht angetreten, mit der Chance dabei zu sein weil ich gefühlt habe dass es zu früh ist für uns.

00:04:20: Also ich war noch nicht qualifiziert aber das hat sich einfach noch nicht ready angefühlt.

00:04:25: Aber diese Verantwortung, die du hast.

00:04:27: Du guckst nicht nur darauf möglichst viele Medaillen und Pokale zu sammeln sondern du guckest halt, dass es rundum stimmt also das Tier, das Pferd sich genauso wohlfühlt wie du und das ist glaube ich was Besonderes in der Sportwelt.

00:04:38: Ich würde sagen, es ist nichts besonderes für mich.

00:04:39: Es ist ganz selbstverständlich Und ich habe auch das Gefühl, dass das für die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen selbstverständig ist.

00:04:46: aber natürlich ist man im Sport grundsätzlich dazu verleitet von einem Ziel zum nächsten zu jumpen und ich hab schon immer gesagt Ich liebe es, große Ziele zu haben und die habe ich zum Glück nach wie vor.

00:04:59: Aber das ist so viel wichtigere – und das weiß ich vor allen Dingen durch die Erfolge – ist, wie ich diese Ziele erreiche!

00:05:05: Und das ist der Weg, das ist das Alltägliche.

00:05:08: Das ist das was sich am besten beeinflussen kann und auf das was mich am meisten konzentriert.

00:05:14: Deswegen ist es mir so wichtig wenn Ich habe ja auch diesen Mindset-Mander über mich auf Social Media und ich hab da auch mal gesagt, das Gras wächst nicht schneller wenn wir dran ziehen.

00:05:22: Das ist so ein Spruch von mir!

00:05:24: Und trotzdem ertappe ich mich dabei dass ich selbst dazu verleitet bin manchmal zu ziehen und merk zum Glück aber rechtzeitig und sag...und es war jetzt wieder so eine Situation.

00:05:33: dann sage ich ne alles braucht so lange wie es braucht und es gibt kaum was Verlockenderes als Weltmeisterschaft im eigenen Land zu greifen.

00:05:40: und ich hatte das Gefühl dass es klappen kann.

00:05:43: und gleichzeitig Selbst wenn der Kopf sagt, es kann gehen hat mein Herz gesagt.

00:05:47: Es wäre jetzt nicht der richtige Schritt.

00:05:49: und das ist eben die Kunst dann auch in dem Moment aufs Herz zu hören.

00:05:54: und das fühlt sich gut an.

00:05:57: Haben Pferde eine Seele?

00:05:58: Ja!

00:05:59: Jedes lieber Wesen hat ne Seele.

00:06:01: Und ich glaube auch dass Pferden genauso wie wir Menschen so unseren eigenen Seelenweg haben.

00:06:07: Ich wünsche mir, dass es für mehr Tiere ein besonders schöner Seelen Weg ist.

00:06:11: Erlebst du das, dass deine Pferde... Du hast ja eine sehr enge Verbindung mit deinen Pferden.

00:06:14: Dass die deine Gefühle auch spiegeln?

00:06:16: Ja total!

00:06:16: Also die Pferdi spiegelt mich und je enger und länger ich mit Pferdens zusammen arbeite, desto mehr und krasser.

00:06:22: spieglen sie mich also auch Mit der Lehrer.

00:06:25: war es jetzt natürlich über so ne lange Zeit, über ein Jahrzehnt des gemeinsamen Arbeitens und Science Die hat wenn ich Innen nicht im Balance war, was sie sofort nicht in Balance.

00:06:36: Das war eine Eins-zu-eins-Spiegelung nahezu.

00:06:39: So weit bin ich mit einer Kismet noch gar nichts.

00:06:41: Aber ich will da hinkommen und das ist irgendwie das, was sich will mit allem Pferden.

00:06:46: Dass ich nicht auf vielen Irrwegen bin, sondern dass ich einen direkteren Draht habe und dass ich so ein direktes Feedback eben von unserem inneren Zustand bekomme.

00:06:56: Stehst du dann hier näher als dein Mann?

00:06:58: Sehe ich jetzt mal oder dein Kind ist ne andere Bindung aber ihr seid ja auch... Eng, also du mit deinen Pferden und natürlich der Familie auf der anderen Seite.

00:07:05: Ich stehe meine Pferde zum Glück nicht noch näher als mein Mann aber ich steh meinen Pferd sehr nahe und meinen Kindern...ich glaube das ist so das Näheste was man haben kann wenn man die in seinem Bauch getragen hat.

00:07:19: Aber es ist mit dem Mann leichter zu kommunizieren als mit den Pferdet weil wir einfach sprechen können Und ich wünschte mir manchmal, ich könnte noch direkter, noch schneller, noch klarer mit meinem Pferdem kommuniziert.

00:07:31: Jetzt darf ich mich immer wieder auf mein Bauchgefühl um meine Intuition verlassen und wir Menschen neigen ja dazu, alles kontrollieren und steuern zu wollen.

00:07:39: Und die Pferde erklären uns jeden Tag dass es nicht geht und deswegen ist das eine Schule fürs Leben mit Pferden zu arbeiten weil es immer nur darum geht was braucht man im Pferd heute?

00:07:48: Nicht was braucht mein Pferrd um!

00:07:50: Das finde ich eine ganz schöne Lektion für mich für meinen Leben einfach immer wieder in diese Präsenz reinzugehen Das macht man als Menschen nicht so untereinander.

00:07:59: Da spricht man über die Zukunft, da spricht man wie wir die erreichen wollen.

00:08:04: und das ist ganz wichtig für mich mit den Pferden immer wieder zwei ein Ziel zu haben aber immer nur zu schauen was braucht es denn heute?

00:08:12: Du sitzt ja quasi dein ganzes Leben schon auf dem Pferd!

00:08:14: Du warst vier Jahre alt und hast du angefangen Reitunterricht zu nehmen.

00:08:17: Ich habe ganz klassisch auf Schulponys einmal die Woche... Aber

00:08:20: viel ist schon klein.

00:08:22: Sehr klein.

00:08:23: Ich glaub, früher sollte man noch gar nicht starten.

00:08:25: Meine Tochter wird jetzt vier und die bremst sich ein bisschen ...

00:08:28: Die will auch natürlich?

00:08:29: Ja aber nicht so extrem!

00:08:31: Also ich bin gespannt ob das so kommt wie bei mir.

00:08:33: Mein Sohn hat dieses infizierte Reitergehen noch nicht.

00:08:37: Er liebt Tiere und er geht wahnsinnig liebevoll mit ihnen um.

00:08:41: Aber ihn zieht es jetzt nicht in den Sattel.

00:08:43: Und ich frag meine Tochter nie.

00:08:45: Ich hab ihn ein bissel zu oft gefragt glaube ich, aber meiner Tochter frage ich gar nichts und sie fragt mich und dann darf sie.

00:08:51: Aber ich pieze jetzt nicht so an.

00:08:52: Ich habe damals nicht am Reitsteil gewohnt, für mich war jeder Tag quasi ein Wartetag, wann ich wieder zum Pferd darf und sie haben es theoretisch vor der Haustür.

00:09:01: das ist gar nicht so eine große Verlockung wie ich sie damals hatte.

00:09:05: Weil dein Bruder, der ist glaube ich Benjaminis vier Jahre älter als du?

00:09:07: Nur eineinhalb Jahre.

00:09:08: Entschuldigung

00:09:08: anderthalb Jahre aber er hat zuerst geritten und dann hast Du es gesehen.

00:09:11: Nee wir haben zusammen

00:09:12: angefangen.

00:09:12: Ach okay!

00:09:13: Aber das heißt die Liebe kam weil Du Lust hattest also weil Du ein Pferdemädchen warst.

00:09:18: Unsere Mama war schon immer ein Pferdemädchen und durfte das aber nicht so ausleben, weil sie sollte Skirenfahrerin werden.

00:09:24: Und war da auch recht erfolgreich bis zum Europacapice gefahren.

00:09:28: Mit uns hat sie dann wieder zum Reiten angefangen durch unsere Tante die Ponys gezüchtet hat.

00:09:35: Also Pferde waren einfach immer da?

00:09:36: Nee, nicht immer!

00:09:37: Eben als ich vier geworden bin kam es dann wieder in unser Leben.

00:09:41: Weil als wir ganz klein waren, hat die Mama ... sich jetzt auch nicht so nach Pferden umgeschaut.

00:09:47: Da hat es die genug zu tun mit uns, aber dann eben als ich aus dem Grübsten raus war und man gemeinsam als Familie wieder was unternehmen konnte haben wir angefangen uns mit den Pferde auseinanderzusetzen.

00:09:58: Weil mit Vierern zu wissen ich will reiten und mit vier Jahren zu wissen ist kein Fleisch mehr das finde ich schon auch.

00:10:03: also das klingt mir nach einem sehr willensstarken Mädchen

00:10:06: Ja das war ich!

00:10:07: Und gleichzeitig aber sehr schüchtern.

00:10:08: Also ich habe mich einfach immer mit Tieren sicher gefühlt

00:10:12: weil

00:10:12: ich nicht so in die Kommunikation nach außen gehen musste.

00:10:14: Ich bin sehr sensibel und hab mich einfach mit den Tieren immer so sehr verbunden gefühlt, aber in der Schule beispielsweise einen Referat halten vor der Klasse sprechen das war für mich ganz schwer.

00:10:25: also das kann ich mich sehr gut erinnern, ich war sehr schüchtern.

00:10:28: Und warst du Mama-Kinder oder Papa-Kind?

00:10:30: Mama-kind Aber ich glaub mit zunehmenden Alter dann auch Papakind.

00:10:34: Also ich hatte es so in meiner Pubertärenphase eher So das Gefühl, ich will meinen Papa gefallen.

00:10:40: Ich will ihm was

00:10:41: beweisen.".

00:10:42: Dein Papa ist ja auch Sportler gewesen, ne?

00:10:44: Ich glaube Brigata Segler und dann Unternehmer!

00:10:46: Und du hast ja auch studiert, da hast du ein Fernstudium gemacht.

00:10:49: also das heißt du verbindest in dir ja auch beide Seiten deiner Eltern.

00:10:53: Also einmal das Unternehmerische um dann aber die Liebe zu den Tieren.

00:10:55: Voll!

00:10:56: Also meine Mama hat ja auch das unternehmerische In sich, das hat sie dann zurückgesteckt, hat aber gleichzeitig als wir klein waren schon eine Englischschule nebenbei gehabt für Business English Und der Papa hat ja damals Büromöbel verkauft und er hat uns schon so als Unternehmer mit groß gezogen auf jeden Fall.

00:11:13: Das brauchen wir auch heute, ich bin ja auch Unternehmerin, Autorin, Reiterin, Mama.

00:11:19: Ich vereine einiges in meinem Leben.

00:11:22: Als du ganz klein warst, weißt du noch was dein erster Berufswunsch war?

00:11:24: Was man Prinzessin oder Zahnärztin ... Kindergärtnerin

00:11:29: Dann Grundschullehrerin dann TierärztIn und irgendwann Profi-Sportlerin.

00:11:34: Wann waren dir das klar, dass es nicht nur ein Hobby ist sondern dass Pferde wirklich dann Leben sind?

00:11:38: Dann Berufung sind.

00:11:39: Das erste Mal glaube ich so mit vierzehn fünfzehn als ich's tatsächlich auf die Europameisterschaft bei den Union geschafft habe hatte ich das Gefühl, dass sich das vielleicht wirklich zu meinem Beruf machen könnte.

00:11:52: Richtig entschieden hab' ich's mit Anfang...ne mit Mitte zwanzig erst Als ich eigentlich an einem schwierigen Punkt in meinem Leben war wo ich gar nicht so richtig wusste was jetzt weiter hingehen sollte in meinem Leben.

00:12:05: Da hatte ich auf der einen Seite mein Studium abgeschlossen, ich habe ein Ernährungstrainer gemacht weil mich das Thema auch sehr interessiert hat oder auch nach wie vor interessiert und hab unser Fitnessstudio geleitet bis überbleibselt der Büromöbelfirma meines Vaters dass wir dann weiter ausgebaut haben.

00:12:20: Ein Fitnessstudie wo man hingehen konnte

00:12:21: für Menschen ja!

00:12:22: Für normale Menschen.

00:12:24: Und auf die anderen Seite war hier auf dem Hausen und die Pferde Aber nicht besonders erfolgreich.

00:12:30: Und wir waren erfolgsverwöhnt als Junioren, junge Reiter und dann eben gar nicht mehr erfolgst.

00:12:35: verwöhnt, als wir das Ganze auch auf eigenen Füßen schaffen sollten mussten, weil unser Papa hat damals auch gesagt Wir haben gemeinsam eine tolle Plattform gebaut aber ich bin nicht euer Sponsor!

00:12:46: Die Landwirtschaft zu erhalten bedeutet wirtschaftlich zu sein, die Abschreibungen zu finanzieren und zu verdienen.

00:12:53: Und dadurch haben wir ziemlich schnell gelernt, dass es einen Spagat braucht zwischen Wirtschaftlichkeit und Sport.

00:12:59: Erstmal mussten wir die Wirtschaftlichkeit auf gesunde Beine stellen, bevor wir uns wieder dem Sport widmen konnten.

00:13:04: Wir haben beides gleichzeitig versucht aber waren nicht besonders erfolgreich.

00:13:08: Und sind dann zum Glück im Sport wieder Fuß gefasst nach sechs bis sieben Jahren Durststrecke, muss ich sagen.

00:13:15: Dann kamen die großen Erfolge!

00:13:17: Also glaubst du, dass vielleicht diese großen Erfolge auch kamen weil du diese Durchstrecker hattest?

00:13:21: Weil du gesagt hast okay ich konzentriere mich jetzt auf das eine und mache ne Pause mit dem Pferden also mit den Reiten.

00:13:28: Und dann hast du ja nochmal komplett durchgestarrt.

00:13:30: Also das Wichtigste bei der Durchstrecke war eigentlich, dass wir gelernt haben Pferde von Jungen aus auszubilden.

00:13:35: Dass wir gewusst haben.

00:13:36: wenn wir uns das ganze langfristig finanzieren wollen müssen wir auch lernen wie wir die Pferden wirklich von jungen auf ausbilden.

00:13:41: Das ist ja auch eine Wertschöpfung dass wir die pferde wertvoller machen um sie letztendlich auch überhaupt verkaufen zu können.

00:13:46: Das is nicht mein Lieblingsteil!

00:13:48: Wie man sich vorstellen kann.

00:13:50: Meistens schaffe ich es dir auch die dann in Augenhausen zu verkaufen und hierzu behalten.

00:13:54: Die Pferda macht dann wieder... für mich mehr Freude.

00:13:59: Ich habe aber auch lernen dürfen, dass es woanders den Pferden gut geht.

00:14:02: und das zweite war um dann wirklich erfolgreich zu sein hat's das komplette Commitment gebraucht und da hab ich angefangen auch zum Glück mit einem Coach zu arbeiten der die richtigen Fragen gestellt hat und ich gewusst habe okay mein Herz schlägt einfach für die Pferde.

00:14:16: Das war eben so eine Weggabelung Gehts jetzt in Richtung Gesundheit und Fitness oder gehts jetzt doch noch mal in Richtung Pferd Und ich hab dann nicht mehr beides gemacht, weil das ist das was mich eher unerfolgreich gemacht hat.

00:14:28: Weil ich mit dem Kopf und dem Herz im Fitnessstudio eigentlich bei den Pferden war und umgekehrt und beiden nicht hundertprozent gerecht werden konnte.

00:14:35: Erst als ich mich voll committed habe, mich noch mal ganz auf die Pferde zu konzentrieren... ...mit so einem kleinen Impact mit mir selbst dass ich sage da war ich sechsundzwanzig, fünfundzehn bis dreißig nochmal all in und entweder ich bin dann in der Richtung wo ich hin will Oder ich kann immer noch was anderes machen, weil ich hatte Berufserfahrungen.

00:14:53: Ich habe ein abgeschlossenes Studium gehabt.

00:14:56: Mit Reißig sind wir immer noch zu jung wieder zu wechseln.

00:14:59: und diese Sicherheit, diese Innere die ich mir da gegeben hab hat mir dann auch erlaubt mich wirklich nochmal voll auf die Pferde zu konzentrieren und Studioleiter zu finden.

00:15:08: Und mein Bruder ist mitgegangen der war nebenbei schon mit den Immobilien tätig und hat sich dann aber auch nochmal voll aus Reiten konzentiert und dann wurde es erfolgreich!

00:15:17: Ich glaube, das war eher das, was es schwierig gemacht hat.

00:15:20: Es ist Sicherheit auf der einen Seite aber auch eine Freiheit, ne?

00:15:23: Also ihr hattet eine Freiheit zu sagen okay ich hab diesen Background wir probieren's jetzt und dann gehen wir halt zurück.

00:15:28: Ja

00:15:28: Aber wie war das denn als du diese Erfolge dann als ein Erfolg nach dem anderen kam?

00:15:32: glaubt man... Das kommt

00:15:33: ja nicht so von heute auf morgen aber es entwickelte sich dann plötzlich alles in die richtige Richtung Und ich habe auch mutige Entscheidungen getroffen mutige Fragen gestellt.

00:15:41: ich hab den UNE dann zur Verfügung bekommen Erster richtiger Icebreaker, mit dem ich auf Weltcups gefahren bin.

00:15:48: Und ich weiß noch zum Glück hat es mir damals immer im Nachhinein gesagt dass mein Trainer den Kopf geschüttelt habe wenn ich ihm erzählt hab ich will zu dem und dem Weltcup fahren und er hat sich da gedacht du konntest drehen zu völlig durch.

00:15:58: Aber innerlich habe ich immer gedacht Wenn ich eine der besten werden will muss ich mich mit dem Besten messen und dann bin ich einfach los!

00:16:05: Natürlich war ich am Anfang nicht in den Top drei.

00:16:07: Ich war acht oder neun oder zehn da und habe mich gefreut wenn ich mal in die Platzierung rein gerutscht bin.

00:16:11: Ich hab weitergemacht, ich habe dann immer mich verglichen mit den besten.

00:16:14: Mich vergliche mit dem Besten in der Videoanalyse und habe immer geschaut ihr was fehlten noch.

00:16:18: Und hab weitergetüftelt und weitergearbeitet und... ...und ich bin immer besser geworden!

00:16:23: Was ist denn für dich der größte Erfolg?

00:16:24: Immer im

00:16:25: Leben?!

00:16:25: Ja, meine Kinder.

00:16:26: Aber als Reiterin?

00:16:28: Als Reiterinn?

00:16:29: Mein größter Erfolg ist das, dass ich selbst...

00:16:30: Der wichtigste Sieg, so hätte ich fragen müssen.

00:16:32: Der wichtigeste

00:16:33: Sieg ist mit Sicherheit der Olympia-Sieg gewesen weil es auch von der Druckseite die heftigste Challenge ist der man sich stellen kann.

00:16:42: Vor allen Dingen in Paris, Tokyo – der erste Olympiasig war leichter als der in Paris!

00:16:47: Weil wenn du für Deutschland zu Olympia fährst ist die grundsätzliche Erwartungshaltung ans deutsche Team groß aber für mich als Olympianewling jetzt nicht so extreme eine Einzelwertung.

00:16:59: Aber wenn du dann drei Jahre von Tokio, also einundzwanzig bis vierundzwenzig umgeschlagen bist und als absolute Einzelfavoriten nach Paris fährst ist das nochmal eine ganz andere Nummer an Druck- und Erwartung voraus, die auf dich einprasselt.

00:17:13: Und da kann man noch so viel sich einreden!

00:17:16: Ich mach mir keinen Druck.

00:17:17: Ich kann nur so viel Druck haben, wie ich mich selber mache.

00:17:20: Geht gar nicht!

00:17:21: Die ganzen

00:17:21: Medien alleit schon... die Schlagzeilen, die du irgendwie dann leider doch mitbekommst.

00:17:27: Liest

00:17:27: du sowas vorher?

00:17:28: Grundsätzlich

00:17:29: nicht aber dummerweise schaffts irgendwer dann immer wieder ist dir dann zu schicken.

00:17:34: Aber anyways das ist mein größter Triumph dass ich es eigentlich ausgehalten habe und es wieder geschafft hab.

00:17:41: Also hast du dich über den Sieg in Paris eigentlich fast noch mehr gefreut als über den ersten?

00:17:45: Ich glaube, in Tokio war die Freude größer.

00:17:47: In Paris die Erleichterung.

00:17:48: Das kann man sagen!

00:17:49: Du hast

00:17:49: dir die Olympischen Ringe habe ich gesehen... ...als Tattoo am Handgelenk.

00:17:55: War das nach Paris?

00:17:57: Weil mein Personal Trainer hat gesagt, wenn du nochmal Doppelgold gewinnst dann lässt du dir mal irgendwohin die Olympische Ringe tätowieren.

00:18:06: und zu dem Zeitpunkt es waren ungefähr acht neun Wochen vor Paris hatten wir als Team-Night so keine Chance auf Gold.

00:18:13: Einzelwertung war mein Ziel, aber ein Team war es ganz schwer weil die Engländer viel stärker waren und auch die Dänen extrem stark!

00:18:19: Und wer Paris verfolgt hat weiß wie knapp's auch war und dazu ist ja eine Eliminierung von einer Englenderin gekommen kurz vorher.

00:18:27: und dann war es plötzlich möglich und ich dachte jetzt muss sich die Wette auch einhalten.

00:18:31: Das sind aber gute gute Stellen.

00:18:32: Ich wollte

00:18:33: sagen du konntest dir diese Stelle aussuchen also es hätte ja Oberarm oder so werden

00:18:37: können?

00:18:37: Nee das ist auch wirklich sehr klein und dezent.

00:18:39: Aber ich weiß, ich bin jetzt gar kein Pferdemädchen gewesen.

00:18:41: Also ich habe zwar immer früher die Pferde Romane gelesen, das mochte ich aber ich hatte jetzt den Wunsch zu reiten oder in einem Pferdinternat zu gehen.

00:18:49: Aber was ich weiß, ich hab früher auch immer wenn ich Ressour-Reiten geguckt habe im Fernsehen.

00:18:53: Das fand ich immer ganz toll weil es war die Anmutung dann die Outfits die Art und Weise wie geritten wird wie die Pferde sich bewegen das ist schon finde ich immer noch etwas ganz besonderes.

00:19:03: hast du das auch immer ein Feinsam verfolgt?

00:19:05: Früher aber hat es so eine Dole?

00:19:06: Ja Atlanta, Isabel Welt, zweitausend sechsteunneinzehundert sechsund neunzehn.

00:19:12: Also Isabel Wert ist auf jeden Fall für dich auch ein Vorbild gewesen.

00:19:15: Damals war ich zehn und habe gesehen, wie sie in Atlanta Gold gewonnen hat.

00:19:19: Und hab zu meinen Eltern dann offensichtlich damals gesagt, das würde ich auch schaffen.

00:19:23: Hast du gesagt?

00:19:25: In deinem Kopf war das klar!

00:19:26: Du willst irgendwann sowas auch mal schauen?

00:19:27: Nee, ich hab's einfach über die Lücken gebracht und hab das ausgesprochen.

00:19:31: Ich kann mich da nicht mehr daran erinnern aber ich weiß noch, wie ich es im Fernsehen gesehen hab und so begeistert war... ...und ich wusste damals natürlich nicht was noch alles auf mich zukommt und wie schwer das ist und wie unselbstverständlich.

00:19:44: Ich hab auch ehrlich gesagt, jetzt erst das Gefühl wirklich zu realisieren was ich da geschafft habe.

00:19:48: Weil ich jetzt das irgendwie wieder schaffen will wieder da hochzukommen und es ist schwer!

00:19:52: Also das ist einfach etwas ganz Besonderes das überhaupt mal erlebt haben zu dürfen.

00:19:57: Hast du das Isabelle mal gesagt?

00:19:59: Weil die reitet ja auch noch.

00:20:00: also ihr seht euch wahrscheinlich... Wir waren

00:20:01: jetzt zusammen

00:20:02: in Paris und war dort zusammen.

00:20:03: aber hast du dir das mal gesagt dass sie eigentlich so dein vielleicht so eine Motivation war eine innere?

00:20:08: Dass du das auch reichst.

00:20:09: Das weiß sie.

00:20:10: Ja.

00:20:11: Es gibt auch ein Foto, da ist Isabel hier auf den Turnier geritten und ich war glaube ich elf oder zwölf und habe mit ihr dann so'n typisches Fan-Foto gemacht.

00:20:17: So'n Fan-Girl-Fotos was heute die Leute mit dir haben wollen?

00:20:20: Aber das heißt Olympia also in Los Angeles.

00:20:23: natürlich dass es dann das nächste Ziel, oder?

00:20:25: Ja aber das geht so leicht von den Lippen, gell?

00:20:27: Sag

00:20:27: ich jetzt als Nichtferde

00:20:28: nichtchen!

00:20:29: Ja, es ist schwer, aber es ist mein Ziel Und ich hab das Gefühl, dass ich's schaffen kann und das fühlt sich gut an.

00:20:34: Ich weiß nicht wie, aber ich weiß, dass es möglich ist.

00:20:37: Ich hab womöglich auch schon die richtigen Pferde hier und wissen, tun wir's in zwei Jahren.

00:20:43: Haben deine Eltern das immer ernst genommen?

00:20:44: Also haben sie gesagt ja, wir unterstützen dich oder haben die dich einfach mal machen lassen, haben gesagt komm ist jetzt vielleicht eine Teenager-Laune oder vielleicht kommt doch noch ein anderer Beruf.

00:20:53: Sie haben also ich spreche für uns für mein Bruder mich und schon sehr unterstützt aber nicht gepusht.

00:20:59: Das ist, glaube ich, der richtige Ausdruck.

00:21:02: Es war auch immer klar wir müssen aufs Gymnasium, wir müssen Abitur schreiben und studieren.

00:21:07: Wenn das funktioniert dann könnt ihr reiten!

00:21:09: Also es war denen unheimlich wichtig einfach auch um ein zweites Standbein zu haben und es war nicht so vorgeebnet und gesehen dass wir jetzt da in den Spitzensport kommen weil wir auch einfach nicht aus einer Reiterfamilie sind.

00:21:23: Das ist ja auch ungewöhnlich, wir kommen ja nicht aus der klassischen Reiter-Familien.

00:21:26: Meistens ist es so dass die ganze Familie das dann auch mitlebt.

00:21:29: über Generationen?

00:21:31: Ja genau!

00:21:31: Wir sind die erste Generation aber es ist schön.

00:21:34: Aber waren die da noch mal mit bei den Turnieren?

00:21:35: Ja, vor allen Dingen als wir noch jung waren immer.

00:21:38: Mussten sie erfahren wahrscheinlich.

00:21:40: Und jetzt will mein Papa eigentlich immer mit und die Mama kommt manchmal auch mit wegen den Kindern, weil ich ja auch Hilfe brauche oder... Je nachdem wie spannend das für die Kinder auf dem und dem Turnier ist, bleibt sie auch mal mit den Kids zu Hause.

00:21:52: Ich würde sagen wollen die Kinder immer mit?

00:21:53: Es gibt Turniere da macht es ihnen super viel Spaß weil sie auch drum herum viel machen können ob sie Fahrrad fahren oder auf den Spielplatz gehen können.

00:22:00: aber es gibt eben auch so Hallenturniere die beispielsweise ein bisschen fader sind in der Winterzeit.

00:22:05: das sind sehr einfach lieber daheim.

00:22:07: Mittlerweile entscheiden sie das fast immer selber

00:22:09: Wird man sich noch besser also eine andere Reiterin wenn man Mutter isst.

00:22:13: Also ich bin erst richtig erfolgreich geworden als Mama.

00:22:16: Warum?

00:22:16: Wahrscheinlich, weil sich die Prioritäten verschoben haben und so eine gewisse Lässigkeit auch in den Sport kam.

00:22:23: Weil vor Tokio man fragt sich halt auch was passiert im Best Case und was passiert dem Worst Case?

00:22:29: also die Liebe und der Alltag ändern sich nicht.

00:22:31: wie liebe meiner Familie, meine Kinder damals noch ein Kind das ist ja mir völlig burscht ob ich erster oder letzter werde.

00:22:38: Hauptsache die Mama kommt wieder rein und es ist ein gutes Gefühl dass es so viel mehr gibt als nur Erfolg.

00:22:45: Das ist für mich das, was das Leben erfüllt.

00:22:48: Und gleichzeitig aber auch... Ich glaube ich habe ganz gut gelernt mehr zu priorisieren und mich zu fokussieren.

00:22:55: Und es kam auch durch ein Gespräch mit einem anderen Coach, mit dem Felix Gotthold weil ich mal gesagt habe Es gibt andere Reiter die sich nur aufs Reiten konzentrieren können.

00:23:03: Bei mir hängt so viel dran.

00:23:04: Ich führe das Personal, ich hab Unternehmen.

00:23:06: Wir haben eine Online-Unternehmen hier, wir haben auch den Außenklub, einen Onlineunternehmen.

00:23:14: Im Moment arbeite ich an einem Kinderprojekt.

00:23:17: Ich habe zwei eigene Kinder, ich hab den spitzen Sport... ...ich aber auch noch ein Mann, ich habe eine Familie und das ist nochmal ganz schön viel!

00:23:24: Und dann hab' ich gesagt, manche können sich nur auf das Eine konzentrieren und er sagt nee, nee, nie.

00:23:28: Keiner kann so gut die Präsenz üben wie du, seitdem ich mich da ernsthaft miteinander gesetzt

00:23:34: hab."

00:23:34: bin ich so viel ruhiger geworden, noch viel präsenter und habe wirklich das Gefühl dadurch einfach viel mehr zu schaffen.

00:23:41: Wenn ich reite, reite ich!

00:23:43: Wenn ich Mama bin, bin ich Mama, wenn ich Unternehmerin, dann bin ich

00:23:45: Unternehmerin.".

00:23:47: Und das hat so eine Ruhe und so eine Struktur und so ne Klarheit nochmal in mein ganzes Leben gebracht durch dieses Bewusstmachen.

00:23:53: Das Einzige was wir haben ist es jetzt.

00:23:55: Genau und das ist auch das was bleibt.

00:23:57: Also deine Familie bleibt hier?

00:23:59: Ja.

00:23:59: Verändert so eine Goldmedaille ja auch ne Ehe?

00:24:02: Nein.

00:24:03: Zum Glückwicht.

00:24:04: Dann man ist ja kein Reiter?

00:24:05: Der war Reiter!

00:24:07: Also ihr

00:24:07: habt euch kennengelernt auch mit Pferden oder durch Pferde?

00:24:10: Er

00:24:10: kommt aus einer Reiterfamilie, sein Papa war Reitlehrer und er war... Du

00:24:14: siehst ich bin kein Pferdemädchen.

00:24:15: Das macht gar nichts.

00:24:16: Ich hab gelust jetzt

00:24:17: in der Vielseitigkeit.

00:24:18: Okay,

00:24:20: das muss

00:24:20: ich nicht wissen.

00:24:21: Vielseidigkeiten muss ich mich nicht auskennen.

00:24:22: Nein.

00:24:23: Und er ist Bayerischer Meister in der vielseitigkeit geworden, mein Mann.

00:24:27: Okay also ihr habt Euch durch Pherde.

00:24:30: Ja, auf einem Studentenreiterball.

00:24:33: Wo ich nur unserem Tierarzt zuliebe hingegangen bin und da hab' ich den Max kennengangen.

00:24:38: Mit dem Tierarz?

00:24:39: Bist du damals hingegang und bist mit deinem Mann nach Hause gegangen?

00:24:42: Nein, mit einer Freundin bin ich hingegange aber der Tierarst war im Vorstand von den Studentbereitern und der wollte halt immer diesen Ball am Leben erhalten, den es mittlerweile wirklich nicht mehr gibt.

00:24:52: und dann bin ich damit gegangen und habe da den Max kennen gelernt.

00:24:55: Also auch wieder eine Verfügung.

00:24:56: Glaubst du noch

00:24:57: einen Schicksal?

00:24:57: Ich glaube auch an, dass je nachdem in welchem energetischen Zustand wir sind öffnen sich Türen oder sehen wir Türe durch die wir durchgehen können, die wir sonst nicht sehen würden.

00:25:09: Also ich habe ja auch nicht immer nur ... Ich bin ja auch nie immer nur im Balance und bin immer nur gut drauf und bin mir immer nur mit meiner ganzen Sache sicher.

00:25:17: Ich hab ja auch Selbstzweifel oder Phasen wo es mir einfach mal nicht so gut geht Und da spiegelt sich sofort das immer am Außen wieder.

00:25:25: Das ist eine coole Übung fürs Leben, wenn man sich dessen bewusst ist.

00:25:28: Dass man so viel Powervoller ist über seinen Schicksal.

00:25:31: Also zum Thema Schicksale.

00:25:33: Ich glaube wir erarbeiten uns ein positives oder nicht so positives Schicksales.

00:25:37: ich glaub aber das soll jetzt kein Widerspruch in sich sein dass es an der Art und Weise wie wir mit den Themen die uns einfach das Leben serviert umgehen darüber haben wir die power.

00:25:49: ich weiß nicht was ich von dem schicksal halten soll wenn dein Pferd Hirnschlag stirbt, aber die Art und Weise wie ich das Händl liegt in meiner Verantwortung.

00:26:00: Das will ich damit sagen.

00:26:01: also wir sind nicht nur die Opfer dieser Schicksalsschläge sondern wir können auch bei den tragischsten Situationen noch die Power haben zu entscheiden.

00:26:14: bleiben wir jetzt depressed und bleiben wir in diesem Seelenzustand und verschließen uns auch diesen ganzen Sport.

00:26:20: Ich hatte die Gedanken als es mir richtig schlecht ging am Anfang Alles sind freigestellt.

00:26:25: Oder, das ist ja dieses Wort regulärisch, kommen wir in diesen ursprünglichen im Balance stehenden Zustand zurück und öffnen uns wieder dem Leben.

00:26:33: Das heißt ja nicht dass wir nicht trauern, das heißt nur, dass wir auch die Lebensfreude wieder rein lassen.

00:26:39: Und ich glaube, dass das für viele Menschen ganz schwierig ist, die eben so schlimme Schicksalsschläge mit Kindern, Ehepartnern, Freunden erleben da wieder zurückzufinden Daher, glaube ich so halbanschicksal sind.

00:26:54: Ich glaube wir haben alle unser Päckchen zu tragen und alle unsere Lerngeschenke und Aufgaben im Leben.

00:26:59: Aber wie man damit umgeht... Wie gehen wir

00:27:01: damit

00:27:01: um?

00:27:02: Das muss man lernen!

00:27:02: Ich glaube da gehört auch ganz viel Urvertrauen dazu.

00:27:06: Dass man hat in sich selbst.

00:27:08: Aber manchmal denkt man gar nicht das man es hat wenn alles so über einen zusammen bricht.

00:27:13: Und da wieder zu wissen dass wir eigentlich alle vom gleichen kommen Und auch alle wieder gehen müssen und dass wir einfach nur eine bestimmte Zeit hier haben, wo wir allen nicht wissen wie lang die ist.

00:27:24: Und dann wieder Verantwortung für unsere Tun- und Denkenübernehmern – ich glaube das ist so der wichtigste Schritt dann!

00:27:29: Und es geht nur wenn man sich damit auseinandersetzt... ...und sich dessen bewusst ist.

00:27:33: Du hast ja Anfang des Jahres ein ganz wichtiges Fert verloren?

00:27:36: Das war glaub' ich auch ne ganz schlimme Phase wirklich?

00:27:38: Ganz schlimm, ja….

00:27:39: Das war der Dialo und da hatte ich gerade den Anschluss in den… in den Spitzensport, aber darum ging's nicht.

00:27:45: In dem Moment hab ich einfach meinen Freund verloren und das meinte ich ... Ich habe alles in Frage gestellt, ob ich diesen ... dass alles noch mal aushalten kann?

00:27:53: Das war für mich so der bis dahin im Leben schlimmste Schmerz, den ich bis jetzt gespürt hab.

00:28:00: Und für mich sind die Pferde wie Kinder.

00:28:02: Also für mich war es einfach so schrecklich auch mit anzusehen, wie er da Mit mir und mit uns, mit den Tierärzten da gemeinsam gekämpft hat und einfach nicht mehr aufstehen konnte.

00:28:11: Es war einfach auch so ein blödes Gefühl, weil er ja auch nicht gehen wollte und offensichtlich auch keine Schmerzen hatte.

00:28:18: Er war einfach seine linke Seite nicht ansteuern konnte.

00:28:21: Es war schlimm dass man so ausgeliefert und so machtlos Und das dann auch gehen zu lassen loszulassen.

00:28:28: er hat dann auch am ende los gelassen und auch konnte gut gehen.

00:28:31: aber Das zu begleiten ist schwer

00:28:33: Macht aber auch wieder stärker wahrscheinlich oder?

00:28:37: Komm jetzt noch zu drehen also immer noch schlimm Aber als du den Max kennengelernt hast auf diesen Ball, jetzt strahlt sie.

00:28:46: Als du den max kennengelernen hast, war ich beiden klar das wird was fürs Leben?

00:28:50: Also das ist lieb, oder hast du erst mal gedacht, ein netter Kerl?

00:28:54: Ich war damals, ich glaube gerade, dreiundzwanzig.

00:28:58: Wir sind schon siebzehn Jahre zusammen und ich war nie so eine die sich sofort auf einen Typen eingelassen habe.

00:29:05: Ich hab mir den schon erstmal genauer angeschaut Aber ich wusste recht bald, dass es so eine Art Mensch ist mit dem ich mir vorstellen kann durchs Leben zu gehen.

00:29:15: Weil er einfach unfassbar intelligent humorvoll und eher reflektiert ist.

00:29:21: Und da bin auch heute sehr dankbar so einen Partner in meiner Seite zu haben der den man einfach über alles sprechen kann und trotzdem so viel Spaß haben kann im Leben.

00:29:29: Wusste er das du's bist?

00:29:31: Ich glaub schon.

00:29:32: Das sag ich

00:29:33: jetzt so frech, weil dann gehen

00:29:34: wir sich auf den Bild von Mühe auf jeden Fall!

00:29:36: Das ist schon mal gut ja...

00:29:37: Da hatte ein Bild von mir, da war ich auf dem Titelbild von einem Pferdemagazin in seinem Spind hängen.

00:29:43: Was hast du zufällig entdeckt?

00:29:44: Nein das hat er mir irgendwann erzählt.

00:29:46: Das hat er manifestiert dass ich in sein Leben komme offensichtlich.

00:29:49: Ja es auch gut.

00:29:50: Dann weiß er es auch zu schätzen was er mit dir hat.

00:29:52: Ja ich hoffe, ich glaube schon.

00:29:53: Wir verstehen uns sehr gut.

00:29:55: Welche Werte haben eure Eltern dir mitgegeben oder euch als Kinder mitgegen, dein Bruder und ihr?

00:29:59: Ich glaube, auf jeden Fall Verantwortung.

00:30:00: Das kommt mir sofort in den Sinn mit Tieren.

00:30:03: Die Liebtiere?

00:30:04: Verantwortung für deine Tiere?

00:30:05: Ja.

00:30:06: Meine Mama.

00:30:07: vor allen Dingen das Thema Liebe – diese bedingungslose Liebe.

00:30:10: und jetzt muss ich ein bisschen überlegen, dass sich den richtigen Wert sagt.

00:30:14: aber es sind so viele Werte die sie uns mitgegeben haben auch dieses Thema Just Do It!

00:30:20: Es ist ein Wert einfach fürs Sich vorangehen.

00:30:24: Das kann man so nicht als Wert vielleicht bezeichnen.

00:30:27: Diese Lebenseinstellung haben sie uns auf jeden Fall vermittelt.

00:30:30: Also mein Papa hat immer gesagt, ich bin Macher und kein Unterlasser!

00:30:34: Und letztendlich hatte er uns das vorgelebt.

00:30:36: Also Unternehmer unter Lasser.

00:30:37: vielleicht hat er diese Wörter benutzt.

00:30:40: Dieses ja auch zu sich selbst stehen kann man mehr oder weniger?

00:30:45: Ich glaube durch die Pubertät geht man automatisch auch durch eine schwierige Lebensphase.

00:30:49: dann kommt es so in den Anfang zwanziger und das war auch bei mir so wer bin ich?

00:30:53: weil will ich sein?

00:30:53: wo gehöre ich hin?

00:30:56: Immer wieder sich die Frage zu stellen, wer bin ich und wer will ich sein?

00:30:59: Du

00:30:59: und dein Bruder, ihr seid ja sehr eng heute.

00:31:01: War dir als Kinder schon auch immer unzertrennlich also gab es euch nur im Doppelpark?

00:31:07: Wir haben uns auch gestritten wie ganz normale Kinder und sind uns auf die Nerven gegangen und er hat die... Jetzt werde ich mir verzeihen die Haare meiner Barbie Pferde abgeschnitten.

00:31:16: Nicht dein Ernst!

00:31:17: Nein wir haben ganz normal.

00:31:19: Warum hat er das gemacht?

00:31:20: Ich habe mich zu ärgern.

00:31:21: Ich durfte beim Lager bauen immer nur, wenn wir Baumhäuser gebaut haben.

00:31:24: Die Nägel reichen also... Wir hatten schon unsere Rollen ja!

00:31:29: Aber wir verstehen uns immer besser je länger wir auch das hier zusammen machen weil wir einfach wissen dass wir viel besser sind zusammen.

00:31:36: Aber Barbie Pferde ist interessant.

00:31:37: ich hatte ganz viele Barbie-Puppen.

00:31:39: Ich hatte bestimmt zwanzig fünfzwanzig Barbie-Proben aber ich hatte nie einen Pferd.

00:31:42: Also

00:31:42: irgendwie war es ja bei dir wahrscheinlich dann auch schon wieder vorgegeben oder?

00:31:45: Hatte

00:31:45: mehr Pferder als Barbies, aber ich habe nicht lang mit Barbie gespielt weil wir da nicht hergezogen sind Und dann war mein ganzer Tag nur noch im Stein.

00:31:53: Also ich hab ziemlich früh aufgehört mit Puppen und Babys zu spielen, weil für mich dann einfach... Echt

00:31:59: ein Pferde natürlich.

00:32:00: ...my little

00:32:01: girl hieß das,

00:32:01: die musste dann herhalten.

00:32:03: Die war froh wenn sie mal ihre Ruhe hatte!

00:32:06: Aber warst du so ein Kind?

00:32:08: Es gab ja unzählige ... Harninani war der Klassiker, aber es gab verschiedene Internatsbücher.

00:32:13: Wo Mädchen im Pferde-Internat waren, hattest du Träume auch?

00:32:16: oder warst Du hier glücklich, weil's wunderschön ist in Augenhausen?

00:32:20: Ich war schnell hier so glücklich.

00:32:22: Dieses Liebe und Freiheit würd ich sagen als Werte dieses Freiheit bedurften uns frei bewegen.

00:32:28: Wir sind nicht auf der Straße gewesen, wobei wir auch Wettrennen gemacht haben, da war noch weniger Verkehr heute.

00:32:34: Aber wir wussten einfach, wann es Abendbrot gab.

00:32:37: Wann wir zuhause zu sein hatten.

00:32:38: aber wir wurden auch schon einfach freigelassen und das war toll.

00:32:42: Gut

00:32:42: auf dem Land wahrscheinlich noch einfacher als in der Stadt.

00:32:45: Genau.

00:32:45: Aber waren dann die Kinder also deine Freunde?

00:32:47: Waren sie denn immer hier bei euch?

00:32:49: Ich habe halt dann Reitermedels mit den Ponys da.

00:32:52: Wir haben zusammen voltischiert, wir haben mit den ponies gespielt.

00:32:56: Also meine Freunde waren eigentlich dann auch Mädels, die einfach ein Pony hatten oder Pflegeponys.

00:33:03: Damals waren wir ein klassischer Einstellerbetrieb, wir hatten nicht so einen Ausbildungsbetrieb.

00:33:08: Und da waren ziemlich viele verschiedene Menschen und Typen hier und eben auch Kinder hier... ...und wir haben immer im Heulager gespielt einfach viel draußen!

00:33:17: Also wenn du zurück denkst an deine Kindheit hast du da so ein Duft in der Nase?

00:33:22: Ein Geruch in die Nase was für dich Kindheit ist?

00:33:24: Pferde und Heu.

00:33:25: Pferd- und Heuh hätte es mir denken können.

00:33:27: Ja also das gibt dann ja aber auch eine Sicherheit.

00:33:30: ich finde zur Erinnerung an Kindheit gibt doch immer.

00:33:32: Also ich denke immer gerne, wie das war als kleines Kind.

00:33:34: Wenn man am ersten Weihnachtstag und am Weihnachtsbaum, wenn man morgens aufgewacht ist im Pyjama und dann runter gewackelt ist und saßt und hat gespielt.

00:33:43: Das ist für mich so Kindheitserinnerung.

00:33:44: So eine Sicherheit!

00:33:45: Das ist ein Gefühl von absoluter Sicherheit.

00:33:47: Es kann am nix passieren.

00:33:48: Wie so'n Ankerge?

00:33:50: Ja und das ist wahrscheinlich bei dir dann Pferde und Heu.

00:33:52: Ich glaube auch.

00:33:53: Wenn ich auch traurig war oder irgendwie ne schlechte Note eingebracht hab... habe ich mich sofort bei den Pferden verkrümelt.

00:34:00: Und wenn ich geweint habe, war ich mich in die Box gesetzt und danach ging es mir schon besser weil sie haben einfach zugehört und sich mein Leid so angehört.

00:34:09: Ich hab mich immer erst im Pferd geöffnet.

00:34:11: Es waren wie so Terp-Heuten für mich.

00:34:14: Was haben Sie heute noch?

00:34:15: Also konnten die Detailweise mehr geben als so mancher Mensch oder... Ja!

00:34:18: Das war jetzt auch, als ich so wahnsinnig in der Trauer war mit dem Dialo.

00:34:24: Immer wenn ich im Stall war ... Die Pferde haben das so gespürt, die anderen aufdringlich verschmust.

00:34:30: Also die sind verschmusst, aber nicht so aufdriglich verschmußt.

00:34:34: Die

00:34:34: haben

00:34:34: wirklich... ...die haben mich so getröstet.

00:34:37: also das war unglaublich!

00:34:39: Da krieg ich selbst Gänsehaut wenn ich drüber nachdenke weil es war extrem und da sieht man auch wie die mitfühlen die Tiere und deswegen sind es so besondere wie Hunde auch.

00:34:50: Das sind einfach auch Therapeuten, deswegen werden die Pferde ja oft für Therapien eingesetzt oder auch für Coaching durch das Spiegel.

00:34:57: Machst du das auch?

00:34:58: Pferde gestütztes Coaching.

00:35:00: Nee, hab ich noch nie gemacht.

00:35:02: Schließe ich aber nicht aus, dass ich das irgendwann auch mache.

00:35:04: Ich habe eine Coaching-Ausbildung gemacht.

00:35:06: Das passt ja dann eigentlich auch in deinem Weg.

00:35:08: Ja, mich interessiert das Thema Psychologie einfach auch wie wir Menschen fühlen und denken und handeln.

00:35:15: Und da sind die Pferden mit Sicherheit ein ganz toller Lehrmeister.

00:35:19: Denkst du an die nächsten fünf Jahre oder die nächsten zehn Jahre?

00:35:21: Oder denkst du jetzt... Ich weiß nicht wenn man sich auf Olympia vorbereitet muss man sowieso weiter denken.

00:35:27: In welchen Schritten denkst du, oder was kommt denn bei dir noch?

00:35:30: Du hast ja schon so viel auf die Beine gestellt.

00:35:31: Mach's schon soviel!

00:35:33: Sport durchgesehen... Also familiär gesehen wünsche ich mir einfach Gesundheit für meine Familie und mich.

00:35:38: Und ich wünsch mir dass die Kinder von mir irgendwas finden, was sie begeistert.

00:35:43: Irgend ein Sport am liebsten völlig egal welche weil ich weiß wie viel uns der Sport gibt.

00:35:48: Für mich als Reiterin wünsche Ich mehr das sich nochmal schaffen da an die großen Erfolge anzuknüpfen und dass ich einfach auch wieder mit den Pferden so eine Entschuldigung für den Ausdruck geile Zeit kreieren kann, was sich tagtäglich ja jetzt schon mache in dem, was ich tue.

00:36:05: Aber das ich da auch wieder so das nach außen zeigen kann, indem ich dann auch diese Erfolge feiern darf.

00:36:10: Weil ich bin davon überzeugt, dass ich nicht trotz meiner extremen Pferdespielerei, weil ich spiele sehr viel auch mit den Ferdern und arbeite auf dem Boden sondern deswegen so erfolgreich mit der Dalera geworden bin

00:36:22: Weil ihr so eng seid?

00:36:23: Ja, so eng.

00:36:24: Und für mich als Unternehmerin und als Mensch glaube ich ist das Thema Coaching was, was immer mehr auch mich fasziniert, egal ob es mal Workshops sind oder... Ich arbeite gerade auch an einem ganz spannenden Kinderprojekt.

00:36:38: Dazu kann ich aber noch nicht viel sagen, aber das wird super spannend

00:36:42: da!

00:36:42: Und es sind alles deine Ideen die du dann irgendwie hast

00:36:45: oder mit Freunden zusammen sind diese berühmten Türen, die sich plötzlich auftun wenn ich merke dass dass ich auf diesem Gebiet mich interessiere.

00:36:54: Also das wird richtig spannend, da werde ich aber rechtzeitig berichten!

00:36:58: Ja, ich glaube einfach, dass ich schon nach die nächsten zehn Jahre kann ich mir vorstellen so im Spitzensport zu sein... Aber wenn man mich heute fragt vielleicht, wenn ich in zehn Jahren das Pferd habe, sage ich was anderes?

00:37:08: Dann glaube nicht, dass sich somit ihr fünfzig noch so intensiv von Championat zu Championat diese Ziele habt.

00:37:15: Da bin ich zu neugierig auch für andere Lebensbereiche und sage ich heute.

00:37:19: Wer weiß, was kommt?

00:37:20: Genau!

00:37:20: Und vor allem wenn deine Kinder dann vielleicht so eine Entscheide als Fußballprofi werden, dann richtet sich das ja auch alles aus.

00:37:26: Im Moment ist es noch einfacher glaube ich.

00:37:28: Jetzt

00:37:28: ist alles noch offen.

00:37:29: Also noch klein sind.

00:37:30: Genau.

00:37:31: Das ist mit Sicherheit ein ganz großer...

00:37:33: Oder wenn deine Tochter vielleicht sagt sie will so berühmt werden wie die Mama, so erfolgreich werden kann ja auch passieren.

00:37:38: Wenn sie's gut, wenn sie das auch war.

00:37:39: Mit dem Namen ist natürlich auch schwierig in diese Fußstoffen zu treten.

00:37:42: Wenn man sich immer wieder auf das konzentriert, was man liebt Für das, was man tut und mit dem Pferd begeistert ist es genau das Richtige für sie.

00:37:51: Wenn sie das fühlt, was ich fühle, dann wünsche ich ihr nichts mehr.

00:37:55: Und wenn sie das nicht fühlt und für irgendwas anderes eine Begeisterung findet vielleicht für Hip-Hop oder?

00:38:00: Man weiß es ja nicht und soll sich das machen!

00:38:02: Was würdest du sagen, wenn die Kleine wird jetzt vier?

00:38:03: Was würdest du sagen... ...wenn die Kleinen jetzt sagt, nee, jetzt esse ich kein Fleisch mehr, ich werde jetzt Vegetarierin so wie du

00:38:08: damals?

00:38:09: Ist sie

00:38:09: schon?!

00:38:09: Beide von selber also... Mein Sohn, da gibt's eine ganz süße Geschichte aus dem Kindergarten.

00:38:14: Weil die ja alle Salami da auch essen und was heißt alle?

00:38:16: Manche.

00:38:18: Und er hat mich gefragt ob wir Salami kaufen können oder ich sagte ja klar nix gesagt.

00:38:22: Und dann so zwanzig Sekunden später gibt es die auch in vegetarisch.

00:38:26: Ich sagt Ja soll ich dir beides kaufen?

00:38:28: Willst du deinen entscheiden?

00:38:29: Nee, ich will kein Tier essen wenns das auch vegetarische kippt.

00:38:32: also so Also die dürfen selber entscheiden.

00:38:35: aber indirekt habe ich natürlich bestimmten Einfluss durch das wie ich vorlebe.

00:38:39: Aber ich hab sie ihnen nie verboten.

00:38:41: Ich hab das Gefühl, wenn sie wissen was sie essen, dass die's nicht essen wollen.

00:38:45: Beide Kinder?

00:38:46: Ja,

00:38:46: die Kleine versteht schon so viel jetzt ja... ich habe sie halt nicht gekocht als sie klein war aber sie ist auch nicht vegan sondern die sind jetzt vegetarisch.

00:38:55: Aber wenn ihr jetzt auf irgendeinem Kindergeburtstag ist und ein Würstel ist würde es sie glaube ich jetzt schon fragen was das ist.

00:39:01: also so schädt sich sie ein und wenn nicht dann die müssen sie eh und sollen sie selber entscheiden.

00:39:06: Wir haben deine Eltern damals reagieren.

00:39:07: Die

00:39:08: Mama hat ziemlich gleichzeitig mit uns aufgehört, Fleisch zu essen.

00:39:11: Und der Papa ist nach Fleisch?

00:39:12: Nee!

00:39:13: Auch nicht mehr?

00:39:13: Nein, Fisch ab und so.

00:39:15: Aber Fleisch habe ich in den letzten zwei Jahrzehnte glaube ich nicht zuerst gesehen...

00:39:20: Die ganze Familie von dir, ihr lebt ja alle hier in Aubenhausen auf dem Gestüt.

00:39:25: Also jeder ein bisschen entfernt so voneinander und er lebt alle zusammen hier.

00:39:29: Das heißt die Nähe oder Familie ist auch für dich wichtig im Sport also dass du so erfolgreich sein kannst zu wissen es geht euch allen gut, ihr versteht euch gut?

00:39:38: Ja sehr!

00:39:39: Wir wissen einfach was wir ineinander haben.

00:39:41: Und jetzt mit den Kindern ist meine Mama extrem wichtig.

00:39:45: Wir sagen dann immer zu den Kindern das die Mama von der Mama Und das ist dann wie eine Zusatzmama.

00:39:50: Wie

00:39:51: nennen die Kinder ihre Oma?

00:39:52: Mitchi, mitchi!

00:39:53: Es sagen gar nicht Omi oder Oma, es sind mitchi

00:39:56: und Kranzen.

00:39:58: Mitchi ist ihr Spitzname.

00:40:01: Einmal die Woche schlafen sie immer bei meiner Mama.

00:40:04: Wenn ich jetzt mal auf dem Turnier bin wo sie nicht unbedingt mit wollen oder sollen weil's nicht cool ist für sie, schlaven sie bei meiner mama und freuen sich auch drauf.

00:40:12: Weil zu selbstverständlich ist.

00:40:13: Das ist wie so ein Dorf dass die Kinder großzieht.

00:40:15: Kennt ja alle unsere Mitarbeiter.

00:40:17: Das ist eine schöne, eigene kleine Gemeinschaft.

00:40:21: Und flitzt ihr mit dem Roller schon rum?

00:40:22: wahrscheinlich oder?

00:40:23: Mit dem E-Scooter!

00:40:24: Ich habe gesehen hier fahren viele Leute mit einem E-Scouter weil es einfach so groß ist euer Gelände.

00:40:28: Ja wenn das einfach schneller von A nach B ja...

00:40:31: Deine Eltern haben dir mal gesagt wir sind stolz auf dich.

00:40:35: oder beziehungsweise wann haben sie's mal gesagt war es ein sportlicher Erfolg oder was ganz anderes?

00:40:39: Ich glaube, die haben es schon oft gesagt.

00:40:41: Das ging schon bei den Schulnoten los wenn sie mal ordentlich war.

00:40:45: Ich habe ein gutes Abitur geschrieben aber ich war jetzt nicht so wahnsinnig eifrig im Lernen.

00:40:51: immer da waren sie schon dahinter dass sich alle Hausaufgaben ordentlich macht.

00:40:56: Schon oft!

00:40:57: Aber die Mama hat immer was ganz Wichtiges zu mir gesagt.

00:40:59: der Papa war Ehrgeizig schon immer in allem und die Mama hatte immer gesagt egal wie's läuft ich lieb dich ja trotzdem.

00:41:05: Es hat sie auch immer gesagt wenn Sie uns zur Schule gebracht hatten und ich ausgestiegen bin.

00:41:08: das war sehr wichtig für mich.

00:41:10: Thema Ruhrvertrauen.

00:41:11: Ja, egal

00:41:11: wie es läuft, ich liebe dich trotzdem.

00:41:13: Da werde ich mich immer dran erinnern und ich kann mich auch haben.

00:41:16: Immer das Bild vor Augen, wie ich die Tür aufmache rausgehe und schaue sage, egal, wie's läuft, lebe ich trotzdem weil ich ja manchmal auch Angst hatte vor den Klausuren gerade im Gymnasium wenns uns richtig zur Sache ging man viel gelernt hat oder unsicher war dann tut schon richtig gut.

00:41:32: aber die Schüchternheit hast du heute nicht mehr?

00:41:34: Hast du doch, bist du manchmal aufgeregt?

00:41:36: Ich bin immer aufgerebt.

00:41:37: Wenn ich reite und die Vortrag halten müsste ... Jetzt bin ich nicht aufgereckt.

00:41:43: Aber auch für jedem Interview bin ich schon so eine positive Aufgeregtheit.

00:41:47: Auch wenn wir es gar nicht hätten, wäre es nicht wichtig.

00:41:49: Weil

00:41:49: man sie ernst nimmt!

00:41:51: Genau.

00:41:51: So geht's mir auch.

00:41:52: Also ist eine positive Anspannung, würde ich jetzt sagen.

00:41:55: Und wenn in Paris aufwache an einem Tag, wo ich Prüfungen habe, dann bin ich sehr aufgerecht.

00:42:02: Sehr sehr aufgeregt.

00:42:03: Kannst du schlafen vor so einem Wichtigen?

00:42:05: Ja, das geht.

00:42:05: Das kann ich zum Glück ja

00:42:06: und essen am Tag selbst.

00:42:08: Ich kann

00:42:08: immer essen.

00:42:09: Okay, das ist gut!

00:42:12: Aber wenn jetzt die Weltmeisterschaft in Aachen... Ist es dann trotzdem tut es auch, wenn du's ganz bewusst entschieden hast dass es so ist wie sie ist.

00:42:20: Wie ist denn da was glaubst du wieder ein Gefühl sein wird?

00:42:23: Es tut schon noch weh.

00:42:24: Schon ne?

00:42:25: Und ist gut so weil

00:42:26: du könntest oder hättest theoretisch auch Geschichte schreiben können im eigenen Land jetzt.

00:42:31: Ich war zum Glück bei der Europameisterschaft in Aachen im Team, ich weiß wie sie es anfühlt.

00:42:37: Wie sie es anfühlt in dem großen Springstadion dann das Tressurstadion zu haben und durfte ja schon öfter in Aachen reiten.

00:42:44: Das ist okay!

00:42:45: Und ich habe Parise erleben dürfen.

00:42:46: Ich glaube, dass kann nichts mehr toppen – im eigenen Land Weltmeisterschaft.

00:42:50: Ist aber auch wieder mit sehr viel Erwartung und Druck verbunden.

00:42:54: Aber du wirst dann nicht da sein?

00:42:56: Also du fährst nicht jene Guck... Doch

00:42:57: ich bin auf jeden Fall mal... Du bist

00:42:58: da und

00:42:58: guckst einen Halbtagetort.

00:42:59: ...und

00:43:00: guckts zu Das kannst du dann auch.

00:43:02: Einfach da zu sitzen wie ein normaler Zuschauer auf der Tribüne?

00:43:04: Ja, und schöpfe daraus wieder Inspirationen und Feuer!

00:43:09: Aber das habe ich noch in mir.

00:43:11: Dann freue mich auf das Feuer, was wir noch erleben werden von dir.

00:43:13: Ich danke dir Tessika.

00:43:14: Danke auch.

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