Sportmoderator Johannes B. Kerner: 1974 - Die Nacht, die alles veränderte
Shownotes
Im Gespräch mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May spricht Johannes B. Kerner nicht nur über die anstehende Fußball-WM. Der Sportmoderator blickt auf seine erste Weltmeisterschaft zurück, erzählt von seiner großen Liebe zum Fußball und zum Sportjournalismus und spricht offen über Neuanfänge, privates Glück und den Verlust seines Vaters.
Transkript anzeigen
00:00:00: Aktuell führt Johannes Bekerner gerade bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada Millionen Zuschauer durch das größte Turnier aller Zeiten.
00:00:08: Und doch denkt er immer wieder ein Anjungen zurück – neun Jahre alt allein vor dem Fernseher WM-Finale.
00:00:23: mich irgendwo zwischen überredet und gezwungen, das Spiel zu Ende zu gucken.
00:00:28: Hat gemerkt sie voll rausrennen?
00:00:30: Dann sagt nein, dass fahren wir gar nicht erst an!
00:00:32: Dieser eine Satz, wir laufen nicht weg wenn es schwierig wird hat Johannes Baptist Kerner bis heute geprägt.
00:00:39: In dieser Folge von Maiwe spricht Johannes Bekerna so persönlich wie selten über seine große Liebe zum Fußball den Traum vom Sportjournalismus die Scheidung seiner Eltern seinen Neuanfang in Berlin vier Kinder die zweite große Liebe seines Lebens und ein Verlust seines Vaters.
00:00:55: Der Toten des Vaters war dann für ihn eine Erlösung.
00:00:57: man sagt das immer so dahin.
00:00:58: mir fällt es auch schwer darüber zu sprechen weil ich sonst gar nicht darüber rede.
00:01:02: Es war ein Loslassen.
00:01:03: Ja,
00:01:04: es ist die Geschichte eines Mannes der heute die größten Fußballturniere der Welt moderiert und der tief in seinem Herzen immer noch der Junge von damals ist.
00:01:30: Gibt's noch einen Ingwer-Shot, Johannes?
00:01:32: Damit du die WM durchstehst?
00:01:33: Da
00:01:33: wird einer nicht reichen!
00:01:34: Aber du bist gut in Shape.
00:01:35: Du hast dich vorbereitet auf die schönste Zeit des Jahres
00:01:38: oder?!
00:01:38: Für Männer ist.
00:01:39: das glaube ich die Fußballweltmeister schafft.
00:01:41: Ja... Das ganze Jahr Fußball.
00:01:43: Insofern ist das jetzt einfach ein Höhepunkt.
00:01:44: dann noch mal.
00:01:45: Und die WM ist eben nur alle vier Jahre und deshalb ist es was ganz Besonderes,
00:01:50: ja.
00:01:50: Wie viel der WM isst das jetzt?
00:01:51: Die du begleitest?
00:01:52: Müsste ich jetzt rechnen... Fourneunzig, Achtneunzig, Zwei-Tausend, Zweiteusendsechs, Vier, Katar Fünf.
00:02:00: Dazu schon habe ich eine Pause gemacht.
00:02:02: Sechste oder siebte?
00:02:03: Du kennst noch jedes einzelnen Siegtorf von Deutschland oder welches Storget daneben ging.
00:02:08: Das
00:02:08: finde ich immer ein Phänomen beim Männern!
00:02:11: Ich habe ein ganz gutes Erinnerungsvermögen.
00:02:14: Hier ist es ja so, dass immer Neues Wissen dazukommt.
00:02:17: Also jetzt kommt die Nationalmannschaft von Kurasau.
00:02:20: mit der hab ich noch nicht so viel zu tun gehabt bisher und insofern verdrängt das dann immer ein bisschen was Altes.
00:02:25: aber meine These ist, dass was wirklich wichtig ist oder was einen emotional berührt, das behältst du.
00:02:31: Und so ist es beim Fußball auch.
00:02:32: da habe ich schon paar Sachen in Erinnerung auch frühkindlich.
00:02:35: Es sind ja forty Mannschaften, hundertvier Spiele oder?
00:02:38: Bittes eher so'n Fußballspektakel werden.
00:02:41: Ja, also es ist die größte WM aller Zeiten.
00:02:44: Sie ist auch regional groß weil sie in drei Ländern stattfindet Reisen, Flugstrecken.
00:02:50: Wir haben teilweise ein Spiel und fliegen anschließend noch vier Stunden plus Zeitverschiebung über dem Kontinent um am nächsten Tag schon wieder irgendwie Fußballspiel zu haben.
00:02:59: Also das Wild Es ist ein Spektakel Ob's ein inhaltliches Spektakle wird.
00:03:04: also im Sinne von ein gutes Fußball Turnier Das müssen dann die Spieler zeigen.
00:03:08: aber ich bin da auf bisschen Nicht nur Journalist, sondern auch Fan.
00:03:12: Ich hätte nichts dagegen, wenn die Deutschen bald kommen ist doch klar!
00:03:14: Dann bist du ganz anders emotional befasst als wenn da A gegen B spielt.
00:03:19: Ich hab vor ein paar Tagen mit Helene Fischer gesprochen... ...mit Helene?
00:03:22: Mit Helene fischer.
00:03:23: Ja.
00:03:23: Die hatte ja im Jahr zwei Tausend vierzehn atemlos, die Fanmeile, wir sind Weltmeister geworden und jetzt hat sie ja für Magenta...
00:03:29: Ah, du meinst ein gutes
00:03:30: Omen?!
00:03:30: Das WM-Lied also heute Nacht.
00:03:32: Heute Nacht.
00:03:32: Genau.
00:03:33: Also weil ich habe zu Helene gesagt eigentlich ist das ja ein gutes Ohm und vielleicht schaffen was?
00:03:37: ja..
00:03:38: Sag mal, wenn wir Weltmeister werden und am Ende einigen wir uns darauf.
00:03:41: Helene ist schuld?
00:03:42: Kein Problem für mich!
00:03:43: Sie hat auf jeden Fall gesagt Wenn wir WeltMeister werden dann kommt sie wieder auf die Fan-Meine.
00:03:47: Das ist ein Wort.
00:03:47: Hat sie mir versprochen?
00:03:48: Ja das ist ein Board.
00:03:49: Also
00:03:50: jetzt Bild gesagt.
00:03:52: von daher steht sie da nicht mehr
00:03:53: Aber du bist ja in vier Wochen noch da.
00:03:55: also ich hoffe
00:03:56: Toi toi toi Johannes.
00:03:58: Fußballweltmeisterschaft in Zeiten von Streaming Fernsehen oder von Streamming Ist es nochmal was ganz anderes Als früher, als es einfach nur zwei Sender gab?
00:04:08: Ja, sagen wir so.
00:04:09: Ich kenne ja beide Zeiten und habe beiden was abzugewinnen.
00:04:13: Dieses man nennt das Gatekeeper, dass der Host Broadcaster,
00:04:17: d.h.,
00:04:17: also der Sender oder die Streaming-Plattform, die den Gesamtzugriff auf alle Rechte hat – das ist natürlich immer schön!
00:04:23: Man hat ein bisschen bevorzucht zur Behandlung, hast ein bisschen bessere Plätze im Stadion, hast einen bisschen besseren Zugriff... auf bestimmte technische Feinheiten, aber ein signifikanter Unterschied ist.
00:04:34: Ich habe das ja zum Beispiel im Jahr die WM im Jahr und dann habe ich immer am Ende der Sendung gesagt morgen die Kollegen der HALD und heute sage ich morgen schon wieder ich.
00:04:45: Und das geht ganz schön lange Tage so und insofern ist es auch echt klingt jetzt vielleicht ein bisschen albern, aber es ist auch körperlich ein Brett.
00:04:52: also es ist wirklich eine anstrengende Zeit Aber anstrendend mit was wahnsinnig Schönen!
00:04:55: Bist du nervös?
00:04:56: Also positive Energie jetzt gekribbelt.
00:04:58: Ich bin nicht nervös im Sinne von aufgeregt, dass ich irgendwas verbocke.
00:05:02: Aber es kribbelt total.
00:05:04: und was ich gerade bei Sportsachen immer besonders habe – ich will akribisch vorbereitet sein!
00:05:08: Ich möchte nicht, dass mir jemand einen Fehler an nachweisen kann oder ich möchte keinen Fehler machen.
00:05:13: Das gelingt nicht immer aber ich versuche mich so vorzubereiten das mir da nichts passieren kann.
00:05:19: Es
00:05:19: ist wie bei jedem guten Interview du musst vorbereitet sind also du musst die Fakten, die Details im Kopf haben damit sie dann abrufen kannst?
00:05:25: Ganz genau Ja, und ich in dieser Gesprächssituation mit den Experten oder auch mit den Kolleginnen und Kollegen haben wir auch Schaltgespräche usw.
00:05:34: versuche ich immer mir den Luxus zu leisten auch zuzuhören also nicht einfach nur meine Fragen zu stellen das ist Teil A der Veranstaltung aber eben mehr auf dem Luxus zur Leisten zuzujhren und daraus ein Gespräch zu entwickeln.
00:05:45: währenddessen kriegst du noch Kommandos aus Ohr und so dass es schon eine Herausforderung ist auf der anderen Seite auch ich stelle im schuligen Anwesen halt einer Dame.
00:05:51: aber es ist auch total geil.
00:05:53: Es ist auch total geil, so was machen zu dürfen.
00:05:56: Also ganz überzeugt und dankbar und demütig, so etwas machen zu durfen!
00:06:00: Ich freue mich einfach drauf.
00:06:02: Und Jürgen Klopp und du ihr werdet ja quasi hinter der Nationalmannschaft
00:06:06: herweisen?
00:06:07: Ja das ist schon ganz gut aufgeteilt.
00:06:10: Thomas Müller und Jürg Klopp sind bei mir als Experten.
00:06:12: Thomas Wechsel da eigentlich machen alle alles ein bisschen.
00:06:15: Laura ist erst in New York Geht aber dann nach Toronto zum deutschen Spiel.
00:06:19: Im Grunde genommen ist das... Wir sind die beiden Moderatoren in Amerika und wir werden uns die Bälle zuspielen.
00:06:24: Wenn du jetzt mal zurück denkst, in deine Kindheit?
00:06:26: Du bist ja in Bonn aufgewachsen.
00:06:29: Hast du da noch Erinnerungen an Fußball-Weltmeisterschaften?
00:06:31: Ja ganz klar!
00:06:33: Ich habe meine erste Erinnerung ist, den wir im Jahr nineteen vierundsevierzig.
00:06:36: Ich war neun Jahre alt Und da insbesondere das Finale.
00:06:40: In meiner Familie war Fußball kein Thema.
00:06:42: Beide Eltern sind nicht sportinteressiert Aber bei mir war Fußball-Thema.
00:06:46: Und ich habe das WM-Fieler in den vergangenen Jahre allein geguckt.
00:06:53: Es waren ja andere Fernseherzeiten, wir hatten einen Fahrfernseher, keine Fernbedienung gab es vielleicht schon und wir hatten keine.
00:06:58: Man musste um das Programm zum Fernsehen gehen und darauf drücken aber ich wollte gar nicht umschalten.
00:07:04: Allerdings nach der zweiten Minute des Endspiels wollte ich doch umschalten weil da ist Deutschland eine Rückstand geraten durch ein Elfmeter den Johann Kräuf verwandelt hat körperlich so übel, dass ich dachte ich muss mich übergeben.
00:07:17: Ja?
00:07:17: Ich fand das Spiel sozusagen zum... ja?
00:07:20: Ich dachte ich musste mich übergehen.
00:07:22: mir war also es war vielleicht was für eine Art Nervenzusammenbruch weil ich natürlich unbedingt wollte, dass Deutschland Weltmeister wird und dann hat mein Vater mich irgendwo zwischen überredet und gezwungen das Spiel zu Ende zu gucken.
00:07:33: er hat selbst gar nicht geguckt aber er hat gemerkt die wollt rausrennen da gesagt nein nein nein das fahren wir gar nicht erst an wenn hier ne Niederlage droht, dann wegrennen und so.
00:07:41: Das machen wir nicht!
00:07:42: Und da hatte mich gezwungen das Spiel zu Ende zu gucken... Wir haben ja gewonnen.
00:07:45: insofern war das eine gute Idee meines Paars.
00:07:47: Aber wie kam es du denn zum Fußball?
00:07:49: Wenn hast du auch Fußball gespielt?
00:07:50: Ja
00:07:50: klar, wie jeder normale Junge klingt so blöd, aber wie jeder junge damals in der Hauptsache Jungen.
00:07:56: Da haben wenig Mädchen gespielt, das hat sich erfreulicherweise geändert habe ich jeden Tag gekickt.
00:08:01: dass erste was wir gemacht haben ist den Schulranzen in die Ecke geborfen und dann sind wir rauszumspielen.
00:08:08: Damals war das noch so ein bisschen strenger mit Einhalten von Mittagsruhe.
00:08:12: So, also dreizehn bis fünfzehn Uhr wurde nicht draußen gespielt.
00:08:16: Meine Mutter hat glaube ich um die mittagsruh zu gewährleisten Die Klingel ausgestellt zwischen dreizehnt und fünfzehnhuhr.
00:08:23: damit wenn jemand... Muss es doch
00:08:24: mittag schlafen machen oder?
00:08:26: In dem Alter dann nicht mehr.
00:08:27: aber früher schon wurde geruht.
00:08:29: Meine Mutter dann gesagt wäre es länger schafft die Augen zu halten.
00:08:32: Das war der Trick zum Einschlafen.
00:08:34: Und dann aber ab fünfzehen Uhr.
00:08:37: Ja, und die Mülltonnen.
00:08:38: Das war eine Mülltonnenanlage, weil ich in so einer Wohnanlage bundesbeamten Wohnungen ganz normal gewohnt habe.
00:08:44: Der
00:08:44: Vater war Regierungsdirektor oder?
00:08:46: Ob er das da schon war, das war er später.
00:08:48: ja aber er war halt ein Ministerial Beamter genau.
00:08:52: Und deshalb hatte er Zugriff auf so eine bundesbediensteten Wohnung.
00:08:56: Hundertzwanzig Quadratmeter zu fünf geht und geht heute auch noch hat mit meiner Schwester das Zimmer geteilt und dann raus und gegen die Mühltonen haben wir Fußball gespielt.
00:09:04: also die Mühltonn waren unser Tor.
00:09:06: Wenn man ein Tor schießt, dann scheppert es schön.
00:09:08: Und das hat die Nachbarn natürlich manchmal genervt.
00:09:11: Da waren nicht alle Kinder freundlich aber wir haben trotzdem weiter gespielt.
00:09:14: Aber wenn du jetzt zurück denkst an die Kindheit was für den Gefühl macht sich da in dir breit?
00:09:17: Wie war deine Kindheit?
00:09:18: Das mit einem Wort und einem Satz zu beschreiben ist natürlich schwierig.
00:09:23: Ich würde im Russland immer sagen dass ich eine schöne Kindheit hatte Eine Sorglose.
00:09:29: Eigentlich sollte jede Kindheit sorglos sein.
00:09:32: Ist heutzutage nicht mehr so Sorgen frei.
00:09:36: Ganz viele Sachen erinnern.
00:09:38: Und erinnere mich an die meisten auch absolut gerne, also wenn der Eismann kam und so eine Glocke geläutet hatte...
00:09:44: Den hatten wir auch.
00:09:45: Der fuhr immer mit dem... Genau!
00:09:46: Mit der Flocke.
00:09:46: Die Glockel geläutete hatte und dann rannte man dahin und hatte sonst nicht fennig bekommen.
00:09:51: für ne Kugel Eis oder der Eiermann kam wurde das der Bäckerfuhr sein Brot noch aus obwohl er auch ein Ladengeschäft hatte.
00:10:00: ich kann mich erinneren an an verregnete November Sonntage, wo es erstaunend langweilig war zu Hause.
00:10:07: Und man dann einfach ... Wir hatten so eine große Kiste mit Lego-Steinen, wo man da drin herumgewühlt hat das Geräusch von den Wühlen in der Lego-Kiste.
00:10:16: Das würde ich aus einigen anderen Geräuschen herauserkennen.
00:10:20: Dies verregnete... Ich kann mich an den Geruch vom Wald nach Regen erinnern.
00:10:25: Ich hab Spaziergänge nicht gemocht.
00:10:27: Kein Kind mag Spazieregänge oder die wenigsten.
00:10:29: Aber trotzdem diese Frische im Wald Dieses nasser Wald nach Regen macht irgendwas mit mir.
00:10:35: So ein mosiger Grundgeruch!
00:10:37: Ich kann mich erinnern, dass wir dann Spaziering gemacht haben und haben dann in Bonn im Cotton Forst, das ist der direkt hinter dem Haus begann der, sind wir da hoch und dann haben die Eichen und Kastanien gesammelt nicht daraus zu basteln damit zu bastelen sondern um sie zur Haribo zu bringen weil der Hans Riegel ein großes Wildgehege hatte.
00:10:59: und dann bekam man das in einem bestimmten Verhältnis, in Lackritz- und Gummibärchen ungerechnet.
00:11:04: Zwei großen Plastiktüten hin und kam mit dem Beutel Lackritz zurück – es war halt einfach eine Beschäftigung!
00:11:10: Oder an dieses Gefühl der Weihnachtszeit, wenn da Paketbote kamen, dass man am Fenster stand und gehofft hat, dass er irgendwas gebracht hat von der Oma oder so... Einfach, dass man gehofft hat, welchen Eingang nimmt der.
00:11:24: Da waren mehrere reingehenden und Hände dann unsern, da waren mehr so Familien im Haus.
00:11:27: Wenn's dann geklingelt hat, dann wusst du mal.
00:11:29: Okay, da ist was drin für uns.
00:11:32: Du hast gerade gesagt fünf Personen?
00:11:33: Ja, wir sind drei Geschwister.
00:11:35: Also drei Kinder.
00:11:37: Ich hab älteren Bruder.
00:11:39: Drei Geschwisters...
00:11:41: Bist du der Jüngste?
00:11:42: Ich bin der mittlere.
00:11:43: Wie wart ihr Kinder miteinander?
00:11:45: Mein Bruder ist ein Tickenelter.
00:11:46: Der ist sechs Jahre älterm als ich.
00:11:48: Und ich bin nur gut zweieinhalb Jahre älter als meine Schwester, sodass es bei uns immer war er und die beiden Kleinen.
00:11:55: Wir waren die beiden kleinen so wie sich das in der Familie so entwickelt.
00:11:59: Insofern hat er eine ticke andere Prägung, dicke eine andere Zeit nicht wirklich anders aber ein bisschen anders.
00:12:07: Er war einfach der große Bruder.
00:12:09: Wie warst du als Kind?
00:12:11: Das ist schwer zu sagen.
00:12:12: Ich glaube dass ich als Kind also wirklich in diesem Alter war.
00:12:16: ich glaube ich ziemlich umgänglich und friedlich und ausgleichend.
00:12:21: Ich wollte gerne vermitteln, das sage ich jetzt nicht, weil es irgendwie gut klingt für einen selbst.
00:12:27: Ich mochte keinen Streit, ich wollte vermittlen und ich wollte sich alle vertragen.
00:12:33: so und ja sicherlich später auch mal anders geworden.
00:12:38: aber in der Zeit so in dieser Kinderzeit war das tatsächlich so.
00:12:40: Für
00:12:42: euch zu Hause war ja Klaube wichtig, ne?
00:12:43: Katholischer Klauber.
00:12:44: Also du warst auf einer katholischen Grundschule und warst dann auf einem katholicen Gymnasium... Ja
00:12:48: das ist immer das steht bei Wikipedia falsch.
00:12:50: Siehst
00:12:51: du?
00:12:51: Falsch!
00:12:51: Ja aber es ist ja völlig in Ordnung.
00:12:53: also Religion hat eine Rolle gespielt.
00:12:56: Ich war im katholischen Kindergarten auf einer Katholischen grundschule.
00:12:59: ich war bei Katholischem Fahrtfindern so das stimmt schon alles.
00:13:03: tatsächlich bin ich auch in der Kirche oder in der Kapelle so heißt es korrekt dieses Gymnasiums.
00:13:09: ein Jesuitenkolleg bin ich getauft, aber ich war dort nie auf der Schule.
00:13:14: Weil mein Vater war Lehrer dort auf dieser Schule bevor er ins Ministerium ging und er wechselte dann aus dem Schuldienst ins Ministeriums als mein großer Bruder auf diese Schulung.
00:13:25: Mein Bruder ist dorthin gegangen?
00:13:26: Ich nicht!
00:13:26: Ich war auch an einem städtischen Gymnasium in Bondern
00:13:29: Und als du klein warst, wolltest du Fußballprofi werden oder was war so dein Wunschbüro?
00:13:35: Naja, Fußballprofil klar den Traum hat jeder erst mal.
00:13:38: das hat nicht gereicht.
00:13:39: Ich musste also einen anderen Weg finden, mich mit der Sache zu beschäftigen.
00:13:43: Das hat nicht gereicht!
00:13:44: Ich wusste... Was er ja wusste ist Quatsch aber ich hatte ganz frühen Gefühl dafür was ich werden möchte.
00:13:51: Ich sage immer und das stimmt wirklich, ich wusste am Ende meiner Schulzeit was ich werde will.
00:13:54: Und zwar am Ende meiner Grundschulzeit.
00:13:57: Da war ich zehn oder noch neun?
00:13:59: Ich bin ja früh eingeschult.
00:14:01: Noch
00:14:01: neun?!
00:14:02: Ich war so besessen davon.
00:14:03: für mich war diese Sportreporter- und Sportmoderatoren Wenn es nicht blasphemisch wäre, würde ich sagen.
00:14:09: Ich habe die angebetet.
00:14:10: Ja?
00:14:12: Also ich hab das aufgesaugt alles was die gesagt haben und so weiter und wie die das gesagt haben.
00:14:17: Und das wollte ich werden!
00:14:19: Das ist ja verrückt dass das geklappt hat.
00:14:21: Aber du hast trotzdem BWL studiert.
00:14:22: Nicht lange.
00:14:23: Dann Vater zu Liebe oder?
00:14:24: Ja weil das ein bisschen so besser man studiert war.
00:14:28: Außer wenn mein Bruder auch studierte als er erfolgreich studiert... ...und ich eben nicht.
00:14:33: Ich hab dann aber schon Praktikum gemacht dann hatte ich den Fuß in der Tür, dann hatte die Leute, die mich da gefördert haben.
00:14:39: Dann habe ich auf einen Fall angefangen Geld zu verdienen, ein ganz normaler Weg und dann war das... Da hab' ich alles reingegeben was ich reingeben kann an Energie- und Leidenschaft, was ich in den Job geben konnte.
00:14:50: Aber
00:14:50: wolltest du das mal im Radio machen oder mit Fernsehen?
00:14:52: Ich habe das Glück gehabt dass ich in einer bimedialen Redaktion angefangen habe.
00:14:56: Senderfreies Berlin gibt's heute schon gar nicht mehr heißt heute RBB in Berlin Und da gab es einen Sportchef Der War für Radio und Fernsehen zuständig Und der hat eine ganze Reihe von jungen Leuten erkannt.
00:15:08: Anne Will und Steffen Simon, der jetzt der Sportschausschaff war zwischendurch.
00:15:12: Norbert König, ZDF-Moderator mich, der hatte ne Auge dafür gehabt für junge Leute und hat die dann konsequent gefördert.
00:15:19: Ich bin ihnen sehr dankbar und werde ich auch nicht auffüllen!
00:15:22: Das heißt, du lebst jetzt eigentlich da ein Traum.
00:15:24: Also du wolltest es immer werden?
00:15:25: Bisschen verrückt ja!
00:15:26: Aber ist ja wunderschön wenn man das haben kann...
00:15:28: Ja also man muss dann mit der Demut hinterherkommen und mit der Dankbarkeit.
00:15:31: Ich könnte dankbarer nicht sein für das was mir beruflich möglich war und ist.
00:15:37: Von wem hast Du gelernt?
00:15:38: weil ich glaube ich mein wir sind ja auch Kollegen.
00:15:40: Ich verfolge natürlich Deine Moderation.
00:15:42: Du machst ja nicht nur Sport, du machst ja auch
00:15:45: Alle
00:15:45: möglichen Shows.
00:15:47: Auch ein Herz für Kinder, aber du machst ja beim ZDF seit eins.
00:15:49: Also du hast da schon ganz viel gemacht über vierzig Jahre jetzt auch schon?
00:15:53: Jetzt ziemlich genau.
00:15:53: also mein Praktikum war am ersten August sechsten achtzig knapp vierzig Jahre.
00:15:57: Aber wann hast Du gemerkt?
00:15:59: okay das kann ich!
00:16:00: Es ist ja wichtiger als Moderator.
00:16:02: du musst zuhören können.
00:16:04: Du musst die Leute mitnehmen können dass die dir folgen, dass sie dir gern zuschauen.
00:16:08: Das ist ja eine Gabe.
00:16:09: Die hat man oder man hat sie nicht?
00:16:10: Drei
00:16:11: Sachen gehören dazu.
00:16:12: Also erstmal Talent.
00:16:14: Darüber kann ich offen reden, weil Talent kannst du nicht am Kiosk kaufen.
00:16:17: Sondern das hast du oder hast du nicht?
00:16:18: Das heißt ist mir Gott gegeben, sag' ich jetzt mal von irgendjemandem!
00:16:21: Ich hab ein Talent.
00:16:22: Dann fleiß bis hin zur Besessenheit und Glück.
00:16:26: Und zu Glück gehört auch die richtigen Leute im richtigen Moment, die dich sehen und fördern.
00:16:33: Es gibt so bei der Fernsehmoderation ... ähm... Hast Du ja auch Erfahrung mit.
00:16:37: Äh.. es gibt Leute, die können gut in die Kamera sprechen Wirklich gut, egal ob abgelesen oder so gesprochen.
00:16:44: Und es gibt Leute die können durch die Kamera durchsprechen.
00:16:47: Nimm mal ein prominentes Beispiel.
00:16:48: Günther Jauch spricht durch die Kameradurch.
00:16:50: Er spricht nicht in die Kamera rein sondern durch ... Also ich zumindest das Gefühl der redet mit dir was ja technisch gar nicht möglich ist.
00:16:58: aber man hat dieses Gefühl.
00:17:00: Thomas Gottschalk spricht durch Die Kamera Durch da is keine Matscheibe dazwischen.
00:17:05: also alle guten großen erfolgreichen Moderatoren Und Moderatorinnen, das ist gleichermaßen, haben das.
00:17:12: Jetzt müssen andere sagen, ob ich das auch habe aber ich glaube ein bisschen hab' ich es auch, dass man einfach die Leute ansprechen kann bei einer herzlichen Kindersendung.
00:17:20: Einfach den Ton treffen!
00:17:21: Das klingt so lapidar, aber dieses zwischen einem singenden Roland Kaiser und einem schwerkranken Kind und einem Späßchen mit irgendeinem Prominenten im Vorbeigehen da einfach dem Ton treffen.
00:17:34: Die Tatsache, dass mans langjährig macht heißt ja noch nicht, dass mal's kann... Aber zumindest Mach ich's schon ein bisschen länger.
00:17:40: Aber weißt du noch, wann dir das klar war?
00:17:41: Dass jetzt wirklich dein Talent ist, dass du das kannst...
00:17:44: Dass ich jetzt so einen expliziten Moment habe, glaube ich nicht, aber irgendwann am Anfang war ich fürchterlich aufgeregt auch bei Radio-Reuploitagen.
00:17:51: Habe ich gedacht man hörte mein Herzschlag über das Mikrofon weil ich so boom, gesehen hat man ihn hier.
00:17:56: Hier
00:17:57: in der Halsschlage.
00:17:58: Sicher!
00:17:59: Aber irgendwann kam dann so eine erwachsene Gelassenheit dazu, aber ich bin immer noch angespannt.
00:18:06: Das treibt mich auch, das ist auch Respekt vor der Sache.
00:18:08: Ich habe
00:18:08: Respekt von dem... Vor der Sache und Respekt für den Zuschauer.
00:18:12: Und das treibt ich auf eine Art und Weise an.
00:18:15: Genau!
00:18:15: Und das meinte ich vorhin, dass so geht es mir ja auch, du musst vorbereitet sein.
00:18:19: Das hat ja auch was mit Respekt zu tun deinem Gegenüber.
00:18:22: Ja, genau.
00:18:23: Bereit mich vor nach wie vor.
00:18:24: Und die WM wird wild, was Vorbereitung angeht weil dann musst du dir Sachen drauf schaffen.
00:18:29: bei manchen Sachen komme ich von null.
00:18:31: Fanden deine Eltern das gut, dass du diesen Weg eingeschlagen hast?
00:18:34: Erst mit angezogener Handtremse?
00:18:36: Ja, fanden sie eine komische andere Welt.
00:18:39: War nicht so
00:18:39: greifbar irgendwie?
00:18:40: Bildungsbürgerliches
00:18:41: Zuhause... Da ging es eher um klassische Zitate und so.
00:18:46: ja Und mein Vater ist immer verzweifelt Nicht immer aber ist das also als tatsächlich Stimz?
00:18:52: Beim Erlkönig hatte ich schon bei der zweiten Zeile Schwierigkeit Aber an Abatext musste sich nur einmal hören kannte ich Und guck beim zweit mal schon mitsingen Und da hat er dann halt das Wein völlig unklar wie das geht Warum man dann nicht wenigstens auch ein bisschen von dem anderen sich drauf schaffen kann.
00:19:05: In der Zwischenzeit hat sie es ein bisschen geändert, die Interessen verlagern sich nichts gegen Aber, aber der Erlkönig hat auch seinen Wert.
00:19:11: und ja am Anfang so'n bisschen mit angezogene Handbremse später könnte ich mir vorstellen dass Sie sich auch gefreut haben.
00:19:20: Eltern freuen sicher wenn die Kinder sozusagen ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit hinkriegen Einigermaßen gesund sind und friedliches Umfeld haben usw.
00:19:28: Und Spaß im Berufsleben.
00:19:30: und das kann ich wirklich sagen Das ist bei mir.
00:19:32: insofern werden sich gefreut haben auf stolz.
00:19:35: Stolz war nicht so eine Kategorie, ne stolz glaube ich, aber das weiß es nicht.
00:19:40: Aber hat er erst einmal gesagt irgendwann als er dich im Fernsehen gesehen hat oder haben sie dann deine Sendung geguckt beziehungsweise gerade?
00:19:46: Die Sendung guckt ja, aber es war jetzt nicht so dass der Anrufen hat gesagt hast du gut gemacht?
00:19:50: oder so, dass das nicht.
00:19:52: Nicht kritisiert ist schon gelobt genug
00:19:54: und wie war denn...
00:19:55: Das war jetzt kein Zitat meines Vaters aber die Attitude dahinter!
00:20:01: Wer war so deine Bezugsperson als Kind und Jugendlicher?
00:20:03: Mutter oder Vater, oder Oma oder Opa?
00:20:05: kann ich auch.
00:20:06: Aus den
00:20:06: ersten zehn Jahren oder zwölf Jahren natürlich beide.
00:20:09: Da haben die ja noch zusammengelebt und dann waren es natürlich beide.
00:20:12: später hat dich also in dieser Zeit so von vierzehn bis ich ausgezogen bin eine engere Beziehung zu meinem Vater.
00:20:18: Ich habe auch beim Vater gewohnt.
00:20:19: Die waren getrennt deiner Eltern.
00:20:20: Meine Eltern haben sich da getrennet und später scheiden lassen.
00:20:24: Wie alt warst du da?
00:20:26: Bei der Scheidung der vierzehnten würde ich sagen dreizehn-vierzehn Aber die Trennung war schon ein bisschen vorher, da muss man ja immer bestimmte Jahre und so weiter.
00:20:34: Und das Entscheidende sozusagen was die Belastung angeht sind hier die zwei drei Jahre davor wo sich für jeden spürbar herauskristallisiert dass die Geschichte endlich ist.
00:20:42: also der Streit zu Hause ist ja das das unangenehme... Das
00:20:45: habt ihr auch mitgekriegt ihr Kinder?
00:20:47: Ja!
00:20:48: Das waren immer wie nur Verbale außen zum Glück nur verbale Auseinandersetzung klar aber die gab's und das haben wir schon mitgerichtet.
00:20:55: Aber war es in deiner Kindheit so der erste knacksen Anführungszeichen, aber so der erste wo es mal nicht so funktioniert hat.
00:21:02: Weil das ist ja schon einschneiden für Kinder.
00:21:04: Kleinere Knakse gab's natürlich sonst auch mal.
00:21:07: Welche waren das?
00:21:08: Lustige Minigeschichten.
00:21:10: im Fußballverein bin ich zum Mannschaftskapitän gewählt worden in meiner Mannschaft und dann hat der bisherigen Mannschaftskapitän gesagt Dann hört darauf nach dritter aus Das war bei der Sohn von Pechter der Vereinskaststätte.
00:21:23: Und dann war ich meinen Kapitänsamt wieder los.
00:21:26: Ja, weil das konnten sie nicht machen.
00:21:28: Und dann
00:21:28: haben
00:21:29: wir uns bestimmt abgewechselt.
00:21:32: Das war der Königsweg.
00:21:36: Was für sich bin sitzen geblieben, achte Klasse!
00:21:39: Das ist jetzt nicht cool.
00:21:41: Warum
00:21:42: bist du sitzengeblieben?
00:21:43: Wann war dein Schlimmstes wahr?
00:21:44: Mathe.
00:21:45: Ansonsten... Ich habe einfach andere Sachen im Kopf gehabt und fluschen im Kopf.
00:21:51: Dann war das die Konsequenz.
00:21:54: Wer hat da geschimpft zu Hause?
00:21:55: Ja, das war schon nicht so gut.
00:21:57: Das war jetzt nicht ideal!
00:22:01: Aber okay... Ich glaube ich würde auch nicht so entspannt reagieren weil ich
00:22:09: hätte
00:22:09: nicht sitzen bleiben müssen.
00:22:11: aber es gehört zur Wahrheit dazu.
00:22:13: Ich bin Sitzung geblieben.
00:22:14: Ist ja trotzdem was aus dir geworden?
00:22:16: Hat sich dann einigermaßen entwickelt.
00:22:19: Aber hast du damals gemerkt ok... Mit
00:22:21: meiner Mathelehrerin war bei einer Fernsehsendung viel später Wo ich dann als Prominenter eingeladen war, haben sie die als Überraschung geholt.
00:22:29: Das war ein ganz nettes Zusammentreffen.
00:22:31: Ganz nett!
00:22:32: Auch eine Klasselehrerin und auch eine tolle Frau auf einer Art und Weise.
00:22:36: Ich glaube, durch eine gewisse Strenge hatte die aber...
00:22:39: Die hat dann Weg verfolgt?
00:22:40: Ja, die hat dann auch Weg vervolkt.
00:22:42: Ach
00:22:42: glaub' ich schon, dass man dann so guckt mit denen habe ich als Schüler gehabt oder so.
00:22:46: das glaube ich schon.
00:22:48: Und wieso bist du nach der Schadung bei deinem Vater geblieben?
00:22:50: Einfach auf, wie seid ihr das richtig?
00:22:54: Zwei-, dreimal mit meiner Mutter einander geraten und dann hat sie in einem schwachen Moment gesagt.
00:22:57: Dann geht er zu deinem Vater.
00:22:58: Und da bist du weg!
00:23:00: Bist nie wieder
00:23:01: zurück?!
00:23:01: Naja, hab ich dann abnatürisch
00:23:02: gesehen, aber gewohnt hast über deinen Vater.
00:23:05: Aber wenn es nun Kontakt jetzt zu meiner Mutter... damals war das für sie auch eine belastende Zeit ist ja klar.
00:23:12: und dann habe ich das tatsächlich nicht in einer Nacht- und Nebelaktion.
00:23:17: Jetzt kann man sich heute gar nicht vorstellen, in der Zeit ohne Handys und so weiter.
00:23:20: Da habe ich meinen Vater angerufen und hab gesagt jetzt geht's los so ungefähr.
00:23:24: Es war aber kein vereinbarter Plan.
00:23:26: Und dann er war in Hamburg zu erlebten in Berlin, aber war in Hamburg und ich erreichte ihn dort bei seiner Partnerin späteren Ehefrau aus der Telefonzelle.
00:23:37: Dann ist er in Hamburg zum Bahnhof, da konnte man keinen Geld paypalen.
00:23:42: Dann is er in Hamburger zum Bahnhoff gefahren und hat dort ein Ticket für mich bezahlt.
00:23:45: Dann wurde ein Telex geschrieben von Hamburg nach Bonn.
00:23:50: Und ich habe ein paar Stunden in Bonn am Hauptbahnhof gewartet, bis sie ausgerufen wird und dann hab' ich meine Fahrkarte – das waren damals so kleine Pappdinger – ausgehandigt bekommen.
00:24:03: Dann bin ich nach Hamburg gefahren.
00:24:04: Am nächsten Tag sind wir nach Berlin gefahren, DDR-Zeiten über die Alte Reichstraße Fünf.
00:24:08: Es gab noch keine Hamburg-Berlin Autobahn.
00:24:11: Ich mach mich da ein bisschen älter als ich bin aber es ist ja nur alles Fakt wie's is'.
00:24:15: Und dann bin ich am ersten Mal in Neunen-Siebzig nach Berlin gefahren und am zweiten mal bin ich zur Schule gegangen.
00:24:19: In Berlin?
00:24:20: Das war ja auch ein Bruch!
00:24:22: Ja, aber das war irgendwie aufregend... Da war es verrückt, da müsste man länger reden.
00:24:30: Aber
00:24:30: Berlin hat dich dann auch
00:24:31: geprägt?!
00:24:33: Ich habe dreizehn Jahre in Berlin gewohnt von neun-siebzig bis zweieinneunzig und hab da eine prägende Zeit.
00:24:41: Ich habe in Westberlin gelebt, in einer damals geteilten Stadt Aber Freia ist der andere Teil der geteilten Stadt.
00:24:48: Ich kenne jeden Grenzübergang und jedem geöffneten Kofferraum, jede Passkontrolle die immer auch einen Aspekt von Schikanern hatte... ich kenne auch die Überheblichkeit der West-Berliner, die es ja damals auch gab.
00:25:00: Wenn irgendwas schlecht war, war das Ost.
00:25:02: Ja?
00:25:03: Wenn du kannst mit einem Fahrrad was nicht das Neuste war dann war das für ein Ostfahrrad.
00:25:07: Es gibt schon eine Westberliner Überhebrigkeit.
00:25:10: Das gibt's bestimmt heute auch noch Ja, und ich habe dann bis zu zwei neunzig da gelebt.
00:25:16: Und hab wahnsinnig viel bei der Schule fertig gemacht, hab studieren angefangen, hab meine Berufsanfänge in Berlin, all diese Sachen wie Führerschein, erster Kurs... Was weiß ich also?
00:25:27: All diese Sachen die einen so sehr prägend, die hab' ich alle in Berlin erlebt inklusive neunte November, neunundachtzig Nachts am Brandenburger Tor auf der Mauer mit Rüberspringen und allem pro und
00:25:38: pro.
00:25:38: Das vergisst man auch nie!
00:25:39: Das ist.. das vergesse ich nie.
00:25:42: Das heißt, du hattest nie mehr Reuze deinem Vater gezogen zu sein?
00:25:44: Nein.
00:25:44: Hab ich nicht!
00:25:45: Meine Schwester kam dann auch weil sie da sein wollte wo ihr Bruder ist.
00:25:48: wir waren immer wie so eine Einheit.
00:25:50: das war sicherlich für meine Mutter nicht ganz leicht.
00:25:52: große ging zur Bundeswehr Wiedernberg Mannberg wilde Zeiten.
00:25:57: aber wir haben jetzt also nicht nur erst jetzt sondern nach kurzer Zeit schon wieder ein sehr intensives und schönes Verhältnis.
00:26:04: Und sixundneunzig hast Du ja dann geheiratet?
00:26:06: Sechsundneinzig habe ich zum ersten Mal geheirate Im Dezember recht kurz entschlossen schmungvoll und auch erfolgreich.
00:26:14: Ja, wir haben vier wunderbare Kinder und das gehört mir zum schönsten was mir bislang widerfahren ist.
00:26:22: Was haben dich die Kinder gelernt?
00:26:23: Was dir kein Chef, kein Fernsehdirektor, niemand beibringen konnte?
00:26:27: Was habe ich die Kinder erlernt?
00:26:29: Na ja, ich bin dann schon noch mal erwachsen geworden!
00:26:32: Ich war ja schon deutlich erwachsen, ich war über dreißig als ich Vater geworden bin.
00:26:36: aber ich bin da nochmal erwachsen worden.
00:26:38: Man ist interessant man wird auf der einen Seite klein demütig sitzt da staunend vor so einem Wurm oder mit dem Wurm auf den Arm.
00:26:47: Und man wird auch noch mal erwachsen in so einen gelassenen Sinne, also man spürt dann die Verantwortung und so.
00:26:56: Da kommt einiges zusammen.
00:26:57: Ich habe eine Zeit lang Flugangst gehabt als die Kinder da
00:27:00: waren.
00:27:00: Das passiert was und die Kinder sind ohne Vater?
00:27:02: Ja,
00:27:03: so hab ich mich ganz schön wichtig genommen.
00:27:06: Naja für die Kinder bist es ja auch!
00:27:10: Aber das ist dann auch wieder vorbei.
00:27:11: Und dann kommt das zweite Kind und dann war eine kleine Pause, dann kommt dreiundvier... Ich sage das mit allem Respekt aber dann bist du ja in der Organisationsmaschine.
00:27:20: Also einer von zwei und da gibt es auch noch ne Mutter dazu.
00:27:22: Das ist auch nur eine Organisations-Maschine.
00:27:24: Aber das war dann organisieren.
00:27:27: Und ich habe sehr viel gearbeitet zu dieser Zeit davon.
00:27:29: Das wollte
00:27:29: ich grad sagen!
00:27:31: Es war die Hauptphase der Karriere also wo du alles aufgebaut hast.
00:27:33: Wie viele
00:27:34: immer sagen dass Beste kommt?
00:27:35: Okay.
00:27:36: The best is yet to come, ist mein Leitspruch!
00:27:38: Also dann war das aber auf jeden Fall auch sehr wichtig, dass die Kinder klein waren?
00:27:41: Ja kann ich dir sagen... also das Büro war da drüben in dieser Neubau.
00:27:46: Da ist das Landes-Seistungszentrum Hockey.
00:27:49: hinter dem Büro auf der anderen Seite ist der Hockeyverein wo die Kinder gespielt haben und ungefähr sechshundert Meter, achthundert Metern in die Richtung Helchowund.
00:27:56: Es hat Wochen gegeben, da habe ich diesen Quadratkilometer von der Erde nicht verlassen Weil ich da die Talkshow hatte, da ist die Reversion.
00:28:04: Und daneben war das Talkshow-Studio viermal die Woche und dann mal Kinder gebracht, geholt zwischendurch nach Hause um die Alzer gejoggt... Das war's!
00:28:12: Mehr gab es nicht.
00:28:13: Ich habe da sehr viel gearbeitet aber auch sehr gerne.
00:28:16: Aber wolltest du immer Kinder haben?
00:28:17: Wolltest du einmal vier Kinder haben oder...?
00:28:19: Vier war jetzt nicht geplant.
00:28:20: also im Sinne von ich muss hier nicht irgendwas abhaken.
00:28:23: Aber Kinder, ich wollte immer Kinder hat.
00:28:26: Früher hätte ich bestimmt gesagt am liebsten eine ganze Fußballmannschaft.
00:28:29: Das hat ja nicht geklappt, aber ich bin schon extrem glücklich Vater zu sein.
00:28:36: Ich bin sehr gerne Vater.
00:28:38: Du
00:28:38: hast ein gutes Verhältnis mit deinem Kind.
00:28:40: Deine große Tochter, deine älteste ist ja schon verheiratet?
00:28:43: Ja
00:28:43: genau.
00:28:43: Aber Opa bist du... Ich bin
00:28:44: auch schon Schwiegervater!
00:28:45: Ja.
00:28:46: Du bist Schwiegervater, aber Opa bis dann noch nicht.
00:28:49: Nein, nehmt mich doch nicht.
00:28:49: Aber freust du dich auf die Phase?
00:28:52: Ja es gibt ja jetzt so in meiner Alterskohorte oder Leute, die ein bisschen älter sind.
00:28:57: Die haben ja schon Enkelkinder und ich habe auch schon Leute getroffen, die gesagt haben du weißt was in meinem nächsten Leben werde ich direkt Opa.
00:29:05: Kannste
00:29:05: mehr verwöhnen musst nicht vieler ziehen
00:29:07: um wieder abgeben.
00:29:09: Aber ich wollte auch meine Kinder nie abgeben hat bestimmt auch mal Stress gegeben und so aber ganz ehrlich so ein Rückblick verdrängt man das sich erinnere mich eigentlich fast ausschließlich an schöne Dinge.
00:29:20: vielleicht ist es auch der freienische Gemüt dass man so einen Binareinländer im Herzen dass mich das so ein bisschen locker sehen lässt, die ganzen Sachen.
00:29:28: Vakane war doch mal ein wichtiges Thema bei euch?
00:29:32: Ja klar!
00:29:33: Wir sind aus der Alaf-Fraktion und nicht aus der Hilaofraktion.
00:29:37: Das war als Kind ein großes Thema.
00:29:38: Was
00:29:39: warst du
00:29:39: immer als Kind?
00:29:40: Cowboy?
00:29:41: Ja
00:29:42: sowas Cowboy
00:29:43: Astronaut
00:29:45: Cowboy Indianer, das waren ja so wie Klassiker.
00:29:47: Ich wollte schon irgendwas da mit der Pistole oder mit Feilungbogen Und so.
00:29:51: dieses war ja früher alles noch ein bisschen martialischer.
00:29:55: Lustigen, vergegten Kostüme gab's damals glaube ich noch nicht so.
00:29:59: Insofern... Ich hab das gerne gemocht, Karneval!
00:30:01: Man durfte auch mal kostümiert in die Schule kommen, dann gab es auch... Wer in der Zeit Geburtstag hatte machte meistens eine Karnevalsparty.
00:30:08: Ich mochte auch die Lieder, ich könnte heute noch reinische Karnevals-Lieder singen, obwohl ich sie in der Zwischenzeit wirklich, ich würd' nur sagen, fifty Jahre nicht gesungen habe.
00:30:17: Aber da ist so Black First, dass ist so drin.
00:30:21: Ich will auch gar nicht was rausgeht.
00:30:22: Das ist ja mein Leben.
00:30:23: Und welchen Fußballverein fandest du gut?
00:30:25: Am Anfang erst in FC Köln.
00:30:27: Gibt da in der Gegend zwei Möglichkeiten, Kölnen oder Gladbach.
00:30:30: und ich war erst nach Zirköln heute.
00:30:31: meine Lieblingsspieler dort hatte das Trikot natürlich von dem Verein und alles möglich.
00:30:35: und später ist es dann härter BSC geworden in Berlin weil ich da einen meiner ersten Jobs hatte.
00:30:40: Ich habe als Ordner gearbeitet im Olympia Stadion als Schüler so als sechzehnjähriger.
00:30:45: Da bekam man ein paar Mark und konnte das Spiel sehen.
00:30:48: Wobei die Ordner tun mir immer leid, also ich weiß nicht wie es damals war bei dir mit dem Rücken immer zum Fußballfeld stehen.
00:30:52: Das ist heutzutage
00:30:54: so.
00:30:54: Ich war meistens eingesetzt am Parkplatz P-Fünf, das ist am Osttor Olympiastradion und da musste man... Die erste Halbzeit musste sie noch draußen bleiben weil dann ja immer noch Leute verspätet kamen, Wipps weiss ich nicht!
00:31:10: Und die zweite Halbzahl konnte ich aber meistens sehen
00:31:12: Das heißt, du hattest davon jedem Spieler die Unterschrift.
00:31:14: Du hattetst ein Ball.
00:31:15: also wie das damals so war
00:31:16: klar?
00:31:16: Ja gut da war ich dann Ordner.
00:31:18: Da sammelte man keine Autogramme mehr.
00:31:19: aber ich habe auch eine Reihe von Autogrammen gehabt.
00:31:21: Das war noch zu bonner Zeiten haben wir anstelle einer Weihnachtsfeier mit unserer Jugendmannschaft eine Fahrt zur einer Autogrammstunde des Erstnechts in Köln gemacht und dann hab' ich von Hannes Weiß weiter einen Autogrammi bekommen.
00:31:31: Und das hast du heute doch
00:31:33: natürlich?
00:31:33: Nein um ehrlich zu sein habe nicht mehr.
00:31:35: Aber damals hätte ich mir nicht vorstellen können es irgendwann wegzutunnen.
00:31:41: Wenn du jetzt bei der WM moderierst oder kommentierst und du driffst ja wahrscheinlich auch die Fußballstars, oder?
00:31:46: Du wirst ja mit denen auch Kontakt haben.
00:31:48: Bist du da teilweise noch so ein Fanboy oder bist du halt der schon
00:31:51: am nächsten?
00:31:52: Es hat einen Moment gegeben – ich weiß gar nicht ob das bei der Euro war….
00:31:55: Ich glaube beim Finale der Euro!
00:31:57: Ein Fanboy-Moment... Da hab' ich gedacht komm' dat mach' ich jetzt Und habe ich ein Foto gemacht mit Lamini Amal, dem Superstar von Spanien an Der damals glaube ich noch sechzehn war Und habe ich mit dem mal die Fotos gemacht.
00:32:08: Einfach dafür, dass ich das mal zeige.
00:32:10: Vielleicht nachrediert.
00:32:11: Wer ist denn von den Deutschen dann Favorite?
00:32:13: Gibt es eine Reihe.
00:32:14: Wir haben ein paar gute.
00:32:15: Ich mag hier mich leiden.
00:32:19: Goretzka mag ich leiden... Was heißt mag ich Leiden?
00:32:21: Ich kenne sie ja gar nicht so gut!
00:32:24: Ich
00:32:24: gehe ja nicht mit denen aus oder so.
00:32:26: Sondern ich beobachte die aus der journalistischen Distanz.
00:32:29: Manche kenne ich und habe schon gesprochen viele.
00:32:33: Ich finde es toll, dass wir junge Talente haben die eine Superentwicklung machen.
00:32:36: Also ich finde den Lerner Karl Frech diesen Stürmer von Bayern.
00:32:43: Das habe ich gesagt Goretzka, ja Musialler Wirtz und so.
00:32:46: Wir könnten jetzt ein paar Namen durchgehen David Raun, Linksverteidiger da sind schon ein paar dabei, die ich gut finde cool finde.
00:32:53: Goretzker zum Beispiel der auch eine Haltung hat, der sich hier und da einlässt zu Sachen, die nicht mit Fußball zu tun haben das fängt schon gut und interessant.
00:33:01: Ja, ich finde wir haben gute Jungs und jetzt muss der Bundestrainer daraus eine gute Mannschaft machen.
00:33:05: Das gewinnt nämlich nicht die besten Einzelspieler sondern das gewinnte die beste
00:33:09: Mannschaft.
00:33:09: Es muss eine Mannschaft, genau!
00:33:10: Er hat ja große Pläne der Bundstrainer und ist also auch wie er die Mannschaft zusammen schweißt?
00:33:14: Kein Problem.
00:33:15: Also wie gesagt, wir haben das Finale am neunzehn Juli Und ich bin da und habe nichts dagegen wenn die deutsche Mannschaft auch da ist.
00:33:22: ganz im Gegenteil Ich würde mich sehr freuen.
00:33:23: Du hast ja eine tolle Frau, die Alina.
00:33:26: Wird sie dabei sein in Amerika oder wie macht ihr das Fall?
00:33:29: Du musst ja arbeiten.
00:33:31: Ja, kommt aber ein bisschen später.
00:33:33: Am Anfang ist Wild mit Ruhmreiserei gestartet in Mexiko und dann geht es übers Kurasau-Spiel und dann Houston, Dallas, dann New York und nach New York kommt sie dazu.
00:33:44: Okay, das ist ja auch wichtig!
00:33:46: Deine Frau dann auch mal zu sehen und an deiner Seite zu haben.
00:33:48: Ja, ich wäre sonst fünf eineinhalb Wochen überleben wird man es schon auch aber ich freue mich schon dass sie kommt.
00:33:55: ehrlich gesagt ja sehe sogar.
00:33:57: Ich habe sie lieber bei mir als nicht.
00:33:59: Bist du heute?
00:33:59: Du bist jetzt einundsechzig.
00:34:01: ihr seid verheiratet seit zweieinhalb Jahren Alinas Also ist es wesentlich jünger als
00:34:07: du?
00:34:07: Wir waren nicht zusammen in der Grundschule.
00:34:09: Kindergarten haben da ein bisschen geflogen!
00:34:11: Nein, aber bist du heute entspannter?
00:34:13: also dass du auch sagst du legst auch mehr Wert jetzt aufs Privatleben weil ich glaube früher als die Kinder klein waren war doch der Job die Nummer eins wahrscheinlich oder?
00:34:21: Ja Job spürt eine extreme Rolle in meinem Leben das kann ich nicht anders sagen.
00:34:25: gleichzeitig entwickelt man ja im Laufe der Jahre auch andere Interessen.
00:34:29: insgesamt arbeite ich viel weniger als früher.
00:34:32: komischerweise habe ich trotzdem manchmal anstrengende Tage.
00:34:34: Ich weiß gar nicht, wie ich das hin kriege oder strechse geteile es so.
00:34:37: Ja?
00:34:38: Früher hab' ich hundertdreißig Sendungen im Jahr gehabt und jetzt habe ich vielleicht zwanzig oder vierzig also ein Bruchteil dessen.
00:34:44: Und trotzdem ist man manchmal irgendwie anstrendend.
00:34:47: Auch da erwachsene Gelassenheit... Man kann sich das ein bisschen besser einteilen.
00:34:52: Man achtet darauf auch mal zu relaxen Theater, Kino, Elbphilharmonie, Konzerthören lesen Und zwar nicht nur berufliche Sachen lesen, sondern echt auch mal was anderes.
00:35:04: Auch mal Zeitung... Was siehst du?
00:35:05: Grimis oder...?
00:35:06: Nee gar nicht!
00:35:07: Gar nicht!
00:35:07: Ist mir viel zu aufregend.
00:35:08: Du bist
00:35:09: ja allgemein ein
00:35:10: Lister der
00:35:10: Biografien.
00:35:12: Ja ich mag so diese Literatur die so biographische Züge hatte.
00:35:17: Letztes Jahr war ja Thomas Mann.
00:35:19: ja da habe ich mit zwei drei Sachen, hab' ich gehabt, die mit Thomas Mann zu tun haben.
00:35:23: Eins hieß zum Beispiel Mensch ja Flucht ins Paradies Familienmann in Sanarie, in dieser französischen Küstenstadt.
00:35:33: Wo ja dann auf einmal Leon Feuchtwanger und ganz viele andere.
00:35:39: Und die Mannfamilie wo ja mit Golo und Erika und Klaus und Heinrich.
00:35:45: also es ist eine Einige dabei gewesen, die dann alle dort unten waren.
00:35:49: und jetzt überlege ich habe Aldous Huxley war auch in dem Ort und so und der Autor Florian Illes hat das Das ist ein bisschen montiert, sage ich mal.
00:35:58: Ob da jede Geschichte genau so zeitgleich passiert ist weiß ich nicht.
00:36:01: kann ich die überprüfen.
00:36:02: Ist mir auch ein bisschen egal.
00:36:04: es lief sich einfach fantastisch.
00:36:05: man taucht einen in eine andere welt und das hat mir Spaß gemacht.
00:36:09: jetzt sehe sie gerade eins das heißt paranoia in hollywood.
00:36:12: dass ist auch aus einer ähnlichen Zeit.
00:36:14: da geht es um die ganze deutsche kulturelite die vor den nazis geflohen ist Und dann durch die McAfee-Politik nach dem Krieg noch mal unter Verdacht geriet, waren sie jemals Mitglied an der kommunistischen Partei und so.
00:36:26: Das betraf Fritz Langen und Billy Wilder und Bert Brecht und Hans Eisler.
00:36:33: und diese ganzen Leute also die Fliehen aus Deutschland von den Nazis teilweise ja auf den abstrusesten Wegen finden sich mehr oder weniger gut zurecht an der amerikanischen Westküste und werden auf einmal wo sie denken okay jetzt ist der Spuk vorbei.
00:36:45: geraten Sie dort in Verdacht dass sie was weiß ich marxistische Umtriebe, kommunistische umtriebel zu verantworten haben.
00:36:52: Ich bin noch nicht weitert bei das Hundertfünfzig Seiten gelesen aber das packt mich auch so.
00:36:56: was also wenn es einen Bezug hat?
00:36:58: ich habe dann in Thomas Mann ja auch mir Zauberberg runtergeladen als Hörbuch.
00:37:02: siebzehn Stunden drehen fünfzig Minuten Das war schon die gekürzte Hörbruchfassung und ich bin also beim hören sicher zwanzig Mal eingeschlafen
00:37:11: glaube ich sicher.
00:37:12: Sicher zwanziger weil dieser die Formulierung von mann sind natürlich großartig Manchmal weiter und einfach weg.
00:37:18: Aber kannst du jetzt, wenn so ein Turnier, kannst du dann zwischen den Spielen im Flieger, kannst Du dann Hörbuch hören oder bist Du dann so voller Adrenalin?
00:37:24: Dass es doch jetzt nur um Fußball geht!
00:37:26: Es ist schon sehr viel Fußball, man bereitet sich immer so Matten und bereite sich dann schon auf die nächsten Spiele vor oder auf die Nächsten Sendung.
00:37:31: Ich höre sonst mal Podcast aber das kann auch mal sein dass ich mich hinsetzt und bisschen lese Einfach um mal für eine halbe Stunde was anderes zu machen oder Stunde Und das brauchst Du auch.
00:37:42: Sonst drehst Du ja durch nach vierzeh oder fünfzig Tagen.
00:37:45: Ansonsten ist ein sehr diszipliniertes Leben in der Zeit.
00:37:49: Während solcher Turniere es meistens ... Ist alkoholfreies Bier, ist mein Go-to getränkt und das kann aber gut sein dass ich im Hotelzimmer abends sitze und alkoholfreie Bier und daneben einschlafe.
00:37:59: Bist dann einfach platt?
00:37:59: Gut,
00:38:00: da ist ja die Zeitverschiebung.
00:38:01: Alles kommt
00:38:01: auch hinzu!
00:38:02: Ja, aber auch körperlich platt.
00:38:03: Einfach so... Und dann versuche ich Sport zu machen eine Jahrmaßen und dann ist er schon wieder rum.
00:38:08: Aber hast du wenn du so zurück guckst, gab's mal so ne Phase wo du sagst, dass dein Job zu viel lebendst?
00:38:13: Zeit einem zu viel private Lebenszeit, dass du was geändert hast?
00:38:19: Es gab schon Momente wo ich dachte oh Freunde jetzt ist aber viel.
00:38:22: Jetzt kommen ja gar nicht mehr runter.
00:38:25: Das hat es schon gegeben.
00:38:27: Insbesondere in so einer Phase wo es dann beruflich jetzt nicht so erfolgreich war.
00:38:30: Also es hat eins wechseln wir mal im Jahr zwölf war das oder zwischen zwei tausend neun und zwölfe.
00:38:36: Das war schon anspannend und da habe ich schon auch gesagt Ich will versuchen ein bisschen weniger zu machen.
00:38:40: Und jetzt die wunderschöne Situation.
00:38:43: Ich muss nicht mehr, aber ich will.
00:38:45: Ein Intendant hat mir zu mir gesagt, jetzt musst du nicht mehr bießtig sein.
00:38:48: Jetzt reicht es wenn du bissig bist und das bin ich nach wie vor.
00:38:51: also das habe ich schon diesen einen gewissen beruflichen Ehrgeiz an journalistischen Ehrgaits.
00:38:55: Wenn ich da mit dem Bundestrainer sitze oder stehe dann möchte ich schon auch was rauskriegen.
00:38:58: Das ist dann einfach auch meine Aufgabe.
00:39:01: dass mein Versprechen an die Zuschauer.
00:39:03: Sieht's
00:39:03: dir euch?
00:39:04: Julian Nagelsmann und ihr duzt euch
00:39:05: Ja ich hab da... ich kenne die Diskussion mit Duzun und Sietzen.
00:39:12: Dass ich die Leute, die ich duze auch im Fernsehen duze, das verschont sie aber nicht.
00:39:17: Harte Fragen gestellt zu bekommen und die, die sich siedt?
00:39:20: Das ist überhaupt kein Problem!
00:39:21: Das macht mich aber auch respektabel vor allem.
00:39:23: Egal ob ich du oder Sie sage... Ich glaube da ändern sich die Zeiten auch so ein bisschen.
00:39:27: Ich könnte auch einen Politiker wobei Politiker muss ich gerade überlegen Politiker würde ich glaube ich nicht duzen Aber ich tu es auch.
00:39:32: ganz wenige Politiker.
00:39:33: also insofern Die Gefahr ist gering.
00:39:35: Und gab's mal einen Moment wo Du gesagt hast Ich höre auf, ich mache doch was anderes oder... ...ich mach mal gar nix.
00:39:44: Ich hab das Glück!
00:39:46: Das spüre ich jetzt auch, obwohl ich solche Fragen höre dass die... Wie sage ich?
00:39:52: Wir haben jetzt einen funglierenden Kopf, den will ich dir nicht schenken weil mir die Gefahr zu groß ist, dass sie... Soll er machen?
00:39:57: Nee, nee, ja klar In meinem Berufsleben ist die Arschhochquote relativ gering gewesen.
00:40:04: Ich habe wirklich das Glück, dass ich ganz wenig ernste Konflikte hatte Ganz wenige ernste Konflikte.
00:40:12: Und darüber bin ich froh, kann man auch dankbar sein.
00:40:15: Paar hat es natürlich gegeben aber jetzt nicht so dass ich dann jetzt schmeißig hin oder so... Ich habe an bestimmten Stellen gesagt das mache ich jetzt nicht mehr Das reicht mir Mehrfahrungen brauche ich noch nicht.
00:40:25: Das hat jetzt dreimal nicht geklappt.
00:40:27: Jetzt lassen wir es auch schön bleiben.
00:40:28: Das wird nichts mehr.
00:40:30: und zwar zum Beispiel
00:40:33: Hat man eine Show-Sendung gegeben, die einfach nicht funktioniert hat.
00:40:36: Hat ein Magazin war seit eins gegeben.
00:40:38: Das ist das was ich meine mit der Show- Sendung.
00:40:40: Die hat einfach nicht funktioniert und dann muss man es aufbleiben lassen.
00:40:42: Dann ist es halt einfach so... ...dann war das nicht gut genug
00:40:45: oder hat mich die Leute getroffen?
00:40:46: Also eine persönliche Niederlage oder...?
00:40:49: Ja also das nehme ich jetzt nicht an den Nieren gegangen aber natürlich war das jetzt in einer ansonsten relativ steil will ich nicht sagen Aber in die Richtung gehenden Laufbahn wie ein kleiner Knick.
00:41:02: Klar,
00:41:02: hat mich jetzt nichts zerbrochen aber hat mir zu Denken gegeben.
00:41:06: Ja klar knob es ein bisschen drauf rum.
00:41:08: War deine Scheidung?
00:41:09: hast du dir als Niederlage empfunden?
00:41:10: Na
00:41:11: ja sagen wir so ideal ist das nie und das war auch nicht die Idee als wir geheiratet haben.
00:41:16: Es hat sich dann ja auch über einen sehr langen Zeitraum.
00:41:19: ich war immerhin in drei zwanzig Jahre verheiratelt.
00:41:21: Das ist ja jetzt nicht eine spontan scheidung.
00:41:24: ähm es hat sich so entwickelt.
00:41:27: und also sag mal so als sie kann ich's nicht verkaufen Nur wirklich nicht.
00:41:31: Das ist eher eine... das ist schade.
00:41:38: Gleichzeitig muss ich sagen, dass ich ein großes Lebensglück noch mal erleben darf wovon ich nicht gedacht habe, dass mir das nochmal wiederfährt und dann zu erleben, dass alle meine vier Kinder und meine Frau aber auch meiner Ex-Frau, ihr Partner.
00:41:57: das Ganze umfällt meine jetzigen Schwiegereltern, meine ehemalige Schwiegermutter.
00:42:03: Dass das alles...
00:42:04: Deine Mutter?
00:42:05: Meine Mutter alles geklärt ist und zwar unproblematisch!
00:42:10: Und da kann jeder Kontakt haben mit wem er will.
00:42:13: und dann komme ich ja fast ein bisschen zurück.
00:42:14: Das habe ich ganz am Anfang unseres Gesprächs gesagt dass sich gerne immer vermittelt habe und mochte, dass das alles ausgeglichen ist auf eine Art und Weise.
00:42:22: Und nochmals muss nicht jeder jeden lieben aber ein vernünftiges ordentliches, am liebsten auch schönes Miteinander Daran möchte ich schon mitwirken.
00:42:28: Und das tue ich auch.
00:42:29: Habt ihr deine WhatsApp-Gruppe, wo irgendwie dreißig Personen drin sind?
00:42:32: Nein, das wäre mir zu wild.
00:42:34: Das möchte ich nicht!
00:42:35: Da wird es mir mit den WhatsApp-Kruppen so langsam... müssen wir mal Einhalt gebieten.
00:42:39: Es reicht jetzt mal.
00:42:39: Ich habe ganz viele Stummen geschaltet.
00:42:42: Das kann ich nicht.
00:42:42: Das müsstest du mir erklären.
00:42:43: Zeigst dir.
00:42:44: Weil das macht dich wahnsinnig.
00:42:46: Ja, es ist auch nicht alles wichtig was da besprochen wird.
00:42:49: Ich weiß zum Beispiel auch meine Kinder haben auch eine Gruppe, in der nur die Kinder drin sind, wo diese Sachen unter sich befinden.
00:42:55: Völlig in Ordnung Nee, nee.
00:42:57: Aber wir informieren uns und es gibt verschiedene Gruppen wo alle informiert werden können.
00:43:01: Na klar!
00:43:02: Und hast du das weil dein Eltern sich am Scheiden lassen?
00:43:04: Hat man da eher den Wunsch?
00:43:05: Man will's besser machen anders machen oder war das gar nicht in deinem Kopf drin?
00:43:08: Also ich hab jetzt nicht... Ich habe jetzt... Sagen wir mal so.. Ich hab' sächsendneinzig geheiratet und dann... Das war nicht der Plan dass wir irgendwann geschehen werden.
00:43:15: aber es hat sich so entwickeln und ist es so gekommen und wir reden ja noch miteinander und haben gutes Verhältnis ein ordentliches Verhältnissso Ein gutes ordentliches Verhältnis ist das richtig.
00:43:28: Es fühlt sich auch für mich richtig an, so wie es ist.
00:43:31: Aber noch mal ich werde das nicht als Sieg verkaufen.
00:43:34: umso verwunderlicher dass ich nochmal so Geschenk bekommen habe.
00:43:36: Alina?
00:43:36: Ja
00:43:37: also insofern verrückt.
00:43:39: Alinas ja Kunsthistorikerin du bist sportfanatisch also Fußball fanatisch ergänzt ihr euch da?
00:43:46: Also habt ihr euch angenehrt?
00:43:48: Das glaube ich kann man sagen Ich hab sie ein bisschen an Fußballraden geführt An die Atmosphäre im Stadion Auch ans Regelwerk.
00:43:58: Sie hat kluge Fragen gestellt, ganz am Anfang wirklich auf die man gar nicht kommt aber geklug und sie hat mich ein bisschen an den Grundstrang geführt.
00:44:04: Und irgendwann haben wir mal einen Fußballspiel zusammen geguckt auf dem Sofa sitzen und es war sehr spannend.
00:44:11: Es war Verlängerung und es ging wirklich also spitz auf Knopf und ich war ganz gebannt und irgendwann kommt von der Seite der Spruch ja das ist jetzt nicht mehr der Zeitpunkt für Taktik-Tafeln.
00:44:20: Jetzt kommt's auch den Charakter an.
00:44:23: Ich saß, wo?
00:44:24: Hä?!
00:44:25: Was hast du gerade gesagt?
00:44:27: Kannst du das noch mal sagen?
00:44:28: Ja, jetzt geht's doch nicht mehr um Taktik zu haben.
00:44:30: Jetzt kommt es auf Karacke!
00:44:31: Hä?!
00:44:31: Wo kommt denn das auf einmal her?
00:44:33: Und dann hat sie heimlich ChatGPT gefragt nach klubem Fußballsprüchen und hat den
00:44:38: einfach
00:44:41: vorgelesen.
00:44:42: Ich bin fast vom Glauben abgefallen.
00:44:44: Das passte nichts zu dem was ich vorher von ihrem Fußballkennen wusste.
00:44:47: Sie hat mich an die Kunst weiterangefüllt.
00:44:49: Ich habe schon Interesse gehabt Erstmal dieses, wenn man aus so einem Haushalt oder aus einer Familie kommt wo Museumsbesuche an der Tagesordnung waren.
00:44:58: Dann gibt es ja schon einen Grundinteresse.
00:45:00: also ich habe da nie eine Aversion gehabt und auch später im Leben mich immer mal für Kunst interessiert.
00:45:04: gar keine Frage.
00:45:06: aber im Detail bin ich natürlich Laie und da arbeite ich jetzt nach und renne dann hinterher manchmal auf Messen oder so.
00:45:14: Und wenn sie dann die zweite Runde macht, weil sie alles noch mal intensiv anguckt was wir im Schnee durchlaufen, dann gehe ich ins Café.
00:45:21: Also New York könnte ja sein dass ihr mal ins MoMA zusammengeht wahrscheinlich?
00:45:24: Kann nicht ausschließen ganz genau!
00:45:26: Wenn die Zeit das zulässt.
00:45:28: aber da gibt es eine Reihe anderer Museen auch...
00:45:29: Ist ja auch gut um den Kopf frei zu kriegen.
00:45:31: Ja einfach etwas anderes machen.
00:45:33: Ne machen wir schon interessiert mich auch und ich bin dann aber auch irgendwann in Paris in der Foundation Vuitton In der Gerhard Richter Ausstellung und das sind glaube ich fünf Etagen gewesen.
00:45:44: Ich war so voll danach, also ich konnte kaum noch reden.
00:45:47: Weil das so viel ...
00:45:49: Erzählt Alina dir dann?
00:45:50: Nee!
00:45:50: Ja, ich hab da viel gelesen an den... Die Eindrücke die verschiedenen Schaffensphasen und so weiter, die sie natürlich ganz anders zuordnen kann weil sie einen breiteren Wissenshintergrund hat.
00:45:59: Man weiß das ist diese Phase wie ihr kennt diese Phasen.
00:46:01: für mich war das ja alles neu.
00:46:03: Ich bin daraus und war wirklich bis so oben hin voll.
00:46:05: hätte kein Krosson rein gepasst oder irgendwas anderes anwissen oder was
00:46:10: ich weiß.
00:46:10: Ich glaube es ist auch wichtig dass man als Partner, als Ehepartner eigene Interessen hat und sein eigenes Ding liebt, lebt.
00:46:18: Und den anderen aber dann auch begeistern kann dafür oder eben nicht...
00:46:22: Das passiert gegenseitig!
00:46:24: Aber es gibt auch Momente wo ich sage du heute ist Fußball und sie sagt muss nicht sein?
00:46:29: Oder sie muss irgendwo zu einer Ausstellung oder Messe und ich sage oh... Kein Bock.
00:46:34: Gibt's natürlich auch.
00:46:35: Gehen wir offen miteinander um.
00:46:36: Aber so eine Ehe jetzt nochmal leben zu dürfen ist ja auch beflügelt, oder?
00:46:40: So eine Liebe erleben zu dürfen
00:46:41: Ja genau Ja, es ist besonders.
00:46:46: Entfind ich als besonderes und genieße das sehr.
00:46:50: Genieße die Zeit zu zweit aber auch die mit den Kindern oder in einer größeren Gruppe mit Freunden auch dann zu sehen dass da doch eine hohe Akzeptanz ist und sich da wie so ein eigener Freundeskreis... Da gibt's Schnittmengen natürlich!
00:47:04: Aber auch wirklich neue Beziehungen und Bekanntschaften sich entwickeln.
00:47:08: Das finde ich schon sehr interessant, das macht einen großen Spaß.
00:47:11: Wie
00:47:11: haben deine Kinder beziehungsweise deine Mutter reagiert als du gesagt hast dich heirat noch mal?
00:47:15: Oder ich habe geheiratet, es ging ja sehr schnell!
00:47:17: Du hast es wahrscheinlich hinterher erst gesagt.
00:47:18: Nein, nein, ich hab sie erzählt.
00:47:22: Also meine Mutter war ganz positiv.
00:47:24: Sie ist doch was Schönes und so weiter... Und hat sich gefreut.
00:47:32: Wir erlisten deine Mutter
00:47:33: jetzt?!
00:47:33: Meine Mutter ist Jahrgang, der ist die Art.
00:47:36: Die wird jetzt achtundachtzig im August.
00:47:38: Und dein Vater?
00:47:40: Er ist verstorben mit vierundachtzig Verstorben, das war im Jahr zweitausendzwanzig.
00:47:48: Der Eltern ist immer schlimm.
00:47:49: aber war es für dich ein Einschnitt?
00:47:51: noch mal oder hast du gesagt...
00:47:52: Mein Vater war lange krank und das zu sehen war natürlich wahnsinnig unschön.
00:48:01: insofern der Tod eines Vaters war dann für ihn eine Erlösung Und man sagt das immer so dahin, mir fällt es noch schwer darüber zu sprechen weil ich sonst auch gar nicht darüber rede.
00:48:14: Es war ein Loslassen von ihm vom Leben.
00:48:17: ja es war wie's war und wir haben sehr viele schöne Zeiten miteinander gehabt.
00:48:22: insofern überwiegt auch die Dankbarkeit natürlich.
00:48:25: Es gibt jetzt manchmal den Moment wo Habe ich jetzt selten, aber am Anfang würde ich gerne anrufen.
00:48:33: Ich könnte z.B.
00:48:33: auch seine Telefonnummer nicht aus dem Handy löschen.
00:48:35: Die ist noch drin
00:48:36: in deinem Handy?
00:48:37: Ja.
00:48:37: Und der Papa?
00:48:38: oder wer?
00:48:39: Nee, Vorname.
00:48:41: Klaus und dann Vornamen.
00:48:43: Und deine Mutter?
00:48:45: Die heißt Mama Neu.
00:48:47: Mama Neuer Handynomat.
00:48:49: Genau!
00:48:50: Die heißt MAMA NEU.
00:48:51: Oder NEU NEU, das könnte schon als dritter Handy sein.
00:48:53: Wie heißt
00:48:54: denn deine Mutter mit vorne?
00:48:56: Magda
00:48:56: Maria Magdalena heißt sie.
00:48:59: Und es ist eine Name, Mama.
00:49:01: und dann wenn ein neues Handy Mama neu, ich glaube bei ihr ist es Mama Neu-Neu.
00:49:05: Aber das
00:49:05: ist auch ein sehr katholischer oder ein sehr christlicher Name, Maria Magdalene?
00:49:09: Ihre
00:49:09: Mutter ist auch meine Patentante gewesen und eine sehr gläubige Frau.
00:49:13: Das hat sicherlich damit zu tun ja.
00:49:15: Und dein Zwischenname Baptist...
00:49:17: Der Teufa!
00:49:18: Genau
00:49:18: aber der kam dann von der Oma gewollt.
00:49:20: oder wie kam er?
00:49:22: Ich habe auch immer diese Vermutung gehabt mit dem katholischen.
00:49:27: Tatsächlich hat mein Vater mir mal erzählt, dass es... Mein Vater hat Romanistik und Germanistik studiert.
00:49:32: Er war Lehrer für deutschen Französische Amtsung Asium.
00:49:35: Und ging dann ins Ministerium.
00:49:37: Es gab einen Film der heißt auf Deutsch Kinder des Olympes im Orinade Les Enfants du Paradies.
00:49:42: Die Kinder des Paradies wobei der Olymp in Theater das hat nichts mit dem Berg zu tun sondern Der Olymp ist.
00:49:49: im Theater sind diese ganz billigen Plätze oben Wo man ganz steil runter guckt auf die Bühne.
00:49:53: die Kinder des Olimp.
00:49:54: Das waren die jungen Menschen da ganz oben gesessen haben.
00:49:58: Und in diesem Film gibt es eine weibliche Hauptrolle, die heißt Garanze.
00:50:02: Er sagt immer Garans Comelorose, Garans, irgendwie die Rose und die männliche Haupt Rolle heißt Batist.
00:50:07: Und mein Vater hat mir mal gesagt dass das daherkommt weiß ich.
00:50:10: irgendwie muss glaube ich ihm wie sie ist.
00:50:12: Kannst du das als Kind cool einen zweiten Namen zu haben und dann so ein ausgefallenen Namen?
00:50:16: Viele
00:50:16: haben ja einen zweiten Name, aber das ist eine ausgefallene Name.
00:50:19: Ich hieß auch früher nicht Johannes B. Karnas, weil ich hieß Johannes Kerner natürlich.
00:50:23: Und für die meisten geht es heute auch noch.
00:50:25: Dieses b ist dann irgendwann mal in dieser Fernsehzeit... Ich glaube, es war ne Idee von Reinhard Beckmann.
00:50:31: Es klingt schick auf jeden Fall.
00:50:32: Irgendwie
00:50:33: hat sich's so... Ja gut, aber heute gibt's doch Leute, die denken, ich heiße B.Kerner mit Nachnamen.
00:50:37: Ja gibt's halt B.kerner, wäre ich auch mal angesprochen Gibt's?
00:50:40: Aber es ist völlig in Ordnung.
00:50:42: Es geht auch.
00:50:43: Dieter Kürtner hat mal gesagt, als er dann mich anmoderiert hat also schon okay bin ich einfach ja das kann er sagen.
00:50:49: Ja klar!
00:50:50: Ist das ok Dieter?
00:50:51: Hatte du so einen Spitzenarbeitskind?
00:50:53: Ja nicht so richtig zu Hause manchmal in so Momenten wo ich niedlich angesprochen wurde dann Johnny und oft aber auch Johannes.
00:51:06: Dann wusste man dann auch was los ist?
00:51:07: Genau
00:51:07: war klar was Sache ist.
00:51:09: Wenn du so auf dein Berufsleben zurückguckst, ich meine, vierzig Jahre im Fernsehen.
00:51:12: Das ist ja schon was.
00:51:13: und gerade wie sich Fernsehen auch verändert hat als weg von nur AID in ZDF inzwischen die ganzen Privat-Sender dann die Streamingdienste das zu überleben?
00:51:21: Ist das das, was dich am meisten stolz macht eigentlich?
00:51:23: Du hast dich immer wieder neu erfunden!
00:51:25: Das ist auch eine Kunst.
00:51:26: Stolz oder
00:51:28: dankbar vielleicht?
00:51:29: Ich bin schon froh dass so gelaufen ist.
00:51:31: ne Und ich weiß, was du meinst mit dem Aspekt stolz.
00:51:34: Das ist für mich ein kontaminierter Begriff.
00:51:38: Ich
00:51:38: freu mich schon so wie es gekommen ist.
00:51:40: Es ist vieles ganz toll gelaufen und tolle Begegnungen die man dann auch hat und Sachen die man erinnert.
00:51:47: Wahnsinnig viel machen dürfen!
00:51:50: Bin um die ganze Welt geflogen habe Länder und Menschen gesehen, die ich vermutlich nie getroffen hätte wenn ich nicht so einen Job hätte.
00:51:57: das würde ja nicht anders gehen.
00:51:58: Ich sage
00:52:00: auch jeden Abend, wenn ich ins Bett gehe, sag' ich Danke.
00:52:02: Ja?
00:52:03: Betest du?
00:52:04: Na ja so mit mir und ich sage jeden Abend danke!
00:52:06: Hast Du eine spirituelle Ader?
00:52:08: Naja ich bin evangelisch, ich bin in der Kirche... ...ich bin Mitglied der Kirchen und ich glaube schon an Gott.
00:52:13: Und ich habe auch immer... also aber immer abends wenn ich ans Bett gehe mache das so ganz kurz mache ich das weil ich mal eben aufbewusst bin wie besonders mein Leben ist, also meinen Job isst Auch wenn man viel arbeitet.
00:52:23: ne Also sieben Tage die Woche rund um die Uhr bin ich im Dienst Aber ich mach's gerne
00:52:28: Und du stehst so früh auf, ne?
00:52:29: Ich stehe
00:52:29: extrem früh auf.
00:52:31: Also heute war es fünf Uhr.
00:52:32: Das wäre gar nichts für mich.
00:52:33: Fünf Uhr sitze ich am Rechner und schreibe meinen ersten Text weil wenn ich im Büro bin oder im Verlag bin habe ich keine Zeit zum Schreiben.
00:52:39: Weil dann Sitzungen sind und...
00:52:40: Dann ist ein Meeting nach dem anderen eine Konferenz.
00:52:42: irgendwas ist immer und deswegen schreib' ich morgens oder spät abends.
00:52:44: aber abends bin ich immer so müde.
00:52:45: Ja, ja.
00:52:46: Also steh' ich... Ja, das ist ja so ein Teufelskreis.
00:52:48: Gehst du, kannst du um neun ins Bett gehen?
00:52:50: Nein!
00:52:50: Das kann ich auch nicht.
00:52:53: Ganz besonders toll bin versuche ich um zehn, schaffe ich aber ganz selten.
00:52:56: Aber so zehn und ein halb elf versuche schon ins Bett zu gehen weil halt einen halben fünfter Wecker wieder kommen.
00:53:00: Machst du Sport?
00:53:01: Ich habe immer Morgensport gemacht seitdem ich aber bei Bild bin.
00:53:05: Schaff es morgens nicht, weil ich eben so früh aufstehe.
00:53:07: Aber ich mach dann abends Sport.
00:53:09: Spinning mache
00:53:10: ich.
00:53:10: Spinning?
00:53:10: Ja cool
00:53:11: Fahrrad fahren.
00:53:12: Schwitzen da.
00:53:13: Schwitzig Minuten einfach nur überleben ja
00:53:15: brutal
00:53:15: an nichts denken einfach nur schwitzen.
00:53:17: Früher bin ich gejockt das kann ich nicht mehr.
00:53:19: warum nicht?
00:53:20: kannst
00:53:21: Kann man sofort wieder anfangen?
00:53:22: Ich
00:53:22: kann es nicht mehr.
00:53:23: Ich bin ja im Englischen Garten in München gelaufen, immer das habe ich geliebt.
00:53:25: Das war auch mal natural.
00:53:27: aber jetzt in Berlin ... ich kann's nicht mehr...
00:53:29: Tiergarten kannst du
00:53:31: wieder anfachen?
00:53:32: In einer Woche klappt es.
00:53:33: Ich
00:53:33: muss aus der Wohnung raus und laufen!
00:53:35: Und das hab' ich in Münche eben im englischen garten.
00:53:36: Jetzt in Berlin laufe ich halt durch Mitte.
00:53:38: Das ist ja auch nicht schön.
00:53:39: Du wohnst inmitte.
00:53:41: Eine Minute laufen, neun Minuten gehen.
00:53:42: Am nächsten Tag zwei Minuten laufen, acht Minuten gehen!
00:53:45: Ich bin sicher nach
00:53:46: einer Woche oder zwei.
00:53:46: Weil eigentlich habe ich es geliebt zu laufen... Hast du's?
00:53:48: ...weil das für mich mit meinem Kopf, ich hab da ganz viel sortiert.
00:53:51: Also wenn ich morgens gelaufen bin war der Tag gelegt.
00:53:53: Ach so, oh das konnte ich.
00:53:55: Das kann ich zum Beispiel gar nicht.
00:53:56: beim Sport nachdenken kann ich gar nichts.
00:53:58: und jetzt beim Joggenkontext beim Fahrradfahren gehts jetzt nicht.
00:54:00: Den will ich einfach nur überleben.
00:54:02: Ja aber Sport ist wichtig, ganz klar sonst ging das gar nicht.
00:54:06: Was kommt denn bei dir noch?
00:54:07: Oder denkst du gar nicht drüber nach?
00:54:08: Das
00:54:08: Beste kommt noch?
00:54:10: ja Na jetzt kommt erst mal eine WM und nach einer Reihe von schönen beruflichen Herausforderungen, dann habe ich ja so wunderschöne Sendung wie ein Herz für Kinder.
00:54:19: Du verbringst
00:54:20: nämlich uns jedes Jahr zum Weinen!
00:54:21: Ja das tut mir leid.
00:54:22: Jedes
00:54:23: Jahr?
00:54:24: Weil es teilweise so berührend und anrührend ist und wir die Kinder mit ihrem Schicksal umgehen zu tapfer...
00:54:30: Ja bei der Sendung denke ich immer hat Die hatten einen inneren Wert.
00:54:37: Da wirst du dann richtig demütig, wenn du die Sendung gesehen hast.
00:54:40: Und für viele gehört das auch zu so einem Weihnachtsadventsritual in diese Zeit einfach ein.
00:54:46: Naja ich hab' ich Leute gehabt als ich noch am Spendentelefon gesessen habe und nicht selbst moderiert hab', da hatte ich mal einen Ingenieur von Siemens aus Saudi Arabien.
00:54:54: der hat gesagt bei uns ist jetzt schon drei Uhr morgens oder zwei Uhr morgens weil die er weiter sind.
00:54:58: aber wir gucken das immer.
00:54:59: Weil es gehört für uns so zu Weihnachten dazu ist so ein Gefühl von Zuhause.
00:55:04: Das ist
00:55:04: ja auch ein Gefühl
00:55:05: von Solidarität.
00:55:06: Genau, der
00:55:07: Mein- schaft!
00:55:08: Dass dann an so einem Abend zwanzig Millionen zusammenkommen...
00:55:10: Oder noch mehr?
00:55:11: Nein, aber das heißt du freust dich auf alles was kommt.
00:55:13: Total!
00:55:14: Also mit aller Gelassenheit und Reisen, Sendungen, schöne private Erlebnisse natürlich auch Privatzeit.
00:55:23: So dieses nicht mehr getrieben zu sein sondern Dinge gelassen halt ist ein Wort, was ich jetzt häufig gesagt habe.
00:55:29: Mit ein bisschen mehr Gelassenheiz zu machen, das ist schon ein schönes Gefühl Ja, freu ich mich.
00:55:34: Und beruflich auch!
00:55:35: Ich habe total einen Bock zu arbeiten.
00:55:36: Ich hab ein bisschen Schwierigkeiten mit dem Begriff Live-Work Balance oder Work-Live Balance.
00:55:41: Weil für mich steht live und work gar nicht in einem Gegensatz.
00:55:43: Genau
00:55:43: so ist bei mir auch.
00:55:43: Für
00:55:44: mich gehört das auf eine Art und Weise zusammen.
00:55:45: Ich stand jetzt wollte ich gar nicht nicht arbeiten muss immer die Einschränkung machen wenn jemand vierzig Jahre hart körperlich gearbeitet hat ist das was anderes.
00:55:54: Aber unser Job ist ja ein Geschenk.
00:55:56: Empfinde ich auch so.
00:55:57: Wenn man das so empfindet, erkennt keinen Sinn darin aufzuhören zu arbeiten dann wird es sehr langweilig.
00:56:02: Ich treffe ja gar keine Leute, ich bin gerne im Gespräch.
00:56:05: Also nicht das über mich reden,
00:56:06: sondern mit Menschen reden total.
00:56:08: Total.
00:56:09: Super!
00:56:09: Ich danke dir lieber Johannes.
00:56:10: Warst du es schon?
00:56:11: Ja, das war's schon.
Neuer Kommentar