„Es gab nie den Punkt: Jetzt bist du in Ordnung, wie du bist“ – Sängerin Sarah Engels über große Selbstzweifel
Shownotes
Sängerin und ESC-Teilnehmerin Sarah Engels im Gespräch mit BILD-Unterhaltungschefin Tanja May: Über ihre Erfahrungen beim Eurovision Song Contest, den Umgang mit Bewertungen und ihren Weg zu mehr Selbstakzeptanz. Sarah spricht außerdem offen über ihre Kindheit, ihre Familie, ihre Ehe mit Julian Engels und darüber, warum es ihr besonders wichtig ist, junge Mädchen zu stärken.
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00:00:00: Sarah Engels stand beim ESC vor Hundertsiebzig Millionen Menschen auf der Bühne.
00:00:04: Doch in unserem Gespräch geht es um eine ganz andere Sarah, um dass kleine Mädchen aus Köln hört das viel zu früh glaubte funktionieren und immer noch ein bisschen besser sein zu müssen!
00:00:14: Ich wollte immer irgendwie dann zu Hause beweisen, ich schaff das.
00:00:18: Dann war ich irgendwann so erschöpft zu versuchen jemanden zu gefallen und zu zeigen hey aber guck mal ich versuche doch schon so viel dass ich mich dann ein bisschen verloren habe der
00:00:26: Trennung.".
00:00:27: Sarah spricht offen über die Kindheit und das bis heute schwierige Verhältnis zu ihrem Vater.
00:00:32: Es tut dann auch weh und manchmal hat man auch Schuldgefühle, weil man denkt naja ich bin ja die Tochter.
00:00:35: Und vielleicht sollte ich da auch einen gewissen Respekt vorhaben?
00:00:38: Das sind aber alles schon Gedanken, die ich mir über viele Jahre gemacht habe und nichts was einfach unüberlegt aus ner Wut herauskommt sondern wirklich aus jahrelanger Erfahrung.
00:00:48: Wir sprechen darüber warum sich er mit zwanzig heiratete und über Julian den Mann bei dem sie zum ersten Mal verstanden hat wie sich Liebe wirklich anfüllen kann und der bei der Hochzeit ihren Namen annahmen.
00:00:59: Er
00:01:00: ist ein starker Mann Und auch der starke Mann an meiner Seite, weil er mir einfach das Gefühl gibt, dass ich mich freienfalten kann.
00:01:06: Dass ich so sein kann wie ich bin und dass er sich nicht deswegen klein fühlt, weil ich diejenige bin, die dann vor der Kamera
00:01:13: steht.".
00:01:14: Ihren beiden Kindern möchte Sarah für allem eines geben – Das Gefühl bedingungslos geliebt zu werden!
00:01:20: Sie strahlt während sie mir erzählt, dass ihr Sohn und ihre Tochter sie nicht auf der großen Bühne am meisten lieben sondern zu Hause.
00:01:26: Einfach als Mama, einfach als Sarah.
00:01:36: Der Promi Talk bei Bild mit Tanja Mai.
00:01:47: Wenn ich das Wort ESC sage, hüpft da dein Herz noch so ein bisschen oder?
00:01:51: Ja.
00:01:52: Ein bisschen schon.
00:01:52: also.
00:01:53: Ich glaube, ich hatte wahrscheinlich auch noch gar nicht so viel Zeit das Ganze zu verarbeiten weil als ich zurückgekommen bin... ...ich hatte es dir ja auch glaub ich erzählt, bin ich direkt wieder zum Musical zurück und hatte zwei Tage später meine Premiere.
00:02:04: Also es war schon alles in derzeit extrem viel aber die Ähm, ja sind schöne Und auch nicht so schön.
00:02:10: Erinnerungen an den ESC würde ich sagen
00:02:12: Kommt ihr das eher vor als noch ganz nah oder wie in einem früheren Leben?
00:02:16: Es
00:02:16: kommt mir vor, als wäre das schon Jahre weg.
00:02:19: Dabei war es ja erst ein paar Wochen her aber ich glaube in der Geschwindigkeit, in der ich manchmal unterwegs bin gehen die Dinge so schnell an mir vorbei dass mir manche Sachen echt vorkommen als wären sie jahrejahreher gewesen.
00:02:32: Wir haben uns ja kurz gesehen beim Heidifest aber gesprochen haben wir wirklich zuletzt kurz vom Finale am Tag das Finale des CSC und da lag ja der ganze Abend noch vor, die als wir uns gesehen hatten in Wien.
00:02:43: Ich weiß nicht was ist passiert von Mai mit der Sarah bis heute?
00:02:47: Ich glaube an sich gar nicht so viel weil ich sage mal die Erfahrung beim CSC war Wahnsinn also alleine vor diesen Hundertsiebzig Millionen Menschen zu singen.
00:02:56: Das war glaub ich für mich die krasseste oder eine der krassesten Erfahrungen die ich gemacht habe.
00:03:02: aber so wie bin ich halt auch eigentlich immer nur Sarah.
00:03:06: Das heißt, ich bin nach Hause gekommen und hatte nicht das Gefühl, um mir fehlt jetzt diese große Bühne.
00:03:10: Ich hatte auch nicht das Gefühl irgendwie in ein Loch zu fallen sondern ich bin so gestrickt dass ich sage hey es geht weiter.
00:03:17: Als nächstes Projekt kommt!
00:03:18: Ich bin auch jemand mein Mann weiß das und das ärgert ihn noch manchmal.
00:03:21: Ich bin dann zu schnell und sag oh ist nicht schlimm ich mache jetzt direkt das nächste und bin irgendwie direkt wieder an anderen Dingen interessiert.
00:03:28: Aber ich lasse den Kopf eigentlich nie hängen und deswegen war es jetzt nicht so, dass ich gesagt habe mir fehlt jetzt der große Applaus oder irgendwas.
00:03:35: Ich durfte ja dann weiter ein Musical machen und vor allen Dingen auch einfach wieder Mama sein.
00:03:38: das war auch das Schöne.
00:03:39: Die Kinder waren ja mit.
00:03:41: Ich hab's ja gesehen und auch dein Mann war dabei, die Mama war dabei.
00:03:43: Dann Bruder Jan-Luka war dabei also die Familie war dabei.
00:03:46: Was haben wir dir an diesem Abend oder in dieser Nacht?
00:03:49: Auch nach der Bewertung als dann Feststandplatzierung Und ich habe mich da so aufgeregt
00:03:53: meine Mama auch.
00:03:54: Ich habe mich so aufgerägt denen war gleich noch drüber.
00:03:57: aber was haben sie dir in dieser nacht gegeben was wichtiger ist als Jede Punktzahl.
00:04:01: Also ich gerne meine Mama war viel enttäuschter als ich, weil ich sage mal... Ich habe so ein bisschen auch damit gerechnet, hab' ich ja von Anfang an gesagt.
00:04:07: Aber mit
00:04:08: Platz drei und zwanzig hast du gerechnet?
00:04:10: Ja!
00:04:11: Ja, wirklich.
00:04:12: Ich habe mir gar nicht viel ausgemalt weil ich wusste Deutschland wird es schwer haben beim ESC und bin... Also das was ich gesagt habe hat wirklich gestimmt.
00:04:20: Mir war die Zahl der Bewertung ganz egal und ich glaube die wichtigste Erkenntnis die ich da auch hatte war dass wir Menschen soviel mehr sind als irgendeine Bewertungen auf einem Blatt Papier oder in irgendeiner Statistik sondern das was in uns drin steckt, das zählt Und ich glaube man hat gesehen ambitioniert und wollte auch wirklich das Beste irgendwie aus mir rausholen.
00:04:42: Und auch für Deutschland geben, aber in vielen Dingen stängt man dann vielleicht einfach nicht drin.
00:04:48: Aber das war genau das, warum ich mich so aufgeregt habe?
00:04:50: Also ich war ja da an dem Saatsdach.
00:04:51: Wir haben uns hier gesehen.
00:04:52: Ich hab gesehen wie die Fans auf dich reagiert haben, auch im Hotel und auch im Saal also diesen Jahr ausgeflippt, dass du auf der Bühne warst und mein Team war ja schon die ganze Woche da.
00:05:01: Also wir haben ja wirklich eine Woche lang berichtet und haben das verfolgt.
00:05:04: Und ich hab gesagt weißt du wenn die jetzt fünfzehn also Fünfzenter, Sechzehnter, Siebzehnte von mir aus.
00:05:10: Hätte ich überhaupt kein Problem gehabt damit?
00:05:11: Weil es wäre eine super anständige Wertung gewesen!
00:05:14: Aber Dreiundzwanzig fand ich bei deiner Leistung nicht gerecht und das ist halt finde ich immer schade für den Künstler Wenn das mit deiner Leistung ja nichts zu tun hat, sondern es ging gegen Deutschland.
00:05:23: Das hast du gemerkt?
00:05:24: Die Deutschen sind einfach im Moment unbeliebt und deswegen haben wir keine Punkte gekriegt.
00:05:27: Ich habe mich so geärgert und aufgeregt weil ich denke am Ende muss sich da gar nicht mehr hinfahren, weil's ja mit der Leistung der deutschen Künstler nichts mehr zu tun hab.
00:05:35: Ja, ich versteh was du meinst aber ich glaube dass weiß man auch wenn man dahin geht.
00:05:40: Deswegen habe ich von Anfang an gesagt ich möchte da Spaß haben.
00:05:43: Ich möchte vor allen Dingen Deutschlands ein bisschen mal zeigen hey lass uns nicht immer mit einem Stock im Arsch durchsehen gehen, sondern
00:05:50: wie fröhlich.
00:05:52: Und deswegen war es auch bei mir nicht so dass ich danach den Kopf abhängen lassen und gesagt habe was für eine blöde Bewertung im Gegenteil, sondern ich bin mit dieser Erfahrung nach Hause gegangen hab trotzdem gesagt Ich bereue gar nichts davon und das ist auch ein bisschen das Lebensmotto von mir weil ich glaube so viele Dinge im Leben sind oftmals ungerecht und ich habe sehr viele ungerechte Dinge und Momente in meinem Leben erlebt dass mich das irgendwie auch gar nicht so wirklich runtergedrückt hat, sondern eher ich damit auch ein bisschen den Leuten zeigen will hey wenn es mal eine schlechte Bewertung gibt und auch wenn die mal ungerecht ist oder es fühlt sich vielleicht ungerecht an dann lass es nicht zu.
00:06:29: Dass es dich schlechter macht als Mensch weil du das bist du nicht und du trägst so viele Dinge in dir drin die dich strahlen lassen.
00:06:35: also es ist ganz egal ob du Platz dreiundzwanzig bist meine schlechte Not in der Schule hast oder was auch immer es dann isst weil die Ding im Leben sind manchmal einfach ungerecht.
00:06:44: Das heißt, es sind noch keine Drehengeflossen oder so.
00:06:46: vor Wut.
00:06:46: Oder vor Enttäuschung?
00:06:47: Bei
00:06:48: mir nicht!
00:06:48: Aber bei ganz vielen aus dem Team schon.
00:06:52: Natürlich.
00:06:53: Ganz viele meiner Mädels waren auch sehr enttäuscht weil man muss natürlich dazu sagen ich hatte ein unfassbar tolles Frauenteam also so viele starke Frauen die so viele Monate echt Gas gegeben haben.
00:07:04: Man hat mich auf dieser Bühne dann irgendwie gesehen und Strahlen sehen.
00:07:07: aber dahinter stecken so viele Menschen so viel Arbeit Und für sie hat's mich schon geärgert.
00:07:13: Ich wusste, das war deren Herzensprojekt die letzten Monate.
00:07:17: Da hätte ich mir für sie gewünscht, dass es mehr wertschätzt wird.
00:07:21: Weil ich das von meiner Seite aus sehr getan habe.
00:07:23: und klar, da sind bei einigen Frauen auch ein paar Tränchen
00:07:26: geflossen.".
00:07:28: Aber du bist ja jemand, du hast ja schon öfter auch mal drüber gesprochen.
00:07:30: Dass du ja mit dir selbst auch einmal gekämpft hast, schon als Kind das junge Frau des junges Mädchen bis ja noch jung war.
00:07:35: Das will du bis dreiunddreißig.
00:07:40: Aber diese Nacht vom ESC war es für dich jetzt endgültig vielleicht so ein Moment wo du gemerkt hast, wo du es wirklich verstanden hast.
00:07:46: ich darf verlieren und ich bin trotzdem wertvoll wichtig gut erfolgreich War das vielleicht der letzte Kick der dir noch gefehlt hat?
00:07:55: könnte sein, wobei ich schon glaube das es auch im Vorfeld vor einigen Jahren schon Momente gab.
00:08:00: Wo ich gespürt habe ganz klar Ich darf verlieren Es darf ungerechte Momente in meinem Leben geben die aber nicht über mich aussagen.
00:08:08: und ich glaube vor ja vor einige jahren hatte ich so diesen moment der bei mir den Knoten hat platzen lassen wo ich für mich wusste Es gibt diese Außenwelt und es gibt meine Familie und mein Leben.
00:08:21: Und das zu differenzieren, nicht ineinander übereinfließen zu lassen, dass es so wichtig ist.
00:08:27: Es gibt heute noch Momente, wo mein Mann sagt, leg das Handy weg, hör auf irgendwas zu lesen, sondern sei ihm hier und jetzt.
00:08:34: Dann lege ich es auch weg und merke, wie ich mich von all dem abschirmen kann.
00:08:39: Deswegen war ich da sehr gewappnet für diesen Moment.
00:08:43: Das heißt du liest Kommentare auf Instagram?
00:08:45: Selten!
00:08:46: Sehr, sehr selten.
00:08:47: Ich
00:08:47: lese gar keine.
00:08:48: Nicht mehr!
00:08:49: Ich habe das am Anfang mal gemacht aber warum?
00:08:51: Also warum soll man diesen Menschen seine Zeit schenken die einem da schlecht bewerten oder die Dinge über einen Schreiben ohne einzukennen?
00:08:59: total und es ist auch so ein bisschen wie Google Bewertung.
00:09:01: wenn du dir durchlähst schreiben immer nur die die irgendwie schlechte Auffahrungen macht haben, die die gute Auffahungen machen, schreiben gar nichts.
00:09:06: Genau
00:09:08: dieses bewertet werden oder das Gefühl haben ich bin nicht gut genug Es kam ja als Mädchen bei dir, oder anders gefragt.
00:09:16: Wann war dieser Moment, wo du gerade sagtest vor ein paar Jahren?
00:09:19: hast du es verstanden?
00:09:20: Dass das eben nicht wichtig ist was andere über dich denken sondern dass du mit dir einfach im Reihen bist.
00:09:25: Was war der Moment?
00:09:26: Ich glaube, die Summe hat es ausgemacht an Momenten, die in den letzten Jahren passiert sind.
00:09:32: Die wahrscheinlich auch mich dann irgendwann zur Frau gemacht haben.
00:09:37: Aber es waren viele Momente, in denen ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe.
00:09:40: In denen ich das Gefühl hatte Dinge geraten außer Kontrolle, die ich gar nicht mehr wirklich führen konnte und wo ich gemerkt hab Es geht in eine ganz andere Richtung Und es ist ungerecht und es ist auch nicht der Wahrheit entsprechend wo ich für mich entscheiden muss, okay.
00:09:54: Ich lass es jetzt gehen!
00:09:55: Ich lasse es einfach gehen und ich bin eigentlich jemand... ...ich habe gerne die Kontrolle, ich hab gerne einen sauberen Haushalt zu Hause, ich habe gerne irgendwie meine Sorgfalt und meine To-do-Listen, meine Planung und das war für mich super, super schwer zu sagen.
00:10:09: Ich akzeptiere das jetzt, ich schlucke Dinge runter von denen ich weiß sie sind falsch und sie sind auch nicht der Wahrheit entsprechend.
00:10:18: oder Ich glaube, das war für mich der Moment oder einer der Momente wo ich gemerkt habe dass es darum im Leben nicht geht sondern um viel
00:10:27: mehr.
00:10:28: Aber hattest du jemanden der dir geholfen hat?
00:10:29: Also vielleicht auch ein Coach oder Therapeutin so was mit dem Gesprächen konntest?
00:10:34: Ich glaube und also ich denke, wir könnten wahrscheinlich alle in Therapeuten gebrauchen.
00:10:38: Weil wir haben alle irgendwas auf uns geht.
00:10:42: Aber ich glaube fest daran dass unser bester Therapeut wie selbst sind weil wenn wir anfangen uns mit uns selbst auseinanderzusetzen und selbst auch lesen zu lernen zu verstehen Dinge zu verstehen die aus der Kindheit kommen Dinge die vielleicht auch um hier und jetzt passieren kennen wir die Antwort darauf, wer wir sind und warum wir vielleicht auch manchmal so sind.
00:11:03: Also ich hab viele Dinge wo ich dann merke ja okay das kommt vielleicht ist es eine Verlustangst, woher könnte dir denn kommen?
00:11:09: Ja vielleicht aus meiner Kindheit und ich habe irgendwann mit den Jahren angefangen zu verstehen woher kommen vielleicht manche Dinge aus meinem Leben, die mir nicht so gefallen an mir.
00:11:19: Woher kommen?
00:11:19: aber vielleicht auch meine Sterbingen mein Ehrgeiz, meine positive Einstellung.
00:11:24: Deswegen, ich glaube wenn wir uns reflektieren im Leben dann macht es uns zu einem besseren Menschen und ich glaube auch daran dass wir uns selber therapieren können.
00:11:33: Wie würdest du sagen heute mit dreiunddreißig fast vierunddreißig?
00:11:36: Wen bist du am Ehnlisten deiner Mama deinem Papa Oma?
00:11:39: Ich glaube meiner Mama nicht nur vom Optischen sondern auch vom Wesen her Und das hat sehr viele positive Eigenschaften weil sie ein unfassbar großes Herz hat immer meine beste Freundin war bis heute Ich mit ihr über alles sprechen kann und ich weiß, sie ist immer da.
00:11:58: Aber sie ist auch so wie ich oder ich bin so wie Sie, dass ich alles richtig machen möchte.
00:12:04: Dass sich alles genauer machen will am liebsten perfekt.
00:12:08: Ich glaube das habe ich von ihr.
00:12:10: Wie
00:12:10: waren die kleine Saarra mit sechs, sieben Jahren?
00:12:12: Was war das für ein Mädchen?
00:12:13: Ich glaube es war ein sehr unsicheres Mädchen.
00:12:18: Ein bisschen moppeliger.
00:12:20: Trotzdem eigentlich ganz süß.
00:12:21: aber ja... Ich erinnere mich an viele Dinge in meiner Kindheit.
00:12:26: Manchmal lieber, manchmal auch nicht so gerne.
00:12:29: Es gab auch nicht schöne Momente...
00:12:30: Welche?
00:12:31: Viele die ... Aus einer ganz bestimmten Richtung in meiner Familie kam, ich sag jetzt eher vielleicht der männliche Part.
00:12:38: Der mir dann manchmal gefehlt hat dieses Papas Prinzessin sein.
00:12:42: das ist ja was ich bei meiner Tochter so sehe und wo mein Herz dann einfach hüpft wenn ich das mitbekomme.
00:12:48: aber das sind glaube ich Dinge die ich mir damals auch gewünscht hätte als junges Mädchen viele dinge.
00:12:55: Ich war viel zu unsicher, wo ich gemerkt habe, mir fehlt's an Selbstbewusstsein.
00:13:00: Ich hab mich mit anderen Mädchen verglichen schon sehr früh.
00:13:03: Ich habe auch gelernt, sehr früh Verantwortung zu tragen und ich glaube es war vielleicht auch zu früh.
00:13:08: Weil wenn man überlegt, ich bin super früh Mama geworden...
00:13:11: Du hast mit zwanzig verheiratet?
00:13:13: Das ist natürlich rückblickend auch sehr sehr früh!
00:13:15: Ja und ich hab mit neunzehn quasi das erste Haus gebaut und ich war eigentlich noch ein Kind und das war, glaube ich jetzt im Nachhinein alles sehr sehr Früh.
00:13:25: Aber auch da wollte ich natürlich in die Fußstapfen meiner Mama treten und sie hat auch früh geheiratet.
00:13:30: Es ist früh Mama geworden, ich wollte immer irgendwie dann zu Hause beweisen, ich schaff das!
00:13:34: Ich bin schon groß weil ich diese Erfahrung gemacht habe.
00:13:37: es ist nicht genug Es ist keine Ahnung.
00:13:39: Beispielsweise war eine Schule nicht die beste Schülerin, dann war es ja aber du musst auch besser werden und da war ich wirklich auf dem richtigen Weg.
00:13:47: Dann war's ja aber man muss ein eigenes Taschengeld verdienen weil so funktioniert das auch nicht.
00:13:50: Da bin ich nebenbei.
00:13:51: noch hatte ich zwei Minijobs gehabt.
00:13:53: einmal habe ich Auto Teile kommissioniert und einmal in der Pizzeria gearbeitet Und dann war es aber ja um halb zehn abends hier noch duschen, das geht aber auch nicht.
00:14:02: Dann war ich irgendwann so erschöpft von diesem Long Run zu versuchen irgendwie jemanden zu gefallen und zu zeigen hey aber guck mal ich versuche doch schon so viel!
00:14:10: Ich räume mein Zimmer auf, bin gut in der Schuhe, habe meine Mini-Jobs, verdiene mein Geld... dass ich glaube, ich mich dann so ein bisschen verloren habe da drin.
00:14:18: Und dann dieses Gefühl hatte okay, ich muss schnell Mama werden!
00:14:21: Ich muss irgendwie schnell rausbauen und das muss... Ich möchte zeigen, guck mal was ich alles so kann?
00:14:26: Das wollte ich nicht mir wirklich beweisen sondern auch meiner Familie und hab dann aber irgendwann gemerkt, dass alles irgendwie zusammen bricht in mir drinnen weil ich gemerkt habe, ich war eigentlich selbst noch ein Kind und ich wär am liebsten in den Arm meiner Mama verfallen und hätte geweint und gesagt kannst du mir einen Tee machen, kann ich heute bei dir
00:14:42: schlafen?!
00:14:44: deine Mama hat doch nicht gesagt, komm Schatz überlegst ihr willst du wirklich schon heiraten?
00:14:48: Also die fand es sogar gut weil sie selbst zur Jung geheiratet hatte.
00:14:50: oder deine Oma hat dir vielleicht mal was gesagt.
00:14:52: Ich glaube das war bei uns ganz normal.
00:14:55: ich habe ja auch italienische Wurz und meine
00:14:57: Oma ist noch aus
00:14:58: Sizilien.
00:14:59: Meine Omas noch früher Mama geworden.
00:15:01: also sie hat ... Die sind glaube ich, da war meine Oma siebzehn nach Deutschland gekommen.
00:15:07: Konnten natürlich kein Wort Deutsch und war dann wegen der Arbeit, mussten sie hierher kommen, war meiner Oma schon schwanger.
00:15:13: also es war für sie noch Herausfordernden da und ich glaube ich bin so groß geworden.
00:15:17: das heißt für mich waren wir umso größer die Herausforderung, umso besser bist du als Mensch was völliger Quatsch ist.
00:15:22: aber ich habe mir natürlich deswegen immer große Herausforderungen gestellt
00:15:27: die Leistung oder die erwartet wurde von dir besser zu sein, schöner zu sein schlanker zu sein noch mehr zu machen als vielleicht andere.
00:15:35: Das kam dann von deiner Mama?
00:15:36: Nee es kam nicht von meiner Mama ich glaube das ganz viel tatsächlich unbewusst war.
00:15:42: deswegen meine ich auch eben ich denke wir haben alle irgendwie unser Päckchen zu tragen aus unserer Kindheit weil viele Dinge die wir als kind wahrnehmen die verstehen wir als Erwachsenen gar nicht mehr so wirklich.
00:15:51: aber es war oft diese angst von Verlust dieses Nicht Wie sagt man?
00:15:56: Zu genügen.
00:15:57: Ja, nicht zu genügen und auch
00:15:59: oder nicht geliebt zu werden weil wir
00:16:01: nicht bedingungslos geliebte werden sondern immer an Bedingungen geknüpft.
00:16:04: also du bist eine gute Tochter wenn oder du bist ein teiler Mensch wenn und ich.
00:16:10: Das ist mir zum Beispiel, dass merke ich heute so wichtig dieses Gefühl meinen Kindern zu geben.
00:16:14: Ich liebe dich bedingungslos!
00:16:16: Egal was passiert, egal ob links oder rechts, egal was entsteht, egal auch wenn Mama mal sauer ist.
00:16:21: aber diese bedingungslose Liebe mein Kind zu geben, merk' ich es mir sehr, sehr wichtig wahrscheinlich auch weil das mir dann eher damals gefehlt hat und gar nicht von meiner Mama aus.
00:16:31: also sie war eher... Diejenige, die sich vor mich gestellt hat und gesagt hat halt Stopp bis hierhin.
00:16:41: Aber es waren viele Dinge, die einfach die Erfahrung nicht so schön gemacht haben.
00:16:46: Thema Papa?
00:16:47: Ja.
00:16:48: Magst du was sagen dazu?
00:16:49: Naja also ich spreche da eigentlich gar nicht so gerne drüber weil ich das nicht richtig finde... immer noch mein Papa und es bleibt auch, meinen Vater irgendwie in eine bestimmte Richtung zu drängen.
00:17:01: Weil ich glaube auch, dass er viele Dinge gar nicht versteht – auch bis heute nicht!
00:17:06: Und wir haben kein wirkliches Verhältnis.
00:17:10: und natürlich würde ich mir manchmal auch wünschen, irgendwie ihm all diese Dinge zu sagen wo ich mich dann aber selber auch eingestehen muss.
00:17:16: Viele Dinge habe ich gesagt schon als Kind, auch als erwachsene Frau.
00:17:20: Aber ich glaube das gewisse Menschen-Dinge gar nicht richtig verstehen können Und das hat sich auch so ein bisschen durch mein Leben gezogen.
00:17:29: Also was, ich sag mal, ein bestimmter Typ Mann dieses Nazistische, dieses Unberechenbare wo ich einfach gemerkt habe dass es Menschen sind die mir nicht gut tun und von denen ich mich auch besser fernhalte.
00:17:44: Das gehört schon Erwachsenwerden dazu, dass man diese Erfahrung macht.
00:17:47: Wie war denn dein Bruder?
00:17:48: Du bist ja die ältere.
00:17:49: Dein kleiner Bruder ist sehr ähnlich aufgewachsen wie du.
00:17:53: oder hatte er diese Probleme mit sich selbst nicht?
00:17:57: Ja klar hatte die gleichen Probleme.
00:17:59: ich glaube das eher noch viel sensibler ist als ich auch heute noch.
00:18:04: Das hat ihr eng, ne?
00:18:05: Der war ja in Wien auch dabei.
00:18:06: Siehst du euch zu sehen!
00:18:07: Und er bleibt immer mein kleiner Bruder.
00:18:10: Wo der größer ist haltst du,
00:18:11: ne?!
00:18:11: Genau und er ist größer als ich aber er bleibt trotzdem immer egal wie alt wir werden.
00:18:15: der kleine Bruder und ja er ist sehr, sehr sensibel.
00:18:19: Ich glaube ich war irgendwann diejenige die aus der Verletzung das Gefühl hatte okay wie in so einem Überlebensmodus ich kämpfe jetzt und deswegen bin ich so diese Kämpfernatur.
00:18:29: Mein Bruder war eher der...ich ergebe mich Lass es jetzt einfach passieren.
00:18:33: Und ich war dann eher so die Stärkere von uns beiden, die sich da vorgestellt hat und natürlich auch manchmal ging's irgendwie daneben oder das war vielleicht nicht immer die richtige Entscheidung weil als ... Ich sag mal, na ja, ich war nicht immer das Vorzeige-Mädchen.
00:18:50: Ich war nicht auf den Mund gefallen sondern konnte wirklich Kontra geben und hab schon früh gezeigt was mir wehtut und was mich verletzt.
00:18:59: Ja aber ist auch wichtig dass man das ausspricht?
00:19:01: Würdest du irgendwann versuchen, mit deinem Vater das zu klären?
00:19:03: Oder ist das Thema erst mal für dich abgehakt und sagst, du lebst jetzt erst mal deinen Leben.
00:19:07: Naja
00:19:08: ich denke mir schon oft, dass ... Ich hab Angst, dass es vielleicht zu spät sein könnte.
00:19:13: Dinge ausunausgesprochen bleiben könnten.
00:19:15: Das heißt... Für mich ja ist das Kapitel nie ganz abgeschlossen Und natürlich hat man irgendwie den Wunsch.
00:19:22: Aber ich glaube bestimmte Menschen kann man nicht verändern.
00:19:25: Dann musst du für dich irgendwann entscheiden was ist das, was dir gut tut Wenn du merkst, dass es deine Familie auseinanderreißt.
00:19:32: Wenn du merkst das tut dir einfach nicht gut dann muss man manchmal loslassen.
00:19:35: Es ist auch nicht schön und es tut weh.
00:19:38: Manchmal hat man Schuldgefühle weil man denkt naja ich bin ja die Tochter und vielleicht sollte ich da auch einen gewissen Respekt vorhaben.
00:19:44: Und das sind aber alles schon Gedanken, die ich mir über viele Jahre gemacht habe und nichts was jetzt irgendwie unüberlegt aus ner Wut heraus kommt sondern wirklich aus jahrelanger Erfahrungen.
00:19:55: Ja, vielleicht ergibt sich der Moment noch mal.
00:19:57: Vielleicht eben auch nicht... Man hat es öfter mal versucht aber ist das irgendwie leider immer wieder an den gleichen Punkt gekommen.
00:20:04: Für
00:20:04: deine Mama wäre's okay?
00:20:06: Ja!
00:20:07: Ich glaube meine Mama und ich haben so eine starke Bindung.
00:20:10: Sie hätte sowieso nie die Sorgen, dass ihr Platz irgendjemand oder jemand ihren Platz einnehmen könnte.
00:20:18: Und für eine Mama und für sie sowieso ist das Allerwichtigste, dass ich glücklich bin.
00:20:24: Klar, verletzt sie das und es hat sie auch jahrelang verletzlich zu sehen oder egal in welcher Situation im Leben.
00:20:31: Auch unabhängig von meinem Papa weil ich sage mal meine Mama ist immer an der Position die muss alles über mich lesen Sie muss alles immer runterschlucken Und ist ja auch wie ich quasi eine Situation wo man manchmal denkt euch möchte mich dagegen wehren oder mal was sagen.
00:20:46: Aber wenn man in diesem Business lange ist und das Business einmal verstandert, dann weiß man es ist.
00:20:49: oftmals bringt das nichts irgendwie zurückzuschlagen.
00:20:52: Es bringt auch nicht sich zurechtfertigen sondern manchmal ist der einfachste Weg zu sagen ich differenziere mein Leben zwischen dem was in der Öffentlichkeit passiert und das hat meine Mama noch nicht ganz so raus wie
00:21:04: ich.
00:21:05: Sie leidet natürlich mit ist ja klar aber sie sieht dich ja dann im Privatleben mit deinem Mann und deinen Kindern und sieht dass du glücklich bist.
00:21:11: eben
00:21:12: Oma, Opa.
00:21:13: Wie Italienisch war deine Kindheit?
00:21:16: Ja also meine Oma und mein Opa kommen aus Sizilien und die sind wie ich eben gesagt habe mit siebzehn oder so nach Deutschland gekommen.
00:21:22: Aber
00:21:22: wart ihr dann immer im italien Urlaub auch an den Fallen?
00:21:25: Wir haben auch noch Verwandtschaft in der italienischen Schweiz Und da sind wir auch relativ oft damals gewesen als ich noch kind war.
00:21:33: viele
00:21:34: Dinge, wie sagt man so Rituale oder auch Dinge die wir in Italien so gemacht haben.
00:21:40: Wie an Heiligabend in der Kirche gegangen oder bestimmtes Gebäck was meine Oma immer wieder gebacken hat.
00:21:47: Pasta
00:21:47: und Pizza natürlich?
00:21:48: Das sowieso!
00:21:49: Meine Oma macht die tollste und leckerste Pasta auf der ganzen Welt.
00:21:53: Die macht ihn nämlich wirklich noch mit der Hand.
00:21:55: also... Was ist deine
00:21:56: Lieblingsose zur Pasta?
00:21:57: Zugo
00:21:59: Mit Fleisch ist das ja.
00:22:00: Man legt das Fleisch ein und wird später raus, dann ist es im Nachhinein.
00:22:04: Aber das war immer mein Lieblingsgericht.
00:22:07: Jetzt ist sie leider auch schon etwas älter... kommt langsam ein bisschen Demenz dazu.
00:22:13: Es ist
00:22:13: traurig dann
00:22:14: zu sehen, ne?
00:22:15: Vor allen Dingen deshalb weil ich so gerne mit meiner Oma Zeit verbracht habe.
00:22:19: es war auch viele Jahre in denen ich alleine erziehend war wo meine Oma eine ganz große Stütze für mich war weil meine Mama war arbeiten.
00:22:26: sie hatte gar nicht die Möglichkeit mich viel zu unterstützen.
00:22:29: und ich erinnere mich meine Omas mit mir nach Amerika geflogen weil ich mein Album dort aufgenommen hab und dann lief die da mit meinem Kleinen rum und konnte kein Wort Englisch!
00:22:40: aber die war halt immer da und hat es dann auch echt genossen mit mir Zeit zu verbringen.
00:22:43: Also wir haben wirklich super, super viel erlebt zusammen.
00:22:46: Und Opa?
00:22:47: Mein Opa ist zehn Jahre älter als meine Oma, ist im Kopf aber tatsächlich noch super fit.
00:22:52: also der erzählt oft noch Geschichten von früher erzählt Überlebensweisheiten, er hat auch so ganz interessante Ansichten vom Leben und unterhalte mich total gerne mit ihm weil ja einfach diese Lebenserfahrung das ist unbezahlbar.
00:23:06: wenn er anfängt zu erzählen könntest du stundenlang zuhören
00:23:10: Wenn du an deine Kinder denkst, ist dann eher präsent die Mama oder die Oma?
00:23:13: Weil die Mama hat wahrscheinlich gearbeitet.
00:23:14: Die Oma war halt da und hat gekocht, wenn du aus der Schule kamst ...
00:23:18: Nee meine Mama hat lange Zeit nur Teilzeit.
00:23:21: gearbeitet, also so dass wenn wir dann aus dem Kindergarten oder aus der Schule gekommen sind war sie schon zu Hause hat schon gekocht gehabt und alles.
00:23:27: Und meine Mama war auch wirklich das war ja noch eine andere Zeit.
00:23:30: Das heißt heute sind wir Frauen hier selbstständig.
00:23:32: Wir sind eben nicht nur Mama weil es wurde immer gesagt aber wie bist du nur Mama?
00:23:37: Aber ist das ja auch schon ein Vollzeitjob!
00:23:39: Aber meine Mama hat wirklich für uns Kinder gelebt.
00:23:41: Also sie war dann immer nur zuhause hatte keine Freunde, keine Freizeit, keinen irgendwie mal abends ausgehen oder so sondern hat ihre Zeit wirklich nur uns geschenkt.
00:23:51: Aber ich wüsste jetzt gar nicht, also für mich war meine Oma und meine Mama waren beide sehr präsent.
00:23:57: Also beides sehr präsentte Frauen in meinem Leben...
00:24:00: ...die dich auch geprägt haben?
00:24:01: Die mich sehr geprägten.
00:24:02: Ja mein Oma war dann eher so dass sich am Wochenende bei ihr war und da durfte ich natürlich dann auch Genau.
00:24:08: Eigentlich alles hab mir immer was aussuchen dürfen, ich erinnere mich immer an diese kleine Überraschungseier die ich dann immer hatte wenn ich da war, dann gab's morgens so richtig schön Warme Crosshorns mit Nutella.
00:24:20: Es sind ganz viele Dinge... Manchmal sind es auch Gerüchte, die wir mit der Kindheit verbinden und darüber erzählen wir heute noch weil das ist... Das Verrückte ist ja dass wenn du anfängst im Mensch zu werden, erinnerst du dich nicht alle?
00:24:32: an die Dinge, die jetzt passieren.
00:24:33: Aber wenn ich sie von früher und da geht sie so drin auf... Das heißt wir unterhalten uns sehr viel über die kleine
00:24:39: Sarah.
00:24:40: Da weiß ihr alles?
00:24:42: Von der kleinen Sarah!
00:24:43: Und das war wahrscheinlich ein Ort wo du einfach Sarah warst ohne gut sein zu müssen oder einfach nur geliebt wurdest.
00:24:49: Einfach nur gelIEbt Genau.
00:24:52: Da war es dann egal, wenn ich dann bei uns irgendwie mein Nutella Croson gegessen habe, wo dann vielleicht eher zu Hause gesagt wurde, er will jetzt noch eins essen, bist doch immer dicker.
00:25:00: und das hat mich dann schon wieder verunsichert weil meiner Oma war's egal.
00:25:02: Die hat sich gefreut, wenn sie meinen Nutella Croissant gegessen haben und hat dann gefragt ob ich noch eins will.
00:25:07: Und was wolltest du werden als Kind?
00:25:09: Deine erste Erinnerung?
00:25:10: Sängerin!
00:25:11: Immer schon.
00:25:12: Also
00:25:13: mit der Haarbürste vom Spiegel gestanden, so wie immer der Klassiker.
00:25:16: Wie man sich das vorstellt?
00:25:17: Ja ich hatte so einen... Ich glaube da war ich drei.
00:25:19: Da gibt es auch ein Video und auch ganz viele Fotos.
00:25:21: Da hatte ich so ein Spielzeug-Mikro und da habe ich schon immer reingesungen.
00:25:24: Meine Opa hat übrigens auch früher Opern gesungen.
00:25:27: Weiß nicht ob das irgendwie daher kam aber ich wollte immer Sängerin werden.
00:25:30: Und ab dann irgendwann zu meiner Mama gesagt, Mama kannst du dir mal kurz anhören!
00:25:35: Ich glaub' ich kann singen!
00:25:36: Und hab mir dann was vorgesungen was mich auch unfassbar viel über Windung gekostet hat weil ich war Superschüchtern Und auch, wie ich eben erzählt habe.
00:25:44: Ich hatte nicht wirklich viel Selbstbewusstsein und dann ... Ja, fand sie das aber ganz toll!
00:25:50: Dann wollte ich Gesangsunterricht nehmen.
00:25:51: Dann wurde zu Hause wirklich auch das Geld irgendwie zusammengekratzt um mir diesen Gesangsunterricht zu ermöglichen was ich auch nie als selbstverständlich empfunden hatte.
00:26:01: Und dann hatte ich so meine ersten Auftritte beim Gesangsunterricht aufs Schützen fest.
00:26:05: Da hab' ich da meine ersten Fünfzig.
00:26:07: Ich glaub', da war's bei sich ja noch Mark waren Nee, die war schon Euro.
00:26:13: Aber da habe ich dann meinen ersten fünfzig Euro verdient und war dann ganz stolz.
00:26:18: Es gibt ja auch was wenn man auf einer Bühne steht und merkt man bekommt Anerkennung, man bekommt Applaus.
00:26:22: Hat dich das ein bisschen selbstbewusster werden lassen?
00:26:26: Es geht.
00:26:27: Also ich glaube, ich hatte trotzdem immer zu kämpfen irgendwie mit meinem Gewicht, mit meinem Äußeren auch mit diesem ... Mir selbst nicht genug zu sein weil ich war es natürlich Zuhause gewohnt immer dieses... Das muss noch besser sein das muss noch mehr.
00:26:39: also es gab für mich nie den Punkt in meinem Leben wo ich gesagt habe okay und jetzt bist du mal in Ordnung so wie's ist sondern irgendwie wenn der eine gesagt hat du kannst aber gut singen ja reicht aber nicht muss ich irgendwie noch dafür muss sich aber noch gut aussehen und dann muss er das andere?
00:26:53: Ja, es ist natürlich immer Ansichtssache.
00:26:55: Aber ich glaube man selber ist mit sich ja immer am Klick.
00:26:58: Fandst
00:26:59: du dich nicht hübsch?
00:27:00: Nein!
00:27:00: Ich glaube als Jungs und Mädchen war ich irgendwie sehr unzufrieden.
00:27:04: Und heute?
00:27:05: Ich glaube, heute ist es dann schon eher der Fall, dass ich mich im Spiegel sehe und mich selber akzeptiert habe.
00:27:10: Und natürlich gibt's auch heute noch irgendwie die Dinge, die mir vielleicht nicht so an mir gefallen, wo da noch manchmal die Männer ... Wo ich mir immer denke, wie kommen die Männer darauf?
00:27:19: Wir schreiben ja, wo sind denn ihre Brüste geblieben?
00:27:21: oder das ... Leute, ich hab zwei Kinder gestellt!
00:27:24: Unglaublich... Aber all das was ich erlebt hab als Kind, als junge Frau, als Mädchen, das möchte ich alles jetzt anderen jungen Mädchen mitgeben.
00:27:33: Deswegen habe ich diese eigene Stift- weil ich sage, ich habe so viel erlebt und weiß auch wie schwer es manchmal als Frau und als junges Mädchen ist.
00:27:41: Ich glaube das ist so unfassbar wichtig dass wir junge Mädchen stärken.
00:27:45: Ich hätte mir gewünscht, ich wäre damals ein stärkeres Mädchengewesen, weil ich glaube, dass mir ganz viele Dinge und auch Momente in meinem Leben erspart geblieben wären, weil sich einfach das nicht als normal empfunden hätte, sodass ich viel früher bei männlichen Begegnungen wo's über gewisse Grenzen geht gesagt hätte halt Stopp!
00:28:03: Es ist bis hierhin und nicht weiter, aber für mich war das Normalität alles.
00:28:06: Das heißt ich bin so groß geworden, man hat mir das gar nicht wirklich ... Also ich hab den nicht verstanden, dass es nicht normal sei's häusliche Gewalt andere Themen.
00:28:15: Aber für mich was ganz normal.
00:28:18: Und das erst mal zu verstehen.
00:28:19: Deswegen wünsche ich mir, dass wir den jungen Mädchen einfach beibringen, dass sie laut sein dürfen, dass die auch Stopp sagen und Stopp rufen müssen wenn es einfach zu viel ist weil oftmals wenn du dann feiratet bist oder irgendwas, als er so dropschungelutscht und dann gehst du nicht mehr aus dieser Ehe.
00:28:34: Dann ist es schon zu spät!
00:28:36: Und dann sind die Dinge Normalität geworden und das darf einfach nicht passieren.
00:28:40: deswegen...
00:28:41: Aber du bist ja dann aus deiner Ehe rausgegangen, bist dir heute zum Glück glücklich verheiratet mit Julian.
00:28:46: Da reden wir gleich auch noch drüber.
00:28:47: Wann hattest du so einer ersten Freund oder die erste große Liebe?
00:28:51: Ich glaube das erste Mal Verlieb war ich schon sehr früh in den Backstreet Boys nicht mehr.
00:28:54: Okay!
00:28:55: Wir kommen jetzt noch ein bisschen doch.
00:28:56: Ich weiß, ich bin so froh... Ja, ja!
00:28:57: Ich gehe auch hin.
00:28:58: Ja!
00:28:59: Wann bist Du?
00:29:00: Ich weiß immer man hat mir es geschenkt
00:29:03: Ich
00:29:04: weiß es nicht genau.
00:29:05: Die warst du verliebt in die Bäckchen?
00:29:06: Ja, in den Brian!
00:29:08: Ich war ja auch heimlich mit Brian zusammen.
00:29:09: Er wusste ich nur nie aber das war so meine Heimateliebe.
00:29:12: Diesen
00:29:12: Saunett hab ich dir am Februar an Las Vegas getroffen zum Interview und die waren total locker und cool.
00:29:18: Die sind jetzt so mein Alter.
00:29:19: ne, die sind jetzt aus sich in fünfzigundsechzig, die Jungs aber sind gut drauf.
00:29:22: Ich habe eh das Gefühl dass irgendwie so... ich sag jetzt mal Leute, die schon ganz lange in dem Business sind oder in der Branche, sie sind viel entspannter als diese ganzen Neukommelinge.
00:29:31: Ja, die sind total entspannt und haben aber immer noch irgendeine Rituale.
00:29:34: Also ich war dabei backstage.
00:29:36: das ist schön zu sehen.
00:29:36: also wir reden dann mal danach über das Konzert fanden.
00:29:40: Aber das war deine erste große Liebe?
00:29:41: Das war meine erste große liebe.
00:29:43: Einseitig!
00:29:45: Aber die Musik wenn du was glaube ich elf zwölf auf der Bühne standest und mit acht zehn warst du ja bei DSDS.
00:29:52: Das erste Mal sogar mit sechzehn
00:29:53: Oder genau, das war schon das zweite Mal.
00:29:55: Du warst mit sechzehn... Ich war dreimal da!
00:29:57: Dreimal?
00:29:57: Oh, das eine habe ich vergessen.
00:29:59: Ich glaube von dem einen weiß man auch gar nicht so viel.
00:30:01: Weil du es... Also das erste mal war ich mit sehzehn da und da bin ich aber dann auch glaube ich recht früh ausgeschieden.
00:30:08: Das hat man gar nicht im Fernsehen gesehen.
00:30:09: Nee.
00:30:10: Genau.
00:30:10: Und dann das Jahr darauf nochmal versucht, dann bin ich irgendwie im Recall oder sowas rausgeflogen und ich erinnere mich noch an das dritte Mal.
00:30:20: Es war das offene Casting, ich war gar nicht angemeldet und wollte auch eigentlich nicht hingehen.
00:30:23: Dann war ich zu viel gespalten da, dann dauerte mir das zu lange, dann bin ich um wieder gegangen mit meiner Mama und gesagt, ich fahr jetzt nach
00:30:29: Hause.".
00:30:30: Und dann hat die diesen Einsatz gesagt.
00:30:31: Er gesagt, Sarah du hast noch nie aufgegeben!
00:30:34: Mach was du denkst aber ich hab dich noch nie aufgeben sehen.
00:30:37: Was habe ich gemacht?
00:30:38: Ich bin wieder zurück gelaufen weil ich das irgendwie nicht auf mich sitzen lassen konnte ja
00:30:42: Und da hat's dann geklappt.
00:30:43: Und danach ist es geklappt?
00:30:44: Hast du mal mit Dieter oder jemand darüber geredet, warum es vom ersten und zweitmal nicht geklapped hat, aber beim dritten Mal dann?
00:30:49: Nein!
00:30:50: Aber ich hab von ganz vielen gehört dass sie mehrere Anläufe irgendwie erst einmal gebraucht haben.
00:30:55: Ich glaube auch das ist...ich meine die die dahingehend sind ja alle noch recht jung und irgendwie vor so einer Kamera zu stehen und so.
00:31:01: Das ist ja auch total irreführend und macht ihr auch mit einem was, ne?
00:31:07: Wenn Du jetzt heute drüber nachdenkst war das mittelsbeste was dir passieren konnte, dass du damit gemacht hast.
00:31:11: Ich glaube immer, es gibt für alles im Leben irgendwie ein Grund.
00:31:14: Ich glaub an das Schicksal.
00:31:15: Deswegen sollte genau so sein.
00:31:19: Weil auch da wurde's dir dann vom halben Land wertet, sag ich mal?
00:31:22: Ja!
00:31:23: Da hat ja dann auch jeder eine Meinung gehabt zu den Kandidaten bei DSDSK, die drei in der Jury natürlich aber auch das Fernsehpublikum.
00:31:30: Total und da glaube ich habe ich auch das erste Mal Erfahrung darin gemacht in der Öffentlichkeit bewertet zu werden anders die Wahrnehmung manchmal sein kann, weil zu dem Zeitpunkt da war mein Selbstbewusstsein wirklich noch im Keller und ich habe das dann oft überspielt.
00:31:49: Also ich weiß nicht ob du das kennst aber wenn Frauen es neigen ja dann oftmals dazu wenn sie eigentlich gar nicht so wirklich an sich glauben irgendwie zu sagen ja ich find eh die beste.
00:31:57: Und so war ich als junges Mädchen.
00:31:59: Das heißt, ich war dann immer so ja ... Ich kann doch eh gut singen!
00:32:01: Aber eigentlich war ich eher total ängstlich hatte Angst zu versagen.
00:32:05: Hab mir unfassbar viele Gedanken darüber gemacht wie ich abschneide.
00:32:08: was passiert?
00:32:09: Was denken die anderen über mich?
00:32:11: und im Außenjahr sag es ja so arrogant das war für mich so wo ich dachte oh mein Gott Wie kann das denn passieren?
00:32:18: Habt ihr erst mal die Erfahrung gemacht, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Sein sein können.
00:32:23: Und für dich war es ein Schutzpanzer einfach oder?
00:32:25: Also weil du mit dir selbst ja so angespannt warst!
00:32:27: Genau
00:32:27: ich war so angespant auch wahrscheinlich ganz viele Dinge eben aus meiner Kindheit diese Anspannungen dieses Ich muss gut sein Das darf nicht nach hinten losgehen Es reicht nicht nur gut zu singen Du musst auch noch irgendwie das und das machen.
00:32:39: Ich glaube dass habe ich alles mitgenommen und hatte dieses Verbissene.
00:32:44: Das war, glaube ich, ein bisschen mein Problem als Kind.
00:32:47: Wenn du es heute nochmal machen würdest, würdest du der Sada-Raten einfach ein bisschen lockerer zu sein ist.
00:32:51: Zu genießen.
00:32:51: oder glaubst du dass du nur so gut sein kannst weil du natürlich auch so diszipliniert bist?
00:32:55: Nee
00:32:56: ich glaube ja dann irgendwann eben die Erfahrung gemacht das loszulassen und hatte den Spaß meines Lebens egal ob's dann Letz Dance
00:33:03: war... Auch jetzt beim ESC was ja genau so'n, weil jetzt Dance auch.
00:33:05: Genau!
00:33:06: Und da hab ich ja ganz viele tolle Projekte machen dürfen ohne dieses Angespanntsein.
00:33:11: aber klar ich hätte mir natürlich gewünscht und hätte kleinen Sarah auch irgendwie gesagt hey Wenn ich mal gewusst hätte, das geht auch anders.
00:33:18: Du brauchst dafür gar nicht immer so angespannt zu sein sondern hab einfach Spaß und verkopf dich nicht dann gelingen die Dinge noch viel besser und macht noch viel mehr Spaß.
00:33:26: Hattest du ein Vorbild?
00:33:27: eigentlich immer wenn du sagst So will ich mal werden wie diese Sängerin?
00:33:30: Ja also die großen Stars?
00:33:32: ne Das war so.
00:33:33: Christine Aguilera Beyonce Whitney Houston Mariah Carey Also ist schon so.
00:33:40: die großen großen Diven.
00:33:42: das waren so meine Vorbilder
00:33:43: Und die Musik hast du auch immer gehört.
00:33:44: dann?
00:33:45: Immer
00:33:45: Immer, ja.
00:33:46: Ich hab Céline Dior in den neunziger Jahren rauf und runter gehört.
00:33:49: Die fand ich immer sensationell aber natürlich die Namen auch ist es klar.
00:33:52: Ja
00:33:52: doch, Célyne Dior war auch.
00:33:53: Und das war...Céline d'Ior war eher so, da erinnere ich mich noch meine Mama hat immer...die hatte mir ihr Album Gürtel geputzt.
00:34:00: Aber ich habe mir mal so meine Mutter mit dem Putz lappen und ich war im Hintergrund.
00:34:05: Und Célyn Dior hat dir geholfen?
00:34:06: Und
00:34:06: Celyn Dior waren am Start, ja!
00:34:08: Hat Dieter Bohlen dir damals einen Rat fürs Leben gegeben oder für deinen beruflichen Weg der dir vielleicht heute noch hilft?
00:34:13: Oder...?
00:34:15: Ich glaube nicht, an das ich mich jetzt erinnere.
00:34:18: um ehrlich zu sein.
00:34:19: Ich sehe dich da ja noch stehen beim Finale!
00:34:22: Das war ja ganz knapp und du bist dann Zweite geworden Und man hat für eine Sekunde gesehen dass natürlich die Enttäuschung da ist.
00:34:27: ja ganz klar Sind da Tränen geflossen damals?
00:34:30: Ich glaube schon Ja da sind sicherlich Träne geflossen war ja da super, super jung.
00:34:36: Das heißt für mich ich glaube es ist auch einfach so ein Stein von Herzen gefallen weil das war so diese ganze Aufregung alles hat sich irgendwie angestaut über Wochen über Monate und dann war alles mal vorbei und dann ist irgendwie eine Entscheidung gefallen egal ob die jetzt erster Platz oder zweiter Platz hieß.
00:34:52: aber so dieses Gefühl von okay jetzt einmal atmen und da kam natürlich dann einmal alles raus.
00:34:58: also so wie bei einem kleinen Mädchen wo sich viele Dinge anstaunen dann einmal kurz beim Mal man den armen Wein gehen
00:35:04: Du hast ja gezeigt, dass man mit dem zweiten Platz an den Weg gehen kann.
00:35:07: Ja ich glaube auch fest daran.
00:35:08: Ich glaube weil viele denken auch irgendwie das ist dann alles passiert schon von alleine.
00:35:13: aber ich glaube du brauchst einen gewissen Ehrgeiz und du musst auch irgendwie offen dafür sein und dich durchbeißen, denn es kommt dir nichts auf einen Schoß getragen oder es kommt nichts von alleine?
00:35:25: Und ich wusste immer egal welchen Weg ich gehe, ich versuche diesen Weg zu gehen mit meiner Karriere, mit meiner Musik und möchte es auch machen.
00:35:33: Aber ich wusste auch, ich bin mir nicht zu fein danach, sonst wieder ganz normal Fuß zu fassen in meinem Job.
00:35:39: Ich hab damals tatsächlich meinen Abitur abgebrochen was auch so ein bisschen zwiegespalten war wie meine Familie das fand.
00:35:48: aber meine Mama stand halt immer hinter mir und meine Mama hat immer gesagt und
00:35:51: auch gewusst
00:35:53: egal was passiert?
00:35:54: Meine Tochter hat den Ehrgeiz und die wird wenn das nicht funktioniert auf jeden Fall einen anderen Plan haben.
00:36:00: Räust du manchmal dass es Abituren nicht gemacht hast einfach nur ums zu haben?
00:36:03: Nee, ehrlicherweise nicht.
00:36:05: Das ist es nämlich!
00:36:06: Ich hätte es dann gemacht ums zu haben.
00:36:08: aber ich glaube... ...ich war zu dem Zeitpunkt als ich wollte Sängerin werden und ich hätte aber noch gar nicht wirklich gewusst was mache ich denn wenn ich Nicht-Sängerin bin.
00:36:16: also ich wusste immer mich interessieren sprachen ich möchte mit Menschen in Kontakt sein ich möchte unterwegs sein und ich wollte jetzt keinen Bürojob haben.
00:36:23: beispielsweise das war für mich klar Eventmanagerin fand ich immer ganz toll.
00:36:28: Aber sonst so einen richtigen Plan mit dass mache ich jetzt?
00:36:32: den hatte ich sowieso nicht.
00:36:33: Warst du eine gute Schülerin?
00:36:35: Anfangs nicht.
00:36:38: Ich bin erst auf dem Gymnasium richtig untergegangen, also da war ich wirklich einer der schlechtesten und zum Glück hat meine Mama dann die Entscheidung getroffen mich auch in der Realschule zu packen und so ein bisschen den Druck rauszunehmen und dann wurde ich echt richtig gut.
00:36:51: Und dann bist Du wieder auf das Gymnasiums.
00:36:52: oder wie war es dann damit?
00:36:53: Nein, dann
00:36:53: bin ich quasi... Ich habe fertig gemacht in meiner Realsschule mit Abschluss und bin dann quasi zu meinem Abitur gegangen.
00:37:01: Ich habe dann erst im zweiten Jahr, glaube ich, abgebrochen.
00:37:05: Aber gut bis jetzt... aber du kannst ja deinen Kindern... ich weiß nicht, erwartest du denn deinen Kindern das ihr Abitur machen?
00:37:10: oder sagst du die sollen machen was sie wollen?
00:37:12: Also für mich ist es viel wichtiger dass sich sie einfach menschlich und sozial weiterentwickeln und diese Werte auch irgendwie mitkriegen, die ich denen mitgeben will sei es irgendwie, dass man zuverlässig ist.
00:37:24: Dass man menschlich ist und ein gutes Herz hat.
00:37:27: Und ich glaube, man sieht ja auch heute so oft bei den Jugendlichen.
00:37:29: Also mein Mann zum Beispiel hatte dann seinen Bachelor und keine Ahnung was er alles gemacht hat.
00:37:34: aber wenn ich jetzt einen Bewerbungsgespräch haben würde mit jemandem dann würde ich wahrscheinlich gar nicht so viel Wert darauf legen wie das der schulische Abschluss sondern wirklich... ist der Mensch zuverlässig.
00:37:44: Und sozial
00:37:46: kompatibel, das ist auch ganz wichtig.
00:37:48: Das
00:37:48: finde ich viel wichtiger als was hat er für einen Abschluss gemacht und so ist es zu euch auch bei meinem Bruder.
00:37:54: Der ist in seinem Job so gut, was er macht.
00:37:58: Er ist im Verkauf aber der ist einfach menschlich total superzuverläßig und es ist noch mal eine andere Art zu arbeiten wie heute.
00:38:07: Heute hast du ein Bewerbungsgespräch dann fragen die direkt kann ich nächste Woche Urlaub machen die Woche Homeoffice haben.
00:38:14: Und das ... Ja, ich glaube da kommen wir wahrscheinlich aus einer anderen Zeit vielleicht auch.
00:38:19: Sagt dann Bruder dir ungefiltert was er von dir hält oder vergöttert dich einfach?
00:38:24: Nee
00:38:25: der sagt mir schon.
00:38:25: Also sagt es mir schon vorsichtig weil er mich vielleicht noch nicht verletzen will aber wir sind schon sehr ehrlich innerhalb unserer Familie.
00:38:33: Was ich auch wichtig finde dieses Feedback zu haben und Ungefilter, das zu hören was man mir sagen will.
00:38:39: Weil
00:38:40: du ja sehr früh berühmt wurdest also durch DSTS sowieso aber diesen Weg gegangen bist?
00:38:45: Wurdest du anders behandelt glaubst du als dein Bruder?
00:38:47: Also dass du mehr Vorteile hattest eher verwöhnt wurdest dann vielleicht unbewusst?
00:38:52: Nee ich glaube nicht!
00:38:54: Ich weiß noch den ersten Satz den meine Mama gesagt hat ist immer egal Sarah wo das hier hinführt und selbst wenn du irgendwann mal Beyoncé bist und Arena füllst aber wenn du hier bist wird der Müll rausgebracht die Spielmaschine ausgeräumt.
00:39:05: Das war so das erste was sie mir gesagt hat und damit hatte sie auch vollkommen recht.
00:39:09: Und ich glaube, dass sich dadurch, dass ich so aus sehr wie sagt einfachen Familienverhältnissen kam... Ich glaube das war sehr gut weil es hat mich nie irgendwie immer auf dem Teppich bleiben lassen das Gefühl gehabt, irgendwie Geld einfach aus dem Fenster zu schmeißen.
00:39:26: Manchmal war es super sparsam und als junges Mädchen, wo man ja eigentlich meinen würde, naja, dass erste Geld wird verdient dann holt man sich ein dickes Auto eine dicke Tasche oder keine Ahnung was?
00:39:34: Und ich war eher so, dass ich damals schon Existenzängste hatte und dachte, ich packe mir das lieber auf den Sparbuch, ich spare mein Geld weil wer weiß, was passiert du weißt ja nicht bis zum nächsten Jahr immer noch Sängerin, da weiß er auch gar nicht wo das hinführt habe dann gespart für das Erste Haus, für meinen Führerschein die ersten Dinge hab... Ja!
00:39:51: Das war.. Ich glaube Das lag einfach zum einen an der Erziehung, zum anderen auch an diesen Familienverhältnissen.
00:39:58: Dieses Gefühl ich bin trotzdem noch Sarah und daran verändert sich auch nichts.
00:40:03: Dann erstes oder dein Geld wer kümmert sich in deine Finanzen?
00:40:06: machst du das selbst?
00:40:07: Ja komplett ja hast alles in der Hand.
00:40:09: Ich habe
00:40:09: alles in die Hand so wie es sich gehört.
00:40:11: So wie sie es gehört!
00:40:13: Und deinen Mann.
00:40:13: wie geht er damit um?
00:40:15: also welches oder anders?
00:40:16: Also genau das ist vielleicht falsch gesagt.
00:40:17: wir machen das schon als Team.
00:40:19: Wir haben da schon beide unsere Hand drüber aber Sonst habe ich das auch immer selber gemacht.
00:40:25: Ich finde, du hast ja nach deiner Scheidung ... Hast du ja deinen Namen Engels wieder angenommen?
00:40:29: Also dein Mädchenname!
00:40:31: War dir das auch wichtig um zu zeigen... Ja, Du hast dich verändert.
00:40:34: Du bist halt jetzt wieder die Sarah Engels.
00:40:36: Du bisst die Frau oder die junge Frau mit dem Name, den Du geboren wurdest.
00:40:41: Ich glaube es war für mich ganz, ganz wichtig, um ein Kapitel einfach auch zuzumachen und vor allen Dingen auch um mir zu zeigen hey du bist Sarah Engelts und ich möchte Ich möchte einfach für mich das Gefühl haben, ich bin selbstständig.
00:40:57: Bin ich die Sarah, die ich immer war irgendwie vielleicht auch ein Gefühl von Stärke, ein Gefühl für andere Frauen ein sich stark zu machen?
00:41:08: Das war so ein bisschen das Gefühl
00:41:09: dahinter.".
00:41:10: Und dein Mann der Julian hat ja bei der Hochzeit deinen Namen angenommen.
00:41:13: also da heißt er jetzt Julian Engels.
00:41:15: War das eine Überraschung für dich?
00:41:16: Habt ihr darüber diskutiert oder wie kam es?
00:41:19: Ne wir haben darüber gesprochen und Er überrascht, weil wir haben ja auch ... Ich glaub da waren wir knapp zwei Jahre zusammen.
00:41:25: Da haben wir schon geheiratet und ich war eher überraszt, dass er da so positiv und so offen für war.
00:41:30: Und er mir immer das Gefühl gegeben hat mich zu stärken, mich zu supporten mehr.
00:41:36: Er hat sich trotzdem nie klein neben mir gefühlt, obwohl ich immer diejenige war, die vor der Kamera steht bis heute und dann derjenige ist dahintersteht.
00:41:44: Und ich glaube, dass viele Männer noch lernen müssen.
00:41:48: Dass das keine Schwäche ist sondern eher eine Art von Stärke.
00:41:52: Ich
00:41:52: sehe es auch als Stärke!
00:41:53: Also er muss...ich kenne ja Julia nur immer so vom Hallo sagen ihr seid ja eigentlich als Team unterwegs immer also man sieht euch zu zweit.
00:42:00: aber ich finde, dass er deinen Namen angenommen hat.
00:42:02: Das ist ein Zeichen von Stärke.
00:42:04: Und überhaupt!
00:42:05: Er war ja Fußballer, jetzt inzwischen heißt es im Internet immer der Mann von Sarah Engels.
00:42:10: auch da muss er eine gewisse Stärke haben um das auszuhalten oder?
00:42:13: Ist er ein starker Mann dein Mann?
00:42:14: Ja
00:42:15: doch absolut, er hat vor allen Dingen ganz andere Stärken die ich gerne hätte.
00:42:19: Er ist viel gelassener als ich.
00:42:23: Das kriegt man schon irgendwie hin und braucht auch keine tausendfache Planung so wie ich das dann manchmal brauche.
00:42:29: also in gewissen Dingen ergänzen wir uns einfach sehr gut aber es ist ein starker Mann und auch der starke Mann an meiner Seite, weil er mir einfach das Gefühl gibt, dass ich mich freienfalten kann.
00:42:40: Dass ich so sein kann wie ich bin und dass er sich nicht deswegen klein fühlt, weil ich diejenige bin, die dann vor der Kamera steht.
00:42:48: Mittlerweile arbeiten wir zusammen also macht ganz viel im Bereich Social Media für mich, macht die ganzen Verträge, die ganzen Verhandlungen Dinge, die für mich eher unangenehm sind und lästig sind, die übernimmt er.
00:43:03: Ja, wir sind da einfach ein sehr, sehr gutes eingespieltes Team.
00:43:06: Ist natürlich auch manchmal Nachteil dieses Arbeiten zusammen?
00:43:09: Ihr
00:43:09: seid halt immer zusammen und ihr redet wahrscheinlich auch immer über einen Job
00:43:12: oder?
00:43:12: Das ist so ein bisschen der Nachteile weil dann liegt man wirklich manchmal abends im Bett und dann geht man nochmal kurz irgendwas durch und ich muss das und das noch mit dir besprechen.
00:43:18: Dann holt er seine Liste raus und müssen mir nur abpacken.
00:43:21: Da ist es schon manchmal nervig.
00:43:22: Aber nehmt ihr euch mal so dass er sagt okay in dem Abend gehen wir jetzt essen und dann reden wir nur bei uns Oder geht das gar nicht weiter?
00:43:28: Doch doch doch!
00:43:29: Und ich glaube das ist auch echt unser Schlüssel zum immer noch frisch verliebt sein, weil das so wichtig ist.
00:43:35: Sieben Jahre
00:43:35: seit ihr jetzt verheiratet?
00:43:36: Ja!
00:43:36: Das verfliegste siebte Jahr.
00:43:39: Ich glaube
00:43:39: aber... Du seid ja schon im achten.
00:43:41: Ich glaub, das Schlimmste habt ihr schon hin.
00:43:42: Also ihr seid jetzt quasi ja schon... Ah!
00:43:44: Nee, waren wir nicht im siebten.
00:43:45: Wir sind im Dezember des Neunzehnten.
00:43:48: Gut dann seid ihr jetzt sieben Jahre verheiert.
00:43:50: Okay gut, das schafft er noch bis Dezsemmer.
00:43:54: Aber ich glaube dass ... dass es total wichtig ist, dass man nicht immer nur Eltern ist.
00:43:59: Weil wir jeden Tag natürlich auch diese ganzen... die ganz große Verantwortung haben mit so vielen Dingen sei es irgendwie Immobilien der Job, die Kinder das Haus sind so viele verschiedene Themen Dass es auch manchmal wichtig ist dass man einfach nur Mann und Frau isst.
00:44:13: Und die Zeit nehmen wir uns dann halt ganz bewusst.
00:44:15: Was weiß denn die dreientreißigjährige Sarah heute besser über die Liebe was die zwanzigjährigen Sarah ja noch gar nicht wissen konnte?
00:44:23: Ach
00:44:23: einiges Das ist wahrscheinlich zum einen, dass es diese Märchenliebe wie man als kleines Mädchen immer davon träumt nicht wirklich gibt.
00:44:35: Und das Liebe vor allen Dingen auch bedeutet sicher zu sein, Sicherheit, Vertrauen in die gleiche Richtung zu sehen und ... Ja ich hab früher mal gedacht irgendwie wenn also als Beispiel wenn mich jemand ist jetzt nur als Metapher gedacht.
00:44:52: aber wenn mich einer im Raum einsperrt Licht ausmacht, Türe zu mich.
00:44:56: Dachten die man sieht, dachte ich immer auch der liebt Micha.
00:44:58: Weil er versteckt mich ja vor allem.
00:45:00: Dann hatte ich so diese Behütung, Micha will das mir nichts passiert.
00:45:03: aber das ist ja komplett falsch weil es ist ja dieses ich sage mal nazistische Denken und Ansätze, die da so ein bisschen Hunde... Wer
00:45:10: dich reinhalten will und verstecken will.
00:45:12: Und Julian lässt sich strahlen!
00:45:14: Julian hebt dich auf die Bühne oder?
00:45:15: Ist das das beste was dir neben DSDS passiert ist im Leben dass du Julien getroffen
00:45:19: hast?
00:45:19: Ja auf jeden Fall.
00:45:21: Also ich kannte diese Art von Liebe einfach auch vorher noch gar nicht.
00:45:24: Ich wusste nicht, wie es ist, einfach ich zu sein und mich nicht verstellen zu müssen.
00:45:29: Ich hatte bislang eben immer nur sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit Männern und vielleicht auch dem geschuldet dass man natürlich wenn man schlechte Erfahrung in der Kindheit macht sucht man sich vielleicht auch immer eine bestimmte Art von Mann aus.
00:45:43: also das ist ja auch ein gewisses Muster was man ja kennt wissenschaftlich bewiesen, dass es das gibt.
00:45:49: Und diese Art von Mann wie Julian ist, die kannte ich einfach nicht.
00:45:52: Es war für mich so ein Glücksgefühl.
00:45:56: Ich war so beseelt und habe immer auch Angst gehabt am Anfang, weil ich dachte aber... Dass
00:46:01: er wieder geht?
00:46:01: Nee, nicht dass er geht!
00:46:02: Aber da müsste ich ihn sehr weit ausholen.
00:46:06: Wenn du einen Narzisten kennenlernst, ist es am Anfang ja auch so, dass du das Gefühl hast, der ist ganz toll.
00:46:10: Erdräglicher Fan.
00:46:11: Genau.
00:46:11: Irgendwann kippt das.
00:46:13: Dann bist du aber schon drin und dann wird's gefährlich.
00:46:15: Ich hatte immer Angst vor diesem Moment.
00:46:17: Ich habe Julien kennengelernt und dachte, was für ein Mann?
00:46:21: Irgendwann kommt der Moment wieder, dann dreht sich alles!
00:46:23: Aber dieser Moment ist einfach nicht passiert und auch sieben Jahre später nicht.
00:46:28: Heute ist er an meiner Seite und ich bin immer noch glücklich.
00:46:30: Klar gibt es immer Dinge über die wir uns streiten das sind dann so Kleinigkeiten.
00:46:34: Das gehört auch dazu und das ist auch manchmal wichtig.
00:46:36: gerade wenn wir Frauen in unserer hormonellen Phase sind dann müssen wir auch irgendwo manchmal unseren Frust rauslassen.
00:46:42: Mit zwei Kindern ist natürlich auch immer was los.
00:46:45: Wissen die, weiß dein Sohn?
00:46:46: Der ist jetzt elf.
00:46:47: Weißt er schon, was er mal werden will?
00:46:48: Also will er auf die Bühne?
00:46:49: Will er Influencer werden?
00:46:50: Irgendso was
00:46:51: oder... Ich weiß es nicht.
00:46:53: also für mich ist natürlich ich weiß dass ich meine Kinder immer unterstützen werde egal wohin es geht auch beruflich.
00:47:00: Aber um ehrlich zu sein, würde ich mich schon wünschen für die beiden.
00:47:03: Dass es nicht unbedingt auf die Bühne geht und dass es nicht in die Öffentlichkeit geht.
00:47:08: Ich kann sie nicht festhalten!
00:47:09: Ich kann auch nichts kleinreden oder denen was ausreden, was Mama selber macht... Sie sehen mir, was du jeden
00:47:13: Tag machst?
00:47:13: Genau
00:47:14: das wäre auch Schwachsinn und es wäre auch nicht richtig.
00:47:16: aber ich glaube, dass was ich machen kann von meiner Seite ist ganz viel aufklären, ganz viel reden, ganz viele erzählen, ganz vielen Erfahrungen teilen aus meinem Leben und zu hoffen, dass die richtigen Werte einfach da auch ankommen.
00:47:30: Aber die haben dich ja auch beim ESC gesehen, oder?
00:47:32: Die kleine war im Hotel, glaube ich.
00:47:34: Aber hat es wahrscheinlich gesehen.
00:47:35: Also Mama auf der Bühne, die singt da gerade.
00:47:37: Kapiert die das schon?
00:47:38: Ja!
00:47:38: Ja, doch.
00:47:39: Fünf?
00:47:40: Wie wird jetzt fünf?
00:47:41: Vier ist sie noch.
00:47:42: Ist noch sehr klein.
00:47:44: Doch, also klar die Supporten-Mama auch.
00:47:47: Aber es gibt auch Momente ... Heißt das wirklich zu Hause?
00:47:50: Boah Mama kann's jetzt nicht mal aufhören zu singen!
00:47:52: Also reicht jetzt auch ... Es ist jetzt nicht dass die Mama der Superstar da zuhause haben.
00:47:57: Die lieben mich am allermeisten wenn ich dann mein Glitzerkleid ausziehe und meine Haare nach oben Make up ab.
00:48:02: Das war schon so, dass ich nach Hause gekommen bin und meinen Sohn gesagt habe wie siehst du denn aus, kann sich nicht mal abschminken gehen.
00:48:07: Also es gibt's dann auch.
00:48:09: Kinder sind ehrlich?
00:48:10: Genau
00:48:11: Die wollen einfach nur, dass du Zeit mit ihnen verbringst und irgendwas spielst.
00:48:14: Und die kennen mich also zu Hause wenn ich in den Haushalt mache und morgens bevor es in die Schule geht hab' ich ja auch keinen Glitzerkleid an und kein Make-up ne?
00:48:21: Also haste
00:48:21: auch Akkputs an und deine Jogging holen.
00:48:23: Ich seh's ja immer bei Instagram, ich sehe ja deine Videos Was ich ganz berührend gerade fand nochmal den Satz, den Du über Deine Mutter gesagt hast also das Deine mutter immer für Dich und dein Bruder da war Dass sie keine Freunde hatte wahrscheinlich dann auch keine Partnerschaft.
00:48:36: Wann wart denn der Moment als Du getestrealisiert hast, dass Deine Muttern wirklich für Euch Kinder lebt?
00:48:40: Also meine Mama hat sich sehr spät von meinem Papa erst getrennt, obwohl ich wusste dass sie den Wunsch schon viel viel früher hatte.
00:48:47: Wie
00:48:48: alt warst du da?
00:48:48: Achtzehn.
00:48:49: Ach so okay!
00:48:51: Ja
00:48:52: also er hat wirklich sehr sehr lange... Hatte ihr auch immer gesagt Ich mach das für euch und wir wollen.. Lass
00:48:57: dir diese Familie habt in Anführungszeichen.
00:49:00: Genau genau und das war ja auch als ich sag mal damals ein bisschen anders.
00:49:03: Also mit DSDS quasi Ja,
00:49:06: ungefähr.
00:49:07: Ich weiß jetzt nicht ob ein bisschen früher oder später, aber so ungefähr diese Zeit.
00:49:11: Aber sie habe ich auch immer gewusst, weil ich war ja schon erwachsen teilweise.
00:49:16: Ich war eigentlich trotzdem noch jung, aber hab schon immer irgendwie gespürt... Sie hat eigentlich diesen Wunsch und kommt da nicht richtig raus.
00:49:23: Also es ist wie in einem Hamsterrad, das dreht sich immer weiter.
00:49:26: Da habe ich mich dann trotzdem sehr für sie gefreut als sie wirklich diesen Schritt auch gegangen ist.
00:49:32: Hat sie sich noch mal verändert seitdem?
00:49:33: Also ist sie freier geworden in ihrer Art.
00:49:35: Ja, ja viel.
00:49:37: Die ist dann auch rausgegangen und hat dann auch Freundinnen gehabt mit denen sie irgendwie am Wochenende was trinken gegangen ist, was essen gegangen ist also schon.
00:49:45: Weil das ist ja dann auch schon wenn man die Mutter dann sieht wie die Mutter sich nochmal entwickelt.
00:49:48: Das
00:49:48: war für mich erst total... irgendwie auch ungewöhnlich sich so zu sehen, weil ich hab sie jetzt sonst irgendwie...
00:49:55: Na für dein Bruder wahrscheinlich auch.
00:49:56: Ja genau!
00:49:57: Dann hat sie es schick gemacht und ist dann abends weg und dann waren wir so herrlich.
00:50:00: Da haben wir noch nie gesehen.
00:50:01: also ja.
00:50:02: Auch du strahlst wenn du von deiner Mama redest?
00:50:04: Der sichere Hafen sagste ja immer ne?
00:50:06: Es ist deine Mama.
00:50:07: Wir streiten uns auch sehr viel, weil wir uns vielleicht auch so ähnlich sind, weil die Meinung sagen und meine Mama auch sehr direkt ist muss ich sagen Also wir streiten dann auch schon echt und auch laut Aber das ist dann für einen kurzen Moment, aber wir wüssten es gibt nie etwas was unausgesprochen bleibt.
00:50:25: Und das finde ich in Familien auch so wichtig weil ich kenne so viele Familien die zerbrechen, die kein Verhältnis haben.
00:50:32: Weil
00:50:33: sie nicht reden mit
00:50:33: einem?
00:50:33: Weil Sie nicht reden und das gibt es bei meiner Mama und mir würde es das einfach niemals geben.
00:50:39: Selbst wenn wir uns die ganze Zeit zoffen und uns irgendwelche Sachen an den Kopf werfen, aber dieses Gefühl von... Das bleibt, also wir trotzdem sitzen wieder Weihnachten zusammen.
00:50:48: Und das ist wahrscheinlich laut und bunt und lustig, oder?
00:50:50: Ja.
00:50:50: Italienisch.
00:50:52: Ja ja alles!
00:50:53: Was kommt noch, Sarah bei dir?
00:50:55: Also von was träumst du noch?
00:50:56: Du hast ja nächstes Jahr deine erste Solo-Tour.
00:50:58: Das ist sicher auch nochmal so ein Meilenstein,
00:51:00: oder?!
00:51:00: Voll
00:51:01: und ich freue mich unfassbar weil das letzte Mal war ich auf Tour und seitdem es ja auch super viel passiert.
00:51:09: Für mich ist es immer noch eine Bereicherung und immer noch nicht selbstverständlich, dass es Menschen gibt die mich supporten.
00:51:14: Die meine Musik hören, die zu meinen Konzerten kommen.
00:51:17: für den einen oder anderen mag das so klingen wie er aber die macht das doch schon so viele Jahre.
00:51:20: was ist trotzdem?
00:51:21: ich denke jedes mal warum ist das so?
00:51:23: Womit habe ich das verdient?
00:51:24: weil die kommen und hören mir zu und Ich kann menschen berühren mit meiner musik mit meiner stimme mit meinem gesang Und das ist für mich eine Bereicherung und was ganz, ganz Besonderes.
00:51:36: Und deswegen freue ich mich auf diese Tour.
00:51:38: Deswegen freue ich mir so sehr, dass ich mich getraut habe, diese Stiftung zu gründen – die starke Mädchen-Stiftung.
00:51:43: da ist auch ganz viel jetzt geplant in der nächsten Zukunft!
00:51:47: Das alles einfach nur weil ich andere Mädchen sterben will.
00:51:51: Weil ich Mädchen zeigen möchte.
00:51:52: hey hier ist ein kleines Mädchen Die Sarah von damals, die super viel erlebt hat und auch den zu zeigen gibt.
00:52:00: nicht auf.
00:52:00: Lasst den Kopf nicht hängen vergleich dich nicht mit anderen Frauen und glaub an deine Träume weil die Dinge die du vielleicht selber als unmöglich hält Da bist du nur dein größter Kritiker.
00:52:09: Dein größter Feind und lass das nicht zu, sondern mach dich frei von all dem!
00:52:14: Aber dann erziehst Du mit deiner Tochter wahrscheinlich ein sehr starkes mutiges Mädchen?
00:52:18: Wenn Du diese Sätze auch immer wieder sagst... Ja,
00:52:20: aber selbst ich komme manchmal nicht gegen an und die ist ja erst vier.
00:52:25: Vier nach freudig drauf.
00:52:27: Aber es ist mir lieber so als anders.
00:52:30: Eine Frage noch, Sara.
00:52:30: Wann warst du zum letzten Mal so richtig stolz auf dich?
00:52:33: Aber auf was, was nichts mit deinem Beruf zu tun hat!
00:52:35: Was nicht
00:52:36: zu meinem Beruf zu Tun hat... ...hast Du mich überlegen.
00:52:39: Also es war in den letzten Wochen gab es ein paar Momente, die im Bezug auf meine Kinder waren.
00:52:47: Wo ich gemerkt habe dass bestimmte Dinge und bestimmte Sachen von der Erziehung einfach gefruchtet haben.
00:52:51: also wo ich dann manchmal... Man hat ja manchmal als Mutter das Gefühl alles was ich so mache das bringt gar nicht, man ist das überhaupt richtig?
00:53:00: Die
00:53:00: saugen auf und dann kommt's raus.
00:53:02: Und
00:53:02: irgendwann ist wirklich so einen Moment wo du dann merkst oh mein Gott Das ist alles gar nicht umsonst gewesen.
00:53:09: Was kommt dir an?
00:53:10: Und die entwickeln sich in die richtige Richtung.
00:53:12: und auch einfach dieses Gefühl zu wissen, wenn ihr einen Arm nehmt und sagt Mama ich hab dich lieb oder ich danke einfach nur Danke.
00:53:20: dieses Gefühl was man dann hat das macht einen stolz.
00:53:24: Ich dank dir.
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