„Der Kuss mit meinem Mann war KEIN politisches Statement“ - Dominik Krause über die Wahlnacht zum München-OB

Shownotes

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause im Gespräch mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May: Er spricht über seine politische Verantwortung, den Kampf gegen Antisemitismus und seine Pläne für München – aber auch über die große Liebe seines Lebens. Wie er seinen Verlobten Sebastian beim Tanzkurs kennenlernte und warum ihn der Heiratsantrag nach 16 gemeinsamen Jahren überraschte, verrät Krause ganz persönlich. Ein Gespräch über Politik, große Gefühle und das Leben abseits des Rathauses.

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00:00:00: Mit siebzehn Jahren ging er zum Tanzkurs und begegnete dort der Liebe seines Lebens.

00:00:04: Fast zwanzig Jahre später sind Dominic Krause und Sebastian Müller noch immer glücklich miteinander, inzwischen verlobt – und eine Hochzeit ist auch schon in Sicht.

00:00:13: Ich war immer davon ausgegriffen, dass ich den Antrag mache!

00:00:16: Und so war ein bisschen am Ende die Situation.

00:00:19: Ich habe mich sehr gefreut aber ich war auch sehr perplex darüber.

00:00:23: Dominik Krause, thirty-six Jahre alt und seit Mai Oberbürgermeister von München Jung, sympathisch, lässig und für viele so etwas wie ein Popstar der Politik.

00:00:32: Man hat in den letzten zwei Wochen vor der Stichwahl gemerkt, da liegt schon so'n Zauber gerade in der Stadt.

00:00:38: also mich haben wahnsinnig viel Leute auf der Straße angesprochen.

00:00:40: teilweise sind Fenster rausgerufen von der anderen Straßenseite und für mich ist das eine große Ehre- und Privileg.

00:00:47: Auf dem Oktoberfest zappte er mit nur zwei Schlägen das erste Bierfass an.

00:00:51: jetzt träumt er von Olympischen Spielen in seiner Heimatstadt.

00:00:54: Also es macht ja vor allem dann auch Spaß wenn man auch was gestalten kann und was voran.

00:00:57: Wir trinken gerade in der jetzigen Zeit, die sonst viel geprägt ist von gegeneinander und eher hasst.

00:01:01: Und alles wird schlimmer!

00:01:03: Da neben ich war, ist unsere Stadt eine ganz andere Stimmung – jetzt mit Olympia natürlich die große Hoffnung dass es

00:01:08: auch noch mehr

00:01:08: wird.".

00:01:09: Aber wer genau ist dieser Mann eigentlich?

00:01:11: Wie wurde aus einem eher stillen Jungen, der nie Klassen-Sprecher war und eigentlich Physiker oder Filmregisseur werden wollte, Münchens Stadt

00:01:18: Oberhaupt?!

00:01:19: Wie entdeckte er seine Liebe zu Männern?

00:01:21: Und warum brachten den Ausgerechnet Neonazis in die Politik?

00:01:25: Darüber rede ich mit Dominic Krause.

00:01:44: Mein Gast bei Maiwe ist heute der Münchner Oberbürgermeister Dominic Krauser.

00:01:48: Er ist im Mai gewählt worden und es ist seit Mai auch schon ganz schön viel passiert, Herr Oberbürgermeister!

00:01:53: Ich freue mich, dass ich hier bin.

00:01:54: Vielen Dank für die Einladung Podcasts.

00:01:56: Was ich besonders charmant finde sind ja ein gebürtiger Münchener.

00:02:00: Ich wohne ja seit sechsundzwanzig Jahren in München aber ich kann bis heute gewisse Worte gar nicht sprechen.

00:02:04: und Sie haben gerade gesagt, sie haben's mit dem Dialekt auch nicht so wirklich oder?

00:02:08: Nee, genau.

00:02:08: Ich bin in München geboren und auch aufgewachsen Und für meine Eltern komme ich schon aus München.

00:02:13: Aber bei uns wurde nie Dialekt gesprochen Und ich versuch's ehrlich gesagt lieber gar nicht.

00:02:17: erst Weil es gibt nichts Schlimmeres als Leute die keinen Bayerisch sprechen aber sich daran abarbeiten.

00:02:21: Das stimmt!

00:02:22: Aber man rutscht zu schnell rein finde ich.

00:02:24: Also wenn ein Mensch am Tisch bayrig redet Man imitiert automatisch weil so charmant klingt.

00:02:29: Es gibt ja auch noch das Münchnerische was dann vielleicht ein bisschen dazwischen liegt.

00:02:32: Aber ich bleibe über Hochdeutsch sicherheitshalber.

00:02:36: Aber das Wort Zugereist, das können Sie auf Weirich.

00:02:39: Ja, genau.

00:02:41: Die Zugrosten sind ja mittlerweile auch ein Teil unserer Stadt und es finde ich auch ganz schön dass sich quasi alles so bisschen vermischt.

00:02:49: Das macht glaube ich Hünchen auch aus.

00:02:50: Herr Krause, sie sind ja seit Mai jetzt Oberbürgermeister.

00:02:53: Jetzt ist ja seit May schon einiges passiert.

00:02:55: also sie sind gewählt worden.

00:02:56: Es war ja schon mal erst eine Sensation mit sechsunddreißig Oberbürgermeister zu werden.

00:03:01: Sie haben den Vorgänger abgelöst der war SPD.

00:03:03: Jetzt sind die Grünen an der Macht in München.

00:03:06: Dann die Olympia Bewerbung, die jetzt erfolgreich ausgegangen ist für München.

00:03:10: Und dann haben sie es geschafft das Münchner Oktoberfest mit zwei Schlägen zu eröffnen.

00:03:15: Ich glaube, das war auch schon eine Sensation!

00:03:18: Wie oft haben Sie seit Mai gedacht oder denken Sie?

00:03:22: Mein Gott, ich bin wirklich der Oberbürgermeister dieser Stadt.

00:03:26: Es ging ehrlich gesagt schon nach der Wahl oder rund um die Wahl.

00:03:28: war das also?

00:03:29: man hat in den letzten zwei Wochen vor dann der Stichwahl gemerkt liegt schon so ein Zauber gerade in der Stadt und mich haben wahnsinnig viele Leute auf der Straße angesprochen.

00:03:37: teilweise sind Fenster rausgerufen von der anderen Straßenseite Und für mich ist es eine große Ehre und Privileg, also wie gesagt in München geboren.

00:03:49: Hätte mir da nicht vorstellen können selber mal an so einer Position zu sein wo ich die Geschicke der Stadt mit lenken kann.

00:03:54: Die Wiesn ist das beste Beispiel.

00:03:57: Da war ich schon als Kind bei meinen Großeltern unterwegs, als Jugendlicher vor den Zelten auch an und hätte mir nicht träumen lassen dass sich später mal selber derjenige sein wird der da als erstes ansapfeln darf was ziemlich aufregend dazu gegeben.

00:04:08: Ich stand

00:04:10: gegenüber.

00:04:10: Also da wo mir der Anstich ist, Florian Silber-Eisen hatte er immer einen Tisch und da stand ich.

00:04:14: Und hab's live

00:04:15: mitverfolgt!

00:04:15: Ich habe rübergebrückt, genau.

00:04:17: Wir haben zurückgewohnt.

00:04:17: Habs Baumendrück

00:04:19: gesehen.

00:04:20: Genau also deswegen ist es toll das machen zu dürfen.

00:04:24: Es ist auch viel Arbeit.

00:04:26: Der Jüngste bin ich übrigens nicht.

00:04:28: Hans-Jochen Vogel war der jüngste in der Münchner Nachkriegsgeschichte.

00:04:31: Er war noch jünger als sie.

00:04:33: Entschuldigung, ich dachte Sie hätten diesen Rekord?

00:04:35: Nein, genau.

00:04:36: aber...

00:04:37: Wie alt war er?

00:04:39: Also ich war thirty-fünfundreißig zum, wo ich gewählt wurde und er war thirty vier drei fünfhundert paar Monate da vor gewesen.

00:04:48: Es gibt viel zu tun aber das macht auch sehr viel Spaß.

00:04:50: also sie haben ein paar Beispiele genannt.

00:04:52: Ich will noch ergänzen das Thema Wohnen Das ist das was unsere Stadt am allermeisten umtreibt Wo wir auch ganz dringend handeln müssen weil es die soziale Frage Die wir haben.

00:05:01: wenn diese Durchmischung irgendwann nicht mehr da ist dann wird es ein Problem für alle.

00:05:06: Und da wurde vor der Wahl viel geugnt und auch im Wahlkampf, also es geht ja gar nicht so viel.

00:05:12: Zum Beispiel das Thema Umbauern hatte ich im WahlKampf viel genannt.

00:05:15: Da haben wir jetzt eine Umbauergentur gegründet.

00:05:17: bei uns stehen Eigentümerinnen und Eigentümerschlange die sagen Wir wollen da gerne loslegen und auch unsere Verwaltung in der Stadtrat hat große Lust dass was voran geht.

00:05:25: und also in so einer Situation ob wir werden zu dürfen ist finde ich nochmal besonders schön, weil es macht ja vor allem dann auch Spaß wenn man auch was gestalten kann und etwas voranbringt.

00:05:35: Gerade in der jetzigen Zeit die eigentlich sonst viel geprägt ist von gegeneinander und eher hasst und alles wird schlimmer und daneben ich war ist unserer Stadt eine ganz andere Stimmung.

00:05:44: jetzt mit Olympia natürlich die große Hoffnung dass das noch mehr wird.

00:05:47: aber weil sie gerade sagt ihre Großeltern und Wiesen also diese schönen Erinnerungen die man hat da auch an die Kindheit ihre Eltern ihre Groß Eltern wie haben die denn reagiert als sie gewählt wurden.

00:05:57: Also meine Eltern haben sich natürlich mitgefroren, die waren am Wahlabend auch da, auch meine Geschwister waren da und haben damit gefeiert.

00:06:06: Meine Oma ist leider die Einzige, die noch lebt, die ist mittlerweile siebenundneunzig, die hat es von zu Hause dann mitverfolgt und wir haben danach aber dann auch telefoniert und also hatte lange so den Status.

00:06:18: so mit der Politik.

00:06:19: ja jetzt macht doch mal was gescheites Der Sprung dann sozusagen auf die Ebene, also ich habe mit Anfang zwanzig angefangen.

00:06:26: Das ist natürlich viel ehrenamtlich und es frisst aber viel Zeit.

00:06:29: Also das sieht man immer nicht wie wahnsinnig viel in den Parteien auch passiert von Leuten, die jetzt keine Mandate oder Ämter haben, dass ist aber auch wichtig für uns als Gesellschaft, dass es gut Zusammenhalt hält.

00:06:40: Es ist schon auch kit.

00:06:41: Aber natürlich, die Zeit fehlt einem dann woanders im Studium oder Job suche oder was auch immer Genau, aber dann am Ende habe ich mich ganz für den politischen Weg entschieden.

00:06:53: Ich hab zwischendurch noch überlegt ob ich nicht was anderes machen.

00:06:55: Also

00:06:56: da reden wir gleich drüber?

00:06:57: Sie haben ja Physik studiert

00:06:58: und wahrscheinlich

00:06:59: nicht mit dem Ziel irgendwann mal Oberbürgermeister zu sein.

00:07:02: Nein!

00:07:03: Anders als beim Amtsvorgänger Christian Ude der schon als Schüler wusste dass er gerne mal OB werden möchte war das bei mir sowieso kein Plan.

00:07:12: auch mit dem politischen Interesse hat erst ein Zivildienst angefangen.

00:07:16: Also ich habe mich vorher schon auch für politische Themen interessiert.

00:07:19: Habe ich auch manchmal über Dinge geärgert, dass ich mich zum Beispiel gefragt, warum gibt es dann irgendwie an der Oberschaltung kein Radausleihsystem und solche Sachen?

00:07:27: Aber der richtige letzte Schubster war dann das neben meiner Zivildienststelle ein Naziaufmarsch war.

00:07:33: Und kann man sich jetzt heute nicht mehr so vorstellen aber... hatte das Glück, wohlbehütet aufzuwachsen und niemanden ehrenarztes in Kontakt zu kommen.

00:07:41: Und also ich war so beschockt davon dass es noch so richtige Nazis mit Springerstiefeln und Glatze gibt, dass sie mir danach dachte da will ich jetzt selber auch was dagegen tun.

00:07:51: Ich bin dann beim Verein Menschen ist Bund beigetreten der sich gegen Rechtsextremismus für Demokratie engagiert und hat mir aber auch gedacht naja in der Partei ist das schon auch richtig weil Wenn man es besser machen will, dann sollte man selber auch dran mitarbeiten.

00:08:05: und so bin ich dann bei den Grünen gelandet.

00:08:08: War das klar für Sie dass es die Grünen werden?

00:08:09: oder gab's noch die Überlegen vielleicht SPD?

00:08:12: Oder eine ganz andere Partei?

00:08:13: Ich hatte eine gewisse Affinität zu Klimaschutz aber gerade dieses Einsetzen auch für Demokratie und Vielfalt da habe mich schon bei den Grünen auch sehr wohl gefühlt sozusagen von Anfang an.

00:08:24: deswegen also war jetzt sich vollkommen klar wenn ich sage mal so zu neunzig Prozent.

00:08:29: ich bin dann neugierig mal hingegangen.

00:08:32: Mein erster Termin war übrigens Katarina Schulze, die Vorsitzende der grünen Jugend hier in München.

00:08:39: Das war so das erste Aufeinandertreffen und da habe ich mir aber gleich wohlgefühlt und dann war auch klar, dass wir jetzt noch gern bleiben.

00:08:44: Weil Sie gerade sagen, die Neonazis dieser Aufmarsch was man sich wirklich gar nicht mehr vorstellen kann.

00:08:50: heute ist ja der siebte Oktober und in Berlin geht es heute darum, die SPD, die Grünen und die Linke werden sich heute treffen und werden überlegen ob sie möglicherweise zusammenarbeiten.

00:09:00: das muss für sie doch, mit diesem was Sie da erlebt haben früher gegen Extremisten.

00:09:04: Muss es für sie auch ganz schlimm sein.

00:09:05: oder wie sehen Sie das aus München der Blick nach Berlin?

00:09:09: Also muss ich vielleicht so ein bisschen ausholen.

00:09:11: Für mich war das schon auch ein Prozess da Dinge zu verstehen.

00:09:14: also ich finde aus dem Bau heraus sozusagen sich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zu engagieren.

00:09:24: Ich muss im Laufe der Zeit lernen, dass der Umgang mit Antisemitismus sobald es irgendwie diesen Bezug zu Israel gibt.

00:09:36: Das nehme ich jetzt wirklich keine gesellschaftliche Schicht aus, dass Antisemitismus einfach wahnsinnig stark verankert ist.

00:09:42: Gerade wenn er unter diesem Deckmantel daherkommt was nicht heißt das man keine Kritik an der israelischen Regierung äußern kann oder auch anderen Regierungen.

00:09:50: aber da gibt es viele Dinge die quasi ein Maß von einer Kritik weit überschreiten und dann sehr deutlich antisemitisch werden.

00:09:58: also die erste Begegnung, die ich da hatte war dass Leute gesagt haben das Opferzahlen aus der Shoah übertrieben werden um Vorteile für das Judentum in Israel zu erpressen.

00:10:10: und also da ist vollkommen klar.

00:10:12: Da wird ein Punkt überschritten, der ist eindeutig antisemitisch und es geschichtsrevisionistisch.

00:10:18: Und dass solche Aussagen aber auch außerhalb der extremen Rechten im demokratischen Spektrum, was denen nicht klar begegnet wird, das musste auch ich hart lernen Und das finde ich nach wie vor erschreckend.

00:10:30: und da nehme ich aber niemanden aus.

00:10:32: Diese Diskussionen, die muss jede Partei sozusagen für sich führen also da ist aus meiner Sicht niemand gefreit.

00:10:38: Jetzt mit dem Blick nach Berlin.

00:10:40: Ich will mir nicht anmaßen Situation in berlin der abschließend zu beurteilen.

00:10:45: Ich finde aber gut und richtig dass darüber jetzt auch gesprochen wird und im besten Fall sich dann alle Also alle auch den Blick auf ihre eigenen reinrichten wird.

00:10:55: Das ist so mein Kredo, ich glaube man ist immer dann am erfolgreichsten wenn man Hass vor allem aus den eigenen Reihen sozusagen benennt.

00:11:04: Also wenn die überspritzt, die rechten die ganze Zeit sagen der Linken haben den Antisemitismus und die Linken die ganzezeit sagen ja die rechten haben den Anti-Semitismus dann kommt man nicht weiter sondern es muss jeder vor allem auf sein eigenes Milieu schauen.

00:11:18: Dann nehme ich jetzt Nierenarzt explizit aus.

00:11:20: da braucht man nicht mehr diskutieren, da ist das so klar.

00:11:22: aber ansonsten in dem demokratischen Milieu ist das aus meiner Sicht die zentrale Aufgabe wo wir hin müssen weil

00:11:29: es gibt einige in dieser Partei der Linken in Berlin, die antisemitisch sind und es gibt natürlich auch diese Clans mit denen sie zusammenarbeiten.

00:11:38: Ich

00:11:38: bin zu wenig in einer Berliner Diskussion drin.

00:11:41: ich kann zur Situation hier in München was sagen wo wir auch Diskussionen rund um Antisemitismus hatten auch quasi im Kontext wo es auch Kontakte aus dem demokratischen Diskurs sozusagen hingibt wo ich wahrgenommen habe aber dass von alten beteiligten Akteuren, das auch so benannt wird und sich da auch positioniert wird.

00:12:01: Auch hier sind wir nicht am Ende dieser Diskussion dann angelangt.

00:12:04: also der Umgang mit dem siebten Oktober ist eine Herausforderung für uns in München und da wurden teilweise Dinge wurde eben die Mordung von Menschen gefeiert wo ich sagen würde mit solchen Leuten kann man nicht mehr im Rahmen eines demokratischen Diskurses zusammenarbeiten.

00:12:18: Wir müssen auch Grenzen gezogen werden und nochmal muss aber jeder vor allem aus seiner eigenen Reihen gucken.

00:12:25: Wenn die Sankrat behütete Kindheit, wurde zu Hause über Politik gesprochen oder war ihre Familie politisch?

00:12:31: Also war das ein Thema, wo der diskutiert?

00:12:34: Oberflächlich.

00:12:35: Aber also jetzt komme ich nicht aus einem zutiefst politischen Haushalt aber natürlich so tagespolitische Themen waren schon auch am essendsten wieder mal Thema.

00:12:44: Sie haben ja zwei Geschwister.

00:12:45: Wie ist Ihre Rolle in dieser Familie gewesen?

00:12:47: Die geschwissen sie.

00:12:48: der jüngste Mittel... Der älteste.

00:12:50: ...der Älteste!

00:12:51: Also Vorbild für die beiden Kleineren.

00:12:55: Umgekehrt, ich glaube die ältesten leiden immer darunter, dass sie das Gefühl haben Sie müssten am meisten durchkämpfen.

00:13:01: War das so bei Ihnen?

00:13:03: Ich würde jetzt gar nicht so in die Analyse gehen... also bei uns sind sozusagen alle ihren Weg gegangen und glaube auch alle sehr zufrieden mit dem Weg den sie für sich gewählt haben.

00:13:13: Und wenn es dann die Kinder zurückdenken welches Gefühl macht sich da an ihnen bereit Wie das war nach der Schule, wenn sie nach Hause kamen.

00:13:20: War da die Mama zuhause?

00:13:22: Also war das so ein klassisches Familienbild?

00:13:24: Meine Eltern haben beide gearbeitet und alles in allem bin ich sehr froh drüber, das Privileg zu haben in einer Stadt wie München aufgewachsen zu sein und eben auch mit einem gut funktionierenden Familie.

00:13:37: Das ist keine Selbstverständlichkeit beides nicht.

00:13:40: Und es ist sicherlich auch ein Thema was wir quasi dann für... politischen Diskurs sozusagen auch mit dem Kopf haben müssen.

00:13:46: Also wer kann überhaupt einen politischen Diskurs teilhaben?

00:13:50: Und häufig sind es eben dann Leute, die eher quasi aus gutem Familienverhältnis oder gut funktionierenden Familien Verhältnissen kommen oder eben auch in Städten leben wo auch Luft für sowas ist und da müssen wir politisch aus meiner Sicht also muss man daran werden.

00:14:03: Was

00:14:03: waren sie für ein Kind?

00:14:04: schüchtern laut frech

00:14:07: Mal so, mal so.

00:14:10: Ich glaube ich habe meinen Eltern schon auch mal auf die Palme gebracht aber jetzt in der Schule war ich nicht immer der lauteste.

00:14:15: Waren sie guter Schüler?

00:14:17: Durchwachsen!

00:14:18: Bei den Themen die mich interessiert haben ja bei den Themen dem ich jetzt nicht so interessiert hab dann weniger.

00:14:24: Aber ich finde das ist also Darum geht es hier auch ein bisschen dass man so aus der Schulzeit seinen Weg findet und rausfindet was einen interessiert Und ich finde man wusste jetzt auch nicht immerhin allem hervorragend sein.

00:14:36: Man sollte halt so ein bisschen seine Leidenschaften entdecken und da ein gutes Grund für das in allen Bereichen Gutes haben.

00:14:42: Aber waren sie Klassen-Sprecher?

00:14:43: Also waren sich schon immer engagiert oder kam es dann wirklich erst später?

00:14:47: Das kam wirklich erst spät, also in der Schulzeit war ich nicht politisch weder einem eine noch im anderen Sinn.

00:14:54: Also auch

00:14:55: kein Klassensprecher.

00:14:56: Kein Schülersprecher ganz langweilig!

00:14:58: Und was war Ihr erster Berufswunsch als Kind?

00:15:03: Also den einen Berufswunsch hatte ich nie.

00:15:07: Ich habe mich immer für viele Dinge interessiert, ich hab viel gelesen als Kind auch viele unterschiedliche Sportarten ausprobiert.

00:15:13: Was

00:15:13: haben Sie gemacht?

00:15:15: Was mir bis heute geblieben ist, dass ich gerne in die Berge gehe und vor allem gerne Klettern gehe.

00:15:20: aber ich habe zum Beispiel auch mal Kampfwort gemacht, ich habe es ja nur bis zum Grünen Gürtel geschafft.

00:15:26: Oder ich war mal in einem Gucklub unterwegs.

00:15:30: In einem Guklub, das ist eine japanische Schach.

00:15:36: Ich finde es so die Zeit da darf man alles ein bisschen reinschnuppern und dann rausfinden wo will man denn eigentlich hin?

00:15:42: Haben Sie auch Fußball gespielt?

00:15:46: Mitmäßiger Erfolg!

00:15:48: Ein bisschen, ja.

00:15:49: Aber Münchner Westen wurde übrigens, wo ich aufgewachsen bin eher Handball gespielt als Fußball.

00:15:53: aber mit dem Beispielartender war ich begrenzt talentiert.

00:15:58: Muss

00:15:58: man jetzt Oberbürgermeister von München muss mal Fußballfan sein?

00:16:02: FC Bayern Fan sein oder

00:16:04: dürfen

00:16:04: sie auch...

00:16:05: Ich wohne hier neben im Grünweiter Stadion deswegen kriege ich jedes Sechtigspiel oder Heimspiel ist sehr hautnah mit Und also ich verfolge die Spiele interessiert mit, bin jetzt aber kein eingefleischter Fan.

00:16:18: Aber

00:16:18: sie kennen sich aus?

00:16:20: In die Fachdiskussion würde ich nicht einsteigen.

00:16:23: Muss ja auch nicht sein!

00:16:25: Was ich spannend fand, Sie haben einen Tanzkurs gemacht als ich siebzehn war, oder?

00:16:29: Auch das habe ich ausprobiert genau.

00:16:30: Genau, aber tanzen... Also bei mir hat man immer noch... Ich bin evangelisch.

00:16:35: nach der Konfirmation so vierzehn-fünfzehn haben wir dann alle geschlossen und sind dann in die Tanzschule gegangen Mit siebzehn in Tanzkurs, was war das für eine Art von Tanzkurse?

00:16:45: Also ganz normaler Grundkurse.

00:16:48: Wie man das normalerweise in der Schulzeit ja so macht gibt es dann irgendwann ein Angebot, dass man das für einen Schulball lernt.

00:16:53: und da habe ich's in der Schule aber verpasst und dachte mir, das ist auch irgendwie peinlich, muss noch mal nachholen.

00:16:59: und da bin ich dann in ne Tanzschule gegangen und hab dort meinen späteren oder jetzigen Verlobten erkennen gelernt.

00:17:10: dann geblieben habe, ich hab da auch ein bisschen gearbeitet an der Bar.

00:17:14: Und es war so ganz klassisch Lateinamerikanische und klassische Tänzen.

00:17:19: Also Foxtrot sowas?

00:17:21: Was meinst

00:17:22: du?

00:17:22: Walser,

00:17:23: Wienerwalzer, langsamer Walzer sowas alles.

00:17:25: Weißens sind ja mehr Frauen in diesen Kursen als Männer.

00:17:30: Wie war das damals?

00:17:31: So war es auch für uns.

00:17:32: Wir haben nicht zusammen getanzt, aber uns trotzdem entdeckt.

00:17:36: Ist ja irgendwie ein bisschen Schicksal oder glauben Sie an Schicksale?

00:17:40: So hart wird ich's nicht formulieren, dass wir jetzt einen Schicksalen glauben, aber es war also ein großes Glück, dass sie uns da auf den Weg laufen sind und wir haben schon gesagt unsere Leben wären vermutlich sehr anders verlaufen wenn es nicht so gewesen wäre.

00:17:51: Ja, ich finde es schön.

00:17:52: Weil Sie sich haben sich so jung kennengelernt.

00:17:53: Also sie sind ja gemeinsam erwachsen geworden also.

00:17:56: Ich finde es ein großes Glück wenn die erste Liebe auch gleich die große liebe ist und so war's ja

00:18:03: Hoffentlich auch die letzte, weil sie sind ja verlobt.

00:18:05: Sie haben einen Antrag bekommen von ihrem Verlobten wie ich gelesen habe.

00:18:09: Granada war es oder?

00:18:10: Genau in Andalusien.

00:18:12: Hatten Sie damit gerechnet dass der Antrag kommt oder?

00:18:14: Null!

00:18:15: Ich war immer davon ausgekehrt das ich den Antrag wache und so war auch ein bisschen am Ende die Situation sehr gefreut.

00:18:23: aber ich war auch sehr verplext darüber.

00:18:26: also umso schöner.

00:18:27: ich finde grundsätzlich wenn die Dinge sich anders entwickeln, als erst mal denkt.

00:18:32: Also es macht sie immer spannend und das finde ich sehr schön.

00:18:35: Wie

00:18:35: lange waren Sie da schon zusammen?

00:18:36: Als Sie den Antrag bekommen haben?

00:18:38: Oh, äh... Ich glaube, sechzehn Jahre.

00:18:42: Ja doch aus dem Kopf gerechnet, sechszehn Jahren müssen's gewesen sein.

00:18:45: Aber das heißt beim Tanzen also in Sebastian kennengelernt haben, das war dann Ihr erster Freund auch?

00:18:51: Genau ja!

00:18:53: Es war bei mir wobei es immer Unterschied ist sozusagen vom Alter aber Auch das Entdecken, dass ich mich auch für Männer interessiere.

00:19:01: Das kam durch Sebastian quasi?

00:19:04: Und hatten Sie vorher Freundin?

00:19:06: Ich hatte früher sehr kurz mal eine Freunde genau aber war auch eine sehr schöne Zeit.

00:19:11: Aber nochmal die Zeit wo man sich so ein bisschen weiterentwickeln auch erstmal herausfinden muss wer man eigentlich ist und für wen man sich eben auch interessiert.

00:19:21: Und also auch da ist es sehr schön, dass das dann gleich quasi mein langjähriger Partner sozusagen war.

00:19:26: Auch wenn's am Anfang auch erstmal verwirrend war was das eigentlich für Gefühle so sind.

00:19:31: und man sagt ja heute immer so naja so warum muss man sich eigentlich noch outen?

00:19:36: Warum ist das nur ein Thema?

00:19:37: Also zum einen weils auch nach außen hin wichtig ist aber auch weil es im Prozess für einen selber schon auch mit ist.

00:19:43: Wenn man hier erstmal quasi rausfinden muss was ist denn jetzt oder was ist das für'n Gefühl?

00:19:48: sozusagen

00:19:49: Bekommen Sie, bevor sie Oberbürgermeister wurden, waren sie schon zweiter Oberbürgermeister seit dem Jahr.

00:19:54: Das heißt man kennt sie auch schon länger in der Öffentlichkeit.

00:19:57: Bekommen sie Briefe oder E-Mails von anderen jungen Frauen oder Männern?

00:20:01: Nein die schreiben ich danke ihnen oder ich danke dir weil dadurch dass du so offen lebst und in dieser Position bist erleichterst du mir auch den Weg.

00:20:10: Ja also es kommt häufiger zurückmeldung was mehr da war Total in Erinnerung geblieben ist.

00:20:15: Ich war letztes Jahr, glaube ich an meiner alten Schule zu Besuch und bei mir war das schon noch so zur Schulzeiten, dass auch Schwul im Schimpfort war.

00:20:24: Und ich gebe zu, ich bin da mit ein bisschen gemischten Gefühlen hingegangen weil er wusste schon die Zeiten sind jetzt sozusagen andere.

00:20:32: Aber es ging auch explizit darum, dass darüber gesprochen wird wie wir mit Sexualität umgegangen.

00:20:37: Und das war wirklich toll was da an der Schule sowohl aus der Lehrerin und Lehrerschaft aber auch von den Schülerinnen selbst passiert, also dass man wirklich sagt, man spricht sozusagen darüber.

00:20:50: Man gibt auch so einen Bücherschrank aufgestellt wo es gar nicht irgendwie darum geht das wird jetzt irgendwie Aufklärung betrieben wird sondern wo es einfach drum geht, dass es zum Beispiel auch queere Liebesgeschichten geben kann.

00:21:01: Also was ist für mich so?

00:21:03: noch gar nicht so gab?

00:21:04: Auch in der Politik.

00:21:04: es gab damals vielleicht zwei drei Personen aber da war das immer ein großes Thema.

00:21:07: und Also eigentlich ist ja das schönste, wenn es am Ende gar kein Thema mehr sein muss.

00:21:12: Leider sind wir da gesellschaftlich noch nicht und so lange es so ist geht's am ende immer darum dass es einfach auch Vorbilder oder Beispielgeschichten sozusagen gibt wo man sich ein bisschen daran orientieren kann.

00:21:24: und also hier ging es als Jugendlicher so mit so einem Prozess geht immer eine große Unsicherheit einher.

00:21:30: wie werden andere Menschen darauf reagieren?

00:21:32: Wie reagiert die Familie drauf?

00:21:36: Also nehmen Vorbilder oder Vorbildgeschichten aus meiner Sicht so ein bisschen die Angst davor.

00:21:40: Wie haben Sie es zuerst erzählt damals, dass sie sich verliebt haben?

00:21:44: Einer guten Freundin.

00:21:45: Und hatten Sie Angst vor der Reaktion der Großeltern oder der Eltern?

00:21:49: Angst würde ich jetzt nicht sagen.

00:21:51: aber also ich glaube jeden beschäftigt das quasi wie das Umfeld dann darauf reagieren wird.

00:21:55: Ich hatte das große Glück, dass mein Umfeld da sehr aufgeklärt reagiert hat und das ist kein großes Thema.

00:22:01: dann am Ende war noch mal das Glück haben viele andere Menschen nicht,

00:22:06: auch

00:22:06: heute immer noch.

00:22:07: Ja leider nicht

00:22:08: ja

00:22:08: aber sie sind damals zum Abi-Ball gegangen mit Sebastian?

00:22:11: Aber nicht als Paar.

00:22:11: Das

00:22:12: ist gut recherchiert!

00:22:13: Natürlich natürlich aber war es dann eine bewusste Entscheidung.

00:22:17: also hatten Sie dann schon ein bisschen Angst vor den Mitschülern?

00:22:20: Ich glaube Ich war da einfach jetzt nicht so weit und also das ist ja quasi dann immer ein bisschen eine Gradwanderung, die ich auch jetzt erlebe.

00:22:28: Denn das ist der Punkt, sobald man als gleichgeschlechtliches Paar Auftritt wird es schnell zum Politikum erklärt.

00:22:34: Also ich habe am Wahlabend meinen Partner geküsst wie dass viele andere Politikerinnen und Politiker auch gemacht haben wo es kein Thema sozusagen ist.

00:22:43: in dem Fall war es ein Thema und ich wurde wiederholt gefragt ob das ein politisches Statement gewesen sei.

00:22:49: Und war es nicht?

00:22:50: Es war einfach eine normale, auch spontane Reaktion.

00:22:53: Sie

00:22:53: haben sich gefreut und haben den Partner geküsst.

00:22:54: Genau!

00:22:56: Ein bisschen vergleichbar, wenn noch ein Nummer kleiner war es auf dem Abil-Ball.

00:23:00: Aber damals haben sie ihn ja noch nicht geküszt im Abilball vor allem anderen oder?

00:23:05: Ich glaube nicht.

00:23:06: Als das schon so lange her also die Erinnerung ist auch verwaschen.

00:23:10: Ihr Leben und das Leben ihres Partners wird ja jetzt dadurch dass ihr Oberbürgermeister sind.

00:23:16: Das wird für ihn auch anders

00:23:20: Die öffentliche

00:23:21: Wahrnehmung und er wird vielleicht auch das eine oder andere Ehrenamt annehmen, wie das meistens so ist bei Partnern von Oberbürgermeistern.

00:23:28: Ja, ich finde es kann alle so leben wie sie das möchten.

00:23:33: Für uns ist es so dass mein Partner auch sagt er ist auch sehr eigenständig unterwegs als der Arzt und möchte sich dieses eigenständige auch erhalten.

00:23:40: Er begleitet mich natürlich aber will jetzt auch nicht reduziert werden als der Partner von.

00:23:45: Das finde

00:23:46: ich... Aber das ist zum Glück auch vorbei denke ich?

00:23:47: Genau, das finde ich sehr gut.

00:23:49: zwingend also er geht einfach normal sein Beruf Weiter nach.

00:23:52: Und so Wiesen?

00:23:53: Da waren sie auch am letzten Abend dann in der Preurösel, da war natürlich auch eine tolle Stimmung als sie dann auf die Bühne gegangen sind und solche Termine macht man einfach auch mal gerne

00:24:01: zu tun.

00:24:01: In dem Fall war er leider krank!

00:24:02: Der war

00:24:03: gar nicht mit... Er

00:24:03: hat ja die Wiesn-Grippe erwischt aber ansonsten hat er vieles davon begleitet genau.

00:24:10: Wiesen ist ja auch Tradition, Wiesen is Heimat.

00:24:13: Wie viele Lederhosen haben Sie?

00:24:16: Vier fünf glaube ich Der Fundus ist etwas gewachsen, aber wie das meistens so ist.

00:24:21: Ich habe auch eine Lieblingsdintel, die ziehe ich dann am meisten an.

00:24:24: Ja, klar!

00:24:25: Ich hab auch meine Lieblungsdinteln.

00:24:27: Also man schleppt die ja dann so mit wenn man noch reinpasst.

00:24:29: Aber bei der Lederhosen ist es ja ganz praktisch auch und viele Hemden wahrscheinlich im Westen oder?

00:24:35: Ja nochmal.

00:24:36: Kleider Frank wächst stetig an, aber also... Es gibt Schlimmeres.

00:24:43: Was bedeutet Ihnen Heimat?

00:24:47: Ich finde, dass es die Frage kann jeder unterschiedlich beantworten.

00:24:50: Für mich ist die Antwort, dass das die Menschen sind mit denen ich mich zu Hause fühle.

00:24:54: Das ist so mein Gefühl von Heimat und das meine ich im unterschiedlichen Weidenkreis, also im sehr engen Familienkreis.

00:25:03: aber ich finde zur Heimat gehören auch der Freundes- und der Bekanntenkreis dazu.

00:25:07: Und jetzt in meinem Fall natürlich auch quasi viele Personen aus der Stadtgesellschaft, das ist für mich auch ein Gefühl.

00:25:15: Gab es denn eigentlich jemand, der gesagt hat du kannst das nicht.

00:25:17: Du bist zu jung wart noch zehn Jahre?

00:25:20: gab's so Menschen und wie reagieren sie da drauf?

00:25:22: Ist es für Sie dann vielleicht erst recht anspornd zu zeigen hey ich kanns doch.

00:25:26: also.

00:25:26: in der Wahlkampfzeit gab es natürlich viele Leute da haben wir schon viele Sprüche anhören dürfen

00:25:31: von wegen sie sind zu jung

00:25:32: ja genau

00:25:33: von WLAN

00:25:35: oder eher vom politischen Gegnern.

00:25:37: also da gab es dann schon auch von der Konkurrenz eben mal ne blöden spruch.

00:25:40: Aber ich finde, da kann man im Kern auch einfach quasi drüber stehen und am Ende ist ja immer die Frage was macht man denn draus?

00:25:47: Und wie lebt man es aus.

00:25:50: Ich finde natürlich auch das Erfahrung ein relevanter Faktor ist.

00:25:54: also das finde ich gar nicht falsch dass es benannt wird.

00:25:59: Die Frage ist halt wie geht man damit um?

00:26:01: wenn ich mich jetzt mit Anfang Reißig hinstelle oder Mitte dreißig und sage ich weiß bei allem wie's ist und ich weiß es besser als ihr alle dann finde ich legitim zu sagen, Moment mal, da fehlt ja doch noch einiges an Lebenserfahrungen.

00:26:15: Ich finde aber wenn man sagt, ich sehe auch das sich in manchen Bereichen diese Lebenserfahrung nicht mitnehme und wertschätze aber dass es andere tun und gebe auf die Expertise von anderen Acht.

00:26:25: und das ist aus meiner Sicht eigentlich eine Kernaufgabe von einem Politiker oder einer Politikerin.

00:26:30: Und jede

00:26:30: Führungskraft würde ich sagen?

00:26:34: Kann man das damit nicht wettmachen, aber ich finde die erste Aufgabe sozusagen von Politikerinnen und Politikern sollte immer quasi eher dieses Thema Empathie sein.

00:26:41: Und zu sagen Ich versuche auch andere Meinungen sozusagen zur Wertschätzung irgendwie mit reinzubringen.

00:26:46: Das steht für mich im Vordergrund und dann halte ich mein blöden Spruch aus.

00:26:51: Sind Sie ein Menschenfreund?

00:26:52: Ja, also ich hoffe es.

00:26:54: Also ich glaube wenn man's nicht ist dann sollte man nicht in die Qualität gehen.

00:26:59: Na ja zumindest wird es schwierig wenn man das über Jahrzehnte oder Jahre immer spielen muss dass man sich für andere interessiert.

00:27:05: Aber darum gehts ja am Ende.

00:27:06: deswegen...

00:27:08: Weil Sie sind ja eigentlich auch sieben Tage im Dienst?

00:27:12: Ganz

00:27:12: viele Termine Wo gewünscht ist, dass der Oberbürgermeister dann auch da ist?

00:27:16: Richtig.

00:27:17: Was ja sehr schön ist und also wirklich wahnsinnig viel Spaß macht!

00:27:20: Also ich wohne seit sechsunddreißig Jahren in dieser Stadt und trotzdem entdecke ich immer noch neue Ecken und lerne immer noch neu Leute kennen.

00:27:29: Es ist auch kein Tag wie der andere in unserem Job als OB.

00:27:32: Und das macht sehr viel Spaß.

00:27:36: Ich war überrascht, dass ich gerade die Büro gesehen habe.

00:27:38: Der Schreibtisch ist sehr clean.

00:27:39: Da steht ein Laptop... Das heißt, sie arbeiten viel elektronischer Akten oder?

00:27:44: Also es liegen ja keine Mappen rum und keine Unterschriften.

00:27:48: Ein paar Martin gibt's noch!

00:27:50: Aber wir arbeiten daran.

00:27:51: also eines der Themen mit dem ich angetreten bin ist Digitalisierung von zu treiben und auch eine Verwaltungsreform, wo aus meiner Sicht die unterschiedlichen staatlichen Ebenen aber eben bis auch hin zur Stadt wir dringend ran müssen.

00:28:07: Wir haben da Nachholbedarf, was gar nicht aus bösen Willen heraus sozusagen ist.

00:28:10: Aber so eine Stadtverwaltung ist einfach ein sehr großes Unterfangen.

00:28:14: sozusagen es dauert einfach länger bis man Prozesse umstellen kann und ich glaube aber das also anders geht's ja auch gar nicht und ich glaub gerade in den Zeiten von jetzt auch Haushaltskassen kann man da a Also viel sozusagen darüber auch ausgleichen und es macht ja auch Spaß, so zu arbeiten.

00:28:32: Und deswegen fängt man am besten am Schreibtisch des Oberbürgermeisters an, weswegen wir viele Prozesse jetzt auf digital umgesteckt haben.

00:28:39: Vorbild

00:28:39: sein!

00:28:40: Genau.

00:28:40: Aber was wir für Hinchung gesagt haben – Sie haben ja Physik studiert.

00:28:43: Mit welchem Berufsziel haben sie das angefangen?

00:28:45: Das Studium

00:28:49: ist

00:28:50: ein sehr langes Studium?

00:28:52: Ja also fünf Jahre ist die Regelstudienzeit.

00:28:56: Für mich gab es zwei Wege, zwei Überlegungen.

00:28:59: Ich hatte überlegt Regie zu studieren weil mir Spaß gemacht hat Geschichten zu erzählen.

00:29:06: Wie gesagt, ich habe auch gerne selber viel gelesen und ich finde das was tolles.

00:29:09: Ich

00:29:09: hab in ihr Bücherregal im Buch gesehen über Helmut Dittl.

00:29:11: ist es dann ein Vorbild von Ihnen oder?

00:29:14: Ja also als Regisseur des natürlich auch als Münchner.

00:29:17: Also Monaco Franzi und Kiroial großartig.

00:29:22: Also kenne ich auch schon seit Kindestagen genau.

00:29:25: aber dieses Geschichten erzählen finde Kann man auch als Politiker ein bisschen machen und im Kern so ein bisschen versuchen, Leute bei der eigenen Gedanken mitzunehmen was schönes ist.

00:29:37: Und Physik war die andere Option.

00:29:41: Die ist es dann aber geworden.

00:29:43: Mich hat Astronomie schon immer fasziniert.

00:29:46: Ich hätte mir gut vorstellen können da zu bleiben, aber die Entscheidung war irgendwann zwischen dem einen und dem anderen.

00:29:54: Und nachdem ich das Gefühl hatte, ich kann mich jetzt nicht in ein Labor zurückziehen und die Welt draußen, die Welt sein lassen.

00:30:01: Und dabei glücklich sein ist es dann Politik geworden.

00:30:04: Sie wissen Angela Merkel hat ja auch Physik studiert und sie hat oft gesagt dass dieses Denken also von Anfang bis zu Ende denken und dann erst entscheiden.

00:30:12: Hat ihr als er sagte sie selbst oft geholfen.

00:30:15: wie ist das bei ihnen?

00:30:17: So ein Jein würde ich darauf geben, denn also ich mag schon auch dieses Rationale aus der Physik.

00:30:22: Gleichzeitig ist es aus meiner Sicht nicht immer übertragbar auf die Politik.

00:30:25: Also wenn man kann das so ein bisschen vergleichen mit Sudoku machen in der Physikt, man muss erst mal einen Ansatzpunkt finden und dann merkt man schon irgendwann erstmal auf der richtigen Reise und passen die verschiedenen Felder zusammen.

00:30:37: Und dieses definitive richtig oder falsch gibt es in der Politik ja nicht.

00:30:41: Also in Politik ist – also in einzelnen Fragen ja aber im demokratischen Diskurs Es ist ja immer quasi eine Grauzone.

00:30:48: Und selbstverständlich vertritt jeder Politiker in aller Härte seine Position und versucht dafür zu werben, ich finde aber diese Grauzonen sind eigentlich was total wichtiges denen man vielleicht auch mir Beachtung schenken sollte.

00:31:00: Also ich finde man muss eigentlich weg davon dass ein Politiker gar nicht mehr so seine Meinung ändern kann.

00:31:05: das wird einmal schwächer ausgelegt.

00:31:07: Eigentlich es ist aus meiner Sicht eine Stärke weil wenn keiner von seiner Position weg kommt wie sollen wir denn dann irgendwie zusammenkommen?

00:31:16: kommen.

00:31:17: Und das ist nicht vergleichbar aus der Physik, trotzdem finde ich es noch mal ein sehr wichtiges Vorgehen sozusagen auch im Kopf sich immer wieder zur Hinterfragen.

00:31:27: Ist es denn eigentlich das Richtige und ist da nicht vielleicht ein Kompromiss oder die Position des anderen doch auch was Gutes?

00:31:33: Machen Sie viel mit sich selbst aus oder hören sie schon aufs Umfeld und entscheiden dann?

00:31:39: Ich glaube das ginge als OB nicht.

00:31:42: Vieles wird sich selber auszumachen.

00:31:44: Wir haben eine tolle Koalition, in der wir vieles besprechen.

00:31:47: Ja aber vor allem ist ja also meine Aufgabe als OB quasi vor allem Kopf einer Verwaltung zu sein mit forty-fünftausend Beschäftigten die wir hier haben und aus meiner Sicht vor allem erst mal ermöglichter sozusagen für diejenigen zu sein die da über Dinge nachdenken.

00:32:01: und ich glaube dass das auch für die Weiterentwicklung unserer Stadt des Erfolgsrezeptes ist und das habe ich am Anfang schon gesagt es ist auch das Baum gerade so viel Spaß macht weil ich in der Situation OB werden dürfte, wo in der Stadt so eine Stimmung liegt von wir wollen auch vorankommen.

00:32:17: Und das merkt man auch bei der Stadtverwaltung.

00:32:19: also es ist keine Woche nach dabei vergangen da standen die schon unser Planungsreferat in Mannschaftsstärke beim Büro und hat Vorschläge gemacht wie wir jetzt beim Wohnen schneller vorankomen.

00:32:29: Und nochmal ich finde die Aufgabe von politischen Spitzenpersonen sozusagen muss sein die Leute die da wirklich im Duing sind da einen Weg quasi zu bereiten.

00:32:41: Aber wenn sie Regie auch interessiert hat, das finde ich spannend.

00:32:44: Weil dieses Geschichten erzählen... Also wie Sie sagen, das passt ja dann schon zur Politik.

00:32:49: aber haben Sie dann auch mal Filme selbst gemacht in der Jugend?

00:32:51: Also haben Sie kleine Filme schon gedreht gehabt oder Ideen gehabt die Sie hätten umsetzen können wollen?

00:32:57: Ideen gehabt und ganz kleine Sachen Ja.

00:33:00: aber also im Großen und Ganzen ist es dann die Physik geworden weil ich eben genau wieder bei der Punkt Erfahrung das Gefühl hatte Ich muss erstmal was erleben damit ich auch eine Geschichte erzählen kann.

00:33:09: Deswegen habe ich dann den anderen Weg gewählt.

00:33:11: Aber hatten Sie eine kleine Kamera oder haben Sie privat viel gefilmt auch früher?

00:33:16: Oder war das eher im Kopf die Geschichten?

00:33:19: Es war nicht so weit gedient, dass ich sagen würde... Ich hatte jetzt schon irgendwie das einstimmige Filmprojekt, das sich an der Hochschule hätte einreichen können.

00:33:28: Der HFF gesprochen, die Höchstgrenze ist fünfunddreißig.

00:33:32: Aber vielleicht machen sie für Eid-Urberbürgermeister der Auslage.

00:33:36: Ist das noch so ein Traum von Ihnen?

00:33:38: Nein!

00:33:39: Ich bin sehr zufrieden mit dem was ich mache.

00:33:43: und nochmal am Ende geht es auch in der Politik darum Menschen quasi also mitzunehmen sozusagen auf... Den Gedanken, den man hat und im besten Fall sie ja sozusagen auch.

00:33:52: Also ich finde Politik ist so ein bisschen zu was geworden wo quasi nur Meinungen aufeinander klärschen.

00:33:59: eigentlich geht es doch darum nicht also nicht darum dass diese Meinung aufeinander klärschen sondern dass man den anderen irgendwie an einem Punkt abholt wo er sozusagen auch noch mal hinterfragen kann.

00:34:08: Und das ist die Essenz sozusagen irgendwie auch des filmemachens.

00:34:13: und also habe Ich gerade einen Job wo ich etwas andere stelle kann.

00:34:16: deswegen bin ich da sehr zufrieden.

00:34:19: Aber gibt es irgendwas, was der junge Dominic Krause vielleicht mit zwanzig?

00:34:22: Wofür sie eingetreten sind und wo Sie heute sagen würde ich heute nicht mehr machen oder anders gibt es Sachen, wo Sie sagen das zieht.

00:34:28: Da bin ich konsequent.

00:34:30: Zieh diese Linie durch.

00:34:32: Ich habe heute einen anderen Blick als mit Anfang zwanziger.

00:34:34: Das wäre für mich auch schlecht.

00:34:37: Und natürlich also in der Frage wofür man politisch eintritt spielt ist immer eine Rolle aus welcher Position heraus man spricht.

00:34:46: Und jetzt spreche ich gerade aus einer Position des Oberbürgermeisters heraus, wo meine erste Aufgabe ist.

00:34:52: Der Oberbürgermeister für alle Menschen in dieser Stadt zu sein und eben auch möglichst viele Menschen sozusagen dabei mitzunehmen.

00:35:00: Damit meine ich nicht dass ich keine politische Haltung mehr zu fragen habe sondern im Gegenteil, ich finde die Aufgabe von Politikern oder zumindest NSUBs muss eine eigene Haltung haben aber schon auch eine möglichst breite Mehrheit sozusagen möglichst viele Menschen auf dem Weg sozusagen dann mitzunehmen.

00:35:18: Das hätte ich mit Anfang zwanzig wahrscheinlich anders gesehen, aber da war ich auch nicht OP.

00:35:22: Ja genau und das ist ja das Gute man lernt ja oder man wird ja auch mit sich ruhiger oder denkt mehr nach oder wie auch immer.

00:35:29: Aber Filme sind nach wie vor gucken sie gerne gehen Sie gerne ins Kino oder streamen sie gerne?

00:35:33: Ich

00:35:34: gehe gerne ins kino ich auch gerne ins Theater Und ich lese auch nach wie vorher gerne und finde auch wichtig dass man sich das auch im politischen Betrieb weiter erhält Auch wenn die Tage sozusagen voll sind.

00:35:45: Also erstens, dass es für mich so ein bisschen zu ruhig kommt

00:35:48: und

00:35:48: zum zweiten ist das ja auch irgendwie... also man will sich auch selber weiterentwickeln und weiter mit Dingen beschäftigen.

00:35:53: Und zum Runterkommen, ne?

00:35:54: Man kommt abends nach Hause dann guckt man doch nochmal eine Serie oder guckt einen Film.

00:35:57: Ich schläft oft ein da auf dem Sofa, weil man so müde ist.

00:36:01: Was war denn, hatten Sie in der Kinder so einen Film den Sie gerne geguckt haben oder immer wieder geguckt hat?

00:36:07: Den einen Lieblingsfilm hatte ich jetzt in der Form nicht, also ich habe schon immer gerne Querbiet geschaut.

00:36:14: Oder jetzt gibt es eine Serie oder ein Film den Sie gerne gucken?

00:36:18: Oder den sie vielleicht zuletzt geguckt haben?

00:36:20: Also jetzt zuletzt habe ich Band of Brothers angeschaut, eine Serie aus den Nullerjahren wo es um quasi die Geschichte von amerikanischen Soldaten rund um den D-Day geht.

00:36:33: übrigens ein Film, der mich oder eine Serie, die mich damals schon auch mit politisiert hat.

00:36:39: Weil sie einfach quasi die Schrecken dessen aufzeigt wenn man untätig bleibt, wenn Rechtsextreme und Faschisten Macht erlangen.

00:36:50: Also ich finde es ist glaube das ja schon so bisschen klar geworden, so Filme, die quasi ja schon auch ne Botschaft mietransportieren.

00:36:56: Das ist was, was ich auch selber gerne schaue.

00:36:58: Haben Sie und ihr Partner den gleichen Filmgeschmack?

00:37:00: Oder wird da auch mal diskutiert?

00:37:02: Ich würde sagen, das ist so da sehr klassisch.

00:37:04: Wenn ich mal diskutieren wir auch eine halbe Stunde über diesen Film schauen und dann machen wir am Ende was ganz anderes, weil wir uns nicht einigen konnten!

00:37:11: Aber würden Sie sagen Sebastian?

00:37:12: Ist das Glück ihres

00:37:13: Lebens?!

00:37:13: Das würde ich auf jeden Fall so sagen ja...

00:37:15: Dass man diesen Weg auch.. Ich glaube wenn man so einen Amt hat es ist immer gut dass man dann diesen Rückhalt hat.

00:37:19: also Familie, Freunde, Partnerschaft....

00:37:24: Ich glaube, politische Spitzenjobs kann man nicht ausüben.

00:37:27: Wenn man nicht einen Ort hat wo man zur Ruhe kommt und auch Rückhalt hat.

00:37:31: Und häufig ist das eben dann die Familie oder es sind die Freunde oder eben dann der Partner.

00:37:37: Also ich bin da sehr froh drum dass das bei mir so ist.

00:37:41: Wer

00:37:41: guckt ja nach Ihnen?

00:37:42: also wenn's zu viel wird?

00:37:43: Oder wenn die Woche einfach wahnsinnig ansteigend ist gibt es da jemand der sagt jetzt eut reichts mal oder wissen Sie haben sie so ein Gespür Und merken auch schon selbst, wenn sie dann sagen okay jetzt nehme ich mich mal für zwei Stunden raus.

00:37:55: Mein Team guckt schon ein bisschen nach mir und natürlich ansonsten meinen Partner.

00:38:00: Ich finde, man merkt es auch selber.

00:38:01: Wenn man überarbeitet ist und so angefangen anfängt ein bisschen ungehaltener zu sein, dann ist immer ein ganz guter Moment mal kurz innezuhalten.

00:38:10: Also muss ja nicht immer gleich die große Auszeit sein.

00:38:13: Nee, eine Stunde

00:38:14: reicht schon oder

00:38:14: zwei?

00:38:14: Ein bisschen in die frische Luft gehen.

00:38:17: Ich gehe gerne im Forst bei mir ums Eck zum Laufen oder an Herr Isermann eine Runde spazieren.

00:38:22: Und also jetzt gerade beim besten Herbstwetter... Wunderschön!

00:38:26: Es gibt zwar Schlimmeres.

00:38:27: Aber das wird schwieriger jetzt, oder?

00:38:29: Weil sie kennt man natürlich jetzt

00:38:31: immer mehr... Also ich werde schon manchmal angesprochen aber es ist immer nett und auch mit... also nicht so dass sich sagen würde deswegen genieße ich da nicht mehr mehr Spazien zu gehen.

00:38:40: Sie waren ja auch bei der Damenwiesen bei der GeneSix.

00:38:42: War das das erste Mal, dass die da war?

00:38:44: Fünfzehnhundert Frauen auf dem Oktoberfest?

00:38:46: Das

00:38:46: war das erste mal, dass ich da war, ja!

00:38:47: Aber es war sehr, sehr nett.

00:38:48: Die waren ja alle ganz verzückt auch.

00:38:50: Das freut mich zu hören.

00:38:53: Aber das gehört dazu, wenn Sie vorhin sagten, dass man jetzt einfach doch noch mal viel mehr aus seiner eigenen Stadt erlebt.

00:38:58: Ja also es ist ein Event, das ich vorher noch nicht erlebt habe insgesamt rund um die Wiesen.

00:39:03: Das war nochmal toll auch so Ecken zu sehen, die ich vorher ja noch gar nicht kannte oder schonmal gehört hatte aber es so noch nicht direkt erlebt habe.

00:39:11: Und also ich finde so im Grundsatz ein bisschen aus seiner eigenen, das ist ja schon auch Zeichen der Zeit, aus einer eigenen Blasen herauszukommen.

00:39:19: Das tut übrigens nicht nur Oberbürgermeistern groß sondern uns allen.

00:39:23: Lesen Sie Instagram-Kommentare?

00:39:26: Manchmal schon, ja!

00:39:28: Ich höre daraus, dass da viel Negatives drin ist.

00:39:30: Nee ich mein gar nicht bei Ihnen explizit!

00:39:32: Ich finde allgemein Instagram-Kommentare können ja auch sehr verletzend sein oder unter der Güttelinie obwohl man ja gar nicht gekannt wird von dem der da was schreibt deswegen.

00:39:40: Das

00:39:40: stimmt.

00:39:41: also ich finde man muss sich jetzt nicht alles sozusagen antun wenn es beleidigend wird oder so.

00:39:45: aber und mittlerweile sind sie auch trotz ein großes Thema.

00:39:50: Meine Erfahrung jetzt mit Social Media ist, dass da auch die Diskussion schon sehr gut funktioniert, sinnvolle Anregungen und Vorschläge kommen.

00:39:59: Ich finde man darf den Teil dann nicht ausblenden aber ich habe ein Team das für mich vorsortiert und den Blick drauf richtet was der Sinnvolle Part ist und was vielleicht nur beleidigend ist.

00:40:10: Aber alles in allem noch einmal habe ich da sehr gute Erfahrungen damit.

00:40:15: Ich habe schon als zweiter Bürgermeister angefangen, viel Social Media zu machen und hatten wir so Diskussionen darüber.

00:40:20: Machen wir jetzt eigentlich Trends oder Katzenbilder?

00:40:23: Das hat damals irgendwie das Thema.

00:40:26: Und ich habe sehr bewusst gesagt, nee, das will ich nicht weil ich finde wenn man als Politiker auf Social Media ist dann sollte man auch versuchen da was rüberzubringen und deswegen habe ich da schon damit gestartet ein bisschen zu erzielen Blick hinter die Kulissen oder was sich bewegt in der Stadt und eben nicht den Fokus darauf zu legen, wo zerfleischt man sich jetzt zwischen den verschiedenen Parteien.

00:40:47: Und aus meiner Sicht kommt es sozusagen schon auch an und ich finde nochmal spricht das so ein bisschen in dem Gebot der Zeit also dass man eigentlich sagt man erzählt lieber was schaffen wir denn eigentlich gemeinsam als Bundesrepublik oder eben als Stadt?

00:41:01: Das schafft doch viel mehr Gemeinschaft und Gutes als irgendwie nur immer drüber zu reden.

00:41:09: klatschen wir dann aufeinander.

00:41:10: Wenn Sie mit Homophobie konfrontiert, im Alltag?

00:41:12: Überalltag überhaupt nicht.

00:41:14: nach der Wahl war das dann sozusagen einmal kurz Thema aber das waren dann auch irgendwelche persönlich christlichen Influencer die nicht mal aus Bayern kamen und deswegen hat mich das jetzt auch nicht irgendwie größer tangiert.

00:41:26: Das klassische Bild von Familie wurde dann kritisiert.

00:41:30: Ja und diese typischen Sprüche, kann ja jeder sein wie er will aber warum muss man das nicht beermachen?

00:41:38: Also ich finde das so blöd, dass mir das jetzt auch nicht größer nahe geht.

00:41:44: Aber also nochmal... Ich lege da gar nicht so großen Wert drauf, da so viel drüber zu sprechen weil ich mache Politik, weil ich gerne Politik machen möchte und weniger weiß dann über mein Privatleben sozusagen sprechen möchte.

00:41:54: und es wird wieder zum Thema aber immer wieder zum thema.

00:41:58: was wir halt immer wieder vom thema war ist halt entscheidend für viele Leute.

00:42:00: noch ein Problem ist.

00:42:01: zum glück ändern sich die zeiten und ich hoffe dass.

00:42:04: ich hatte ein Gespräch gemeinsam mit Klaus Woverreit, wo er erzählt hat wie es bei ihm vor zwanzig Jahren war.

00:42:10: Und ich hoffe das sich in fünfzehn bis zwanziger Jahren dann mal ein Gesprächen mit jemandem haben werde, woraus kommt?

00:42:15: Es hat einfach gar niemand mehr interessiert.

00:42:17: Klaus Woverr hat's natürlich damals auch, ne?

00:42:19: Das war ja, ne!

00:42:20: Ich bin schwul und das ist gut so.

00:42:21: Aus einer Not heraus aber weil er ja unter Druck stand.

00:42:24: Weil er alle adressed

00:42:27: wurde genau.

00:42:28: Genau.

00:42:28: War auch der beste Weg, wie ihr das damals gemacht habt.

00:42:31: Jetzt muss ich aber doch fragen Herr Oberbürgermeister, verlobt es sich schon?

00:42:34: Gibt's denn schon Hochzeitsdaten?

00:42:36: Das ist nicht so leicht ein Termin zu finden als OB, aber wir nähern uns.

00:42:41: Aber ein ganz objektes Datum gibt es noch nicht

00:42:42: mehr.

00:42:42: Aber dieses Jahr noch oder nächstes?

00:42:44: Nein, dieses Jahr auf keinen Fall!

00:42:45: Aber nächstes Jahr werden Sie heil.

00:42:47: Anvisiert.

00:42:48: Denn wenn das verrückte erste Jahr mal vorbei ist...

00:42:51: Also nach Mai, siebenundzwanzig quasi dann.

00:42:53: Genau also jetzt zum ersten Jahr Gibt es auch die ersten hundert Tage gehabt, schon wirklich viel zu tun.

00:42:58: Aber also kann das nur noch mal sagen ist gerade so eine tolle Stimmung da dass alle Leute gerne loslegen möchten und dann geht's aber natürlich auch darum dass man das auch von der politischen Seite gut kanalisieren muss und deswegen ist für mich auch so die Prämisse jetzt auch weniger quasi dann Außentermine zu machen und eher viel Raum geben das auch wirklich was vorangeht Das kann ich nur noch mal sagen, da haben wir wirklich viele Hausaufgaben beim Wohnen.

00:43:21: Bei der Mobilität.

00:43:22: jetzt mit Olympia eine riesige Chance das auch gut zu kanalisieren und zu finanzieren.

00:43:29: Da wird mir im nächsten Jahr sicherlich nicht langweilig.

00:43:31: Deswegen

00:43:31: müssen Sie ja auch gleich in ein Meeting oder in ein Gespräch mit Berlin.

00:43:34: Deswegen beeilen bei uns.

00:43:35: zwei Fragen habe ich noch.

00:43:37: Ihr Alter ist ja Fluch- und Segen einerseits also sie sind natürlich jung genug dass wenn Olympia nach München kommt, dass sie es natürlich möglicherweise auch an irgendeinem Amt noch erleben werden?

00:43:47: Fände ich sehr schön.

00:43:49: Das Zweite ist natürlich, wenn man mit sechs und drei oder mit fünfunddreißig schon zum Oberbürgermeister von München gewählt wird die Ziele oder die Träume, die man da so noch hat beruflich also da ist ja... Ich mein Luft nach oben ist immer aber sie haben jetzt schon wahnsinnig viel erreicht.

00:44:03: was kommt denn dann irgendwann noch?

00:44:05: Dazu habe ich mir das ja noch keine Minute gedenken gemacht weil man ja zugeben muss.

00:44:11: Also dieses Ergebnis der Wahl war für mich überraschend.

00:44:15: bin ich damit beschäftigt das sehr, sehr gut oder sehr zeitumfassend sozusagen beschäftigt es auszufüllen.

00:44:21: Ich bin da auch sehr zufrieden damit und dann mal schauen was die Zukunft bringt.

00:44:25: Und haben Sie noch so einen Wunsch?

00:44:26: Vor Sie sagen in fünf Jahren würde ich gerne mal weiß ich nicht nach Australien reisen oder diesen Berg erkleben?

00:44:31: gibt solche Wünsche so unterbewusst?

00:44:34: Aktuell nicht.

00:44:36: Also aktuell bin ich sehr zufrieden

00:44:38: damit,

00:44:38: was sich hier machen darf.

00:44:40: nochmal also ich finde es ist wirklich ein Privileg an so einer Stelle sein zu dürfen oder in einem Job sein zu durften.

00:44:45: aber irgendwann wird sicherlich der Zeitpunkt kommen wo ich auf Ruhr bin dann auch wieder mehr Privatzeit haben und da werden dann auch die entsprechenden Ziele kommen und Bergbesteigungen wie gesagt das dem ich gerne in die Berge gehe.

00:44:57: deswegen kann ich mir das schon dann auch gut vorstellen.

00:45:00: ja

00:45:00: dann danke schön Herr Krause.

00:45:02: vielen Dank auch.

00:45:02: Untertitel im Auftrag des ZB.

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