„Ich konnte mich 3 Monate lang nicht bewegen“ – Simone Ballacks Leben nach Emilios Tod

Shownotes

Simone Ballack, Ex-Frau von Fußballstar Michael Ballack, hat am Gardasee ein neues Zuhause und eine neue Liebe gefunden. Im Gespräch mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May blickt sie auf ihre schwierige Kindheit, die gemeinsame Zeit mit Michael Ballack und den schmerzhaften Verlust ihres Sohnes Emilio zurück. Offen erzählt sie, wie sie mit ihrer Trauer lebt, warum sie ihr Glück selbst in die Hand nimmt und weshalb sie mit 50 endlich das Gefühl hat, angekommen zu sein.

Triggerwarnung: In dieser Podcastfolge sprechen wir über den Tod eines Kindes und den frühen Kindstod. Diese Themen können emotional belastend sein und insbesondere bei Betroffenen und Angehörigen schwierige Gefühle oder Erinnerungen auslösen. Bitte hören Sie die Folge nur, wenn Sie sich damit wohlfühlen, und achten Sie gut auf sich.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wie schafft man es, das Leben zu lieben wenn es einem das Liebste genommen hat?

00:00:04: Man muss sich dann einfach Sachen vornehmen die einem selber Freude bringen.

00:00:08: Zumindest ist dass man immer wieder Lichtblicke hat Dass man sagt hey da hab ich Spaß dran.

00:00:13: Das möchte ich noch machen Da möchte ich hin.

00:00:15: Simone Ballak beeindruckt mich mit ihrer Stärke Ihrem Humor Ihrer Lebenslust und ihre Offenheit.

00:00:21: Sie war die Frau an der Seite von Fußballstar Michael Ballack lebte ein Leben von dem viele Träumen.

00:00:26: Doch hinter diesem Leben steckt die Geschichte eines Mädchens, das nie eine glückliche Kindheit hatte.

00:00:32: Meine Mutter hat mich ja mit siebzehn bekommen.

00:00:34: Mein Vater und meine Mutter ... Ich kann mich nicht erinnern, dass die sich jemals verstanden haben.

00:00:38: Kann ich nicht an einen Tag erinneren, wo die miteinander nett oder glücklich waren?

00:00:42: Es ist auch die Geschichte einer Mutter, deren Welt vor fünf Jahren zerbrach als ihr geliebter Sohn Emilio mit nur achtzehn Jahren starb.

00:00:50: Weil damals, ich weiß nicht, drei Monate ... mich nicht bewegen konnte, auch konnte ich gar nichts.

00:00:56: Also teilweise nicht mal aufstehen.

00:00:58: aber dann habe ich gedacht ne komm also entweder du bleibst jetzt für immer liegen oder du gehst jetzt hoch und dann machst du was und da muss das auch so

00:01:06: bleiben.".

00:01:06: Wie erlaubt man sich wieder zu lachen?

00:01:08: Zu lieben?

00:01:09: Glücklich zu sein!

00:01:10: Simone hat darauf ihre ganz eigenen Antworten gefunden.

00:01:13: sie erzählt mir von ihrer großen Liebe zu ihren drei Söhnen aber auch von ihrem Mut noch einmal ganz neu anzufangen am Gardasee.

00:01:21: Neuer Job, neuer Mann.

00:01:22: Ihre Sehnsucht nach Freiheit und einem Versprechen an sich selbst – nie wieder etwas auf später zu verschieben!

00:01:46: Liebe Simone, wir sitzen jetzt nicht am Gardasee.

00:01:49: Wir waren aber draußen am Wasser.

00:01:51: Die Kulisse ist traumhaft und die Wellen sind im Moment noch zu laut.

00:01:54: Deswegen haben wir uns entschlossen, dass wir uns

00:01:55: doch rein ... Ja, die Wellens sind zu laut und die Frisur hätte es nicht ausgehalten.

00:01:59: Der

00:01:59: Wind ist auch gerade noch sehr heftig!

00:02:01: Am Vormittag ist das hier immer noch windig.

00:02:04: Das legt sich dann so ab dem Mittag.

00:02:06: Du hast mich gerade selber eindruckt über dein Frühstück?

00:02:09: Du hast Eier gegessen mit Maggi.

00:02:11: Oh Gott, ja das ist eine Sucht von mir.

00:02:14: Ich bin maggiesüchtig offiziell.

00:02:17: Das kommt aus meiner Kindheit bei uns dann immer Pfeffersalz-Maggie auf den Tisch.

00:02:22: Das war früher in jedem Witzhaus.

00:02:23: Ja ich kenn's vor meinem Vater der ist aber drei neunzig und er isst heute immer noch sein Maggie.

00:02:27: Meine Oma wäre jetzt auch in dem Alter natürlich die Generation Maggie gewesen.

00:02:34: Aber das habe ich so mitgenommen und hier steht immer Maggie im Schrank.

00:02:37: Das muss hier immer in Italien auch sein, aber ich habe schon viele Italiener bekehrt also die die Maggi probiert haben.

00:02:43: Maggi-Ei, die sind auch immer kommen auch wieder drauf zurück.

00:02:47: Die ist lustig weil wir... Ich hab unten so eine Schublade bei den Kellnern und da steht die Maggiflasche von mir drin.

00:02:52: es ja eigentlich meine private Aber da greift auch ab und zu mal schon der eine oder andere Italiener zu.

00:02:58: Also die haben schon gemerkt, Maggi im Salat, Maggie in der Suppe – das macht schon was!

00:03:03: Das heißt du hast Maggi hier eingeführt?

00:03:05: Ich hab

00:03:06: Maggi hereingeführt in Bajardo, ja ganz schlimm.

00:03:08: Also ich weiß nicht ob es schlimm ist, ich finde's gut.

00:03:10: Ich weiß gar nicht warum man sich dafür schämen sollte….

00:03:14: Nee,

00:03:14: nicht schäme, ich kenne es nur von älteren Leuten, deswegen kann ich das jetzt witzig, dass du Maggi einstimmst.

00:03:18: Ja

00:03:18: genau.

00:03:18: aber viele sagen ja Magi, wie kann man denn Maggi essen und so?

00:03:21: Ne, es schmeckt,

00:03:22: es ist halt würzig.

00:03:24: Es ist so witzig.

00:03:25: Und das Zweite, was mich überrascht hat... Ich habe ewig keine Maggiefläche in der Hand gehabt.

00:03:28: Wer da drauf abgefügt wird...

00:03:29: Die Wärmung!

00:03:30: Sag mal wer da drauf ist?

00:03:31: Da war der Museum da drauf.

00:03:33: Das hab ich die Zusammenhang noch nicht mitgekriegt.

00:03:35: Vielleicht kann Maggie mich aufklären.

00:03:38: Spannend muss man nachgehen ob er das auch weiß oder... Sie wollen

00:03:40: vielleicht die Marke verjüngen.

00:03:42: Wahrscheinlich.

00:03:42: Du sagst

00:03:44: auch du kennst das nur von deiner Oma.

00:03:45: Ja von meinem Vater kenn ich es genau.

00:03:50: Für mich ist es lecker, ich esse's gerne und in unserem Alter muss man ja viel Protein essen.

00:03:55: Eben!

00:03:56: Von so einem ein mit Maggi das kann schon was.

00:03:58: Geht immer.

00:03:59: Du bist jetzt seit drei Jahren am Gardasee, Simone?

00:04:02: Also du hast ja zwei Wohnsitze Bayern-und Gardaseee.

00:04:05: Aber würdest du sagen Gardaseeh ist inzwischen Heimat oder ist es doch eher ein Ort immer noch für dich wo du sagst Ich bin da hingegangen um neu anzufangen?

00:04:13: Nö, beides irgendwie Heimat.

00:04:16: Wenn man heim kommt, ist es bei beiden schön.

00:04:18: Also wenn man ein paar Wochen oder Monate weg ist und kommt dann nach Hause das ist immer schön.

00:04:22: ich freue mich dann auf mein Haus und freu ich mich auf andere Sachen und die Nachbarn.

00:04:28: und da ist es immer ganz anders.

00:04:30: Und hier ist halt ein Hotel Das ist halt immer hier Gaudi Hier sind immer Leute ja hat man jetzt nicht so seine Ruhe und deswegen genieße ich das auch wenn ich mal in meinem Haus bin und niemand da ist.

00:04:41: Das ist schon schön auch mal wieder zwischendurch Aber auch nicht zu lange.

00:04:46: Das reicht mir dann meistens nach zwei, drei Wochen schon wieder und da bin ich auch immer froh wenn ich wieder hierher komme.

00:04:50: Angar das ja.

00:04:51: Bist du Italienisch?

00:04:53: Sprechen tatsächlich nie so gut weil ich finde es immer ein bisschen schenant.

00:04:56: also ich hau mich immer nicht zu sprechen.

00:04:58: Ich verstehe zwar meistens was die sagen aber nicht alles.

00:05:01: ne Weil wenn die richtig loslegen dann habe ich auch verstehe auch nicht alles.

00:05:06: Also gerade auf Ämtern und so das ist schon nicht so einfach.

00:05:08: Aber verstehen ganz gut, sprechen weniger.

00:05:12: Ja weil hier ist natürlich Es sprechen halt viele Englisch und Deutsch.

00:05:16: Das ist ganz schwierig, man muss ja nicht.

00:05:20: Ich glaube es wäre schon besser wenn ich mal drei Monate nach Sizilien gehen würde oder so.

00:05:24: Also wo wirklich keiner Deutsch spricht oder Engel spricht das wär nicht schlecht weil dann glaubt dann lernt's das besser.

00:05:31: Aber ich habe gehört die Kellner, also sie sagen ja nicht Simone sondern sie sagen

00:05:35: Simona.

00:05:36: Ja weil das Simone ist ja in Italien ein Männername und deswegen ist es manchmal ein bisschen verwirrend für dich und deswegen hab' ich mich jetzt schon dran gewöhnt, spielt mir hier die Simona, ist halt jetzt so.

00:05:47: Was findest du hier oder was hast du hier gefunden?

00:05:49: Was du vielleicht in Deutschland, was dir Deutschland nicht mehr geben konnte oder Bayern nicht mehr gehen kannst?

00:05:54: Ja natürlich im Hotel hier das was ich eigentlich ja wollte nicht mehr so präsent zu sein, also gerade auch pressemäßig.

00:06:04: Hat ja super funktioniert!

00:06:05: Hat gut funktioniert.

00:06:06: Also da hat man wahrscheinlich den schlechtesten Platz in Italien ausgesucht ever.

00:06:11: aber das war ja auch alles mehr oder weniger Zufall.

00:06:14: Es war jetzt nicht so dass ich gesagt habe Ich will jetzt aus Deutschland weg.

00:06:17: Also ich wollte ein bisschen aus der Münchner Blase weg.

00:06:20: Das muss man glaube ich eher so formulieren Dass sich einfach...das München ist mir zu eng geworden.

00:06:25: Also weil man sich natürlich auch immer so mehr oder weniger im gleichen Umfeld bewegt.

00:06:30: Und da war mir das einfach zu viele Geschichten und zu viel Blabla, kommst in die Stadt und dann weiß schon jeder du bist da.

00:06:37: Das fand ich ein bisschen ... Das war kein Privatleben mehr möglich.

00:06:42: So richtig!

00:06:43: Dann habe ich mich vielleicht auch immer auch ein bisschen selber schuld.

00:06:46: ist man ja.

00:06:46: Man bewegt sich natürlich dann auch immer in den gleichen Umfelden oder Radios.

00:06:52: aber Das ist ja auch schwer dann daraus zu kommen, weil man geht ja nicht alleine plötzlich in Schwabingen in irgendeinem anderen Laden.

00:06:57: Also das macht man ja auch nicht.

00:06:59: Ist man immer wieder da wo die Freunde sind und wenn du da bist dann wieso bist du nicht mit uns gegangen?

00:07:06: Du kannst nicht raus.

00:07:07: also habe ich mir gedacht komm brech mal komplett ab die Münchner Geschichten und zieh mich da ein bisschen zurück.

00:07:14: Und es hat auch echt mir richtig gut getan muss ich sagen.

00:07:18: Du bist ja eigentlich auch zum Arbeiten an den Gardasee gehen.

00:07:20: Genau

00:07:21: wie gesagt Eher ein Zufall.

00:07:23: Ich habe ja damals mit Heiko, meinem Ex-Partner, das Hotel hier angeschaut und er hat es dann gekauft mit der Company.

00:07:32: Dann war das eher so eine Idee, das privat zu halten und dass man für Freunde einfach einen Platz hat wo man Besuch haben kann und unsere Families und Friends da einladen.

00:07:47: Ja, hat sich das irgendwie alles so ein bisschen anders entwickelt.

00:07:51: Dann haben wir uns ja auch getrennt und wir sind hier aber nach wie vor noch gut befreundet.

00:07:56: Und dann hat Heiko gesagt, oh weißt du was?

00:07:59: Haste nicht Lust fürs Hotel trotzdem herzurichten.

00:08:02: also es war ja ein altes Hotel und musste renoviert und eingerichtet werden und halt neu eröffnet werden.

00:08:08: Und ja, dann habe ich gesagt, du, das ist eigentlich eine mega Idee!

00:08:11: Ich wollte immer einfach einen Locationwechsel mal wiederhaben.

00:08:15: Ich bin ja eigentlich immer gerne umgezogen, muss ich sagen.

00:08:18: Also es war ja nie so... Es war ja nicht so dass ich gesagt habe, oh Gott!

00:08:22: Ich muss jetzt nach London ziehen oder so.

00:08:23: Aber ich hab immer riesen Spaß daran gehabt.

00:08:26: Ich bin gerne um gezogen und ich finde das immer toll neue Leute kennenzulernen neues Umfeld zu bekommen einfach sich mal wieder ein bisschen weiter breiter aufzustellen.

00:08:38: Und hat mir auch immer gut getan weil ich glaube ist es auf jeden Fall gut wenn man einfach mal sein Umfeld wechselt und nicht immer in seiner Bubble lädt.

00:08:48: Ich glaube, das erweitert den Horizont sehr.

00:08:51: Und deswegen habe ich sofort ja gesagt.

00:08:54: Das mache ich, gehe nach Italien gar kein Thema.

00:08:56: Sagt der Heike, du sprichst da gar kein italienisch, sag ich, dann lerne ich's halt!

00:09:00: Also es ist dann halt so... Ja.

00:09:01: Und das war schon eine harte Schule also mein erstes Hotel umgebaut alleine.

00:09:06: Das ist ja nicht mal eben ein Haus renovieren, das ist einfach ein ganzes Hotel da gibt es ganz andere Auflagen.

00:09:12: und dann musste ich meine Prüfung machen, dass sich das Hotel leiten darf.

00:09:16: Da habe ich dann gelernt für meine Prüfungen im Bootsen.

00:09:18: also das war schon echt alles viel Nervous

00:09:20: Immune, was ich bei dir schön finde ohne jetzt zu sehrendes Detail zu gehen.

00:09:23: Weil du schützt ja dein Privatleben inzwischen auch ein bisschen.

00:09:25: Aber ich glaube ja auch so ein bisschen... Also ich glaube an Schicksal und ich glaube du bist ja auch jemanden, du glaubst auch an Engel.

00:09:30: Du glaubst an Spiritualität.

00:09:33: Und du gehst nach Italien um eben dieses eine Projekt zu machen und lernst ja dadurch auch deinen nächsten Partner kennen, an den du ja noch gar nicht gedacht hast vor drei Jahren oder dass sowas passieren könnte?

00:09:42: Ja aber es ist ja im Leben immer.

00:09:44: Man kommt irgendwo hin und wäre da vielleicht gar nicht gewesen wenn-wenn-wend.

00:09:50: Deswegen glaube ich auch an dieses Go with the Flow.

00:09:53: Das ist einfach gut für jeden, dass man auch mal was Neues macht und auch mal etwas macht, das man aus seiner Komfortzone rauskommt.

00:10:03: Und es war halt schon ein Kraftakt da oben.

00:10:05: aber danach ist man ja auch stolz.

00:10:07: also das ist ja auch was wo man dann sagt hey das habe ich gemacht, das hab' ich alleine gemacht, jetzt hab' Und ja, das war anderthalb Jahre Kriegszone da oben.

00:10:17: Also ein Baustell in Italien ist nichts für schwache Nerven aber man lernt ja auch echt ein bisschen geduldiger zu werden.

00:10:25: Ja, weil ich finde es so krass!

00:10:26: Du baust einen Hotel um, wohnst in einem anderen Hotel?

00:10:28: Weil das halt eine Baustelle ist wo du arbeitest und driffst dann da den Mann der dein Partner irgendwann wird.

00:10:35: also das ist irgendwie schon.

00:10:36: glaubst du an Schicksal?

00:10:39: Ich glaube an Schicksale, aber auch daran, dass man seinen Schicksal ein bisschen steuern kann.

00:10:44: Nicht immer!

00:10:45: Aber zumindest in eine Richtung schieben kann.

00:10:48: Indem man sich einlässt einfach?

00:10:49: Also wenn du sagst hey ich hätte gerne einen Partner der ist Amerikaner und da fährst du wahrscheinlich nach Amerika.

00:10:57: Und du wolltest Italien als Partner?

00:10:58: Das ist ne gute

00:10:58: Trefferquote.

00:10:59: Du wolltest die Italiene?

00:10:59: Ich wollte

00:11:00: nicht speziell den italienischen Mann, aber ich hab halt irgendwie... gedacht, vielleicht muss es mal was anderes sein.

00:11:07: Eine andere Mentalität muss her statt die deutsche und ich bin ja... Vielleicht auch so weil ich halb Slowenien bin ne?

00:11:13: Ich bin bei meiner slowenischen Oma groß geworden.

00:11:16: da habe ich natürlich viel mehr, sag' ich mal diese slowenische Mentalität als Kind genossen als die Deutsche also ganz weit weg von der Deutschen.

00:11:25: Also da war bei uns immer das war immer wie Little Slowenia.

00:11:29: also wenn du in die Küche gekommen bist bei meiner Oma hast gedacht Du bist irgendwo in in Slowenien im Urlaub, weil das war alles was Jugoslawisch war damals noch.

00:11:40: Jugosawisch war da ja.

00:11:42: Das heißt du verbindest wenn du deine Kinder denkst, denkst du auch zuerst an die Oma und verbindest es dann auch mit Essen von der Oma oder mit Gerüchen von der oma?

00:11:50: Immer schon!

00:11:52: Deswegen ist glaube ich auch so in mir dieses Haus zu sein also einfach Zuhause immer viele Gäste gehabt immer schon mit den Kindern, andere Kinder eingeladen.

00:12:03: Die Eltern von den Kindern zu Hause.

00:12:04: also egal wo ich gewohnt habe es waren bei uns immer ... Es gab immer Essen und Trinken in Übermaß Und das ist glaube ich was was sich so vor meiner Oma mitgenommen hat.

00:12:15: weil egal wenn du da die Tür reingekommen bist Da gab's früher hatten die Omas ja immer so einen Kochherd und neben dran so ein Stövchen Ja und da war immer das Warmhalteessen.

00:12:24: Also da gab's immer Töpfe mit Essen Und du bist nie zu meiner Oma gekommen und wärst hungrig wieder rausgegangen.

00:12:30: Also erste Reihen setz dich erst mal was, also das habe ich vielleicht einfach.

00:12:34: diese Mentalität habe ich wahrscheinlich aufgegriffen und deswegen komme ich auch aus der Gastro nicht raus.

00:12:40: Ich hab viel Privatgastro-Betrieben zu Hause viele Jahre mit den Kindern und habe immer Gäste gehabt zuhause und jetzt habe ich es dann halt irgendwann wieder in die professionelle Schiene laufen lassen.

00:12:53: Und ja, das ist aber irgendwie macht es doch irgendwann mehr Sinn.

00:12:56: Wie immer nur privat zu Hause den Party-House zu machen und irgendwie hier kannst du mit dem Job verbinden.

00:13:05: Es ist dann einfach praktisch.

00:13:07: Aber du hast für ihn am Wasser, als wir draußen waren gesagt.

00:13:10: Du arbeitest natürlich mit.

00:13:11: Das Hotel gehört ja dein Partner aber du bist jetzt hier nicht angestellt?

00:13:13: Nein ich lass mir das auch nicht.

00:13:14: Du unterstützt im Hintergrund weil du du hast den Satz gesagt Ich will frei sein!

00:13:19: Ja weil es ist ja auch dann blöd den anderen Angestellten gegenüber.

00:13:24: Weil ich habe dann zwischendurch vielleicht ein Job wo ich hin muss oder was anderes was ich machen möchte und deswegen würde ich auch kein Nicht-Angestellt sein Und ich helf gerne und ich mach das freiwillig.

00:13:35: Ich hab meinen Spaß dabei, jetzt baue ich wieder was um dann habe hier die Bar umgebaut.

00:13:39: Dann bin ich so hinter den Kulissen... ...ich mache dann neue Kassensysteme und solche Sachen also sowas Kameras.

00:13:46: Ich bin dann immer eher der Fuchs da hinten, die Italiener modernisiert.

00:13:52: Das ist natürlich nur ein altes Hotel und mittlerweile haben wir bessere Technik, die alles besser macht und das sollte man auch in Anspruch nehmen.

00:14:01: Und da bin ich eben jemand, der ständig modernisiert nicht zu viel weil das alte soll ja noch da sein.

00:14:07: Das soll ja auch das Gefühl noch geben von früher in Italien.

00:14:11: so ein altes Hotel muss muss auch so bleiben aber es vom

00:14:15: Scham her.

00:14:16: Aber es muss ja nicht technisch auf dem alten Stand bleiben.

00:14:20: also deswegen gibt's viele Sachen die man hier noch machen kann und jedes Jahr jetzt machen wir ja zum Oktober und dann geht meine Baustelle wieder los, da finde ich wieder Sachen zum Umbauen.

00:14:31: Das ist dein Element dann?

00:14:32: Das

00:14:33: ist dann wieder mein Element und im Sommer ist es mehr so hinten dran Abläufe optimieren Buchungssysteme, Kassensystemen und sowas.

00:14:42: Sag nur einen Satz zum Beenden.

00:14:43: war das Thema auch was ist der größte Unterschied zwischen dem italienischen Mann als Partner und einem deutschen Mann als partner?

00:14:50: Also ich kann da ja nicht für alle sprechen.

00:14:52: Ich kann jetzt nur die Sprechen,

00:14:53: die ich kenne

00:14:55: und die ich erlebe... Da ist es schon so dass Italiener schon viel charmanter sind also sehr zuvorkommender, viel mehr family based und das ist wirklich die Frau ist die Frau und wenn die Frau was sagt dann muss alles so gemacht sein, wie die Frau das gerne hat.

00:15:12: Er sagt immer happy wife, happy life.

00:15:15: Hat er gut?

00:15:16: Ja!

00:15:16: Das ist der Satz genau und das ist der Satz auch dieses Jahr.

00:15:20: Aber du strahlst ja nicht glaube ich dass es dir gut geht hier.

00:15:22: Ja

00:15:22: mir geht's sehr gut hier.

00:15:24: Du hast ja mal vor vielen Jahren zu mir gesagt, dass du schon immer gelebt hast nach dem Satz ,dass du dann Leben oder dein Glück nie von einem Partner oder von einem anderen Menschen abhängig machst also dass du immer versuchst diese Simone zu sein.

00:15:35: Genau das ist auch ganz wichtig weil es passieren ja im leben oft Sachen und Dinge, die man nicht beeinflussen kann.

00:15:41: Ich meine, wenn ich bei mir war, wo dann?

00:15:45: Und dann kann man egal in welche Richtung ob das der Partner ist oder ob es die Kinder sind, man kann sich nicht abhängig machen.

00:15:54: Deswegen ... Es ist natürlich schon doof gewesen.

00:15:57: Ich habe ja meine Kinder nicht zurückgelassen.

00:15:59: Die waren ja im Prinzip eh nicht zu Hause, die waren an der Uni, die haben studiert und sind ab und zu am Wochenende dahin gekommen.

00:16:06: Und dann hab ich mir irgendwann gedacht, ach komm weißte ob sie dich jetzt in München besuchen kommen oder am Gardasee?

00:16:11: Dann ist das halt so!

00:16:13: Und dann habe ich mich halt davon freigemacht also Zuhause zu warten dass die Kinder mal zur Besuch kommen Das ist auch nicht schön.

00:16:20: Also das muss man auch nicht machen glaube ich und deswegen muss man immer wieder versuchen sich neue Aufgaben zu setzen Und das auch dann umzusetzen.

00:16:29: Das tut einfach gut, weil da war eine Phase mit den Kindern die ist jetzt zu Ende.

00:16:36: wir haben jetzt ihr eigenes Leben und er wo die mich besuchen ist ja egal

00:16:40: Und die finden das wahrscheinlich auch ganz toll, wenn die Mama was Eigenes macht.

00:16:43: Ja also ich glaube auch, dass wäre für die Ehre eine Belastung, wenn sie wüssten, ich sitze jetzt zuhause und warte, dass die zu Besuch kommen.

00:16:50: Wann kommt ihr?

00:16:51: Man kommt hier!

00:16:51: Hätten

00:16:51: wir die Oma da mal... Ich bin dann da

00:16:53: und wartet mit meinen Kochtöpfen, es wär ja gruselig.

00:16:55: Also hast du ja auch immer ein dauerschlechtes Gewissen, ne?

00:16:57: Auch als Kind bestimmt.

00:16:58: Also ich kann mir vorstellen, die Jungs würden sich da hätten vielleicht ein schlechtes Gewisschen, dass sie nicht so oft da sind oder so.

00:17:05: Und so sind die frei und ihr könnt ihr Ding machen.

00:17:08: und wenn Sie mich sehen wollen ... wo ich bin und umgekehrt auch.

00:17:11: Und ich fahre ja auch mal nach Hause, dann sind die auch da und dann sehen wir uns und es kommt auch

00:17:15: hierher.".

00:17:16: Also das ist immer so, aber dieses Nest, dieses Family-Nest zuhause gibt's ja nicht mehr in dem Sinne.

00:17:26: Weihnachten, trefft ihr euch da alle?

00:17:28: Ja.

00:17:28: Also diese Familienfeste, die feiertet dann noch?

00:17:31: Weihnachten ist natürlich wichtig!

00:17:32: Ich bin so ein weißer Weihnachtsmann, ich kenne es sicherlich noch an meine...

00:17:36: Advents-Kränze ja.

00:17:39: Also ich bin ja so einen Weihnachtsverrückte.

00:17:41: Ich habe ja immer Deko überall und ich lieb das.

00:17:44: Weihnachten für mich ist toll.

00:17:47: Wie wann das in deiner Kindheit?

00:17:49: Welche Erinnerung hast du an deine Kindheit, außer die Oma?

00:17:52: Ja

00:17:52: also ich erinnere mich schon das Weihnachten auch immer bei der Oma war.

00:17:55: Also ich erinner mich schon immer der Weihnachtsbaum bei meiner Oma.

00:17:59: den sehe ich heute noch so in der Ecke stehen neben dem allen Bauschrank.

00:18:02: Mit Lammetta wahrscheinlich.

00:18:04: Ne ne hast man nicht zu ganz schlimmen Lammetter.

00:18:06: Ne es haben

00:18:07: ja so einfach bunt.

00:18:09: Früher war das halt bunt alles noch.

00:18:11: So achtziger Jahre.

00:18:13: Erinnerst du dich an der Simone als kleines Kind, die ersten Jahre zumindest eine glückliche Kindheit hatte?

00:18:18: Also die Glücklich war.

00:18:20: Nee also gar nicht!

00:18:22: Kindheit war überhaupt nicht schön.

00:18:25: Das war mein einziger Anker bei meiner Oma, bei der ich ja dann auch so oft es ging eben war.

00:18:31: Die Mama von Papa oder die

00:18:33: Mama von meiner Mutter?

00:18:37: Ja, zu Hause war so semi.

00:18:39: Meine Mutter hat mich mit siebzehn bekommen Und mein Vater und meine Mutter haben sich ... Ich kann mich nicht erinnern, dass die sie jemals verstanden haben.

00:18:47: Also

00:18:48: kann ich nicht an einen Tag erinneren wo die miteinander irgendwie nett oder glücklich waren.

00:18:52: also das kenne ich nicht.

00:18:54: Das war damals so eine Zwangshochzeit ne?

00:18:57: Dann gesagt Meitz ist die Schwanger jetzt muss die heiraten und so war das ja früher.

00:19:01: dann musste die halt heiraten.

00:19:03: Und es hat halt nicht gut getan.

00:19:06: Da sieht man mal, dass das nichts bringt.

00:19:08: Wenn man einen Zwangs zu verheiraten ...

00:19:10: Die haben sich auch recht entscheiden lassen nicht?

00:19:11: Ich glaube du warst sechs oder sieben.

00:19:12: Sieben

00:19:13: weich.

00:19:14: War es eher eine Erleichterung dann?

00:19:16: Ja!

00:19:17: Das war für mich eine Erlegterung.

00:19:18: ja weil die haben sich halt einfach gar nicht verstanden.

00:19:22: Also kein Kind will da ständig diesen Streit rausnehmen und ich fand auch die Scheidungen als nicht schlimm.

00:19:27: also wenn wir gesagt du lieber Scheidung dann ist er ruhig Wie dieses ewige Gestreiter.

00:19:33: Und warst du dann bei deiner Mutter und bist aber auch mein Papa gewesen?

00:19:36: Ja, ich war dann abwechselnd am Wochenende bei meinem Vater manchmal und dann bei meiner Mutter hauptsächlich und dann kam ja auch meinen Stiefvater relativ schnell dazu.

00:19:49: Aber mit dem habe ich ein gutes Verhältnis gehabt.

00:19:51: also der war ganz nett.

00:19:53: Weißt du noch, was du werden wolltest als Kind?

00:19:55: Weil ich

00:19:56: kann es dir ehrlich nicht sagen.

00:19:57: Also auf jeden Fall immer irgendwas mit Kunst.

00:20:00: Ich wollte immer etwas mit Kunst machen weil meine beiden Opa's waren so zwei Bastelwaschtels.

00:20:05: also die haben immer...ich kann mich an meinen Opa nur erinnern irgendwo am Basteln.

00:20:10: Also, weißt du, die Oma hat immer geschimpft weil er hatte ja eine Riesengarage mit Werkstatt und so wo er da immer rumgewuschtelt hat.

00:20:15: aber dann hat der auch wenn es ihn im Winter draußen zu kalt war hat das seine Werkstatte in die Küche verlagert und früher war ja Küche immer so wohnen.

00:20:22: Na gut, hat sie vor allem auch gekocht?

00:20:24: Eckbank

00:20:24: so, nämlich ist halt klassisch.

00:20:25: Früher war herziger Jahre Da hat die OMA gekoacht und der Opa hat links geschraubt und gemalt und gebastelt und gestaubt.

00:20:32: Und die Omas hat immer geschimpft, tut ein Zeug aus der Küche das fertig bauen und ich kann mich nur erinnern, immer... Ich habe auch immer unter dem Tisch gesessen.

00:20:40: Und dann haben wir so die Restel gekriegt, diese Bastelrestle also ob es Holz war oder irgendwelche.

00:20:47: Also verschiedene alle mögliche Materialien zum Malen, zum Basteln, zum Bauen.

00:20:52: Da hab' ich dann immer mir selber immer was zusammengebastelt schon als ganz keines Kind.

00:20:56: Hab' immer nur gemalt und gebastelt!

00:20:58: Auch als Kind.

00:20:59: Du konntest nicht mit einem Mahlbuch irgendwo stundenlang ruhig stellen Einfach in die Ecke was zu nähen.

00:21:05: Ich habe immer genäht, meine Oma hat mir alles beigebracht.

00:21:08: Nähen mit der Hand und der Nähmaschine.

00:21:10: Ich konnte stricken, sticken, kann heute noch häkeln das ganze Programm.

00:21:15: Das haben wir alles gelernt mal.

00:21:17: Sockenstopfen...

00:21:19: Was man gar nicht mehr so macht.

00:21:22: Aber könnte es ja.

00:21:23: Du hättest gerne auch mal Du hättest ja gerne auch Kunst studiert.

00:21:27: Das war halt das Geld aber nicht da, oder?

00:21:29: Ja

00:21:29: also ich bin ja sehr früh zu Hause ausgezogen mit fünfzehn weil ich halt mich meiner Mutter gar nicht verstanden hab und da wollte ich einfach weg von zuhause und da war mir eigentlich alles recht nur damit ich nicht mehr heim muss.

00:21:41: Und natürlich hätte ich gerne die Schule fertig gemacht und studiert.

00:21:45: Aber ich habe mich dann dafür entschieden Ausbildung zu machen Weil ich halt damals musste eine Wohnung mieten.

00:21:53: Also knapp sechzehn war ich

00:21:56: da, ja.

00:21:57: Aber bist du dann alleine in eine Wohnung gezogen?

00:21:59: Nee erst zu Freunden.

00:22:00: und dann musste ich mir eben überlegen wie mach' ich's, dann mache ich das Schuljahr jetzt fertig und dann suche ich mir ne Ausbildungsstelle und damit ich eben auch so ein Mietvertrag unterscheiden konnte weil ich konnte keine Wohnungen anmieten ohne Einkommen oder Wasser

00:22:16: gar nicht volljährig.

00:22:17: Ne eben aber mit meinem Ausbildungvertrag habe ich ne Wohnung am mieten können.

00:22:21: Und dann habe ich das gemacht, genau.

00:22:23: Dann habe ich an der Apotheke angefangen.

00:22:25: Ich bin da damals rein und erst beste Idee war... ...ich hab geschaut ganz pragmatisch in welchem Ausbildungsberuf verdient man von Anfang an gleich ordentlich Geld?

00:22:35: Das war damals eine Apothekel!

00:22:36: Und da habe ich gesagt okay, dann lerne ich die Apotheken.

00:22:38: Und dann bin ich in die erste Apothekerin, in die größte von Kaiserslautern direkt rein und marschiert und hab gesagt hallo, ich bin die Simone, ich brauche ein Ausbildungsplatz Ja, kommen Sie mal rein.

00:22:50: Da bin ich ins Büro und am nächsten Tag habe ich den Vertrag

00:22:52: unterschrieben.".

00:22:53: Das war total witzig.

00:22:54: Also ich hab nie gedacht, dass das funktioniert aber Frächerheit zieht.

00:22:58: und dann habe ich da angefangen.

00:23:01: Da habe ich schon während der Ausbildung gemerkt, muss ich auch sagen, nein, nimm mich noch im Nachhinein entschuldigen bei meinen damaligen Arbeitgeber weil ihr war wirklich nicht motiviert.

00:23:09: also das hat mir ja sowas von gar keinen Spaß gemacht.

00:23:12: Ich habe echt gedacht, ich sterbe hier mit meiner aspirinen Schachtel.

00:23:15: Also immer diese Medikamente einräumen kann morgens die Sendung Einräumen in die Regale ist tot langweilig und jeden Tag das Gleiche.

00:23:24: Dann haben wir gedacht, mein Gott jetzt räume ich alles ein dann holen die das wieder raus und morgen röme ich es wieder ein.

00:23:28: Also das ist so wirklich irrsinnig.

00:23:30: also Apotheke früher.

00:23:32: Heute ist ja alles viel vollautomatisierter aber früher war das echt übel.

00:23:36: Das war langweillig.

00:23:38: Aber hast du's durchgezogen?

00:23:39: Ich habe es durchgezogen Gott sei Dank wie lange

00:23:41: drei Jahre

00:23:43: hab's durchgezogen, aber es war hart.

00:23:45: Also ich war wirklich ... Ich war mindestens ein Tausendmal kurz davor zu sagen, geh nicht mehr!

00:23:50: Morgen gehe ich nicht mehr und dann war ich auch echt psychisch angeschlagen weil mich das so ... ähm... ich war da noch richtig krank.

00:23:58: also dass ich habe dann angefangen Panikattacken zu entwickeln und leichte Anfang von Depressionen, weil ich so unglücklich war in diesem Job Also, dass ich wirklich auch teilweise gar nicht aufstehen konnte und dahin gehen konnte.

00:24:12: Habe ich viele kranken Feeltage gehabt damals weil es mir einfach nicht gut ging.

00:24:16: Und dann habe ich aber gedacht okay komm nein!

00:24:18: Aber du musst das fertig machen, du musst es fertig machen.

00:24:21: Weil sonst hast du gar nix.

00:24:22: Früher war das immer so ne?

00:24:23: Da hat man gesagt bei wenn wir das nicht werden, dann hast du nix und so.

00:24:25: Dann hatte man immer viel mehr Angst gehabt.

00:24:27: heute hat man ja gar nicht mehr soviel Angst.

00:24:29: Da gibt's so viele Möglichkeiten was man dann halt etwas anderes machen kann.

00:24:33: Aber damals war das so... Wenn Du das jetzt abbringst hast du gar nichts.

00:24:38: Und deswegen habe ich das

00:24:39: durchgezogen.".

00:24:40: Du brauchst ja auch das Geld für deine Wohnung.

00:24:43: Aber ich habe damals schon immer nebenbei in der Gastro gearbeitet und hab gemerkt, dass mir das einfach viel mehr taugt.

00:24:48: aber ich wollte trotzdem eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

00:24:51: Wollte einfach ein braves ordentliches Mädchen sein, ne?

00:24:54: Dass wenigstens dann wenn es schon kein Abitur hat seine Berufsaussbildung abgeschlossen hat.

00:24:58: soviel Grips habe ich dann schon noch im Schädel gehabt, da sich das gemacht hat.

00:25:03: Ich hab damals schon gemerkt Es zieht mich zur Gastro.

00:25:10: Das war immer mein Ding.

00:25:11: Ich habe das gerne gemacht mit Leuten, aktiv sein und jeden Tag ein bisschen anders zu erleben und nicht immer dieses stupide Rhein- und Rausräumen von Medikamentenpackungen.

00:25:23: Ist das

00:25:24: heute noch eine Beklemmung, wenn du in den Apotheken gehen musst?

00:25:26: Ja es ist

00:25:26: irgendwie ehrlich gesagt ja.

00:25:28: Es ist nicht eine Beglemmung aber es ist so eine Erleichterung dass ich da nicht mehr sein muss.

00:25:33: nur wenn ich krank bin schnell was holen und dann kann ich wieder raus.

00:25:36: Aber das heißt du hast nach der zehnten Klasse aufgehört mit der Schule und hast diese Ausbildung gemacht?

00:25:40: Genau

00:25:40: habe ich die ausbindung gemacht.

00:25:41: jetzt echt sind.

00:25:43: Und dann warst du ja in den Kaiserslautern, in dem berühmten Kaffee am Markt.

00:25:46: Ist das genau?

00:25:47: Genau!

00:25:47: In dem berübten Berüchtigen.

00:25:49: Das für die ganzen Kaiseslautenspieler waren und Fußballspieler

00:25:52: waren.

00:25:52: Ja also unter anderem.

00:25:54: Otto

00:25:54: war da einer meiner Lieblingsgäste.

00:25:57: tatsächlich der kam jeden Tag und er war immer sehr lustig.

00:26:02: Der war immer zum Schwätzchen bereit.

00:26:04: Er redet gerne auch mal über Gott und die Welt Ob es dann erzählt von der Opa oder von Goethe und am nächsten Tag über was ganz anderes, das ist immer sehr unterhaltsam.

00:26:15: Und da kam er immer und hat immer einen Kaffee getrunken.

00:26:20: Der KaffEE hat damals zwei Mark Fünfzig gekostet im Kaffeermarkt.

00:26:23: Er hat immer ein fünf Euro Stück.

00:26:25: hingelegt, hat immer gesagt stimmt so.

00:26:27: Also es wäre ich nie vergessen da war er immer bei unseren Lieblingsgastel.

00:26:31: ein Kaffee einfach nettes Gespräch fünf Euro ciao.

00:26:35: also das war perfekt.

00:26:37: der

00:26:37: perfekte Gast

00:26:39: Otto Rehagel, der hat dann FC Kassislautern damals trainiert.

00:26:43: Du bist Kassislauter?

00:26:44: Ja.

00:26:44: Du warst da geboren in Kassi?

00:26:45: Warst du auch mal Fan?

00:26:46: Ja ja!

00:26:46: Weil in Kasseslauttern... Ich weiß meine Familie, mein Vater und mein Bruder sind ja alle Kassiselautern-Fans.

00:26:52: Immer schon gewesen Fritz Walter also diese Generationen.

00:26:55: Und wenn man aus Kassisslautermann kommt ist man glaube ich auch Kassisolauter-Fan.

00:26:58: Also ganz ehrlich, du kannst dir nicht vorstellen was bei uns für Dramen abgegangen sind zu Hause, wenn da Betze verliert.

00:27:03: Da kann mein Vater drei Tage nicht sprechen.

00:27:05: Dann geht er heim und weint.

00:27:07: Das ist kein Witz das ist Das lebt man da.

00:27:11: Und das habe ich natürlich als Kind mitgelebt und auch später mitgelegt, aber ich sage so als Teenager ist das ein bisschen verloren gegangen.

00:27:17: Da hat mich das eher alles nur genervt.

00:27:20: Und teilweise auch wenn du so in der Gastro arbeitest – und das sind so ein paar Spieler ab und zu mittags da – die sind ja auch nicht immer alle so nett.

00:27:27: Also da waren schon sagen wir mal so ein Paar Kandidaten dabei wo man sagt Nee, also ein Fußballer müsste jetzt nicht sein.

00:27:36: Ja aber es wurde einer!

00:27:37: Es wurde dann doch einer gegen

00:27:39: alle Widerstände.

00:27:41: Der junge Michael Ballack der kam ja auch irgendwann in das Café oder?

00:27:45: Genau ich war ja immer so Anti-Fußballer weil ich natürlich viel mitbekommen hab von meinen Mädels und dann haben die alle immer geweint.

00:27:54: Und dann hat er über zwei Wochen, die und zwei wochen, die uns und also es war immer ein ewiges, ne?

00:27:58: Doch einander deinem Kaffee am Markt.

00:28:00: Und da hab ich gesagt bloß nicht!

00:28:02: Also das tue ich mir nicht an,

00:28:03: ne?!

00:28:04: Das meine ich!

00:28:05: Und dann habe ich gesagt bleibt mir alle fern, also mit Fußballer gar nicht.

00:28:08: Ja und dann kam der Michael ja und einmal einen hübscher Kerl.

00:28:14: Aber trotzdem, wie gesagt, nee, also nein, nein, ich will nicht.

00:28:19: Dann kam er immer und da wollte, dass ich mit ihm ausgeben kann.

00:28:22: Kannst du mir eine Nummer geben?

00:28:23: Und dann bist du gesagt, nein!

00:28:27: Ich will das nicht.

00:28:28: Was ging dann so fast ein halbes Jahr?

00:28:33: Irgendwann in einer schwachen Minute habe ich gedacht, komm jetzt geh halt mal mit ihm raus.

00:28:39: Er ist ja süß.

00:28:40: Ich fand es auch schön, dass

00:28:43: er so lange probiert

00:28:45: hat.

00:28:45: Ja, der war halt nicht... Aufdring ich, der war halt nicht blöd.

00:28:49: Er war immer nett und süß.

00:28:51: Und da hab ich gesagt ja jetzt komm, jetzt geh halt mal ne?

00:28:53: Jetzt kann ja nicht so schlimm sein.

00:28:56: Dann bin ich mit ihm ausgegangen und dann muss ich halt verliebt.

00:29:00: Was

00:29:00: schnell passiert?

00:29:01: Das war relativ schnell passiert dann!

00:29:03: Aber was heißt relativ schnell?

00:29:05: Ich habe mir ein halbes Jahr vorher überlegt ob ich das mache oder nicht aber... Ja und dann ging es ja alles super schnell weil ... Der Otto war ja immer noch mein Gast.

00:29:16: Und Otto fand es gut?

00:29:17: Also hat er vielleicht ein bisschen vermittelt, Otto Rehagel zu hundieren und nicht mehr.

00:29:20: Otto

00:29:20: wollte das vermitteln und Otto wusste aber nicht dass wir schon zusammen waren.

00:29:25: Und dann hatte man gesagt ich hab da so netten jungen Spieler der wär was für dich!

00:29:28: Dann haben wir gesagt Ja, ja, ja das passt schon!

00:29:31: Und dann hat er gesagt Nein nein wirklich.

00:29:32: also wirklich!

00:29:34: Das passt schon.

00:29:35: und dann wollte ich ihm aber nicht sagen du den kenn ich schon und irgendwann hat das halt mitgekriegt.

00:29:41: Da hat er mir gesagt Ja du schlitzur Du schlitzst.

00:29:43: Oder er sagt, ja ich wollte es halt nicht gleich so rausposaunen.

00:29:46: Weil du damals danach eigentlich seit zehn Jahren zusammen mit ihr geheiratet habt?

00:29:49: Aber bei Otto Reagel dann aber Trauzeuge?

00:29:51: Nein, Trau- zeuge nicht!

00:29:52: Nee, aber eingeladen.

00:29:53: Er war dabei.

00:29:55: Ja, ja.

00:29:55: Otto und Bertel Stimmt,

00:29:57: genau.

00:29:57: Otto und Beate.

00:29:58: Die gab es ja gar nicht alleine.

00:29:59: Nein!

00:30:00: Beate war meine Aufpasserin früher.

00:30:02: Das war sehr lustig.

00:30:03: Früher waren wir als Spielerfrauen noch wirklich... Also kein Vergleich zu heute.

00:30:08: Wir waren ja ganz scheu rehleinend und haben uns ja gar nix hingetraut.

00:30:11: Und wenn's dann ins Ausland, ins Stadion gegangen ist, da waren wir fix und fertig.

00:30:15: Da wusste ich ja nicht wohin oder was?

00:30:16: Wir wurden ja geführt.

00:30:18: Und dann... Ja, Beat hat immer auf mich aufgepasst.

00:30:21: Er hat gesagt, setz dich mal den Misch.

00:30:22: Komm mal hier rein in dem Bus.

00:30:24: Dann bleibst du da Du hier?

00:30:29: Wenn ich heute so denke, das war schon wie eine Mama.

00:30:31: Die Mama

00:30:31: der Kompanie.

00:30:34: Aber ich finde es bei euch eigentlich weil Michael und du ihr seid ja Micha Weiner nicht der Superstar der dann später wurde als ihr euch kennengelernt habt also der junge Michel Ballak und die junge Simone Lambe.

00:30:43: Ihr habt euch verliebt und seid dann gemeinsam diesen Weg gegangen.

00:30:47: Genau, genau.

00:30:48: Also das war ganz am Anfang deklar und da ist er gerade in die erste Mannschaft gerutscht Weil der Andi Bremer ja damals quasi zurückgetreten ist.

00:30:59: Und dann ist der Micha reingerutscht ins Team in die erste Mannschaft von der zweiten, also vom Amateur-Mannschaft damals noch... Und dann ging es ja ganz steil, direkt deutscher Meister.

00:31:11: Also das war ja ultimativ!

00:31:14: Mehr geht ja nicht, ne?

00:31:15: Kommt als junger Spieler rein und wirst direkt deutschermeister mit einem Aufsteiger... also wir waren jetzt in der damals Achtundneinzig aufgestiegen von der zweiten Liga in die erste Liga und dann wirst du direkt dem ersten Jahr deutscher meister.

00:31:27: Das war ja ... was Teilenkreises lauter los war wird's auch glaube ich so nicht mehr geben.

00:31:31: Das war schon ein Erlebnis.

00:31:33: Aber als du dann Papa gesagt hast, dass du jetzt Michael Ballack datest?

00:31:36: Der ist wahrscheinlich als Fan des FCK, der ist wahrscheinlich durchgedreht,

00:31:40: oder?

00:31:41: Ja, also da ist er ja Papa!

00:31:43: Da ist er erst mal Papa, ne?

00:31:45: Dann sagt oh-oh-oh, Mädchen, was

00:31:48: uf?!

00:31:48: Weil er dachte die Fußballspieler haben heute die und morgen die... Natürlich,

00:31:52: das ist natürlich der Ruf.

00:31:54: Klar, das denkt ja im ersten Moment jeder.

00:31:57: Frühersohn ist heute noch nicht anders, ne.

00:31:59: Ich schalke glaube ich immer noch so.

00:32:01: Ich bin dann nicht mehr so viel im Geschäft, ne?

00:32:03: Aber ich

00:32:04: glaube das hat

00:32:05: sich nicht verändert meines Wissens.

00:32:08: Ja, ich glaub damals war es noch einfacher weil Social Media und so das war ja noch nicht... Gott

00:32:11: sei Dank gab's damals keinen Social Media, wir konnten nur noch feiern!

00:32:15: Naja und vor allem ist es heute auch einfacher einfach du schreibst halt irgendjemand an in Weidenichtungen,

00:32:19: ne?!

00:32:20: Ja da natürlich auch, aber früher war alles noch ein bisschen seriöser.

00:32:26: Aber wenn du so Fotos heute siehst, die junge Simone der junge Michael.

00:32:29: Ich weiß nicht, da kennst du dich dann noch wieder oder?

00:32:31: Ja

00:32:32: ja ja schon!

00:32:33: Also ich denke mir schon manchmal mein Gott wie jung waren wir und dann haben wir mit fünfundzwanzig schon das erste Kind gehabt.

00:32:38: Zeigst du in zwanzig das zweite, dann mit dreißig das dritte.

00:32:42: also es ist schon wahnsinnig Und wenn ich so Bilder von mir sehe mit fünf und zwanziger um meinen Sohn ist jetzt.

00:32:47: Wenn ich mir vorstelle er wäre jetzt mit seiner Freundin jetzt ein Kind.

00:32:51: Also mich wär Oma.

00:32:53: Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

00:32:55: Nullo

00:32:56: Wolltest du immer Kinder haben oder kam es dann mit Michael da

00:32:59: gut?

00:32:59: Ich wollte ja Kinder haben, habe ich mir nie so Gedanken drüber gemacht.

00:33:03: Irgendwann schon aber halt nicht so früh eigentlich gar nicht so Früh.

00:33:07: Aber dadurch dass es uns relativ schnell finanziell sehr gut ging wird seinen Wechsel nach Leverkusen und dann bin ich auch aufgehört zu arbeiten weil natürlich sonst Man sieht sich ja fast nicht dann, also wenn ich jetzt Vollzeit arbeite irgendwo und er kommt heim ist bei den Spielen am Wochenende, dann Training.

00:33:24: Dann hast du keine Berührungspunkte mehr, da müsste ich irgendwo eine Nachtschicht arbeiten oder so.

00:33:28: Und deswegen war natürlich dann gesagt, du bleibst zu Hause kümmerst dich ums Haus und damals noch einen Riesenhund gab war mir halt auch irgendwie zu wenig.

00:33:40: Also wenn du natürlich immer arbeitest, mit fünfzehn angefangen und habt dann zehn Jahre immer gearbeitet und dann plötzlich so in so einer Villa sitzt und nicht mehr wirklich arbeiten müsstest aber ist ja auch langweilig.

00:33:51: Mit fünfundzwanzig kannst du noch nicht in Rente gehen!

00:33:54: Und dann hab ich gesagt dann können wir jetzt eine Familie?

00:33:55: Und

00:33:55: dann haben wir gesagt, mei Micha war da auch so, ja das könnt sich das gut vorstellen und wir können es uns doch leisten.

00:34:04: Dann habe ich gesagt, ja mal bekommen wir es ja versuchen.

00:34:06: Und dann hab' ich die Belag gesetzt und dann war ich gezuckli vier Wochen später schwanger!

00:34:11: Das war natürlich nicht so gedacht dass das so schnell geht.

00:34:14: also aber man war das so Und dann war er auch.

00:34:18: jetzt im Nachhinein muss man ja sagen, dass alles perfekt gelaufen ist.

00:34:21: Ich bin ich fünfzig habe so große Kinder.

00:34:23: es ist perfekt genau Man kann noch viel zusammen unternehmen.

00:34:27: das ist eigentlich super gewesen Auch in jungen Jahren So kleine kinder zu haben.

00:34:32: Es ist top weil ich war einfach fit ne?

00:34:34: Ich hab da zwei links und am armen ein rechts bin ich losmarschiert in jedem parkerrand In jeder.

00:34:40: ich habe die kinder immer ins auto gepackt.

00:34:41: wir haben tausend sachen unternommen in urlaube gefahren.

00:34:45: Wenn ich mir heute vorstelle, ich müsste das machen.

00:34:48: Ich bin schon überfordert, wenn ich Olaf mitnehmen muss im Flieger und der ist ja wirklich kein Stress aber dieses

00:34:55: Packen

00:34:56: und den Hund und dann in den Fliege und es ist immer irgendwas.

00:35:01: Und dann denke ich mir, wie habe ich das gemacht?

00:35:03: Ich kann's mir nicht.

00:35:04: Du warst halt

00:35:05: jung!

00:35:05: Du bist einfach

00:35:06: jung.

00:35:06: Und da macht man das so, ne?

00:35:08: Aber heute... Ich kann es mir nicht mehr vorstellen.

00:35:12: Also ich bin fit und alles beim Arbeiten.

00:35:15: Ich kann auch vierzehn-sechzehnt Stunden losmachen aber dieses Kindergroßziehen und drei kleine Kinder ist schon... Also muss ich sagen, das war schon eine richtige Aufgabe.

00:35:29: Was warst du nur für eine Mama beziehungsweise?

00:35:30: Du wolltest bewusst anders sein als du selbst deine Mutter erlebt hast mit deinen Kindern?

00:35:34: Ich glaube bewusst vielleicht nicht aber es ist natürlich immer ein Stück weit unbewusst dabei und ich war natürlich eine Mama die einfach viel mit den Kindern machen wollte dass sie einfach viel erleben viel rauskommen viele Leute treffen viele Sachen sehen finde ich fürs Leben ganz wichtig, dass man auch in jungen Jahren schon diesen Weitblick hat und nicht nur immer in seinen kleinen Kreis ist.

00:36:03: Auch

00:36:04: eine Kuschelmama?

00:36:05: Kuscheln Mama total!

00:36:06: Ich bin heute noch Kuschelfamma also freue mich immer wenn meine Söhungsheimen kommen.

00:36:10: Ich bin auch immer die Busi-Busi abknutsch Mama.

00:36:14: Also in der Öffentlichkeit darf ich das nicht aber zu Hause darf ich.

00:36:19: Ihr habt ja drei Jungs,

00:36:20: hättest

00:36:21: du gerne noch ein Mädchen gehabt oder war das ganz toll mit drei?

00:36:23: Ja

00:36:24: natürlich.

00:36:24: Beim ersten war es ja wurscht und beim dritten habe ich dann gesagt Jetzt wäre es schon mal gut, wenn ich auch mal die Barbies rausholen könnte.

00:36:35: Weil das war mir dann echt so sehr viel laut im Haus

00:36:39: und

00:36:39: sie hauen ja immer auf irgendwas drauf.

00:36:43: Meine

00:36:43: Papa ist ein Fußballprofi, also die haben wahrscheinlich auch viele Fußball gespielt?

00:36:46: Bälle in dem ganzen Haus, überall flogen die Bälle Tag und Nacht.

00:36:50: Es war wirklich immer was los!

00:36:53: Und dann der Dritte, da war die Gaudi perfekt... Ich glaube, wenn du meine Nachbarn mal interviewst können die auch ein paar Sachen dazu erzählen.

00:37:02: Das war schon immer laut!

00:37:04: Was ich witzig finde mit dem Wissen dass du jetzt am Gardersee bist deine Jungs oder eure Jungs haben ja italienische Namen.

00:37:09: Ja also das ist ja auch jetzt schon wieder so einen Zufall oder?

00:37:13: Oder wie kamen das damals?

00:37:14: Nein das war

00:37:16: immer so ein bisschen Fußball abhängig.

00:37:20: Also man muss sagen der erste Name weil ich fand früher Louis Figo so toll.

00:37:25: Ach, nach Luis Figo ist Luis benannt.

00:37:28: Die Schreibweise finde ich heute noch ziemlich

00:37:29: sensationell.

00:37:30: Ja, muss es sein?

00:37:31: Und dann hab' ich gesagt, Luis, Figo, oh ja, Luis ist schon toll und fand mein Mann auch toll... ...und dann haben wir gesagt mal, mann Luis das is's!

00:37:41: Dann haben wir aber gesagt, die spanische Schreibweisen mit dem URI, erst gefällt uns nicht so.

00:37:46: Wir nehmen die französische Schreibtweise, was einfach schöner ausschaut.

00:37:49: Aber sprechen tust du es ja in Deutschland sowieso gleich.

00:37:52: nahmen wir halt Louis genommen und da muss ich ganz witzig, dann habe ich irgendwann mal jahre später am Stadion gesessen und neben mir sitzt Louis Figo.

00:38:00: Und dann sage ich hello nice to meet you und so.

00:38:04: und dann sagt er ja hallo.

00:38:06: und dann sag ich bin die Frau von Michael Ballack und so

00:38:09: hallo ja

00:38:10: nice to meeting you und sowas lustiges erzählen.

00:38:13: unser Sohn wurde nach dir benannt.

00:38:15: also das fand der auch cool.

00:38:17: er hat sich tot gelacht Und das war eine lustige Geschichte, aber es war nicht total nett.

00:38:24: Also der ist halt auch immer noch ein toller

00:38:26: Typ.

00:38:26: Ein toller Mann, ein toler Mensch.

00:38:29: Emilio

00:38:29: tatsächlich ist ganz eine andere Geschichte gewesen und zwar gab's damals im Fernsehen so ne Werbung für die gelben Seiten, war das glaube

00:38:40: ich?

00:38:40: Ja, das Telefonbund

00:38:41: damals ist... Und da saßen doch die Babys irgendwie da!

00:38:44: ein paar Babys in Windeln.

00:38:45: Ja?

00:38:46: Und die haben dann so miteinander kommuniziert, es war eine ganz witzige Werbung und der eine ... Es war so ein ganz hübsches Baby, hier ist Emilio und da sage ich meister wie süß!

00:38:55: Der Emilio in dieser Werbung, mein nächster Sohn heißt auch Emilio, das ist so süß.

00:39:02: Und er war jetzt tatsächlich nicht mal nach einem Fußballer benannt.

00:39:06: Und der dritte, der Jordi?

00:39:07: Und der Jordy ist wegen Micha tatsächlich, der war damals ja Auch hätte die Möglichkeit gehabt, auch nach Barcelona zu gehen.

00:39:17: Und dann irgendwie da mal in einem Interview – ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, das ist ja auch schon ein paar Jahre her, ne?

00:39:23: Einundzwanzig Jahr und auf jeden Fall kam der Heim und er sagte, du, ich hatte heute ein ganz lustiges Erlebnis mit so einer Journalistin, weil sie hat dir gesagt, ach Sie kriegen ja jetzt den dritten Sohn und wie wird der denn heißen?

00:39:34: Da hat er mich gesagt, doch wissen wir noch gar nicht!

00:39:37: Und dann sagt sie, ah nennen sie ihn doch nach dem Johann Kräuf Weil der ist ja da so ein Superstar gewesener, nennen sie ihn doch nach Johann Kräufsson.

00:39:45: Der wird auch Fußballer.

00:39:48: und dann hat er mich gesagt, das ist eigentlich ein cooler Name Jordi und so heißt auch keiner weil wir wollten immer so ein bisschen einen Namen den nicht jeder hat.

00:39:57: So finde ich immer ganz gut Und auch einen Namen dem man nicht so verkürzeln kann Also immer so einen Namen, den man jetzt nicht so irgendwie viel mit anstellen kann.

00:40:07: und da war Jordy natürlich super.

00:40:09: Und deswegen dann Jordi.

00:40:11: Aber

00:40:11: wie schwer war das für dich, die Jungs am Boden zu lassen?

00:40:13: Also ich meine der Papa-Fußballstar habt ihr auch in London gelebt ist ja noch mal eine Ausnahmesituation gewesen aber du hast trotzdem immer geschafft die Kinder rauszuhalten.

00:40:22: Und die Kinder?

00:40:23: Ja, wir beide.

00:40:24: Also das war uns ja beiden immer wichtig... Auch mir damals selber ja noch, dass ich wollte auch gar nicht groß da in Erscheinung bringen.

00:40:33: Das hat man auch nicht gemacht.

00:40:34: Das wäre dann so eher negativ behaftet gewesen.

00:40:38: Weil das hat man einfach nicht gemacht!

00:40:40: Da hat man sich zurückgehalten und geschaut, dass zu Hause alles funktioniert war auch völlig okay für mich.

00:40:46: Also ich habe gar nicht mit dem Gedanken gespielt, da irgendwas anders zu machen oder mich das selber jetzt irgendwo zu präsentieren.

00:40:52: Ich war im Gegenteil, ich war immer ganz froh wenn mich keiner gesehen hat weil wer ja schon mit drei kleinen Kindern mit einem Samstag Gedanken machen muss was sie im Stadion anzieht und welche Tasche ich dazu nehmen.

00:41:01: also das war nicht in meinem Kosmos.

00:41:03: Da hab' ich gar keinen Bock drauf gehabt und das war auch.

00:41:06: Gott sei Dank war das auch gut so.

00:41:07: Ich hab' da... gab's das ja nicht!

00:41:09: Heute wenn du ins Stadio gehst guck dir jeder was hat sich an, was trägt sie?

00:41:12: Was hat sich eine neue Tasche?

00:41:14: gab es ja früher so nicht.

00:41:16: Natürlich waren wir auch schick, wenn wir da jetzt auch nicht in Lumpen hingegangen haben, aber wir haben uns nicht so viele Gedanken gemacht.

00:41:24: War die glücklichste Phase deines Lebens als der Kinder klein war?

00:41:27: Ich weiß, das Glücklichste ist immer relativ.

00:41:31: Ich glaube kann ich so nicht sagen... Es ist ja auch sehr anstrengend mit drei kleinen Kindern.

00:41:37: Das Blöde ist, dass man das im Nachhinein gar nicht so viel genossen hat wie man es hätte genießen können.

00:41:44: aber wenn man natürlich immer ein Dauerstrom ist... Du hast ja ständig ist irgendwas, dann ist einer krank.

00:41:50: Dann ist der andere krank und der Deiner muss zum Fußball drinnen, der muss abkühlt werden.

00:41:54: Also du bist den ganzen Tag am Rennen!

00:41:56: Und dann geht das so schnell vorbei... ...und dann sind sie groß, ne?

00:42:00: Und Rückzug sind's hier aus dem Haus.

00:42:02: Es gibt immer schöne Phasen im Leben.

00:42:04: Ich weiß nicht ob es die Schönste war oder eine Schöne, aber die schönste... Ich finde, jede Phase hat was Schönes.

00:42:11: Auch jetzt hat diese Phase etwas Schönes!

00:42:14: Wer kann das schon machen?

00:42:15: Wer kann einfach seine Sachen packen und nach Italien gehen?

00:42:18: Das ist natürlich ein großer Vorteil den ich genieße und das wäre ja blöd wenn ich das nicht ausnutzen würde.

00:42:24: Kann man...ich glaube ihr habt es hinbekommen oder Simone?

00:42:27: Man kann verheiratet sein, man kann sich trennen und kann trotzdem dankbar sein für das was man hatte?

00:42:32: Ja, ich denke schon.

00:42:34: Also es wäre alles jetzt ohne Michael und seine Karriere gar nicht möglich.

00:42:39: Natürlich ist man da dankbar, ich glaube auch dass die Kinder da so erzogen sind das sie auch dankbar sind.

00:42:45: also das merkt man auch in allem.

00:42:47: wir sind sehr bescheiden und wirklich gar nicht... Auch das merk ich bei allem wenn die ausgehen wie die sind wirklich wahnsinnig bescheidend ganz am Boden geblieben und gar nicht ausgeflippt.

00:43:00: normal

00:43:01: Haben deine Kinder dich gehalten oder versöhnt mit deiner Kindheit?

00:43:06: Hm,

00:43:07: weiß ich nicht.

00:43:08: Also ich glaube ich habe mich da selber so ein bisschen versöhnd mit weil ich denke mein Gott ist man kann ja nichts dafür.

00:43:14: ne der eine hat Glück der andere hat Pechne Man kann nix dafür wo man hingeboren wird und man muss halt aus allem das Beste machen und da ist man selber für verantwortlich und sonst niemand.

00:43:25: Weil ich meine ich stelle mir das ziemlich krass vor mit fünfzehn alleine zu sein

00:43:30: zu dem gemacht jetzt und auch mich vielleicht vorbereitet für spittere Situationen im Leben, gut umzugehen.

00:43:38: Weil wenn man natürlich immer in so einer Rosa Wolke lebt und dann auf einem Hintern fällt ist es natürlich viel härter wie wenn man eigentlich gewöhnt ist... viel zu erleben und viel Negatives schon erlebt zu haben in jungen Jahren.

00:43:51: Und das zieht sich ja dann immer ein bisschen wie so'n roter Faden.

00:43:54: Ja man, jeder ist seines eigenes Glückes schmiedt und es ist einfach so.

00:43:57: Das sehe ich ganz deutlich so.

00:43:59: Weil

00:43:59: ich glaube wer mit fünfzehn rausfliegt oder auf eigenen Beinen steht und versucht sein Leben selbst zu meistern der wird...der ist automatisch ja stark!

00:44:06: Aber es war ja meine Entscheidung zu gehen?

00:44:09: Also ich bin ja gegangen.

00:44:10: Genau

00:44:10: aber das ist ja stark

00:44:11: stärker.

00:44:11: Das zeigt ja schon dass ich so einen gewissen gewisses Maß an Stärke immer in mir hatte um das alles.

00:44:18: Ich glaube manchmal, glaub ich auch man bekommt es gibt ja auch diesen Spruch nur die dieses ertragen kriegen auch die Aufgaben und ist vielleicht ein Stück weit Wahrheit dran dass das so ist dass man immer wieder besonderer oder besonders schwere Aufgaben bekommen

00:44:37: Wenn die Schwesteraufgabe in deinem Leben ist, der Verlust eines Sohnes.

00:44:40: Das war Emilio genau.

00:44:42: Aber irgendwie

00:44:43: ja es ist brutal und aber trotzdem geht's ja weiter.

00:44:49: also das muss ja.

00:44:50: Du hast ja noch zwei Söhne

00:44:53: da und das ist auch für dir alles hart und deswegen wenn man als Mutter weich ist und nicht stark bleibt dann ist das auch für den Rest der Familie nicht gut.

00:45:05: Ich möchte ja nicht, dass meine Söhne sich um mich Sorgen machen.

00:45:08: Was ja nicht heißt, dass es dir trotzdem schlecht ging oder geht und das du natürlich deinen Sohn vermisst.

00:45:12: Natürlich!

00:45:13: Da sind auch schon

00:45:14: genug Menschen die gesagt haben, die sind ohne Baller klacht und deswegen habe ich mich immer total aufgeregt.

00:45:19: Ich meine... Du musst ja leben!

00:45:21: Du hast ja noch zwei Söhne ne?

00:45:22: Du hattest drei oder du hast drei.

00:45:24: Genau!

00:45:24: Das schwißt da nicht in der Vergangenheit von dem Video.

00:45:26: Also wenn ich gefragt werde... Es kommt manchmal auf die Situation drauf an.

00:45:30: bei Leuten so, wenn jemand mich fragt wie viele Kinder sage ich eigentlich immer, ich hab drei Kinder.

00:45:36: aber Wenn ich weiß, ich müsste vielleicht jetzt näher ins Detail gehen und das Meer erklären.

00:45:42: Dann sag' ich lieber zwei einfach um den Leuten kein schlechtes Gefühl zu geben weil natürlich ist es immer blöd wenn die dann sagen Dann müssen die sich dann, oh mein Gott es tut mir so leid und so.

00:45:52: Das ist immer so.

00:45:53: ich will das den Leuten gar nicht zumuten.

00:45:55: Also ich kann darüber sprechen.

00:45:58: aber wenn ich jetzt sage ja meine Mittleration ist verstorben dann sind Leute gleich so und dann merkst du richtig so dass geht denen dann so rein und dann denken sie müssen mich drösten oder so oder dann mich bemitleiden oder so.

00:46:11: deswegen vermeide auch oft, dass ich sage, da muss jetzt nicht die Geschichte erzählen um den Leuten da jetzt irgendwie.

00:46:18: Dabei das sagen viele.

00:46:19: also ob man jetzt schwer krank ist oder ob jemand verloren hat, sagen die Leute immer, dass plötzlich andere gar nicht mehr wissen wie man mit einem Umzug gehen hat.

00:46:26: dabei wünscht man sich glaube ich auch du, dass man ganz normal mit dir umgeht und einfach fragt wie geht's dir denn damit?

00:46:31: Oder fünf Jahre ist es ja der Unfall

00:46:34: in der Zone.

00:46:34: Ja es ist schon wirklich wahnsinnig viel Zeit wieder vergangen.

00:46:38: Aber es ist natürlich auch dadurch, dass ich ja auch immer viel mache.

00:46:41: Ich bleibe halt nicht stehen und ich war damals, ich weiß nicht top drei Monate wo ich mich nicht bewegen konnte?

00:46:50: Auch konnte ich gar nichts also wirklich teilweise nicht mal aufstehen.

00:46:54: aber dann habe ich gedacht ne komm.

00:46:56: also das kann geht so entweder du bleibst jetzt für immer liegen oder du gehst jetzt hoch und dann machst du was und da musst du aber auch etwas machen und dann muss das auch so bleiben Und dann habe ich mir wieder mal den Arsch selber hochgezogen und weiter geht es.

00:47:13: Man muss sich einfach Sachen vornehmen, die einem selber Freude bringen.

00:47:18: auch nicht immer aber zumindest ist das man immer wieder Lichtblicke hat dass man sagt hey da hab' ich Spaß dran das möchte ich noch machen da möchte ich hin Und eben auch Zeit mit den Kindern verbringen und so.

00:47:29: Also alles, was einem irgendwie Freude macht.

00:47:31: Ja gut die beiden haben

00:47:33: ja auch ihren Bruder verloren.

00:47:35: Die

00:47:35: müssen ja auch mit der Trauer umgehen?

00:47:36: Genau

00:47:36: das ist für junge Menschen, die bis dato immer ein super behütetes Leben hatten ohne viele Probleme.

00:47:46: Zumindest sind sie jetzt keine von außen.

00:47:50: Das ist für die wahrscheinlich schon ein krasser Schlag gewesen.

00:47:54: Ihr

00:47:54: habt viel geredet?

00:47:55: Du und deine Jungs oder?

00:47:56: Hat es jeder mit sich selbst aus?

00:47:57: Es macht

00:47:58: sich so ein bisschen, jeder alles mit sich selber aus.

00:48:00: Ja also auch mein Ex-Manias und der... Wir haben am Anfang natürlich die Familie am Anfang ganz eng zusammengehalten aber irgendwann lebt auch jeder wieder sein eigenes Leben und dann ziehen alle wieder in ihre eigenen Richtungen.

00:48:14: das muss auch zu sein und deswegen im Endeffekt muss man sich dasselbe schaffen, dass man wieder glücklich wird.

00:48:21: ja

00:48:22: Aber Emilio, ich glaube ihr feiert auch sein Geburtstag jedes Jahr oder?

00:48:25: Ja.

00:48:25: Also Emilio ist Teil der Familie.

00:48:26: ganz klar!

00:48:27: Der

00:48:27: ist Teil einer Familie... Wir haben dieses Jahr auf dem Oktoberfest wieder auf ihn angestoßen und das wissen auch manchmal.

00:48:34: Ich gehe gerne in die Bratwurst oft, ich gehe gern in die kleinen Zelte und da bin ich in der Bratdurch, da gibt es diese Bar und da haben wir eine Flasche auf Emilio getrunken.

00:48:42: dann schreibt mir den Namen drauf und die steht dann ganze Oktoberfestszeit oben im Regal.

00:48:47: Da ist er, wie wenn er dabei gewesen wäre so ein bisschen.

00:48:50: Irgendwo ist er ja irgendwo auch immer dabei.

00:48:52: also von daher diese Rituale muss man sich schon auch erhalten finde ich auch an Weihnachten dass er irgendwie so gefühlt auch immer mit dabei ist.

00:49:01: Also nicht dieses Verschweigen ist viel schlimmer.

00:49:04: So dann wird es so und dann wird das so ein komisches.

00:49:07: Dann haben alle Angst was zu erwähnen Und so bei uns ist gar nicht.

00:49:12: die Nachbarn kommen rein.

00:49:13: Wir sagen Mai, Emilio hätte heute Geburtstag Mai und haben wir schon angestoßen.

00:49:17: Also das ist so dieser normale Umgang mit der Tragödie.

00:49:22: Und nützt ja nichts.

00:49:24: also es bringt ja auch nichts jetzt jedes Mal da in tiefe Trauer zu verfallen wenn irgendwie so ein Tag wieder kommt.

00:49:31: ne?

00:49:32: Der Todestag, der Geburtstag Weihnachten... Es

00:49:36: fehlt ja immer

00:49:37: an meinem Geburtstage am Muttertag.

00:49:39: also es ist immer Ständiges wieder dran erinnert werden und natürlich soll das positiv sein.

00:49:46: Wie war der

00:49:46: Emilio?

00:49:46: Man muss sich

00:49:47: das positiv drehen.

00:49:48: Wie waren die Emilio, was wir hier reißen?

00:49:50: Nee,

00:49:50: super charming!

00:49:52: Also der war wirklich everybody's darling.

00:49:55: Ich kenne gar niemanden, der den nicht mochte also der war schon so einfach ein Sonnenschein.

00:50:02: ja es ist durchweg positiv.

00:50:05: Also, wenn die anderen zwei gestritten haben hat er geschlichtet.

00:50:08: Wenn ich mit einem gestriten habe, hat er geschlichtet.

00:50:11: Auch wenn die Jungs mit mir geschallt sind, lasst sie mal meinen Ruhm.

00:50:14: Der war der Oberschlichter und auch super beliebt einfach.

00:50:18: Und ich kann mich erinnern an sein erstes Zeugnis in der Schule.

00:50:21: Gabs ja diese schriftlichen Zeugnisse noch... Die Beurteilungen?

00:50:23: ...die Beurteilungen und dann stand auch drinne.

00:50:26: Emilio macht viel Quatsch Aber er kommt immer mit einem Lächeln, mit allem davon.

00:50:32: Und genauso war der!

00:50:33: Also da hat dann irgend ein Blödsing gemacht und nicht weniger wie die anderen, dann hat es nur besser verkauft... ...und hat dann einfach gesagt, nein, Entschuldigung?

00:50:42: Dann konntest

00:50:42: du

00:50:44: nicht mehr böse sein und so ist halt immer durchs Leben.

00:50:46: Man konnte eigentlich immer nicht böse seien.

00:50:48: Das hat zwar auch seinen Schmarrn gemacht aber auf eine gute Art.

00:50:52: Würdest du sagen, dass jetzt von mir eine Simone sitzt?

00:50:54: Die Anders ist als noch vor dem ... ... einzweinster August... ... zweitausendundzwanzig.

00:50:58: Nein!

00:50:58: Fünfter August!

00:50:59: Fünf Jahre!

00:51:00: Das ist sehr fünfter August-Zwanzig!

00:51:02: Würdest Du sagen das jetzt hier eine andere Simone sitzt als noch damals?

00:51:05: Jaa!

00:51:05: Eine

00:51:06: andere Simone schon ja!

00:51:08: Aber ähm.... Ja man, ich glaub' man verändert sich so oder so.

00:51:12: Ich meine muss ich jetzt den nicht erzählen ne?

00:51:14: Ich sag' gerade Menopost Wahnsinn am Start!

00:51:17: Also es ist jeden Tag ein Erlebnis mal so... Wir kommen im Club ja!

00:51:21: Das ist wirklich abenteuerlichst.

00:51:24: und aber da braucht man eigenen Postcards drüber weil das machen ja mittlerweile tausende andere auch und ich mein's ja ein Thema dass is all over the place und das ist halt einfach so.

00:51:33: Und deswegen alleine auch.

00:51:35: Daher, glaube ich, es ändert sich ständig irgendwas im Leben.

00:51:39: Und ich finde gerade bei Frauen find's krass!

00:51:41: Also was wir da so teilweise durch Achterbahnen gehen, wenn du so siehst auch die Schwangerschaften, was die mit deinem Körper machen und was das mit deinen mentalen Leben macht... Du bist erst neun Monate dick, dann musst wieder abnehmen, dann haste die Hormone hoch, die Hromone runter, das dreimal hintereinander, da bist du eigentlich schon fertig.

00:51:59: Wenn du alles fertig hast, kommt die Menopause.

00:52:01: Das ist wirklich nicht nett!

00:52:04: von dem Universum, dass sie das mit uns anstellen.

00:52:07: Aber da müssen wir halt durch und dann werden wir jetzt auch noch irgendwie durchgehen... Auch

00:52:13: das

00:52:13: schaffen wir natürlich!

00:52:15: Aber weinst du viel nach Humminio oder schaffst du es inzwischen dankbar einfach zu sein für die achtzehn Jahre, die du mit ihm hattest?

00:52:21: Nee

00:52:21: also nicht immer.

00:52:22: Also es gibt auch Tage, da könnte ich rotschen Wasser heulen.

00:52:25: aber Das ist eigentlich immer, wenn ich alleine bin.

00:52:28: Weil dann bin ich so mit mir und dann kommt das auch mal raus.

00:52:31: Und ich glaube es ist auch gut, wenn das ab und zu mal rauskommt.

00:52:34: Aber das muss sich ja nicht in der Öffentlichkeit zelebrieren.

00:52:37: Deswegen ist es auch, glaub' ich, gut... Wenn das Zuhause, wenn Ich Alleine Bin Ab- und Zu einfach mal raus komm', wie werden's mal regnet?

00:52:44: Dann ist es erstmal wieder okay, dann kommen wir wieder hoch.

00:52:47: aber das muss auch ab und Zu sein finde ich.

00:52:49: Also ich brauche dass, dass ich da einfach mal das raus lasse.

00:52:55: Kannst du mit Michael reden über Emilio oder schweigt dir das Thema aus?

00:52:58: Wir haben keinen privaten Kontakt.

00:53:01: Der lebt sein Leben und ich lebe mein Leben, da gibt es ganz wenig Berührungspunkte.

00:53:06: Seit die Kinder erwachsen sind, gibt's ja keine Berührungspunkte mehr.

00:53:10: Die Kinder Kleinwand hat man sicher öfter gesehen und dann hat man mal gequatscht und so.

00:53:14: aber jetzt ist es nicht so dass wir uns jetzt treff treffen zum Kaffee trinken oder so.

00:53:18: Das Kinder sind Erwachsen, die gehen zum Papa wann sie wollen kommen zurück wann sie.

00:53:24: Muss ich nicht mehr beaufsichtigen, muss ich nicht zu Hause sein und deswegen ist das alles ein bisschen anders geworden.

00:53:29: Es wird wahrscheinlich irgendwann nochmal interessant wenn Enkelkinder ins Spiel kommen aber...

00:53:34: Da werden die Karten wieder neu gemischt?

00:53:35: Ja, wieder neu Gemischt habe ich gehört in anderen Familien!

00:53:39: Aber...

00:53:39: Du hast ja dieses Jahr, es ist ja gefühlt auch schon wieder so lange her.

00:53:43: Warst du im Dschungelcamp?

00:53:44: Ja!

00:53:45: Das hat natürlich geguckt.

00:53:46: Unglaublich!

00:53:46: Ich gucke

00:53:47: jedes Jahr das Dschingelcamp und ich liebe das DSchungel-Camp.

00:53:49: Ich würde es jedes Jahr machen.

00:53:50: Ich

00:53:50: guke drei Formate, die ich gerne gucke.

00:53:52: Die ein bisschen ist ja kein Trash TV aber das geht ja so ein bisschen.

00:53:55: Ja, das ist natürlich

00:53:56: schon teilweise ganz fertig.

00:53:58: Aber Dschungelcamp guck ich gerne und Bauer sucht Frau, ich stehe dazu.

00:54:01: Ich gucke es.

00:54:02: Du hast am Lagerfeuer bei irgendeiner Nachtwache mit mir die Morge redet?

00:54:06: Ja.

00:54:06: Und da hattest du unter anderem auch erzählt ... Klar habt ihr über Menyo geredet und dann hast du erzählt das dein Papa war der Beerdigung war und dass er aber das wohl nicht so gut verkraftete hat natürlich den Enkel zu verlieren weil dein Bruder auch früh gestorben

00:54:18: ist.

00:54:18: Genau ich hätte ja einen Bruder, der wäre ein Jahr ungefähr ein Jahr jünger als

00:54:22: ich.

00:54:22: Von deinen Eltern also von meinen

00:54:24: Eltern damals noch, ja waren ja sieben Jahre vorher.

00:54:27: Und der ist aber im Kindstod gestorben, das Baby.

00:54:30: Weil das wollte ich dich immer schon mal fragen?

00:54:32: Der ist als Baby dann gestorban?

00:54:34: Ja

00:54:34: und ich glaube auch dass es vielleicht viel mit der

00:54:37: Beziehung natürlich.

00:54:39: Also ich war so klein, ne?

00:54:40: Ich war ein kleines Kind.

00:54:42: Ich weiß ja da nicht alles, aber ich kann das jetzt nur vermuten.

00:54:45: Aber wie gesagt weil du mich ja vorhin gefragt hast, hast du eine glückliche Kindheit gehabt?

00:54:50: oder?

00:54:50: ich muss sagen nee also das war nie glücklich.

00:54:54: kann natürlich sein, dass das auch irgendwo mit dem Tod von meinem Bruder zusammenhängen.

00:54:58: Dass das einfach die Familie nicht mehr geschafft hat weil dann natürlich alle noch sehr jung waren und ich meine ich erlebe es ja jetzt selber wie das ist ein Kind zu verlieren.

00:55:08: Dann ist es glaube ich auch nochmal einen Unterschied ein Baby was ein paar Monate bei dir lebt?

00:55:13: Natürlich ist das schlimm aber einen fertigen Menschen der achtzehn Jahre mit dir gelebt hat.

00:55:18: jeden Tag ist natürlich nochmal eine andere Verlust, weil natürlich nicht nur der Verluste Person dann da ist sondern auch den Verluster von all diesen Sachen die man zusammen erlebt hat.

00:55:29: Also diese sind ja noch irgendwo ein Gedächtnis da aber haben sich halt alle verändert jetzt und das ist schon anderer Tabak.

00:55:37: Also das ist achtzehn Jahre an jedem Tag jemanden zu haben, der dann plötzlich weg ist.

00:55:42: Ich glaube dass es auch ganz schlimm für so ältere Ehepaare die ganz lange verheiratet sind und da ihr Leben miteinander verbringen wenn einer plötzlich fehlt... Das muss ganz schlimm sein.

00:55:52: Du hast dein ganzes Leben zusammen!

00:55:53: Und dann kannst du dich mit gar niemandem mehr austauschen.

00:55:55: Das ist

00:55:56: wie eine Amputation, das fehlt ja plötzlich den ganz wichtigen Teil.

00:55:58: Ja also bei meinen Urkurseltern war das auch, sie waren auch beide über neunzig.

00:56:04: Dann der Opa gestorben und dann ist die Oma gestorbt, ein paar Wochen später.

00:56:09: Also sie hat sich ins Bett gelegt und ist nicht mehr aufgestorben.

00:56:12: Weil sie nicht mehr wollte wahrscheinlich ohne den Opa zu leben?

00:56:16: Ja, deswegen Erinnerungen sind schon hart.

00:56:19: Und ich sag mal jetzt so'n Baby haste jetzt nicht die Erinnerung an Sachen, die du zusammeneliebt hast aber halt natürlich auch den Schmerz als Mutter, denen du dein Kind verlierst.

00:56:29: Ja, und die Zukunft, die das Kind nie hatte.

00:56:30: Ich glaube, das ist auch was, weil du immer denkst, heute wär er so alt.

00:56:34: Und

00:56:35: das hab ich ja jetzt auch noch, dass ich sage, meins wäre am neunzehnten September.

00:56:39: Dann ist natürlich auch mal ein Wiesen-Octoberfest, der hat das geliebt.

00:56:43: Sein letzter Geburtstag den achtzenden haben wir groß gefeiert trotz Corona.

00:56:47: Und ich bin so froh, dass sich das gemacht hat, weil es war auch so einen Risikodenabenteuer, weil Scheiß egal, ich mach das jetzt.

00:56:55: Und dann hab' ich eine Riesenparty gemacht zu seinem Achzenten weil er konnte nicht aufs Oktoberfest zwar geplant geht aufs oktoberfest feiert da sein achtzentengroß und dann war ja Corona, dann ist das alles ausgefallen.

00:57:06: Ich muss sagen da ist es jetzt egal wir feiern das jetzt trotzdem.

00:57:08: Und ich kann mich erinnern's haben so viele gesagt ach schmarrn!

00:57:11: Jetzt macht es doch nicht und es sind Risiko so viele Leute und feier doch nächstes Jahr ihr könnt doch den neunzehnten feiern nee?

00:57:19: Gottse dank Habe ich's trotzdem gemacht.

00:57:21: Wir haben das schönste Geburtstagsfest gehabt, ever!

00:57:24: Das war wirklich... weil es war auch eine ganz besondere Stimmung, weil die Leute so hungrig nach Feiern waren, nach der ganzen Corona-Geschichte und das war so ein tolles Fest, weil alle waren ausgeflippt.

00:57:34: also sie sind alle ausgeflippt, weil endlich wieder ne Party und ne schöne Party und das tolle Fest und es war riesig und es was toll.

00:57:41: und siehst du?

00:57:42: Stell dir vor, ich hätte das nicht gemacht, ich hätt das immer in meinem Kopf gehabt.

00:57:45: wir haben das nicht gefeiert.

00:57:46: Ja er durfte Sonne Achtzehn nicht feiern

00:57:48: Der Neunzehnten gab es nicht mehr.

00:57:50: Das ist ja ein Monat vor seinem Neunzenten verstorben.

00:57:52: und da habe ich mir gedacht, siehst du?

00:57:53: Und das war so.

00:57:54: nochmal so'n richtiges Zeichenfilm.

00:57:56: Ich wollte gesagt hab nichts verschieben!

00:57:58: Verschieb keine Sachen weil das immer scheiße wenn Du Sachen verschiebst ach machen wir nix.

00:58:02: Machst Du's nicht mehr?

00:58:03: Genau.

00:58:04: Du machst das nicht mehr.

00:58:04: Guck mal jetzt zum Beispiel ich hab total bereut dass ich meinen Fünfzigsten nicht gefeiert hab Aber es war einfach nicht möglich.

00:58:11: Ich bin aus dem Dschungel zurückgekommen, ich bin am vierzehnten gelandet.

00:58:14: Am sechzehnten bin ich fünftig geworden.

00:58:16: und wie hätte ich das organisieren können?

00:58:18: Weißt du im Dschunge kein Telefon, keinen Kontakt... Und ich bin ja so eine Organisationstante, ich lass das ja niemand anlass machen!

00:58:25: Wenn ich das hätte nicht selber organisieren kann, ich wäre ausgeflippt.

00:58:28: Ich hätt dir wahrscheinlich im Djungle meine Nägel abgebissen oder Angst vor meiner

00:58:31: Party.

00:58:31: Das war eh schon stressig genau.

00:58:32: Es

00:58:32: war eh auch schon stressiger, weil ich dachte, das tue ich mir nicht an den Druck mache ich mich nicht, ich peier nicht.

00:58:37: Und dann habe ich mir danach gedacht Scheiße, ne?

00:58:39: Du feierst jeden Blödsinn.

00:58:41: Aber deinen fünftigsten den hast du nicht gefeiert!

00:58:42: Oder

00:58:43: kannst du den einfünftigsten

00:58:44: feiern?!

00:58:44: Vielleicht mache ich das aber ich will es jetzt noch nicht irgendwie vielleicht mal spontan

00:58:50: Ja weil das sind ja eigentlich die schönsten Feste wenn man da halt nicht den Runden feiert sondern... Ja

00:58:54: also vielleicht.. aber ich sage die bin ja kein Freund von so Sachen verschieben aber in dem Falle war's leider nicht anders möglich.

00:59:02: Schmiedest du noch Pläne oder sagst du?

00:59:04: Ja, dauert

00:59:05: ständig mein Kopf.

00:59:06: Rattat.

00:59:06: Blobert über!

00:59:08: Also wenn ich alles das mache was in meinem Kopf ist dann brauche ich noch fünfzig Jahre.

00:59:13: Ich habe immer schon auch als Kind schon immer tausende Ideen.

00:59:17: Tausend Ideen, tausend kreative Sachen im Kopf.

00:59:20: Ich will ständig etwas umbauen und was ich brauchte.

00:59:23: Für meinen inneren Seelenfrieden muss immer was passieren.

00:59:27: Eine Frage noch Simone die Sagada seh Ich liest sicher der Kreis jetzt.

00:59:31: Ist es zum ersten Mal so, wo du sagst das ist mein Leben?

00:59:34: Also das ist jetzt das Leben was die Mone gehört weil du hast dich natürlich schon auch immer ein Fußballprofi.

00:59:39: muss man sich automatisch unterordnen in einer Beziehung dann die Kinder klarordnen?

00:59:42: macht man alles für die Kinder?

00:59:44: Jetzt bist du dran.

00:59:46: Ja also ich finde auch empfinde dass tatsächlich so.

00:59:49: ja dass das jetzt mein leben ist und ich bestimme.

00:59:53: Du hast mich ja auch gefragt, fährst du viel hin und her?

00:59:55: Und so sag ich, das mach ich ganz spontan.

00:59:58: Wenn ich das Bedürfnis hab', ich möchte jetzt in mein Haus ... dann setze ich mich ins Auto und fahre in mein Hause!

01:00:03: Da muss ich auch niemanden fragen... Ich habe mir das so erarbeitet, dass es so ist.

01:00:10: Ich muss mich nicht entschuldigen, ich muss nicht erklären.

01:00:13: Ich möchte gerne ein bisschen nach Hause fahren, dann fahr' ich nach Hause.

01:00:16: Und wenn ich hier bin, dann bin ich hier.

01:00:18: Dann entscheide ich wie lange was ich mir jetzt über so viele Jahre erarbeitet habe, dass ich das jetzt auch so führen kann.

01:00:27: Und am Partner geht den Weg mit?

01:00:29: Das bleibt nichts anderes übrig.

01:00:31: Ich bin leider mittlerweile ... Ich war eigentlich immer schon ein sturer Mensch aber glaube es wird im Alter nicht besser.

01:00:39: Ich glaube wir Frauen merken... wenn wir älter werden, richtig krass was wir wollen und was wir nicht mehr wollen.

01:00:45: Das merke ich auch bei meinem ganzen Film von meinen Freundinnen, dass auch welche die sich entscheiden ganz ohne Partner zu bleiben Und das ziehen die Eiskalt durch und sie sagen ne Ich fühle es nicht mehr!

01:00:54: Ich möchte nicht mit einem Mann zusammenleben.

01:00:56: Ich kann einen Partner haben, er bleibt in seiner Wohnung, ich bleibe meiner Wohnung und die sind auch glücklich damit und das muss jeder so für sich entscheiden, wie er das gerne möchte.

01:01:06: Ich zum Beispiel bin nicht so jemand der gerne komplett alleine ist also muss auch nicht alleine leben.

01:01:13: ich bin gerne auch mal alleine aber dann muss sich jetzt nicht so dass extrem das kommt mir kein Mann mehr ins Haus oder sowas würde ich jetzt bei mir nicht denken dass das irgendwann passiert.

01:01:21: aber wer damit glücklich ist soll es doch so machen.

01:01:24: bist

01:01:24: du glücklich gerade?

01:01:26: Ich bin glücklich ich mache es mir glücklich

01:01:29: ja ich danke dir.

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